Frage von spnevwt197, 151

Können rechtliche Schritte gegen Privatpersonen durch die Nutzung von kinox.to folgen?

Ich weiß, dass kinox.to eine Grauzone und damit illegal ist. Kann es dazu kommen, dass rechtliche Schritte auch gegen einzelne Privatpersonen, also gegen irgendeinen Hans und Franz eingeleitet werden können? Also trotz millionenfacher Nutzung dieses Portals?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FachGoldAnwalt, 83

eine Grauzone und somit illegal ist.

Vorsicht. Widerspruch. Eine Grauzone ist genau die Mitte zwischen Legalität und Illegalität. Eine Grauzone ist jedoch juristisch recht selten.

Höhere Gebühren beim Pfändungsschutzkonto waren nie eine Grauzone, weil es von Anfang an aus dem Gesetz § 850k ZPO hervor ging, dass ein P-Konto eine Zusatzvereinbarung zum Girokonto darstellt und somit keine zusätzliche Gebühren berechnet werden dürfen.

Von Anfang an verstieß es ebenso gegen kein Gesetz, wenn man sich Filme lediglich anschaut. Ob auf YouTube oder Kinox.to ist dabei nicht von Belang.

Strafbar macht man sich nur, wenn man die Filme runterlädt oder sonstwie dauerhaft abspeichert. Und strafbar machen sich vor allem die Betreiber von Kinox.to und hier noch mehr diejenigen, die die Filme letztendlich zur Verfügung stellen.

Also die ganzen Dritt-, aber eigentlichen Hauptanbieter wie "Streamcloud.EU", Vivo.SX, Shared.SX . Kinox.to und Co. vermitteln die Filme letztendlich nur. Aber auch die Vermittlung ist strafbar.

Kommentar von Interesierter ,

99% Zustimmung, 1 % Ergänzung!

Strafbar ist eine Privatkopie nur, wenn sie von einer offensichtlich rechtswidrig erstellten Vorlage oder offensichtlich rechtswidrig öffentlich gemachten Vorlage gezogen wird. 

Das heisst: Nicht jede Privatkopie aus einem Stream oder Download ist automatisch rechtswidrig.

Antwort
von Kickflip99, 94

Ja, können. Es gibt Juristen, die das für strafbar halten. Die Anzahl der Juristen, die es für nicht strafbar halten, ist zwar deutlich in der Überzahl, aber höchstrichterlich entschieden ist diese Frage nicht.

Kommentar von FachGoldAnwalt ,

Die Juristen die das für strafbar halten, sind nicht sehr klug. 

Kommentar von Interesierter ,

Das würde ich so nicht unterschreiben. 

Die Juristen, die das für strafbar halten oder dies zumindest nach aussen behaupten, dürften wohl auch diejenigen sein, die einen Haufen Abmahnungen verschicken und damit reichlich Geld verdienen. 

Dumm ist nicht derjenige, der eine unberechtigte Forderung aufstellt, sondern eher derjenige, der ihr nachgibt und bezahlt. 

Ob das nun moralisch richtig ist, steht selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt. 

Kommentar von uncutparadise ,

Genau. Nur die Anwälte, die das für richtig halten und die Gerichte, die es als legal ansehen, sind clever. Alle anderen sind doof ;-)

Antwort
von Interesierter, 86

Die Nutzung von Kinox.to und anderen Streaming-Portalen ist für den Nutzer, der ausschliesslich Streams anschaut, jedoch nichts downloadet oder mitschneidet, vollkommen legal. 

In diesem Zusammenhang gibt es keine Grauzone. 

Die Grauzone fängt erst dort an, wo eine Kopie gezogen wird. Hier stellt sich die Frage, ob der Kopierende zur Erstellung einer Privatkopie berechtigt ist oder nicht. 

Eindeutig illegal wird es, wenn diese Dateien dann wieder online gestellt werden. 

Kommentar von uncutparadise ,

Die Grauzone kommt daher, weil es genau für das streamen urteile dafür und dagegen gibt. Daher wird ein Urteil von höchster Stelle abgewartet. Die Nutzung von offensichtlich illegalen Inhalten gilt auch da und hier als illegal.

Kommentar von Interesierter ,

Das stimmt so nicht. Bisher hatten sich alle Urteile auf die Erstellung einer Kopie oder deren Veröffentlichung bezogen. 

Deswegen schrieb ich, dass gegen das reine Streaming nichts einzuwenden sei. Entscheidend ist, dass letztlich keine dauerhafte Kopie erstellt wird. 

Zunächst mal wird beim reinen Stream keine Kopie erstellt sondern nur Puffersegmente. Nun könnte man argumentieren, dies wäre ein Verstoß gegen § 16 URHG. Eindeutig ist aber, dass § 19a URHG nicht verletzt wird. Allerdings ist die temporäre Zwischenspeicherung nach § 44a URHG eindeutig legal. 

Folglich ist bei der Betrachtung von § 16 URHG immer von einer dauerhaften Kopie auszugehen. 

Kommentar von FachGoldAnwalt ,

Ohne Zwischenspeicherung funktioniert in den meisten Fällen gar keine Videoübertragung. Auch kein YouTube.

Das Urhebergesetz sollte angepasst werden. Es ist auch möglich, dass die Videos von Servern zu Servern, also Internet zu Internet, übertragen werden.

Aber kommt man beim anschauen von Videos wirklich ohne Zwischenspeicherung aus? Ich bezweifel dies ebenso, wie eine pauschale Strafbarkeit der Zwischenspeicherung.

Antwort
von catchan, 66

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber ganz ausschließen kann man es nicht.

Nutz lieber einen legalen Streamingdienst.

Illegale Streamingportale sind nichts anderes als Diebe. Willst du wirklich einen Dieb unterstützen?

Antwort
von uncutparadise, 52

Natürlich. Können schon, werden aber nicht. Zu viele Nutzer, zu wenig Nachweise, zu viel zu tun mit den Betreibern und uploadern.

Kommentar von FachGoldAnwalt ,

zu wenig Nachweise

Es gibt keine Nachweise über illegale Sachen, wenn die "Tat" tatsächlich nicht strafbar war.

Kommentar von uncutparadise ,

Jetzt geht dieses Thema wieder los. Es ist natürlich überhaupt nicht strafbar, sich Filme online umsonst auf illegalen Seiten anzusehen, wenn ich die Filme sonst kaufen und bezahlen müsste ;-) Es gibt da Urteile pro und contra. Daher ist sich die juristische Welt nicht einig, man spricht von einer Grauzone und alles wartet auf ein oberstes Urteil :-)

Antwort
von sara1012, 34

Solange du nichts herunterlädst machst du dich nicht strafbar, aber guck mal auf Kinox.to da steht was zum haftungsausschluss.

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