Frage von lucool4, 130

Können Psychologen einen zwingen in die Klinik zu gehen?

Eine Freundin von mir leidet unter Depressionen und hat schon 2 Selbstmordversuche hinter sich (der eine zog Krankenhausaufenthalt mit sich; sie hat den Vorfall aber als Unfall abgetan weswegen selbst ihre Eltern nichts davon wissen, wie es wirklich um sie steht)... Außer mir wissen das auch nur 2 andere Personen... Sie geht zwar zum Psychologen, nur weiß auch er nichts davon, da sie's ihm nicht erzählen möchte, weil sie sehr große Angst hat, dass sie in eine Klinik geschickt wird.... denn da war sie einmal und da nur für 5 Tage dann hat sie damit angefangen zu streiken und wurde iwann entlassen... sie meinte der Aufenthalt dort hat sie noch viel mehr runter gezogen und das möchte sie ja nicht mehr erleben müssen... allerdings spielt sie im Moment wieder mit dem Gedanken sich das Leben zu nehmen, weswegen ich jz hier erstmal fragen möchte, ob ihre Angst davor berechtigt ist oder ob das gar nicht so einfach geht... ich meine auch, dass wenn sie ihm sagt, dass die Klinik sie kaputt macht, würde er sie doch nie dahin schicken, oder? Alternativ habe ich ihr auch jugendnotmail.de genannt und sie schaut sich das mal an... hat zufällig jmd Erfahrungen damit wie sowas ist/ abläuft?

Vielen Dank im Voraus <3

Antwort
von einfachichseinn, 75

Ja sie kann und wird vermutlich eingewiesen.

Allerdings sollte sie dann nicht streiken sondern mitarbeiten. Dass es so nur schlimmer wird sollte eigentlich jedem klar sein.

Dazu kommt noch, dass ein Aufenthalt immer zeit braucht, selbst wenn der Patient mitarbeitet.
Es ist typisch, dass Patienten in den ersten Tagen oder Wochen klagen, dass das alles nichts bringt. Wer am Ball bleibt, stellt in der Regel irgendwann eine Verbesserung fest!

Kommentar von Hefti15 ,

Na das ist aber ein weites Feld. Nur wenn akute Gefahr ausgeht (also Selbstmord) wird sie eingewiesen. Nicht jeder mit Gedanken an den eigenen Tot wird eingewiesen - also unter Zwang.

Wenn noch keine Gefahr besteht, dann hat man sehr viele Möglichkeiten. Klinik, Tagesklinik, Therapeut, Gruppensitzungen....

Ansonsten gebe ich dir mit allem recht.

Kommentar von einfachichseinn ,

So wie die Frage gestellt ist, bin ich davon ausgegangen, dass die entsprechende Person unter akuter Selbstgefährdung leidet, was Grund genug für eine Zwangseinweisung ist.

Kommentar von Hefti15 ,

Dachte ich mir schon, dass sie diese "Unterstellen", aber ich bin der Meinung, die Darstellung im Text würden dies nicht rechtfertigen.

Geschenkt. Wir beide reden über einen vierten, den wir von einem dritten beschrieben bekommen.... Da wird es viele Fragezeichen geben.

In der Sache an sich, liegen wir glaube ich nicht auseinander.

Antwort
von Sanja2, 23

Ein Psychologe kann maximal den Krankenwagen rufen und den Jugendlichen in die KJP bringen lassen. Gegen ihren Willen dort bleiben muss sie nur wenn ein Richter die geschlossene Unterbringung bestimmt.

Aber ganz ehrlich. Sie sagt, dass die Klinik sie kaputt macht. Aber das Leben macht es offensichtlich auch, sonst hätte sie ja keine Suizidgedanken. Die Klinik kann sie nicht heilen, aber beschützen, dass sie sich nichts antut. Und alleine das ist erst mal der Auftrag den die Klinik hat wenn jemand geschlossen untergebracht wird.

Wie wird es dir gehen wenn sie sich wirklich was antut und du weißt, dass du der einzige Mensch warst der davon wusste und etwas dagegen hätte machen können. Trage bitte nicht diese Verantwortung. Die kannst du nicht tragen. Wenn jemand von Suizid spricht braucht er professionelle Hilfe

Antwort
von Indivia, 18

Die psychologin kann sie nciht einweisen,eine psychologin ist kein Arzt. mir riet meine damalige Psychologin dazu und dann mussten wir nämlich extra nocxh zum hausarzt eine Überweisung holen, mit der ich dann in die Klinik konnte.

Aber vielelicht wäre eine Klinik nicht falsch,allerdings sollte man sich vorher nach einer guten umsehen ( mir hat die Klinik sehr geholfen), desweiteren vielelicht sollte sie zumindest auch noch die Unterstützung eines Psychiaters annehmen.

Und für eine Einweisung brauch es meines Wissens anhc auch innerhalb von 24h ein Gutaschten . Evtl käme auhcb eine Tagesklinik in Frage.

Wurden bei ihr denn shcon mrt, Schilddrüse und ähnliches untersucht, denn depressionen können auch mit körperlichen problemen zusammen hängen.

Antwort
von Ostsee1982, 10

Deine Freundin sollte sich bewusst machen wofür sie die Therapie macht. Das ist kein Gefallen den Eltern oder dem Therapeuten gegenüber sondern IHR soll es nützen und das tut es nicht wenn sie nicht mitarbeitet.

Ein Psychotherapeut muss dann einschreiten wenn eine akute Eigen- und/oder Fremdgefährdung vorliegt. Der Therapeut wäre in einer solchen Situation wo sie damit droht sich das Leben zu nehmen sogar verpflichtet sie einweisen zu lassen und auch du bist mit einem solchen Wissen verpflichtet dich an ihre Eltern oder an den Vertrauenslehrer etc. zu wenden.

Antwort
von Hefti15, 27

Auch wenn es sich erstmals "gut" anhört, ist es nicht so. Meins Wissens nach, kann ein Psychologen niemanden einweisen! Das muss meiner Meinung nach ein Arzt o.ä.. Aber ich bin mir sicher, dass Psychologen bei akuter Gefahr dann doch eingreifen werden um im Zweifel wird man von der Polizei abgeholt...

Die Sache ist ziemlich verworren, insbesondere verhält sich deine Freundin vollkommen falsch. Einem Psychologen solche wesentlichen Informationen vorzuhalten, ist ja nicht sehr sinnvoll.

Würde sie offen mit dem Therapeuten reden, dann könnten sie auch das Problem "Klinik" angehen. Weil zwischen einer "geschlossenen" Klinik z.B. nach einem "Selbstmordversuch", einer "offenen" Klinik bzw. einer Tagesklinik.... liegen Welten.

"Witzig", dass du davon schreibst, dass deine Freundin wieder Selbstmordgedanken hat und du fragst ob die Angst vor einem Klinikaufenthalt nun berechtigt sind. Ich hätte Angst bzw. würde mich fragen, ob sie sich was antut.

"dass die Klinik sie kaputt macht, würde er sie doch nie dahin schicken, oder?"
Kann man leider nicht beantworten. Wenn sie "nur" Selbstmordgedanken hat, dann wird der Therapeut wie von mir oben beschrieben, mit ihr zusammen das passende raussuchen.

Anderseits musst du wissen, dass bei akuter Gefahr sie umgehend eingeliefert wird - was auch das richtig wäre.

Du kannst sie nur motivieren, offen und ehrlich mit dem Therapeuten zu sprechen. Entweder ist die Gefahr nicht so groß, dann wird man einen Weg (z.B. Tagesklinik) finden oder die Gefahr ist groß, dann wird sei so oder so eingewiesen. Und auch Letzteres wäre "gut", weil im Zweifel gibt es sie sonst in ein paar Tagen nicht mehr.

Kommentar von lucool4 ,

Ok dankeschön...

Antwort
von matty99, 42

Man kann eingewiesen werden, aber wenn man um alles in der Welt, da nicht hin will, bin ich mir nicht sicher ob man einen zwingen kann. 

Es ist bestimmt von Fall zu Fall unterschiedlich und eigentlich will der Psychologe einen ja auch nicht zu etwas zwingen sondern einem helfen. 

Vielleicht sollte sie auch einfach eine andere Klinik ausprobieren.

Kommentar von Hefti15 ,

Doch, wenn man eine Gefahr für sich selber ist, dann wird man eingewiesen. Wenn man nicht freiwillig geht, dann wird man gezwungen.

Und der Psychologe zwingt einem ja dann auch zu nichts. Es ist ja gerade eine "lebensrettende Hilfe"! Weil ohne diese Hilfe besteht ja der zwingende Verdacht, der Patient würde sonst sein Leben beenden.

Müssen sie so sehen, wie ein Feuerwehrmann, der sie aus ihrem brennenden Haus rauszieht. Dies macht er nur, weil sie sich weigerten, dass Haus freiwillig zu verlassen.

Da würde doch auch niemand sagen, der Feuerwehrmann soll mir helfen und mich nicht zwingen, mein Haus zu verlassen. Auch da ist ja gerade der Zwang, die lebensrettende Hilfe.

Kommentar von matty99 ,

Ok. Ich war mit der Zwangseinweisung nur nicht sicher, da eine Bekannte von mir einmal wegen einem Suizidversuch festgenommen wurde. Sie ist anschließend freiwillig in die Klinik gegangen, aber angeblich hätte man sich nicht eingeliefert, wenn sie es verweigert hätte ....und das obwohl sie gerade einen Suizidversuch hinter sich hatte.  

Und das mit dieser zwingenden Hilfe verstehe ich durchaus und habe ich auch so gemeint.

 Nur sehe ich es auch bei dem Beispiel mit dem Feuerwehrmann als Hilfe. Für die Person im Gebäude ist es in diesem Moment ein Zwang aber für einen Außenstehenden und für die gerettete Person selber wird es im Nachhinein eine Hilfe gewesen sein.

Außerdem kommt der Psychologe ja nicht mit dem Klöppel und trägt einen in die Klinik. Man bespricht es. Je nach Alter müssen erst ihre Eltern informiert werden und dann eine Klinik ausgesucht werden (da sie ihre letzte ja so schrecklich fand) ect...

Kommentar von Hefti15 ,

Kann ich mir so gar nicht vorstellen. Ein Polizist ist kein Psychologe bzw. Psychiater... Der kann ja nach einem "versuchen Suizidversuch" gar keine Prognose ausstellen und kann deshalb auch keine Entscheidung treffen.

Richtig, wenn der Patient sich dann freiwillig in eine Klinik begibt, dann ist alles in Ordnung. Aber anderseits wäre sie mit 100% Sicherheit einem Arzt o.ä. vorgeführt worden, der das dann hätte entscheiden müssen.

Verstehe schon, dass der Patient dies als "Zwang" sieht. Aber das ist ja gerade ein Teil seiner Wahrnehmungsstörung. Nur du hast das ja mit dem "eigentlich helfen und nicht zwingen" geschrieben. Und wir sind doch beide der Meinung, dass in diesem Fall ja gerade der Zwang die Hilfe ist.

Eigentlich möchte ich deinen letzten Absatz nicht beantworten, weil sonst wieder welchen "Angst" bekommen.

Dein letzter Absatz stimmt so nicht und dann doch. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Wer das offene Gespräch mit  dem Therapeuten sucht, der wird viele Weg haben.

Wer aber oben auf einem Hochhaus steht und droht runterzuspringen, der wird keine großen Wahlmöglichkeiten haben. Die Polizei wird denjenigen dann unter Zwang, ohne Rücksprache, ohne Wünsche nach speziellen Kliniken.... umgehend in die nächst beste Klinik fahren.

Und glauben sie mir, wenn sie bei einem Therapeuten sitzen und dem erzählen, sie suchen schon seit Tagen eine Gelegenheit sich zu töten, wollten schon vor die S-Bahn springen, aber die kam nicht, überlegen sich, nach der Sitzung mal die Lage vom dem Hochhaus gegenüber abzuklären..... Da werden sie erstaunt sein, wie sie je nach Einschätzung des Therapeuten, behandelt werden.

Aber nur damit jetzt niemand angst bekommt. Das sind die absoluten Ausnahmen. In fast allen Fällen wird so was "zivilisiert" über die Bühne gehen und man wird zusammen einen Lösung finden.

Antwort
von Teodd, 35

Zwingen können die nicht, aber es wird schlecht, wenn sie nicht zum Klinik geht. Stell dir vor, sie macht Suizid, springt vom Hochhaus und trifft auf ein vorbeigehender Mensch... Du kannst sie regelmäsig in die Klinik besuchen und aufpassen, ob sie schlechter oder besser geworden.


Kommentar von Hefti15 ,

Selbstredend werden selbstmordgefährdete Menschen mit Zwang in Kliniken eingewiesen!

Antwort
von Olrius, 56

Man kann eingewiesen werden ja, aber mich stört der Begriff "zwingen" Das Ziel dieser Leute ist es, anderen zu helfen. Wer 2 Suizidversuche hinter sich hat, braucht Hilfe. 

Kommentar von lucool4 ,

Naja aber dann ist doch vollkommen klar, dass sie sich nicht helfen lassen wird...

Kommentar von matty99 ,

wenn man sich nicht bei so etwas helfen lässt bedeutet das fatales. Oder will sie alles alleine hinkriegen?  Sie muss sich helfen lassen, alleine bekommt sowas kaum hin und du willst doch sicher auch nicht, dass sie sich umbringt. 

Kommentar von Hefti15 ,

Nein ist nicht klar.

Erstmals sieht man ja an der Freundin, dass sie Hilfe sucht. Wer sich umbringen will, der macht bzw. versucht es. Wer darüber spricht, es ankündigt, der "ruft" um Hilfe.

Und selbstverständlich können sie im Zweifel auch so einen Menschen helfen. Gehen sie mal zu einer geschlossenen Einrichtung und überlegen sich, wie viel da wohl "freiwillig" da sind.

Das heißt eine "Abwehrhaltung" ist doch dort vollkommen egal. Und weil sie schon einmal die Chance mit ihrem bockigen Verhalten weggeworfen hat, heißt dies noch lange nicht, dass die beim nächsten mal nicht doch zu ihr durchdringen.

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