Frage von Ronda4ever, 215

Können Pferde nachtragend sein?

Hallo,

Heute war ich ausreiten und wir mussten einen Bach überqueren. Dieses leidige Thema haben meine Stute und ich schon so lange. Und sie zickt sonst nie rum, deswegen war ich mir so sicher heute würde es reibungslos klappen mit dem durchreiten...

Sobald wir in der Nähe des Baches waren begann das Pferd rückwärts zu rennen bis es nicht weiter ging. Ich habe sie an verschiedenen Stellen immer wieder rangeritten und ruhig mit ihr gesprochen.

Mittlerweile geht sie wenn auch widerwillig zu Fuß mit mir durch, aus irgendwelchen dummen Gründen wollte ich es heute aber im Sattel schaffen.

Das war so dumm von mir, aber es wurde noch schlimmer.

Nachdem das Bachufer schon total zertrampelt war und ich unter Zeitdruck stand platzte mir so richtig die Hutschnur.

Erst versuchte ich es mit führen aber das Pferd war zu aufgewühlt. Als es auch nach einer Pause nicht ging bin ich voll ausgeflippt, mit Hacken und Gerte wollte ich sie zwingen durchzureiten, hatte zum Glück kein Gebiss drin...

So führe ich mich sonst nie auf, deswegen hat sich mein Pferd so sehr vor mir erschreckt dass es doch ins Wasser ging, aber durch die vielen Versuche war es so schlammig, dass es versank und sich richtig hätte verletzen können.

Ich hatte also meinen irren Willen bekommen, aber zu welchem Preis? , was ist nur in mich gefahren unser Vertrauen derart zu stören, mein Lieblingspferd in so dumme Gefahr zu bringen?

Danach wollte sie nur nachhause, ich glaube sogar sie hat mich ignoriert, oder kann sie sogar Angst gehabt haben?

Wie kann ich das wieder gut machen? Können Pferde nachtragend sein? Und wie kann ich verhindern nochmal so etwas zu tun, ich war so sauer dass ich nicht denken konnte...

Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 105

Ich sage: Ja sie können nachtragend sein, aber nicht sehr lange.

Eigendlich finde ich nicht mal das es so schlimm war, man soll ja eine einmal angefangene Übung immer irgendwie abschließen, damit man loben kann.

Dein Problem war Nr. 1 der Zeitdruck und Nr. 2 nicht wissen wie du jetzt noch einen ordentlichen Abschluß hin bekommen sollst.

Jeder - ich nehme mich da bestimmt nicht aus - ist schon mal ungeduldig und gar ungerecht geworden bei manchen Situationen, das einzige was man tun kann ist es so zu akzeptieren und es nächstes mal besser zu machen.

Und ich kann dich noch nicht mal beruhigen in dem ich sage: "Das wird dir nie wieder passieren" - weil es wird wieder vorkommen.

Euer Verhältnis ist deswegen nicht zerstört, hat vielleicht einen Kratzer, aber bestimmt ist es nicht zerstört.

Wie gesagt, akzeptier das du mal heftig warst und mach normal weiter.

Kommentar von Ronda4ever ,

Ok, danke

Kommentar von Ronda4ever ,

Ok, der Bach ist halt ständig im Weg... dass sie mit mir Wassertreten geht habe ich bereits aufgegeben ... sie mag es halt nicht. Wie mache ich es nächstes mal besser? Kann ich sie austricksen? Kommt sie irgendwann rüber wenn ich sie nur lange genug "schmoren lasse" am anderen Ufer, was schlägst du vor?

Antwort
von SaQuSu, 99

Hey :)

Ich würde das jetzt nicht unbedingt als "nachtragend" bezeichnen, aber natürlich kann sich das Pferd nun anders verhalten. Pferde brauchen Konsequenz und Verlässlichkeit in unserem Verhalten, sodass sie unsere Reaktionen vorhersagen können. Dass du in einer für sie vermutlich sehr stressigen Situation noch mehr Druck gemacht hast, wird sie sicher nicht verstehen, aber auch das geht vorbei :) Gib dir in Zukunft Mühe, mehr auf ihr Verhalten und ihre Signale zu hören und zu verstehen, warum sie sich wie verhält ;) 

Ich will mich nicht von Schuld freisprechen. Ich hatte damals mit einer ehemaligen Reitbeteiligung ein ziemlich ähnliches Problem und bin irgendwann auch völlig ausgeflippt. Danach hatte ich ein verdammt schlechtes Gewissen, aber das bringt dem Pferd leider auch nichts mehr. Jedenfalls war er danach ziemlich zickig wenn ich da war und ich war dann viel zu Fuß unterwegs und habe mich gezwungen, alles zu überdenken, was ich tat.

Es ist immer toll, wenn einem Leute sagen, dass man mehr auf das Pferd hören muss, aber auch das muss man erstmal lernen und auch ich habe nach so vielen Jahren Schlüsselmomente, in denen ich denke "ach deswegen ist er stehen geblieben. Das habe ich ja gar nicht gesehen!" So versuche ich im täglichen Umgang, so gut es geht mit meinem Pferd zusammen zu arbeiten und mit ihm ein Team zu bilden. Er sieht Vieles, was ich nicht einmal erahnen kann und weist mich sogar auf Rehe oder Wildschweine hin, indem er intensiv in die Richtung starrt. Ich würde die Tiere ohne seine Hilfe nie entdecken!

Andererseits ist es natürlich wichtig, dass ich auch meine Fähigkeiten einbringe. So ist er zum Beispiel neulich stehen geblieben - auf der Straße! Da konnte ich natürlich keine.Rücksicht nehmen, aber das muss man immer wieder aufs Neue abwägen ;)

Ich bin mir sicher, dass dir dein Pferd das schnell verzeihen wird, wenn du immer wieder hinterfragst, ob deine Aktionen fair sind und wenn du ihre Empfindungen berücksichtigst ;)

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen - Liebe Grüße 

Kommentar von Ronda4ever ,

danke, hast dir ja echt Mühe gemacht

Antwort
von LyciaKarma, 47
ich war so sauer dass ich nicht denken konnte...

Autogenes Training, Atemübungen, Yoga, etc können sehr helfen. 

 oder kann sie sogar Angst gehabt haben?

Natürlich - ihr Anführer hat total die Kontrolle über sich und die Situation verloren und hat sie in Lebensgefahr gebracht.. 

Wie kann ich das wieder gut machen?

Kannst du nicht. Du wirst ihr von grundauf neu beweisen müssen, dass sowas nicht (mehr) vorkommt und du ein guter Anführer bist. Allerdings wird das dauern. 

Ich bin nicht der Meinung, dass das nicht so schlimm war, auch wenn das hier viele sagen. 

Meinem Empfinden nach hast du dein Pferd in eine Gefahr gebracht, die ihm das Leben hätte kosten können - aus seiner Sicht. 

Du warst total in Rage, hast die Kontrolle über dich und überhaupt alles verloren.. das ist das, was dich als guten Anführer absolut disqualifiziert. 

Sonst wärst du einen Kompromiss eingegangen ("okay, dann gehen wir eben nur bis zum Ufer, wenn es für dich so schlimm ist") oder du hättest einfach nicht auf dein "Recht" beharren sollen, sprich absteigen und durchführen.

Zusätzlich hat man im Normalfall beim Reiten immer ein Handy dabei, damit man anrufen kann, wenn sowas ist. 

Sorry, bei sowas kann ich nur den Kopf schütteln. Ich hab nämlich ein Pferd, bei dem wohl immer so agiert wurde und ich weiß, dass das bei einem sensiblen Pferd durchaus Schäden anrichten kann.

Ich hoffe, dass dir sowas nie niemals wieder passiert und dein Pferd dich eigentlich besser kennt. 

Antwort
von Boxerfrau, 45

So etwas ist immer dumm. Das Pferd wird beim nächsten mal noch mehr Theater machen. An deiner Stelle würde ich an dem Problem erst mal vom Boden aus arbeiten. Leider wird gerade bei solchen Sachen immer der Fehler gemacht, das die Leute meinen sie müssen das Pferd dazu zwingen das es drüber geht. Das funktioniert aber meistens nicht und das Gegenteil ist der Fall. Pferde haben Angst vor Untergründen die sie nicht einschätzen können. Und daran muss man Arbeiten. Dazu muss man sich eben zeit nehmen. Du kannst das ganze auch erst mal auf dem Platz, Roundpen oder in der Halle üben. Besorg dir Planen ( am besten auch in verschiedenen Farben) und übe mit dem Pferd, darüber zu gehen. Am Anfang lässt man das Pferd sich die Sache erst mal anschauen. Das macht man alles Schritt für Schritt. Erst anschauen lassen, dann drauf und drüber Führen im Schritt und später auch im Trab. Wenn das klappt vom Sattel aus probieren. Es hilft auch immer sehr gut wenn ein Pferd voran geht das keine Angst hat. So kannst du das auch am Bach machen. Einfach zeit nehmen und jeden kleinen Schritt belohnen.

Kommentar von Ronda4ever ,

Über Planen geht sie ohne zu zucken, auch große schlammige Pfützen sind kein Problem mehr. Dass der Bach glänzt und rauscht und sich bewegt ... das ist das einzige wo sie mir noch nie vertrauen konnte - und jetzt habe ich auchnoch bewiesen dass sie mir nicht trauen kann ...

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 71

es kann sein, dass du bei einer einzigen situation, wo du die kontrolle über dich verlierst, das vertrauen des pferdes verspielt hast.

sehr sensible pferde brauchen nur eine einzige solche situation, um ein trauma zu haben.

der riss im maul, wenn du eine trense drin hast, ist für das pferd oft weniger schädlich, als der volle "gnatsch" auf das empfindliche und verletztliche nasenbein und das noch sensiblere genick.

du wirst morgen sehen, wie das pferd auf dich reagiert.

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und konkret als antwort auf die konkrete frage: pferde können sehr nachtragend sein.

mein pony war so ein "senibler gewaltschaden". ich habe hin und wieder mit solchen ponys zu tun.

Kommentar von Ronda4ever ,

Das habe ich garnicht bedacht ... bin trotzdem froh dass keine Trense drin war ... ein schlagendes Metallstück auf die scharfen Knochen im Maul tut bestimmt mind genauso weh wie rucken auf das Nasenbein ... aber selbst wenn macht es nicht gut was passiert ist. Was schlägst du vor? wie kann ich ihr zeigen dass ich es bereue und nicht wieder tun will? Und wie kann ich mich selbst in solchen Situationen "im Zaum halten" ich dachte nur daran am Ende nicht als "Verlierer" dazustehen und dann auchnoch zu spät heim zu sein... Wie hätte ich mich verhalten sollen?

Kommentar von LyciaKarma ,

wie kann ich ihr zeigen dass ich es bereue und nicht wieder tun will? 

Gar nicht. Reue kennen Pferde nicht. Ich tippe mal darauf, das du ihr Vertrauen fürs Erste verloren hast (weil du es auch schon vorher zumindest nicht ganz hattest, sonst wäre sie reingegangen) und du dir das jetzt alles komplett neu erarbeiten musst. 

 Und wie kann ich mich selbst in solchen Situationen "im Zaum halten" 

Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Atemübungen etc. 

 ich dachte nur daran am Ende nicht als "Verlierer" dazustehen und dann auchnoch zu spät heim zu sein... Wie hätte ich mich verhalten sollen?

Ein Verlierer bist du so, wie du dich verhalten hast. Ein guter Anführer kann auch mal einlenken und es bei einem kleinen Schritt in die richtige Richtung gut sein lassen. 

Also wenn sie zb nur bis ans Ufer gegangen wär, umdrehen und fertig. 

Wieso hattest du kein Handy dabei? 

Dann hättest du einfach anrufen und Bescheid sagen können, dass du später kommst. 

Meine Huforthopädin ruft auch gelegentlich an, dass sie später kommt, weil sie irgendwas noch mit einem Pferd ausdiskutieren muss. 

Und nimm dir das nächste mal mehr Zeit! Mit sowas muss man rechnen. 

Kommentar von ponyfliege ,

aus der sicht eines empfindlichen pferdes ist die anführerrolle erst mal verspielt und muss neu erarbeitet werden.

ich hätte mich auf den "wassertanz" gar nicht eingelassen. das eine ist - mit den gedanken bei der sache sein. das andere, die situation erst mal abzuchecken. - übrigens - wenn es zum wasser hin bergab geht, reicht schon eine winzige falte in der satteldecke oder ein minimal zu weit vorn liegender sattel, um dem pferd schmerzen zu bereiten. eingeklemmte haare machen einem pferd das bergab laufen manchmal zur hölle.

wenn ein pferd, dass immer durchs wasser ging, plötzlich nicht mehr gehen will, gibts dafür immer einen grund.

das hinterher schlammige und aufgewühlte wasser stellt überhaupt keine gefahr dar, da pferde einen ausgezeichneten tastsinn in den hufen haben.

Kommentar von ponyfliege ,

und wenn das pferd durchs wasser durch ist, ist ein wortlob und eine belohnung fällig. wenn das pferd weiss, auf der andern seite gibts eine belohnung... pferde sind meist ziemlich bestechlich, was das angeht.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 75

Nein, Pferde sind nicht nachtragend.

Einer der Gründe, warum ich sie liebe 😊

Allerdings sind die sehr gelehrig, und es kann gut sein, dass die durch diese Situation einiges gelernt hat, was Dir nun Probleme bereiten wird.

Das Pferd, das Dich ja anders kennt, wird Dir das nicht im menschlichen Sinn " übelnehmen", aber der Bach wird jetzt möglicherweise nicht mehr nur ein Problem, sondern eine Katastrophe darstellen. 

Da wirst du nun viel Gelegenheit finden, dein Fehlverhalten wieder gut zu machen, in dem du jede Menge Zeit, Geduld und Phantasie aufwendest,  um dem Pferd zu erklären, dass an dieser Stelle nie wieder so ein Unheil zu erwarten ist.

Ich nehme an, du hast jetzt immerhin etwas wichtiges gelernt:  Probleme immer zu vermeiden, wenn man unter Zeitdruck steht.

Also, guten Mutes  voran, Ärmel hochkrempeln,  und die Suppe auslöffeln, die Du dir versehentlich eingebrockt hast 😼

Kommentar von Ronda4ever ,

Ok, ich gebe mir Mühe

Kommentar von Urlewas ,

Vor allem sieh zu, dass du morgen wieder frei und fröhlich auf sie zugehst - wenn du mit gesenktem Blick und schlechtem Gewissen daher kommst, kann das Pferd   nicht einordnen. 

Wenn  das Pférd morgen verunsichert wirken sollte, ist es mehr, weil du dich sozusagen drin spiegelst mit deinem schlechten Gewissen. Denke immer daran - ein Pferd kennt kein Nachtragen. Sobald das Pferd merkt, dass du bist, wie du zuvor immer warst, ist schnell alles gut.

Bis auf den offensichtlich gefährlichen  Platz am Bach...

Kommentar von Ronda4ever ,

Danke, das ist ein guter Vorschlag ... ich hätte es wahrscheinlich mit Entscheidungen versucht... was auch nix bringt. Und was mache ich jetzt mit dem Bach? Der Reitweg an sich ist eigentlich schön, grade weils dort sehr schattig ist. es ist schade ihn immer zu meiden, nur weil ich mich nicht durchsetzen kann.

Kommentar von Urlewas ,

Sieh mal, das Pferd ist 20 Jahre alt - und eine geraume Zeit davon schon mit  Dir zusammen, wenn ich das richtig verstehe?

Und normalerweise macht es, was du willst, richtig?

Das bedeutet, das Pferd ist nicht einfach stur. Das Pferd hat ein Problem mit diesem Bach ( oder mit Wasser im allgemeinen), und nun hat es dort auch noch etwas sehr unangenehmes erlebt.

Daher würde ich es gut finden, wenn es lernt, da wieder drüber zu gehen - nicht nur, weil es ein schöner Weg ist, sondern damit ihr beide da wieder richtig Frieden drüber bekommt.

Wie gesagt, ich denke nicht, dass Pferde nachtragend sind. Aber sie sind sehr vorsichtig. Und nun, wenn da erst mal eine gewisse Unsicherheit entstanden ist, meide diese schwierige Stelle, bis der Schreck ( auch von Dir) überwunden,  und das Vertrauen wieder richtig hergestellt ist.

Und dann fängst du ganz langsam an, dich dem Bach zu näheren. Pass aber immer auf, dass Du das Pferd und euere Beziehung nicht überforderst. Und denk dann nicht in der Kategorie eines Gewinnspiels - da gibt es keinen " Verlierer". Sondern Angst, die es zu überwinden gilt! Dabei mußt du dem Pferd helfen. 

Hast du nicht noch ein Pony? Gibt es jemand, der  dir helfen könnte? In einer kleinen Gruppe wäre es wahrscheinlich fürs erste leichter. Vorausgesetzt natürlich, das Pony ist da unerschrockener. Und ich würde warten, bis der Boden wieder fest ist; weiß ja nicht, ob man da etwas ausbessern kann. 

Kommentar von Ronda4ever ,

Das Pony löst das Bachproblem indem es drüber hüpft - dafür fehlt der Ronda das Temperament, sie ist dann einfach entnervt warum ihr Kumpel auf der anderen Seite ist, anstatt bei ihr zu bleiben :)

Kommentar von Urlewas ,

Und jetzt, warst du heute wieder bei ihr? Bin neugierig, wie sie dir begegnet und was ihr heute zusammen macht :-))

Kommentar von Ronda4ever ,

Ich konnte heute nicht - musste meiner Mam helfen. Wenns dich interessiert - morgen bin ich wieder bei ihr, dann kann ich dir schreiben wies war

Kommentar von Urlewas ,

😊👍

Kommentar von Ronda4ever ,

Also, sie war eigentlich ganz normal und ich hab mich einfach gefreut sie zu sehen. Wir waren am Berg klettern und spazieren... machten dann aber bissl Bodenarbeit und sie war sowas von zickig ... nun daran merkt man wohl den Vertrauensbruch. Ich entschied mich es gutsein zu lassen, und longierte einfach ein bisschen. Zum Dauerzustand darf es allerdings nicht werden dass sie entscheidet wann sie worauf Lust hat. Aber für den Moment ich weniger mehr

Kommentar von Urlewas ,

Na siehst  Du - sie hat Dir nicht gleich " die kalte Schulter" gezeigt.

Und klar, das ist immer so einen Sache, zu entscheiden, wo mal etwas Nachdruck angebracht ist und wo nicht. Aber ich glaube, Du machst das schon ( schulterklopf) 😊

Kommentar von Ronda4ever ,

danke 😉

Antwort
von rosa441236701, 129

Hey :) 

Wie oft gehst du denn zu ihr?

Warst du in der Zwischenzeit nochmal bei ihr ?

Wenn sie irgendwie komisch ist kannst du vielleicht einen 1-2 Stündigen Spaziergang machen und dich vom Bach fernhalten. Bekomme sie sehr viel für kleine Zeichen für Vertrauen

Oder setze dich mal in ihre Box oder zu ihr auf die Weide und Rede mit ihr -egal über was oder lies ihr was vor so bekommt die dein Vertrauen zurück 

Außerdem kannst du Bodenarbeit/Freiarbeit machen! 

Sollte sie ganz normal sei , achte einschließlich mehr auf dich! 

Versetzte dich in ihre Situation -wieso hatte sie Angst oder wollte nicht durch den Bach ?!

Du musst die  Pferd fühlen um es verstehen zu können! 

Kommentar von Ronda4ever ,

danke, nein... Es war eigentlich ... gerade eben. Ich habe ihr dann noch den Rücken versucht zu massieren weil er total verkrampft war . Aber sie wollte mich offenbar nicht um sich haben, hat geschnappt und so. Das mit dem Vorlesen ist eine echt süße Idee. Ich weiß genau dass es nicht ihre Schuld war. Habe mich danach vor mir selber erschreckt. Ich dachte nur daran dass ich wegen den blöden Gaul schon wieder spät dran bin... Ich möchte so nie wieder sein :(

Kommentar von ponyfliege ,

du warst spät dran, weil du deine zeit nicht richtig eingeteilt hast.

du musst beim pferd immer mit unvorhergesehenen situationen rechnen.

es war NICHT die schuld des pferdes. es war deine schuld. DU wurdest hektisch, DU hast gewalt angewendet...

der "blöde gaul" ist keinesfalls schuld.

Kommentar von Ronda4ever ,

Ach Echt? du musst richtig lesen. Ich habe gemeint dass es unmöglich von mir war mich so zu benehmen. Ich wollte mit "der blöde gaul.. " beschreiben was in mir vorgegangen ist. In diesem Moment konnte ich nichts anderes denken, ich war so wütend dass ich meine Überzeugungen und Werte vergessen hab ... und jetzt macht mein Verhalten mir selber Angst. Und ich möchte unbedingt wissen was ich besser machen kann um mich nie wieder in dieses Ungeheuer zu verwandeln ... abgesehen von der Zeiteinteilung. DAS war gemeint - ich weiß sehr wohl dass das Pferd nicht anders reagieren konnte!

Kommentar von ponyfliege ,

der gedanke "blöder gaul" kommt beim pferd so an, als hättest du es laut ausgesprochen.

das pferd merkt, wie du immer ungehaltener wirst - und wird immer unsicherer und ängstlicher in der situation.

doch. ein pferd, dass anders drauf ist, hätte anders reagiert. es gibt pferde, die steigen in der situation plötzlich. es gibt pferde, die drehen dann plötzlich ab und gehen in die entgegengesetzte richtung durch - und es gibt pferde, die könntest du totschlagen und sie würden keinen millimeter mehr weitergehen.

und ein hengst oder sehr dominanter wallach hätte unter umständen den kopf gedreht, dein bein mit dem maul gepackt und dich einfach mit einer kopfdrehung von seinem rücken entfernt. 

keine geschichten  - alles schon gesehen.

du hast ein sehr umgängliches pferd.

wie gesagt: schon den GEDANKEN musst du dir verbieten. in so einer situation hilft nur ganz ausatmen, bewusst entspannen und dann die übung zu wiederholen, bis das pferd dann doch läuft.

fünf, sechs mal das ufer anreiten. kurz vor erreichen des ufers abdrehen und das spiel noch mal. wenn du merkst, das pferd würde nun gerne lieber geradeaus durchs wasser laufen, die übung noch zweimal wiederholen und DANN durchs wasser reiten. nicht wenn das pferd dann endlich von allein geht, sondern wenn DU es willst.

Kommentar von Ronda4ever ,

Danke, ich gebe mir Mühe nächstes mal so zu handeln, oder von vorne herein abzusteigen und zu führen. Was sagst du - Bach lieber in Zukunft meiden, oder später mit guten Vorsätzen und viiiieeel Zeit noch einmal versuchen?

Antwort
von Ronda4ever, 91

Man sollte noch erwähnen dass sie echt alt ist, und solcher Sress daher echt gemein...

Kommentar von ponyfliege ,

wenn sich ihre arthrose zum beispiel auf die fesselgelenke ausgebreitet hat, kann es sein, dass sie grosse schmerzen hat, wenn sie durch kaltes wasser laufen soll, weil die kälte bewegungsschmerz verstärken kann oder das gelenk kurzfristig steif macht und dein pferd dann angst hat, zu stürzen.

vielleicht beim nächsten TA besuch mal checken laassen.

ein kurzer "vorcheck" wäre, mal mit einem kühlakku einen feuchten lappen richtig runterzukühlen und ihr den vor dem spazierengehen einige minuten um ein vorderes fesselgelenk zu wickeln. dann wickel entfernen und direkt losgehen.

du wirst dann sehen, ob sie normal läuft oder wegen des vorgekühlten gelenks klamm geht... wenn ja, besteht konkret verdacht auf ausbreitung der arthrose und du solltest gar nicht mehr mit ihr durch kaltes wasser reitetn. wenn nein - die übung am bach immer dann machen, wenn du viel zeit hast - und nicht vergessen eine belohnung für die andere uferseite mitzunehmen

Kommentar von Ronda4ever ,

Sie scheut am Bach schon immer, und bei jedem Reiter. Kann sein dass es schwierigkeiten wegen der Arthrose macht . Aber im Sommer stelle ich ja auch ihre Hufe extra in Wassereimer, zum einen wegen ihrer Hufrehe - zum anderen weil sie es offensichtlich genießt !

Kommentar von Ronda4ever ,

Aber danke für den interessanten Denkansatz :)

Kommentar von Urlewas ,

Du meintest ja schon, dass das fließende Wasser ihr unheimlich ist.

Und mit matschigem Untergrund haben viele Pferde Probleme. Einmal aus Angst, denn Boden unter den Füßen zu verlieren ( in einer Moorlandschaft wärst Du dankbar für diese Vorsicht ), und auch ist tiefer Boden sehr belastend für die Sehnen.

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