thebrain am 28.09.2007 um 18:12 Uhr
Früher bin ich immer gern mal am Wochenende nach Italien in eine Ferienwohnung gefahren. Die letzten Jahre nur wenns mir nicht gut ging oder ich Nachdenken wollte. Neuerdings möchte ich da gar nicht mehr hin. Als wären alle bisherigen Probleme in der Wohnung gespeichert und warten bis ich zurückkomme. Macht das Sinn oder ist das Unsinn?

Ich bin sicher, dass Orte keine Speicherfähigkeit haben. Aber bei Dir selbst kommen, auch wenn es unbewusst sein sollte, entsprechende Gefühle auf. Also Du weißt nur allzu gut, dass Du dort nicht das Allerbeste durchlebt hast. Deshalb solltest Du dort fürs Erste nicht mehr dorthin fahren, wenn es Dir gut geht, sondern Dir einen ganz anderen Ort suchen. In der Ferienwohnung werden Dich immer wieder die negativen Erinnerungen einholen, und das muss ja nun wirklich nicht sein.

Nein. Dein in dir gespeichertes Gefühl kommt nur an dem Ort zurück, und das kann unangenehm sein.

Ich finde das ganz normal. Wer möchte schon an einen Ort zurückkehren, an dem schlechte Erinnerungen hochkochen. Ich denke mal dein Unterbewusstsein möchte das Thema einfach abhacken.
thebrain am 28. September 2007 18:20 Dank Euch ;-)

Unsinn ist das sicher nicht, Du scheinst zu den Menschen zu gehören mit einer zarten Seele!

Ich bin überzeugt,dass es solche Orte gibt.Für mich ist dieser eine Ort eine kleine Burgruine,nur durch einen schmalen Weg mit dem Festland verbunden, in Dänemark.An diesem Ort kann ich auftanken,fühle mich geborgen,irgendwie zu Hause(obwohl ich ja noch auf der Suche bin).Das mag sich seltsam anhören,aber es ist so.

Klar können Orte Gefühle speichern und Erinnerungen.
Manche Wohnungen haben eine gute Atmosphäre, bei manchen merkt man, dass dort Glück und Freude oder Ärger, Krankheit oder Einsamkeit vorherrscht. Geht mir immer so und vielen von Euch wahrscheinlich auch. Sagen bloß die meisten nicht, weil sie wollen ja keine "Spinner" sein. Und hängt auf keinen Fall davon ab, wie die Wohnung eingerichtet ist. Das macht nicht nur die Einrichtung aus, oder die Leute die drin sind/waren. Auch wenn keiner da ist, merkt man das als sensibler Mensch noch.
Dazu kommt wahrscheinlich auch Deine persönliche Erinnerung an Deine dortigen Problem. Das sind aber dann Deine Erinnerungen, die zu denen der Wohnung noch dazukommen.

Ich glaube,dass würde mir auch so ergehen.ich würde auch nicht gern an einen Ort fahren wollen,wo ich immer über negative Sachen nachgedacht habe.Probieren Sie es doch mit einem neuen Ort aus.Loslassen vom ALTEN-ein Blick in die neue,positive Zukunft,das hilft bestimmt.

Das macht sogar sehr viel Sinn; im NLP sprechen wir dann von Ankern, die vollkommen unbewußt und automatisch bestimmte Gefühle, Gedanken und Handlungen auslösen. Ein Anker kann eigentlich jeder Sinneseindruck sein: eine Farbe (z.B. Rot an der Ampel = auf die Bremse treten), ein Geräusch, ein Ton, eine Melodie (unser Lied = romantische Stimmung) ein Geschmack, ein Geruch (Zimt und Äpfel = Weihnachten), ein Gefühl.
Die Wohnung in Italien dürfte voll sein mit Ankern, die du jetzt nicht mehr brauchst und verabschiedet hast.

gefühle, besonders sehr sehr starke gefühlserlebnisse, bleiben ortsgebunden stehen. das ist zum beispiel die wesentliche erklärung für erscheinungen, die man mit dem wort gespenst belegt. der mensch hat jedoch immer die freiheit, etwas neues positives an die stelle zu setzen. er muß den mut aufbringen, sich dem einfluß der unangenehmen emotionen zu widersetzen und etwas neues an die stelle zu setzen. es reicht nicht, den unangenehmen einfluß abzustreiten oder nicht wahr haben zu wollen, das ist keine bekämpfung! eine gute methode der gespenstervertreibung ist die verspottung.

Das hängt meistens von den Erlebnissen ab, die man an den Orten gehabt hat, ob man bei einen erneuten Besuch bestimmte Gefühle hat.