Frage von Wahchintonka, 99

Können Feinde voreinander Achtung haben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Crysali, 69

Natürlich, ein gutes Beispiel ist die asiatische Kultur mit den Samurai ( früher). Auch im Kampfsport heute verbeugt man sich vor und auch nach einem Kampf, um dem anderen seinen Respekt zu zeigen.

Kommentar von Wahchintonka ,

Kriegsgegner verbeugen sich aber nicht. Warum?

Kommentar von Crysali ,

Krieg entsteht oft durch lange schwelende Konflikte, bei denen beide Parteien sich so lange sticheln und hochpeitschen, bis die Situation eskaliert. Ab einem gewissen Punkt wird das Über-Ich vernachlässigt und rohe, primitive Instinkte nehmen die Oberhand, bis es nur noch um totale Vernichtung geht. Das ist aber auch sehr abhängig von Kultur und Geschichte. Im Krieg gibt es auch oft nicht einen Gegner, sondern eine gegnerische Partei.

Auch in Kriegen hatten in der Vergangenheit Gegner Respekt voreinander. So gab es manchmal beispielsweise Kriegspausen, in denen Gefallene und Verletzte geborgen wurden. In manchen Parteien ist es auch verboten, einen verletzten Gegner zu töten oder ihm zu schaden.

Kommentar von Wahchintonka ,

Also kann es auch unter Kriegsparteien Achtung vor dem Todfeind geben. Warum heutzutage so selten oder gar nicht mehr?

Kommentar von Crysali ,

Respekt herrscht zwischen Kriegsparteien, wenn beide Kriegsparteien einander anerkennen, als Menschen. Der IS beispielweise behandelt die sogenannten Ungläubigen nicht mehr als Menschen und legitimiert deren Tötung. Es gab beispielsweise in Indien einen "Anschlag", bei dem Gäste eines Cafes als Geiseln genommen wurden und nach und nach wie Schlachttiere mit Macheten geköpft wurden, sodass der ganze Raum voller Leichenteile war. Wer in der Lage ist, solche Verbrechen zu begehen, der hat seine Realität nach unseren Maßstäben so verbogen, dass er sein Gegenüber nicht mehr als Mensch oder Artgenossen betrachtet. Im Krieg ist es nicht anders. Bei Völkermorden wird die Tötung auch legitimiert, sei es, weil man falsche Vorstellungen entwickelt hat oder aus Gründen wie Benachteiligungen wie beispielsweise eine Klassengesellschaft. Der Hass wird so groß, das Feindbild wird so stark, dass so etwas wie Respekt nicht mehr existiert, es geht nur noch um Auslöschung und Vernichtung.

Warum das heutzutage sich verändert hat, da gibt es viele Gründe für. Ich persönlich denke, die modernen Medien beeinflussen sehr stark die Gedanken der Menschen, die ihnen zuhören. So werden in den russischen (Staats-)Medien deutsche Politiker regelmäßig offen beleidigt und gestempelt.

Durch diese Schaffung eines Feindbildes, durch die Verklärung der Masse wird ein ( potentiell erschaffener) Feind zu einem Übel, das man beseitigen müsse. Der Feind ist nicht mehr eine Partei, mit der man militärische Konflikte hat, beispielsweise durch Interessen an einem Gebiet, sondern der Feind wird zu einem Übel, Ungeziefer, Schmutz, den man, zum eigenem Schutz und zum Wohle aller, ausradieren müsse. Warum sollte man vor jemandem, nein, vor etwas Respekt haben, was angeblich kein Recht hat zu existieren.

Natürlich hat sich auch die Art Krieg zu führen geändert. "Stellvertreter-Kriege" und "Hybride Kriegsführung" sind hierbei zwei sehr interessante und relevante Begriffe.

Antwort
von VQSJe, 13

Das macht den Feind aus.

Kommentar von Wahchintonka ,

"Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es." (Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph)

Antwort
von Gilgaesch, 60

Natürlich, gerade bei langen Feindschaften hat man immer eine gewisse Achtung voreinander. Da der andere einem selbst standhalten kann. 

Nur weil man verschiedener Meinung heißt das nicht, dass man den anderen nicht achtet und respektiert. 

Kommentar von Wahchintonka ,

wegen Meinungsverschiedenheiten braucht man auch nicht verfeindet zu sein. Ich meine auch Todfeinde.

Kommentar von Gilgaesch ,

Bei Totfeinden ist die Achtung auch hoch, auch wenn sie es nicht zugeben. Gutes Beispiel hier waren Salahudin und der König von Jerusalem Balduin. 

Sie waren Totfeinde schon allein wegen ihren Religionen aber haben sich auch wegen ihren strategischen Fehrtigkeiten sehr respektiert.

Kommentar von Wahchintonka ,

deine antwort hätte auch den Stern verdient. die frage habe ich erneut gestellt, weil es mir wichtig erschien.

Antwort
von Neutralis, 47

Ich denke schon. Wer keine Achtung vor seinen Feind hat, dem ist nicht klar, dass der Feind auf dem selben Niveau ist. Wieso sollte es sonst ein Feind sein ?

Kommentar von Wahchintonka ,

Hast du Achtung vor IS-Kämpfern? Haben die Achtung vor dir?

Kommentar von Neutralis ,

Ich würde sie aber nicht als Feind bezeichnen. Sie sind Ungeziefer, genauso sehen sie mich auch.

Kommentar von Wahchintonka ,

Ungeziefer sind z. b. Kakerlaken, die Krankheiten übertragen können. Aber du wirst lachen: Kakerlaken überleben einen Atomkrieg locker, im Gegensatz zu uns Menschen

Kommentar von Wahchintonka ,

Warum habt ihr keine Achtung voreinander?

Kommentar von Neutralis ,

Sie haben keine Achtung vor mir, weil ich nicht ihren Bild vom Glauben teile. Ich versachte sie, weil sie keine Intelligenz besitzen.

Kommentar von Wahchintonka ,

Hast du den Kommentar von Gilgaesch gelesen?

Kommentar von Wahchintonka ,

Wie kannst du jemanden verachten, der keine Intelligenz besitzt? Und wieso glaubst du, dass diese Leute keine Intelligenz besitzen?

Kommentar von Neutralis ,

Ja gerade schon, wieso ? 

Vielleicht sollte ich es korrigieren "Ich verachte sie, weil sie auf Grund ihrer mangelnden Intelligenz anderen schaden."

Das lässt sich anhand ihrer Lebensläufe, der Psychologie, die hinter einem IS Beitritt steckt und anderen Faktoren erklären.

Kommentar von Wahchintonka ,

Ob es mit mangelnder Intelligenz etwas zu tun hat (?)

Kommentar von Neutralis ,

Richtig.

Kommentar von Wahchintonka ,

Mit ihrer Ideologie vielleicht viel mehr

Kommentar von Neutralis ,

Sowohl als auch.

Kommentar von Wahchintonka ,

ich denke nicht. es hat hauptsächlich was mit ihrer Ideologie zu tun. Aber wer weiß.

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