Frage von General001, 107

Können eigentlich nur Nichtmetalle Moleküle binden?

Expertenantwort
von indiachinacook, Community-Experte für Chemie, 49

Die Neigung der Metalle, Atombindungen auszubilden und in echten Molekülen aufzutreten, ist recht verschieden ausgeprägt. Natrium, Kalium oder Calcium haben sehr wenig Lust dazu, die bevorzugen ionische Bindungen.

Bei anderen Metallen, vor allem Übergangs­metallen, sind Moleküle dagegen ziemlich normal. Wenn es mehrere Oxidationsstufen gibt, dann sind die höheren immer mehr kovalent,das sieht man besonders bei Verbindungen mit elektronegativen Partnern.

Deshalb ist SnCl₂ ein Salz, aber SnCl₄ eine molekulare Flüssigkeit. MnO oder Mn₂O₃ sind typische Oxide mit Gitterstruktur, aber Mn₂O₇ ist wieder mal flüssig und molekular aufgebaut. Oder so ein Vogel wie CrO₂Cl₂, das sich wie ein Säurechlorid und analog zu Sulfurylchlorid SO₂Cl₂ verhält.

Aber auch bei Metallen mit nur einer Oxidationszahl gibt es kovalente Über­raschun­gen, z.B. Aluminium­chlorid Al₂Cl₆.

Viele Metalle bilden auch Bindungen mit Kohlenstoff, z.B. W(CH₃)₆ Hexamethyl­wolfram, die sind immer kovalent. Dasselbe gilt auch für Metallcarbonyle wie Ni(CO)₄, Fe(CO)₅ oder Co₂(CO)₈.

Expertenantwort
von mgausmann, Community-Experte für Chemie, 50

Nein, es gibt auch sogenannten Metallorganische Verbindungen, da hast du (oft stark polarisierte) kovalente Bindungen zwischen Metall und Nichtmetall.

Ein Klassiker und von großer praktischer Bedeutung sind da z.B. Organolithiumverbindungen. Aber auch viele übergangsmetalle bilden Moleküle. Titan(IV)chlorid z.B. kannst du sogar bei recht humanen Temperaturen destillieren...

Meistens sind die Moleküle ziemlich reaktiv, man arbeitet da meistens auch unter Schutzgas und Wasserausschluss, aber dennoch werden die in vielen Bereichen genutzt und man kann ganz gut damit arbeiten ;)

Antwort
von cg1967, 21

Können eigentlich nur Nichtmetalle Moleküle binden?

Ja. Molekülbindung und Metallbindung schließen sich aus.

Nein. Stoffe, welche in Metallbindung vorliegen können können durchaus Molekülbindungen eingehen, z. B. wenn man sie verdampft.

Antwort
von lateinchiller, 41

Die Bindung zwischen Molekülen heißt Atombindung. Es gibt eine unpolare/reine Atombindung (Elektronegativitätsdiffernz 0 -0,4) und eine polare Atombindung (Elektronegativitätsdiffernz 0,4 bis 1,7). 2 oder mehrere Nichtmetalle gehen so eine Atombindung ein.
Reagiert ein Metall mit einem Metall entsteht eine Metallbindung, da das Metall alle Valenzelektronen abgibt und das eben kein Molekül ist.
Metall und Nichtmetall gehen eine Ionenbindung ein und eine Ionenbindung ist eben kein Molekül.

Noch Fragen ?

Kommentar von mgausmann ,

Das ist die Vereinfachung, die vielleicht in der Schule getroffen wird. Es gibt einen gigantischen Bereich an Metall-Nichtmetall-Molekülverbindungen...

Kommentar von lateinchiller ,

.... aber ich habe keine Lust alle aufzuschreiben.

Kommentar von General001 ,

Also kann man grob sagen, dass zwei Nichtmetalle eine Atombindung (zum Molekül werden) und ein Nichtmetall mit einem Metall eine Ionenbindung eingehen?

Kommentar von lateinchiller ,

Ja, richtig. Für welchen Bereich brauchst du das denn ? Schule, da reicht es 100%ig aus, wenn du Chemie studierst müsstest du dich mehr damit befassen.

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