Können durch Scabies "Krätze" auch andere Krankheitsbilder übertragen werden?

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2 Antworten

Krätze (Scabies) entsteht durch eine Hautinfektion mit einem bestimmten Parasiten: der Krätzmilbe Sarcoptes scabiei. Krätzmilben zählen wie alle anderen Milben zu den Spinnentieren und können bei Menschen in der obersten Hautschicht leben.

Die Krätzmilbe ist rundlich, bis 0,4 Millimeter groß (die Weibchen sind größer als die Männchen), hat einen durchscheinenden Körper, vier Beinpaare und kräftige Mundwerkzeuge. Krätzmilben sind auf Sauerstoff angewiesen – das ist der Grund dafür, dass sie sich nur in der Hornschicht der Haut aufhalten und nicht weiter in den Körper eindringen. Diese Parasiten ernähren sich von Lymph- und Hautzellen. Durch die Besiedelung der Haut schädigen sie diese und rufen eine Reaktion des Immunsystems hervor. So kommt es zu den für Krätze typischen Hautveränderungen.

Die meisten Symptome entstehen dabei durch dieweiblichen Krätzmilben: Diese bohren täglich millimeterlange Gänge in die Hornschicht der Haut und legen dort ihre Eier ab. Die Larven schlüpfen nach zwei bis vier Tagen und wandeln sich innerhalb von zwei bis drei Wochen zu geschlechtsreifen Milben um. Die männlichen Krätzmilben sind kleiner als die weiblichen und leben auf der Oberfläche der Haut. Sie haben nur eine kurze Lebensdauer, während die Weibchen etwa vier bis sechs Wochen alt werden.

Die Krätzmilbe ist auf den Menschen als Lebensraum spezialisiert und kann von der Haut entfernt nur wenige Tage überleben.

Da sich die Krätzmilben stark vermehren, würden sie theoretisch nach wenigen Monaten zu Tausenden die Haut besiedeln. Nach einem Anstieg in den ersten Monaten nach der Infektion sinkt die Zahl der Milben jedoch langsam bis auf wenige Tiere ab. Das liegt möglicherweise zum einen daran, dass das Immunsystem auf die Krätze reagiert, zum anderen bringt der auftretende Juckreizdie Betroffenen dazu, sich stark zu kratzen und dadurch die Gänge in der Haut sowie die Milben zu zerstören.

Übertragung

Zu einer Übertragung der Krätze kommt es in der Regel durch engen Hautkontakt. Um die Hautkrankheit auszubilden, genügt ein einziges Milbenweibchen. Von Krätze können Menschen jeder Altersgruppe betroffen sein – auch bei guten persönlichen hygienischen Verhältnissen.

Normalerweise besiedeln bei einer Krätze nur wenige Milben die Haut. Bestimmte Umstände begünstigen jedoch eine Übertragung der Krätzmilben von einem infizierten Mensch auf andere, beispielsweise lang andauernder Körperkontakt oder Bettwärme.

Ein hohes Risiko der Krätze-Übertragung besteht vor allem beim Geschlechtsverkehr – weshalb die Krätze zu den sexuell übertragbaren Krankheiten zählt.

Aber auch in der

 Familie, in Gemeinschaftseinrichtungen, Wohngemeinschaften oder Altersheimen

 

besteht Ansteckungsgefahr.

Bei Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem (z.B. mit HIV) können sich die Krätzmilben ungehindert vermehren und kommen in großen Mengen auf beziehungsweise in der Haut vor. Diese schwere Form der Krätze bezeichnen Mediziner als Scabies norvegica (crustosa). Hier können schon kurze Hautkontakte den Parasiten übertragen.

Inkubationszeit

Bei Krätze beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit von der Infektion bis zur Ausbildung der Hautkrankheit) in der Regel einige Wochen. Werden viele Krätzmilben übertragen, dauert es manchmal auch nur wenige Tage, bis sich die ersten Symptome zeigen.

Bei Krätze spielen Hygiene und die Fitness des Immunsystems für die Dauer der Inkubationszeit eine entscheidende Rolle: Ein guter Immunstatus sowie häufiges Baden oder Duschen können die Vermehrung der Milben erschweren. Vollständig aufhalten lässt sich die Scabies auf diese Weise jedoch nicht.

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Kommentar von exxonvaldez
22.05.2016, 09:40

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