Frage von Myamara, 100

Können die Zuckungen am Morgen mit Epilepsie zusammenhängen?

Liebe Community,

ich habe vor ca. 2 Monaten die Diagnose "Absencen-Epilepsie" bekommen. Leider schien der Neurologe etwas unsicher zu sein und so bin ich dabei, mir eine zweite Meinung einzuholen. Bis zum MRT und nächsten EEG dauert es aber noch einige Wochen.

Erst in letzter Zeit habe ich morgens vor dem Aufstehen mehrere Minuten Zuckungen, allerdings nicht an der selben Stelle. Mal zuckt es kurz im Oberarm, dann einen Moment in der Hand, dann im Bein oder Fuß... Wenn ich aufstehe, sind die Zuckungen normalerweise vorbei.

Doch ich erinnere mich, dass ich vor einem Jahr einige Male beim Zähneputzen Probleme hatte. Plötzlich zuckte es in meinem rechten Arm. Es war ein Gefühl wie ein Stromschlag und ich rammte mir die Zahnbürste in die Wangenschleimhaut. Ich dachte mir nichts dabei und glaubte, dass meine Hand einfach nur etwas verkrampft gewesen ist.

Nach der Diagnose habe ich natürlich jetzt so meine Befürchtungen, obwohl der Neurologe ja nur von Absencen gesprochen hat. Können diese Zuckungen denn mit Epilepsie zusammenhängen?

LG Myamara

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Markus1804, 53

Was Du beschreibst sind mit Sicherheit Myoklonien. Das sind Muskelverkrampfungen, die viele Ursachen haben können. Am häufigsten jedoch ist eine Epilepsie die Ursache. Die Myoklonien an sich sind harmlos. Nur die sekundären Auswirkungen können gelegentlich negativ sein. Zum Beispiel das von Dir beschriebene Zahnputzen. Oft lässt man auch etwas aus der Hand fallen, was dann kaputt geht. Bei epileptischen Myoklonien ist der Auslöser meistens psychischer Natur. Sprich Stress oder Übermüdung kann diese Krämpfe auslösen. Es gibt aber auch diverse Medikamente die Myoklonien auslösen. Hierüber solltest Du am besten mit einem Psychiater/Neurologen sprechen. 

Wenn die Myoklonie-Schübe vergleichsweise selten sind, dann bedarf es eigentlich auch keiner Therapie. Wenn sie häufiger vorkommen und auch zusammen mit anderen epileptischen Symptomen dann musst Du mit Deinem Facharzt besprechen ob es sinnvoll wäre eine antiepileptische Medikation zu starten. Wie gesagt Absencen und Myoklonien an sich sind harmlos. 

Wenn man kein "Grand mal"-Epileptiker ist (also Ganzkörperkrämpfe bei Bewußtlosigkeit), kann eine Epilepsie-Diagnose oftmals nicht mit hinreichender Sicherheit bestimmt werden. Denn es gibt Epileptiker, bei denen gar nicht oder nur selten/schwierig Epilepsie-Potentiale sich im EEG nachweisen lassen, während es genauso Leute gibt, die Epilepsie-Potentiale im EEG haben, selbst aber keinerlei epileptischen Symptome. 

Eine weitere Möglichkeit ist, das Bestehen einer Schlafepilepsie. Das bedeutet, dass sich nur/fast nur im Schlaf epileptische Symptome zeigen. Hier dann entweder begrenzt oder sogar in voller Ausprägung. Ziemliche Sicherheit hat man in solchen Fällen daher meist nur, wenn man 1-2 Nächte in einem Schlaflabor verbringt. 

Allerdings solltest Du eine Sache beachten. Sobald bei Dir Epilepsie mit hinreichender Sicherheit diagnostiziert wurde, darfst Du kein Fahrzeug mehr führen. Dein behandelnder Arzt darf in diesem Fall sogar die ärztliche Schweigepflicht brechen und die Führerscheinstelle von Deiner Fahruntauglichkeit informieren. Um dann wieder fahren zu dürfen, muss man in der Regel Antiepileptika einnehmen und über einen Zeitraum von einem oder mehreren Jahren anfallsfrei sein. Aus diesem Grund solltest Du es Dir gut überlegen, ob es so dringend ist, dass Du diese Diagnose verifizieren willst......

Kommentar von Myamara ,

Hallo Markus,

danke für deine sehr ausführliche Antwort. Du scheinst dich sehr gut auszukennen!

Es ist tatsächlich so, dass ich diese Myoklonien immer dann hatte, wenn ich unter großem psychischen Stress stand.
Auch im Moment, wo ich Angst vor der Diagnose Epilepsie habe und mir ständig Gedanken mache, trete die Zuckungen wieder verstärkt auf.

Auch wenn Absencen und Myoklonien möglicherweise harmlos erscheinen, so sind sie doch eine Einschränkung im Alltag.
Daher hatte mir wohl auch der Neurologe, bei dem ich zuerst war, schon ein Medikament verschrieben und auch Fahrverbot erteilt.

Da ich aber eben das Gefühl hatte, dass er bei Diagnosestellung etwas unsicher war, habe ich das Rezept nicht eingelöst und fahre im Moment auch weiterhin mit meinem Auto.

Ich möchte schon gerne Sicherheit haben, ob bei mir tatsächlich eine Epilepsie vorliegt.

Kommentar von Markus1804 ,

Ich kenne mich deshalb so gut aus, weil es bei mir fast exakt die gleichen Umstände sind wie bei Dir. Allerdings treten die fokalen (kleinen) Krämpfe bei mir überwiegend als Medikamenten-Nebenwirkung auf. Bislang war es so, dass ich tagsüber praktisch völlig anfallsfrei war und - wenn ich es überhaupt mitbekommen hab - ansonsten nur nachts Anfälle hatte. Deshalb war es mir lieber, da "nicht weiter zu bohren".

Es gibt übrigens noch einen Aspekt, der oftmals fundamental ist, jedoch nicht beachtet wird. Epilepsie ist  ja eine neurologische Symptomatik, wie es sie auch in anderen Bereichen gibt. 

Wenn man zusätzlich noch Depressionen hat, dann dreht sich die ganze Situation um 180Grad. Denn das alleinige Anfallsempfinden kann sogar positiv wirken. Sprich epileptische Symptome und erst Recht der Grand Mal-Anfall wirken auf diffuse Weise antidepressiv. Es gibt immer wieder Epileptiker, die ihre Antikonvulsiva absetzen, wenn sie sich depressiv fühlen. Und einige Zeit später fühlen sie sich tatsächlich besser. Auf genau diesem Prinzip beruht nämlich die Elektrokonvulsionstherapie. Bei mir ist genauso. Ich empfinde die Myoklonien äußerlich doof, weil man Gefahr läuft was kaputt zu machen. Aber unabhängig davon fühlt es sich gut an.

Ich glaube in Deinem Fall solltest Du versuchen, die Angst vor der Epilepsie irgendwie zu überwinden.  Denn damit würdest Du mehrere Probleme auf einen Schlag lösen.

Dass Du weiterhin Auto fährst, solltes Du besser dem Arzt nicht sagen. Denn die Fahrtauglichkeit ist ja noch weniger gegeben, wenn man keine Antikovulsiva nimmt. Hat denn der Neurologe ein EEG bei Dir gemacht ?

Antwort
von klausjosef1955, 37

Markus hat ja schon eine ausführliche Antwort geschrieben, ich komme da nicht ganz mit, das von Rallytour stimmt vielleicht auch, ich verliere aber auch da den Überblick. Ich möchte zusammenfassen: Das, was Du schilderst, kann eine Epilepsie sein, muss es aber nicht sein. Man braucht sich bei der Sachlage keine grauen Haare wachsen zu lassen und sich nicht vor dem Wort "Epilepsie" erschrecken. Es steht aber eine Durchuntersuchung an, wobei ich ein EEG, ggf. als Wiederholung, für am sinnvollsten erachte. CCT und MRT können überlegt werden, damit man nicht einen gravierenden Befund übersieht; ich glaube aber nicht, dass dabei etwas herauskommt. Ob man behandeln sollte, hängt davon ab, wie störend die Auswirkungen sind. Das hat Markus schon geschrieben. Die Einholung einer Zweitmeinung halte ich für nicht notwendig. Alles halb so schlimm, zweites EEG abwarten, zu gegebener Zeit. Auf einen vorgezogenen Termin nur dann drängen, falls die Symptome dramatisch zunehmen sollten, nur in diesem Fall würde ich CCT bzw. MRT für dringend angezeigt halten.

Kommentar von Myamara ,

Hallo Klausjosef,

danke auch für deine Antwort!

Ich war bereits bei einem anderen Neurologen, um eine zweite Meinung einzuholen.
Er hat mich kurz neurologisch untersucht und eine Überweisung zum MRT ausgestellt. Auch wenn ich genauso überzeugt davon bin, dass dabei nichts herauskommen wird, werde ich diese Untersuchung durchführen lassen. Anschließend wird bei diesem Arzt auch noch mal ein EEG gemacht.
Ich bin mal gespannt, wie er die Auffälligkeiten, die bei mir schon
zweimal zu sehen waren, einordnen wird.

Sollte sich herausstellen, dass es sich bei mir tatsächlich um Epilepsie handelt, werde ich es auf jeden Fall behandeln lassen.

Antwort
von rallytour2008, 34

Hallo Myamara

Eine zweite Meinung bekommst Du hier nicht.Höchsten Tipps.

Die Zuckungen auch Nervenzuckungen genannt stammen von Übermüdung 

und Überanstrengung.

Von dir ausgesehen die obere Hälfte über dem linken Auge sitzt ein 

Nervenbündel.

Das Nervenbündel kann durch Überanstrengung des linken Auges 

Überfordert werden.

Die Überforderung macht sich durch ein leichtes Taubheitsgefühl der linken 

Gesichtshälfte bemerkbar.

Ist das Nervenbündel überfordert machen sich Nervenzuckungen bemerkbar.

Diese Zuckungen werden stoßweise über die Nackenmuskulatur 

weitergeleitet die dann auch im rechten Arm und überall wo Muskeln sind 

auftauchen können.

Desweiteren gibt es bei Neugeborenen die Fontanella.

Wie das jetzt bei Erwachsenen genannt wird ist mir nicht bekannt.

Bei der Fontanella geht es lediglich um die Eingrenzung.

Dort entsteht eine Art Krampf.Begleiterscheinung ist:Die Haut der Stirn zieht 

sich hoch.

Das kann auch ein Mangel an Folsäure sein.

Wer diesen Krampf nicht in den Griff bekommt entsteht die Epilepsie.

Vorbeugende Maßnahmen wären:Rechtzeitig abschalten und Ruhe.

Augen zu machen und nach Möglichkeit schlafen.

Da auch Nervosität eine Begleiterscheinung ist,bedingt durch das 

Angstzentrum das stimmuliert wird,ist das eine Psychische Belastung.

Die Psychische Belastung bekommt man mit warmer Milch hin.

Gleichzeitig wird das Auge und die Sehnerven gestärkt.

Taucht zittern auf hilft warmhalten.Also warme Sachen anziehen.

Die gleichen Symptome findet man wenn beispielsweise eine Brücke fehlt 

vom Gebiss.

Gruß Ralf

Kommentar von Markus1804 ,

Wieso wird jede Zeile mit einem eigenen Absatz versehen ? Das macht den Text praktisch unlesbar.....

Kommentar von rallytour2008 ,

Wer die Zeilen richtig zuweisen kann hat da kein Problemchen mit.

Antwort
von AlbatrossFLIGHT, 41

Auf jeden Fall sind das Nervenleitungs-Störungen. Vielleicht bekommst du ja über deinen Hausarzt etwas schneller einen Termin Für CT und Co,? Es wäre wichtig, denn falls es Epilepsie sein könnte, müßte man ja frühzeitig medikamentös gegensteuern.


Mein Rat: bitte deinen Hausarzt, Druck bei den Facharzt-Terminen zu machen. Er sollte selbst bei den Fachärzten anrufen und deinen Fall genau schildern, weshalb er dringend ist. Das dürfte wirksamer sein, als einen Termin über die neue "Termin-Hilfe" der Krankenkassen zu beantragen.

Alles Gute, vielleicht ist es ja ganz harmlos, aber es sollte geklärt werden, und möglichst schnell.

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