Frage von hvladi, 49

Können die gesamten Schulden, sowohl private als auch Staatsschulden, theoretisch jemals zurückgezahlt werden?

Manche sagen, das ginge nicht, weil nur so viel Geld im Umlauf sei, wie Kredite genommen seien. Folglich könne man die Zinsen niemals zurückzahlen, selbst wenn alles vorhandene Geld an die Bank zurückgezahlt würde. Was stimmt?

Antwort
von berkersheim, 17

Geld und Kredit (Schulden sind ja nur eine Seite davon, Vermögen die andere) sind keine so unterschiedliche Phänomene unseres ökonomischen Miteinanders. Der Unterschied liegt in der Haftung. Bei Geld haftet die Gemeinschaft (EURO-Länder, teils mit fragwürdiger Glaubwürdigkeit), bei Krediten Private. Bargeld ist eine staatlich verbriefte Forderung, sofort gegen Waren oder andere Wertformen einzulösen. Wer sein "Geld" auf der Bank hat, hat kein Bargeld! Dessen Wert hängt von den Garantien zu Bankeinlagen ab. Geld, Schulden, Kredite, Aktien, das sind alles nur unterschiedliche Rechtstitel für Forderungen und Verbindlichkeiten. Unsere Finanzwirtschaft ist ein einziges Sammelsurium von gegenseitigen Rechtsbeziehungen. Diese funktionieren nur so lange, wie jemand als Autorität dafür sorgt, dass das Recht auch eingehalten wird. Wie uns Zypern gelehrt hat, und viele haben das gar nicht so richtig begriffen, nehmen sich die Garanten des Rechts, die Staaten durchaus heraus, zu ihren Gunsten (und zum angeblich allgemeinen Wohl) die Rechtsanprüche zu ändern.

Das gibt es nicht? Das gibt es sogar in Deutschland. Da hat z.B. der Staat in den 80 Jahren dafür geworben (mit Garantien), dass man eine Altersvorsorge über seinen Arbeitgeber macht, was einerseits eine private Altersvorsorge darstellen sollte, andererseits vom Arbeitgeber (vor allem mittelständische Betriebe waren gemeint) bei Finanzgeschäften als Garantie hinterlegt werden konnte. Das sollte die Wirtschaft ankurbeln. Ich habe in den 80ern einen solchen Rechtstitel erworben und fleißig eingezahlt in Höhe von ca. 40.000,- €, wofür eine Auszahlung in Höhe von 75.000,- € in Aussicht gestellt wurde. Ca. 3 Jahre vor Ablauf der Auszahlungsfrist hat der Staat als Vertragspartner einseitig den Vertrag zu meinen Lasten geändert und festgelegt, dass von der auszuzahlenden Summe die Krankenkassen zu sanieren und meine Auszahlung mit rund 17.000,- € zu belasten seien. Genauso wurden ja Sterbegeld und Arbeitsunfähigkeit bei denen gestrichen, die schon eine Weile dafür eingezahlt haben. Lehre: Alle finanziellen Rechtstitel sind abhängig vom Wohlwollen des Gesetzgebers oder international vom Recht des Stärkeren. Momentan hat unsere Regierung nichts besseres zu tun, als die internationale Macht der höchstverschuldeten USA zu stärken. Stärken wir da jemanden, der irgendwann alle Schuilden, die er bei uns hat, für ungültig erklärt, weil wir selbst ihn stark gemacht haben?

Bei allem ökonomischen Handeln handelt es sich um zwischenmenschliche Akte, die über Rechtsbeziehungen geregelt werden, und die nur solange Bestand und Gültigkeit haben, wie die Rechtsbeziehungen gewährleistet werden. In Europa werden sie z.Zt. durch die Schuldenländer massiv untergraben. Die Schrottpapieraufkäufe der EZB sind eine einseitige Schuldenvernichtungsmaschine. Wer Derivate dieser Titel in seinem Vermögen hat, sollte schauen, dass er sie an einen Dummen los wird. Sie sind letztlich nichts mehr wert. Die EZB führt eine nachträgliche Schuldensubvention durch, nachdem die Privatschulden vorher massiv verstaatlicht wurden. Am Ende bleiben also die Steuerzahler drauf sitzen. Ich bin nicht gegen Schulden. Sie sind ein Antrieb der Wirtschaft, solange die Rechtsverhältnisse verlässlich sind und nicht die Schuldenstaaten die Rechtsverhältnisse zu ihren Gunsten verändern. Der Spruch: "Einen Strich durch die Rechnung machen." stammt aus der feudalen Zeit, als der König oder Fürst die Rechnung eines Handwerkers einfach ins Feuer geworfen hat. Wir sind durchaus wieder auf einem Weg in feudale Zeiten.

Kommentar von berkersheim ,

Die Schuldenverflechtung und Schuldenverschiebemaschine: Der Steuerzahler solls wieder richten:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/10/deutsche-banken-nervoes-90...

Antwort
von wfwbinder, 13

Nein, vermutlich nicht. Wozu auch?

WAs meinst Du wie viele Leute und auch praktisch alle Unternehmen Schulden haben? 

Die zahlen pünktlich ihre Zinsen und Tilgungsraten und bei jeder Investition werden neue Finanzierungen aufgenommen.

Was wichtig ist udn das hat sich in unseren öffentlichen Haushalten ja zum Glück auch so entwickelt, dass man nur für Investitionen Schulden macht und nicht für laufende Ausgaben (Kosten).

Was mir mehr Sorgen macht, sind die Schulden, die nicht als solche ausgewiesen werden.

Ein Unternehmen muss die Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen in der Bilanz ausweisen. Ein Staat berechnet die nicht einmal (zumindest werden die nicht veröffentlicht).

Die Verpflichtungen aus Pensionsansprüchen von Pensionären und noch aktiven Beamten sind höher, als die öffentliche Verschuldung.

Auch die müssen von zukünftigen Generationen getragen werden.

Antwort
von MusiToo, 10

So lange der heutige Schuldenbestand finanziert werden kann, wird es zu keiner Rückzahlung der Schulden kommen, d.h. ein Staat verfolgt dann gar nicht das Ziel einer Rückzahlung, weil der Schuldenbestand heute keinem weh tut; stattdessen würde ein Schuldenabbau sehr nachteilige Auswirkungen auf die heutige Generation haben (heutiger Verzicht) und deshalb weh tun, so dass er politisch gar nicht durchsetzbar wäre.

Damit die Schuldenfinanzierung eines Staates (ohne Schuldenabbau) auf lange Sicht funktioniert, muss...

(1) ... der Staat immer darauf achten, dass seine Währung stabil bleibt und die Wirtschaftsleistung nicht sinkt, dann können die Schulden theoretisch unendlich lange finanziert werden.

(2) ... der Staat neue tilgungsersetzende Schulden "verkaufen" können. Es muss also ausreichend willige Gläubiger (im In- und Ausland) für diese Schulden geben; dies hängt von der Rendite und dem Vertrauen in den jeweiligen Staat ab (es reicht dabei schon aus, wenn das Vertrauen in diesen Staat größer ist, als in andere Staaten - und da steht Deutschland ja ganz gut da).

(3) ... der Staat seine Neuverschuldung kontrollieren, so dass die Punkte (1) und (2) erfüllt bleiben.

Antwort
von Anonbrother, 28

Schau die Bank nimmt das Geld das eingezahlt wird zB deines und gibt einer Person einen Kredit zB mir... Ich habe jetzt dein Geld... Was wenn du jetzt aber dein Geld brauchst... Dann wird irgendwen anders Geld weggenommen usw. Irgendwann verschuldet sich Person 3, bedeutet die zahlt die Schulden nicht rechtzeitig zurück. Dann bekommt die Bank mehr als sie Hergegeben hat auf Dauer geht das recht gut, viele Leute sind verschuldet mit Geld das Nichteinmal ihnen gehört (so im troretischen Sinne, praktisch hatten sie es ja zur Verfügung)

Antwort
von extrapilot350, 22

Die Schulden der Bundesrepublik Deutschland können zurück gezahlt werden. Aber es wird auf Grund der Höhe und ohne Neuverschuldung etwas 800 Jahre dauern bis alle Schulden gezahlt worden sind.

Antwort
von Omikron6, 9

Das Guthaben der einen sind die Schulden der anderen. Wenn du tausend Euro auf dein Bankkonto einzahlst, hast du lediglich eine Forderung gegenüber der Bank von tausend Euro und die Bank hat Schulden bei dir in Höhe von tausend Euro. Wenn alle ihre Schulden zurückzahlen,  gibt es keine Schulden mehr und keine Forderungen mehr. Dann gibt es kein Geld mehr!

Antwort
von Fielkeinnameein, 7

Hallo,

nein, das ist natürlich nicht möglich. Alle Schulden der Welt können niemals zurück gezahlt werden. 

Mfg

Antwort
von Aktzeptieren, 23

Wenn es so weiter geht nicht kuk mal türkei an die haben es damals geschafft

Antwort
von FrageSchlumpf, 6

Zinsen sind keine Schulden. Die Schulden können zurückgezahlt werden, wenn die Schuldner Einkommen von den Gläubigern beziehen. Da den Schulden immer Vermögen gegenübersteht, kann auch nur das Vermögen die Schulden zurückzahlen.

Wenn also die Schulden nicht zurückgezahlt werden können, dann eizig und allein weil das Vermögen nicht "verzichten" will.

Das Geld für Zinsen kann unendlich geschöpft werden, da fehtl kein einziger Cent. ( Es gibt schöne Videos die so tun, also ginge das nicht, die haben aber alle eine Serie von Denkfehlern drin ). Wenn der Zins zur Schuld wird ( durch Kapitalisierung ) erhöht sich ja auch das Vermögen, da ja in dem Maße, wie Zinsen gezahlt werden, auch Zinsen erhalten werden.

Antwort
von soissesPDF, 6

Kann man Zahnpasta in die Tube zurückdrücken?

Nein, die Schulden können nicht getilgt werden, der Schuß hat den Lauf bereits verlassen.
Im Euroraum beläuft sich die Gesamtverschuldung (Staat/Banken/Unternehen/Verbraucher) satte 448% des BIP (Deutschland 228% des BIP).
Im Schattenbankensystem befinden Kredite über 71 Billionen Euro.
In Italien haben die Banken 360 Milliarden Euro faule Kredite in ihren Bilanzen, 24% des gesamten Kreditvolumens italienischer Banken.

Der IWF hat die Deutsche Bank als größtes Risiko für den Finanzmarkt erklärt.

Antwort
von Helferxy, 12

Nein, das sind zu viele schulden

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