Frage von masterblaster93,

Können Borellien immer über einen Bluttest nagewiesen werden!

Ich habe gehört das Borellien, also Borelliose nicht immer per Bluttest nachgewiesen werden können?

Nun kenne ich jemand, der wurde vor wirklich langer Zeit von einer Zecke gebissen, hatte auch diesen roten Punkt der immer größer wurde, also typisch wie das Zeug halt sein sollte. Nur hat man damals das angesehen und gemeint, das wäre nichts, ohne Test ohne allem... Nach längerer Zeit ist der rote Fleck auch wieder verschwunden, irgendwann wurde dann doch ein Bluttest gemacht, aber einige Zeit später, da war er negativ?

Seither geht es der Person aber generell nicht so gut, sie meine sogar, jedes mal wenn sie wegen anderen alltäglichen, normalen Krankheiten mal hin und wieder Antibiotikum bekommen hat, ging es ihr generell viel besser, körperlich und von der Leistungsfähigkeit, was ja normal das Gegenteil ist?

Was könnte das sein, kann das zusammenhängen, was gibt es sonst noch das in Frage kommt und wie kann man es nachweisen?

Antwort von Borrili,
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Borrelien können niemals mit einem Bluttest nachgewiesen werden!

Sondern nur indirekt Antikörper, die das Immunsystem gegen diese bildet. Diese Tests, meist ELISA und Westernblot, sind aber nicht standardisiert und sehr unzuverlässig. Jedes Labor verwendet einen anderen Test bei dem man in dem eine positiv und im anderen negativ sein kann.

Außerdem können Zecken, was viele Ärzte leider nicht wissen, häufig noch einige andere Krankheitserreger übertragen. Wie Ehrlichien, (Anaplasmen), Rickettsien, Babesien, Bartonellen, Q-Fieber, Rückfallfieber, Tularämie, FSME...

Wenn man also nach einem Zeckenstich Gesundheitsprobleme hat, sollte man daran denken, dass die Borreliosetests sehr unzuverlässig sind und vor allem auch an die anderen, nicht seltenen Zeckeninfektionen denken und mit untersuchen. Z.B. wurde in eine neuen Studie bei 40% aller Zecken Bartonellen nachgewiesen. Auch Ehrlichien, Rickettsien, Babesien kommen bei weit über 10% aller Zecken vor.

Am besten man informiert sich bei anhaltenden Beschwerden selbst sehr genau, z.B. beim Borreliose-Bund Deutschland. Die können auch geeignete Ärzte nennen.

www.borreliose-bund.de

Kommentar von florabella,

Vielen Dank für diese sehr informative Antwort. Es gibt doch immer mehr Menschen, die davon betroffen sind!

Antwort von autsch31,
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Wenn es schon sehr lange zurückliegt, sieht man im Bluttest oder Liquor(Rückenkanalflüssigkeit) oft keine aktiven Erreger mehr, nur noch Antikörper oder andere auffällige Werte.

Ich hatte z. B. trotz erfolgreicher Antiotika-Therapie (beim Facharzt)noch lange starke Nervenschmerzen. Mein Homöopath konnte glücklicherweise nach einigen Monaten das für mich richtige Einzelmittel finden. Dann waren die Schmerzen innerhalb von wenigen Tagen ganz weg ... und bis heute habe ich Ruhe.

Schau mal: http://www.gutefrage.net/tipp/bakterien-erkrankungen-ganzheitlich-behandeln

Antwort von CeciliaMaria,

Bei einer Akuterkrankung (Lyme-Borrelliose nach Zeckenbiß) wird ein Nachweis durch eine sogenannte KBR (KomplementBindunsReaktion; hier findest Du Näheres darüber, falls es Dich interessiert http://de.wikipedia.org/wiki/Komplementbindungsreaktion ) in Serum oder Liquor (Gehirnwasser) versucht, wobei das IgM (Immunglobulin M) nur in etwa 50 % positiv ist. Man bestimmt den IgM-Wert, was dann nach 3-4 Wochen wiederholt wird, da erst nach dieser Zeit die Antikörper positiv sind. Die Diagnose wird - wie hier schon von shalom mitgeteilt - nach den klinischen Aspekten ((Allegeminsymptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Hauterscheinungen wie "Erythema migrans" (leider ein Fachwort), Gelenkschmerzen, Herzmuskelentzündung, Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, ...muss man nicht alles bekommen!) gestellt. Die Behandlung ist relativ "einfach", denn man kann mit der Verabreichung von Antibiotika die Krankheit sehr gut beherrschen und heilen. Nur muß man dazu halt die Diagnose herausfinden (das ist leider nicht immer sehr leicht, eine herkömmliche Blutuntersuchung führt da nicht zum Ziel). Gute Besserung für Deine(n) Bekannte(n)!

Antwort von shalom,

Die Diagnostik der Borreliose geschieht in erster Linie klinisch, das heißt nicht anhand von Laborparametern, sondern aus dem Krankheitsbild, das der Patient zeigt. Der Zeckenstich selbst ist dabei eindeutiger Anlass zu Nachbeobachtung auf Symptome des Frühstadiums. Die Deutsche Borreliose-Gesellschaft empfiehlt dabei eine Frist von vier bis sechs Wochen für das Auftreten einer Wanderröte (Erythema migrans), aber ebenso für Fieber ohne Hautrötung.[8]

Unter den klinischen Symptomen gelten als krankheitsbeweisend nur die Wanderröte (tritt im Frühstadium der Borreliose bei ca. 40 bis 60 % der Infektionen auf[8]) und im III. (als unheilbar geltenden) Stadium die chronische Hautentzündung ACA. Bei einer Untersuchung am Universitätsklinikum Freiburg von 1990 bis 2000, die 86 Fälle von akuter Neuroborreliose umfasste, berichteten sogar nur 23 % der Patienten von einer Wanderröte.[9] Die vielen weiteren Symptome, die zahlreiche Organsysteme betreffen, können daher nur durch Ausschlussdiagnosen und Labortests den Verdacht einer Infektion erhärten.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lyme-Borreliose

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