Frage von R0bert012, 81

Können bei Untervermietung ohne Genehmigung schlimmere Konsequenzen als eine fristlose Kündigung drohen?

Wegen hochnotpeinlichen Sexlärms der erwerbslosen Nachbarn an jedem Tag in der Woche bis morgens um 5 Uhr in der Frühe bin ich in meiner neuen Wohnung ans Ende meiner Kräfte gelangt. Ich führe bereits Lärmprotokoll, verwende Ohropax und habe mich an Nachbarn und Hausverwaltung gewandt - erfolglos.

Leider habe ich im Mietvertrag auf das Recht einer Kündigung vor Dezember diesen Jahres verzichtet. Wenn ich die Wohnung nun ohne Genehmigung des Vermieters bzw. nach Untersagung trotzdem untervermiete, können mir dann "schlimmere Konsequenzen" als eine fristlose Kündigung seitens des Vermieters drohen? In der aktuellen Situation käme mir die fristlose Kündigung mehr als gelegen, allerdings klingt diese Variante fast zu schön / einfach um wahr zu sein.

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Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 38

Selbst wenn Du fristlos gekündigt wirst, musst Du dennoch die Miete bis zum Ende der vereinbarten Mietdauer (Kündigunsverzicht) bezahlen.

Auch ohne eine fristlose Kündigung kannst Du jederzeit ausziehen, musst aber die Miete bis zum Ende (s. o.) bezahlen.

Du brauchst also nichts zu provozieren, denn außer dem Ärger mit dem Vermieter bringt Dir das gar nichts.

Such Dir sobald wie möglich eine neue Wohnung und sobald Du eine gefunden hast, frag den Vermieter (noch vor Unterzeichnung des neuen Mietvertrags), ob er einverstanden wäre, für den Zeitpunkt xx (Dein Auszug oder ein Monat danach) einen neuen Mieter zu suchen, um Dich somit aufgrund Deiner Qualen aus dem Vertrag zu entlassen. (Aufhebungsvertrag!) Das ist eigentlich Deine einzige Chance, um da raus zu kommen.

Antwort
von DarthMario72, 21

habe mich an Nachbarn und Hausverwaltung gewandt

Dein Ansprechpartner ist in dem Fall dein Vermieter. Schreibe ihn an mit Einwurf-Einschreiben, schildere das Problem so detailliert wie möglich und fordere ihn auf, innerhalb von einer Woche nach Zugang (genaues Datum nennen) für Abhilfe zu sorgen. Kündige gleichzeitig Mietminderung an. In welcher Höhe das angemessen ist, kann dir hier allerdings niemand genau sagen. Das solltest du dann ggf. mit dem Mieterverein in deinem Wohnort oder einem Anwalt besprechen.

Leider habe ich im Mietvertrag auf das Recht einer Kündigung vor Dezember diesen Jahres verzichtet.

Wie ist denn der exakte Wortlaut dieser Klausel? Je nach Formulierung bist du im ungünstigsten Fall bis 31.03.17 daran gebunden.

Wenn ich die Wohnung nun ohne Genehmigung des Vermieters bzw. nach Untersagung trotzdem untervermiete, können mir dann "schlimmere Konsequenzen" als eine fristlose Kündigung seitens des Vermieters drohen?

Willst du eine fristlose Kündigung provozieren, lass dir gesagt sein: der Vermieter kann zwar fristlos kündigen, muss es aber nicht. Sollte er dir fristlos kündigen, kann er von dir Schadenersatz in Höhe der entgangenen Mietzahlung verlangen, im schlimmsten Fall bis zu dem Zeitpunkt, zu dem man frühestens ordentlich hätte kündigen können.

Stattdessen rede mit deinem Vermieter, unter welchen Bedingungen er einem vorzeitigen Aufhebungsvertrag zustimmen würde.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 22

Konsequenzen wenn der Mieter die außerordentliche Kündigung zu verschulden hat, sprich provoziert:

Zahlung von Mietausfallentschädigung an den Vermieter.

Im E-Fall bis zu dem Zeitpunkt zu dem der Vertrags durch ordentliche Kündigung beendet werden kann.

Wären bei Dir, falls Du frühestens Ende Dezember kündigen kannst, bis 31. März 2017.

Schrein doch mal den genauen Wortlaut zum Kündigungsverzicht.

Antwort
von Nightlover70, 31

Eine Untervermietung rechtfertigt keine fristlose Kündigung.

Abgesehen davon müsstest Du im Falle einer fristlosen Kündigung Schadenersatz leisten.

Kommentar von anitari ,

Eine Untervermietung rechtfertigt keine fristlose Kündigung.

Unerlaubte Untervermietung berechtigt den Vermieter, nach erfolgloser Abmahnung, zur fristlosen Kündigung.

Kommentar von DarthMario72 ,

Eine Untervermietung rechtfertigt keine fristlose Kündigung.

Wie kommst du denn darauf? Bei unerlaubter Untervermietung kann der Vermieter fristlos kündigen, wenn eine Abmahnung ohne Erfolg bleibt.

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