Frage von Apfelbaeumchen5, 55

Können bei Essstörungen Rückfälle auftreten auch wenn es da alleine rausgeschafft hat?

Hallo,

Ich mach mir ein bisschen Sorgen um eine Freundin.

Sie sagte schonmal dass sie eine Essstörung hatte ( Magersucht ) und sich von Größe 44/46 auf Größe 34 runtergehungert hatte in kürzester zeit.

Sie bekam dann ärger und hatte danach wieder auf Größe 44/46 zugenommen von alleine ohne Therapie.

Nun schreibt sie dass sie kreislaufprobleme hat weil sie fast nichts mehr isst.

Können denn essgestörte Rückfälle erleiden auch wenn sie es damals alleine aus der Krankheit rausschafften und jahrelang stabil waren?

Würde mich mal sehr interessieren da ich mich damit nicht so gut auskenne, also ein bisschen schon da ich viel über Krankheiten lese, aber meistens höre ich nur davon dass essgestörte die in Therapie waren immer wieder rückfälle erleiden aber was ist wenn die betroffenen es alleine damals schonmal rausschafften, das weiß ich nicht.

Antwort
von hyperbumblebee, 10

Also meine Freundin hatte auch jahrelang Magersucht und obwohl sie heute wieder "gesund" ist und normal isst, hör ich noch manchmal kommentare wie "dadrin seh ich voll fett aus" oder so... deswegen denke ich, dass das nur selten komplett geheilt wird und es da ziemlich schnell Rückfälle geben kann... Ob das so anders ist, wenn man nicht in Therapie war, weiß ich leider überhaupt nicht. Meine Freundin war schon und ihr ging es damals auch phasenweise mal besser und dann schlechter und mit Kreislauf und durchblutung hat sie auch jetzt noch leichte Probleme, und ich hab immer noch ständig Angst um sie, aber bis jetzt sieht es trotz allem nicht aus, als würde sie rückfällig werden. Vielleicht ist das bei deiner Freundin auch so ähnlich, aber wenn es wieder anfänt kann ich mir trotzdem vorstellen, dass eine Therapie besser wär...
Ich hoffe meine verwirrende Antwort ist annähernd hilfreich xD Alles Gute, dir und deiner Freundin :)

Antwort
von marlbohoe, 19

Essstörungen sind wie Alkoholismus - sie können nicht geheilt werden. Einmal essgestört, immer essgestört. Therapieren kann man. Rückfälle sind aber bei jeder psychischen Krankheit, immer, überall und jederzeit möglich. Selbstheilung ist besonders im psychiatrischen Bereich eher fragwürdig. Jeder, der krank ist, sollte professionelle Hilfe bekommen.

Antwort
von EinNarr, 23

Nur weil jemand, der zum Beispiel Magersucht hat, wieder Normalgewichtig ist heißt das nicht, dass damit die Magersucht überwunden ist. Eventuell war der Druck von außen, darauf würde ich tippen wenn ich "Sie bekam dann ärger" lese, so groß, dass sie aus diesem Grunde wieder zugenommen hat - allerdings ist das aus therapeutischer Sicht völlig kontraproduktiv, zumal das weder die Selbstwahrnehmung, noch die Denkweise, noch das Verhalten verändert.

Will heißen: Über Druck einen oberflächlichen Normzustand herstellen ist keine Lösung.

Besonders unter diesen Umständen ist es dementsprechend nicht verwunderlich, dass sie nun diese Verhaltensmuster wieder an den Tag legt, denn die Frage ist: Waren sie überhaupt einmal weg?

Ohne eine vernünftige und angemessene therapeutische Behandlung ist es nahezu unmöglich gegen eine Essstörung auf Dauer anzukommen und selbst dann sind Rückfälle immer noch sehr wahrscheinlich, allerdings lernt man innerhalb einer Therapie mit diesen umzugehen und besinnt sich eher auf das dort gelernte. Eine Therapie ist also keine Heilung und kein Garant für ein lebenslange Rückfallquote von 0 - sie ist aber notwendig.

Zumal auch dort, in einer therapeutischen Betreuung, geklärt werden kann um welches Krankheitsbild es sich überhaupt handelt, denn ich gehe davon aus, dass die "Diagnose" Magersucht respektive Anorexia Nervosa bis dato nicht von einem qualifizierten Arzt gestellt wurde.

Kurzum - Gerade unter ihren Umständen ist ein Rückfall absolut nachvollziehbar und auch normal. Selbst bei Menschen die in Therapie wahren treten diese nahezu immer auf, allerdings ist eine therapeutische Behandlung unumgänglich, um eine Magersucht zu überwinden.

Liebe Grüße.

Kommentar von Apfelbaeumchen5 ,

Die Person hat jahrelang wieder normal gegessen ohne schlechtes gewissen sogar Süßigkeiten oder ungesunde Sachen eben auch mal.

Kommentar von EinNarr ,

Stellt sich eben die Frage welche Motivation dahinter steht so radikal auf das Essen zu verzichten - damals wie heute. Aus dem Grunde schrieb ich auch, dass es wichtig ist zu schauen welches Krankheitsbild nun wirklich vorliegt. Natürlich ist auf den ersten Blick der Gedanke "Magersucht." naheliegend allerdings ist eine Vermutung noch keine Diagnose.

Unter diesen Umständen, je nachdem wie euer Verhältnis ist, wäre es gut ein Gespräch mit ihr zu beginnen um über ihre Situation mehr in Erfahrung bringen zu können. Abhängig von dem Ergebnis lassen sich dann kommende Schritte ableiten und sie kann, eventuell auch ihr zusammen, abwägen was nun angebracht wäre.

Allerdings, um auf deine Einstiegsfrage zurückzukommen, sind Rückfälle selbst unter diesen Umständen nichts unübliches und leider etwas, mit dem sich viele konfrontiert sehen.

Liebe Grüße.

Antwort
von Zeitnot, 26

Rückfälle kann es immer geben, unbeachtet der Tatsache, ob man es alleine geschafft hat, von der bestimmen Sache loszukommen :-/

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten