Frage von Tycoon213, 32

Können ausstehende Mitgliedsbeiträge eines E.V. Vereins eingeklagt werden oder erlauben das die Vereinssatzungen nicht?

Antwort
von GuenterLeipzig, 27

Zunächst ist die Frage unpräzise formuliert.

Die derzeitige Wortwahl beschreibt, dss der Verein Mitglied in einer Dachorganisation ist und die Mitgliedsbeiträge des Vereins ausstehen.

Oder ist gemeint, dass ein Mitglied eines Vereins bei diesem ausstehende Mitgliedsbeiträge hat.

Mit ordentlichem Deutsch kommt Klarheit in die Angelegenheit.

In beiden Fällen ist die Erwirkung eines gerichtlichen Mahnbescheides möglich.

Günter

Antwort
von mechanicalman, 30

Ich sage es mal bewusst ganz drastisch:

Wenn der Vorsitzende nicht mit allen (rechtlichen) Mitteln versucht, den Beitrag von säumigen Zahlern zu erhalten, schädigt er den Verein grob fahrlässig, da er zustehendes Kapital vorenthält.

Der Vorsitzende ist verpflichtet, die Beitragspflicht in der Satzung durchzusetzen.

Ausnahme: Die Satzung regelt, dass geschuldete Beiträge verfallen.

Der Erfolg ist (außer im Fall einer Privatinsolvenz des Gläubigers) nahezu todsicher, denn eine Mitgliedschaft ist ein waschechter Vertrag der vor jedem Gericht bestand hat.

Du brauchst auch nicht unbedingt den Klageweg gehen!

Wie gehst du vor? Nehme Kontakt zu einem Amtsgericht auf, wenn du wirklich sicher bist, dass der Anspruch besteht. Vergewissere dich bei dem Landessportbund und hole Unterstützung für das Vorgehen. Veranlasse ein Mahnverfahren. Widerspricht der säumige Zahler nicht innerhalb einer Frist, hast du automatisch einen vollstreckbaren Titel ohne eine Klage erheben zu müssen. Den Rest machen Gerichtsvollzieher für dich.

Die Kosten dafür sind gering und werden dem Schuldner ohnehin auferlegt.

Widerspricht der Gläubiger, musst du den Klageweg einleiten. Wenn du im Recht bist, erhöht der Gläubiger nur seine Kosten, denn er muss ja alle Kosten übernehmen, wenn er vor Gericht unterliegt. Daher ist das Mahnverfahren häufig schon ohne Klage beendet.

Kein schönes Thema, aber führe dir mal vor Augen, dass Vereine (und vor allem die Ehrenamtlichen, die den Verein am Leben halten) keine barmherzigen Samariter sind, die ihr letztes Hemd für den Verein geben würden, sondern einen satzungsgemäßen Zweck verfolgen müssen und dafür ehrenwerter weise ihre Freizeit opfern. Hierfür soll deren Energie voll zur Verfügung stehen. Querelen durch Mitglieder, die sich nicht an Regeln halten, die sie selbst anerkennen, sollte man sich nicht bieten lassen.

Und jetzt mal unter Vorständen gesprochen:

Mir ist meine Zeit zu schade. Ich mache Nägeln mit Köpfen, indem ich mich unnötiger Arbeit entledige. Hierzu zählen auch o. g. Verfahren. Ich verstoße damit gegen vielleicht Recht. Aber: "Wo kein Kläger, da kein Richter."

Antwort
von derhandkuss, 32

Ein eingetragener Verein (eV) ist eine eigenständige Rechtsperson wie beispielsweise auch eine GmbH, AG etc. als Gewerbebetrieb. Damit kann die Rechtsperson "eV" auch seine Mitglieder verklagen, wenn zum Beispiel (noch) Mitgliedsbeiträge ausstehen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten