Frage von Erdbeerlampe, 49

Können andere Ärtzte die Anwesenheit eines Patienten in einer Klinik erfragen, wie sinnvoll ist so eine Klinik und welche Erfahrungen habt ihr mitgenommen?

Also ich bin magersüchtig und muss wahrscheinlich für einen unabsehbaren Zeitraum in eine Klinik. Ich selbst glaube, dass es nicht notwendig ist, weil ich es selbst schaffen kann. Ich habe auch noch 2 weitere Leute, die hinter mir stehen und fest daran glauben, dass ich da selbst wieder raus kommen kann aber die meisten glauben halt nicht, dass ich das schaffe und legen mir eine Klinik nahe. Ich lebe mit meiner kleineren Schwester bei meiner Mutter und beide machen sich immer sehr schnell Sorgen und möchten jetzt, dass ich es mir doch einmal überlege. Früher bin ich zum Leistungsturnen gegangen bis ich es irgendendwann nicht mehr geschafft habe. Ich habe die Essstörung jetzt schon seit fast 4 Jahren, wobei ich es geschafft habe in den letzten 1 1/2 Jahren mein Gewicht deutlich zu korrigieren. Mein minimales Gewicht waren 39kg auf 166cm und da war Turnen für mich auch definitiv vorbei. Ich habe dann aus eigenem Willen, mit Unterstützung eines Arztes und meiner alten Trainerin wieder 12 kg zugenommen. Habe dann auch langsam wieder mit dem Turnen angefangen. Jetzt rutsche ich aber wieder rein und ich schaffe es nicht mich zurückzuhalten, es zu unterdrücken und habe schon wieder 5 kg abgenommen. Ich möchte nicht, dass mein Arzt und meine Trainerin mitbrkommen, wenn ich eine Klinik gehe. Mein Arzt wohnt nicht in meiner Nähe. Abgesehen davon will ich es aber alleine schaffen am besten nochmal mit meinem Arzt um jemanden zum Reden zu haben und ich glaube dass das auch zu schaffen ist. Was habt ihr in einer solche Klinik erlebt, wenn ihr selbst einmal dort wart? Und hilft sie einem wirklich?

Antwort
von helfertantchen, 38

Du selbst musst wissen, ob du eine ambulante oder stationäre Therapie für dich am besten findest. In einer Klinik hat man einfach rund um die Uhr eine Bezugsperson und viele Leute, denen es auch nicht so gut geht und mit denen man sich austauschen kann. Außerdem kommst du mal vom Alltag und dem ganzen Stress weg und ich finde die Therapien dort sind viel vielfältiger und eben auf dich und dein Krankheitsbild fokussiert. Wenn du aber nicht so weit von deiner Familie weg willst und auch eine gute Bezugsperson in der Nähe hast, dann wäre eine ambulante Therapie bei einer Therapeutin auch in Ordnung. Nur du musst es selbst auch wollen gesund zu werden natürlich :)

Antwort
von DocRough, 27

Liebe Erdbeerlampe, ich glaube du schätzt das ein wenig falsch ein, es geht hier nicht darum, dass der Aufenthalt in der Klinik ein Zeichen wäre, dass du es nicht selbst schaffst. Schließlich ist die Klinik nur ein unterstützendes, aber sehr wichtiges Element auf deinem Weg in ein gesundes Leben. Sie nimmt dir den Kampf gegen die Krankheit aber nicht ab, sondern erleichtert ihn.

Deine Freunde, die an dich glauben, können bei einem solchen Krankenhausaufenthalt ihren Part der Hilfe übernehmen und einfach für dich da sein, dir zuhören, dich in jedweder Form unterstützen. Bitte glaube mir, dass ein Aufenthalt unter der Obhut professioneller Fachkräfte bei deiner Ausprägung der Magersucht sehr wichtig wäre. 

Siehe den Schritt Hilfe anzunehmen bitte nicht als menschliche Schwäche, denn es ist eine Stärke und es erfordert Mut und Willenskraft, um ihn zu gehen.

Antwort
von loema, 21

Warum musst du das Rad neu erfinden?
Bekommst du einen Orden dafür, dass du es alleine schaffst?
Wäre es sooo schlimm, wenn mal andere die Kontrolle übernehmen?
Ich denke nicht.
Wenn du schon 5x stationäre gewesen wärst und nun keine Kraft mehr hast, wäre es was anderes.
Aber du wehrst dich gegen eine neue Erfahrung.
Wozu?
Und warum diese Heimlichtuerei?
Meinst du nicht, dass sich alle aus deiner Umgebung mal freuen würden, wenn sie mal Verantwortung abgeben könnten?
Wenn du einfach mal selbst was ausprobierst, was anderen schon geholfen hat?
Musst du immer wieder von vorne anfangen und deine Familie und Freunde und Trainer und dein Arzt immer wieder da sein für dich, weil du denkst, du schaffst es alleine?
Das was du jetzt machst, ist nicht "Es alleine zu schaffen".
Siehst du nicht, dass verdammt viele Menschen dir gerade helfen und schon geholfen haben?
Das war nicht alleine.
Da kannst du auch mal in die Klinik gehen und mal professionelle Menschen, dir helfen lassen.

Kommentar von Erdbeerlampe ,

Meine Familie steht mir nicht bei...nicht wirklich. Und ich möchte es auch nicht. Es ist kompliziert. Vielleicht wäre es auch einfach irgendwann an der Zeit daran zu sterben. Natürliche Selektion. Meine Freunde wissen teilweise davon aber der Großteil kann nur spekulieren. 

Vielleicht hast du Recht und ich sollte die Hilfe annehmen aber ich kann da einfach nicht hin. Ich habe da Angst vor. Nicht mal vor dem zunehmen aber vor dem ganzen Wirbel. Dass es Leute aus meinem Umfeld erfahren. Dass sich mehr Menschen Sorgen machen als die ewig selben 3 Menschen.

Kommentar von loema ,

Sehe ich anders.
Sterben traust du dich aber eine Klinik nicht, hm?
Keiner anderer darf es wissen, aber deiner Familie und den 3 Leuten traust du zu ,deinen Tod zu verkraften.
Geh in die Klinik. Da wird deine egoistische Logik mal auseinandergenommen.

Kommentar von Erdbeerlampe ,

Du kennst mich nicht und meine Familie erst recht nicht. 

Kommentar von loema ,

Nö. Aber was du von dir gibst ist der Hammer.

Kommentar von Erdbeerlampe ,

Ich habe auch nicht den Eindruck, dass du irgendeine Ahnung hast. Wenn du fest daran glaubst, dass ich meiner Familie wichtig bin ändert es trotzdem nicht die Tatsache, dass dem nicht so ist. Ich bin vielleicht noch als Prestigeobjekt akzeptiert. Das Verhältnis zu meiner Schwester ist etwas besser. Ich wurde meinen Eltern auch schon entnommen.

Kommentar von loema ,

Doch das hatte ich Verstanden.
Und du zahlst es deinen Eltern gerade heim, indem du dich selbst zerstörst.
Blöd nur, dass du dabei den Leuten, denen du nicht egal bist, das Leben schwer machst und dir nicht in einer KLinik helfen lässt.
Wenn du gesund wärst, könntest du deinen Eltern bald den Rücken kehren und dir eine Wahlfamilie suchen, die dir mehr zurückgibt als deine Erzeuger.

Antwort
von maryflowerpower, 17

Die Situation erinnert mich selbst sehr an meine eigenen Erfahrungen. Ich wollte auch nicht in eine Klinik, auf gar keinen Fall. Ich wollte nicht "eingesperrt" werden und habe ähnlich wie bei dir Hilfe von einem Arzt und meiner Trainerin bekommen, nur dass ich bis zum bitteren Ende in diesem Sport (nicht Turnen, Eiskunstlaufen) geblieben bin, wenn auch mit vielen Schmerzen. Ich habe nicht einmal mit meinen Eltern gesprochen. Aber eine Freundin von mir war für etwa ein halbes Jahr in einer Klinik und es geht ihr wieder viel besser als vorher und es hat ihr dort sogar gefallen. Ich habe im Moment ebenfalls Stress mit meinem Vater, dass ich in eine Klinik soll, weil ich meine Gedanken und Gefühle gerade nicht unter Kontrolle bekomme und wieder alles verbasel was ich die letzten 2 Jahre geschafft habe. Ich weiß, dass ich einen riesen Fehler mache und mach ihn trotzdem. Hätte ich nicht so eine Angst davor und hinge zu sehr an meinem Sport und meinem restlichen Leben, hielte ich dies vielleicht auch für die bessere Idee. 

Vielleicht musst du es einfach wagen. Die werden schon keinen Quatsch mit dir machen. Ich kenne 2 Leute denen das sehr geholfen hat. 

PS: ich glaube nicht, dass andere Ärzte in irgendwelche Patientenlisten einsehen dürfen. Ich weiß es natürlich nicht aber ich kann es mir nicht vorstellen. 

Antwort
von Wonnepoppen, 30

Das kann man nicht verallgemeinern, kommt auf einen selber u. auf die Klinik an!

Fest steht, daß du es nicht alleine schaffst!

Wer glaubt noch, daß du es nicht schaffst?

wieso darf es dein Arzt nicht erfahren, jemand muß dich doch einweisen?

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