Frage von YSF1961, 49

K.O Spray (Pfefferspray) "mit Nebeleffect" welche Folgen hätte der Einsatz davon in einem Passagierflugzeug?

Meine Frage ist ernst gemeint, denn ich würde das mal gerne wissen. Und hoffe ihr könnt mir auch weiter helfen.. Also sagen wir mal ein normales Passagierflugzeug von (Lufthansa) alle Plätze sind besetzt. Nun hebt das Flugzeug in die Luft und ist genau, in der Mitte eines Meeres, wo es keine Notlandung machen kann (dazu kommen wir noch später) und aufeinmal sprüht eine unbekannte Person mit einem K.O Spray durch die Gegend ohne erstmal bemerkt zu werden, (das K.O Spray hat er i.wie mit reinsmuggeln können) "bisschen improvisation" da es ein starker K.O Spray mit einem Nebeleffect ist würde es sich im ganzen Flugzeug verteilen und die Nasen, Schleimhäute und in die Hälser der Passagiere eindringen (Lebensgefahr durch erstickung etc. möglich). So nach langer Rede was kann man tun?? Klimaanlage wäre so meine Idee aber wie.. Erzählt, bin gespannt was für Ideen ihr so habt, wie würdet ihr reagieren..

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Flugzeug, 49

Hallo,

als erstes kann so etwas gem. LuftVG (Luftverkehrsgesetz) mit 50.000 Euro Bußgeld und in schweren Fällen mit Haft bis zu fünf Jahren bestraft werden. 

So, kommen wir zum praktischen Teil: Die Klimaanlage würde das Gas mit der Luft absaugen und Frischluft zuführen; es ist also nicht ganz so einfach. Dazu kommt, dass wir realistischerweise davon ausgehen können, dass ein KO-Gas eben nicht sofort (also in Sekundenschnelle) die Kabine auf ganzer Länge außer Gefecht setzt. Und was ist dann mit dem Täter? 

Der Kabinencrew (mindestens einem Crewmember) bliebe also noch Zeit a) die mobilen O2-Masken (die z. B. bei der Brandbekämpfung benutzt werden) aufzusetzen und b) das Cockpit zu warnen. Und im Cockpit gibt es eine von der Kabine unabhängige O2-Versorgung über die Vollgesichtsmasken. 

Die Piloten würden also nicht ohnmächtig werden sondern hätten Zeit, über die EMERERGENCY RAM AIR INLET DOORS genügend Außenluft in die Kabine zu lassen, um die Kabine zu ventilieren. Schließlich dient das System auch der Beseitung von Rauch, ist also in Verbindung mit den OUTFLOW VALVES auch gut zur Entfernung fremder bzw. gefährlicher Gase geeignet. 

Zusätzlich wird ja immer nach ETOPS geflogen. OK, über dem Südatlantik wird es ein wenig schwierig, aber in der Mitte könnte man beim größtmöglich erlaubtem Radius bis Brasilien weiterfliegen. Kabinencrew und Passagiere wären vielleicht außer Gefecht gesetzt, aber das Cockpit nicht. 

Funktionieren würde so ein Anschlag also nur im Film oder im Roman, nicht in der Realität. 

Antwort
von Hardware02, 27

Deine Frage gefällt mir gar nicht. Denn du zeigst ganz genau diesen Schwachpunkt der gegenwärtigen Flüssigkeitsregelung. Da muss man gar nicht "improvisieren" - es sind nicht alle Flüssigkeiten automatisch ungefährlich, nur weil sie in kleinen Flaschen sind!

Bei einem "normalen" Pfefferspray gehe ich davon aus, dass sich sofort die Passagiere in der Nähe dieses Terroristen entschieden zur Wehr setzen würden. Ungefähr so, wie beim Schuhbomber. Den haben auch die Passagiere unschädlich gemacht.

Aber wenn man da was "stärkeres" hat? Vielleicht ein Nervengift wie Sarin? Dann sieht es gar nicht gut aus. Auch dann nicht, wenn man nicht über das Meer fliegt, sondern "nur" notlanden muss. Spätestens seit März weiß jeder, dass das etwa 8 Minuten dauert. Eine ganze Menge Zeit, die man vielleicht nicht hat. 

Die Piloten haben Sauerstoffmasken. Die könnten sie aufsetzen (falls sie rechtzeitig merken, dass es ein Problem gibt). Und ein Flugzeug mit vermutlich überwiegend toten Passagieren landen.

Kommentar von Papabaer29 ,

Die Passagiere haben auch Sauerstoffmasken.

Und einen Anschlag mit Sarin könnte man anderswo (Konzerthalle) viel effektiver ausüben.

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