Buchfink am 03.05.2009 um 2:47 Uhr
Mein Vorgarten ist die Unkrautkeimzelle der Straße. Von den paar Quadratmetern aus wird die ganze Straße mit Löwenzahn versorgt. Natürlich bringt dies meine Nachbar auf die Palme, allerdings habe ich Leben in diesem kleinen, unordentlichen Biotop. Nicht nur Löwenzahn ist dort heimisch, auch Zauneidechsen und diverse Käferarten, die man so nicht in Stadtnähe erwartet, finden Unterschlupf.
Von meinen Nachbarn werde ich deswegen gerne mal mit Sticheleien bedacht und gerne werfen sie mir auch Kassenzettel von Gartenfachmärkten in den Briefkasten, auf denen dann verschiedene Unkrautvernichtungsmittel und die dazugehörigen Preise farbig markiert sind. Eine Nachbarin drohte mir sogar schon mit dem Ordnungsamt.
Auf das Biotop möchte ich nicht verzichten, meine Nachbarn sind mir allerdings egal.
Aber habe ich tatsächlich irgendwelche Konsequenzen zu erwarten?
Kann das Ordnungsamt mir etwas anhaben?
Kann ein Gericht eingeschaltet werden?
Quid pro quo: Für jedes DH, welches die Frage bekommt, gibt es ein Däumchen extra.
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Komme Deinen Nachbarn zuvor,
indem Du beim Umweltamt Deiner Stadt einen Antrag auf „Genehmigung und Erhaltung einer Wiese als Naturwiese“ stellst. Und wenn Du Glück hast, wird das Anlegen und die Erhaltung einer solchen Wiese sogar noch bezuschusst!
Dann können Dir die Nachbarn „gar nichts mehr wollen“ und haben das Nachsehen und Du einen „Freibrief“.
Naturwiesen sind z.B. bei uns im Freizeitpark besonders eingefriedet, damit die entsprechenden Gräser, Wildblumen und -kräuter sich problemlos entwickeln können und damit auch Insekten wie Käfern, Hummeln und verschieden Arten von Schmetterlingen einen Lebensraum geben.
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Deine Einstellung ist top und du bist rechtlich auf der sicheren Seite.
Buchfink am 3. Mai 2009 02:53 Hast Du vielleicht einen Link mit einem Urteil, oder ähnlichem für mich?
moccajoghurt am 3. Mai 2009 02:58 Was du mit deinem Vorgarten anstellst, geht doch wohl niemanden etwas an. Solange du ihn nur verwildern lässt , gibt es doch keine rechtliche Grundlage für eine Klage...

such dir einen Insektenforscher..der eine seltene Gattung bei dir beobachten kann...und du hast ruhe...mit so einer nummer hat schon mal einer den ich kenne, ein riesen bauprojekt lahmgelegt...;)

Der Bund Naturschutz steht Dir bei Deiner Käfer- und Echsenvielfalt nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern wohl auch jeden Tag in Deiner Unkrautkeimzelle um dieses städtische Naturschauspiel täglich auf´s Neue aus der Nähe betrachten zu können.

Solange das Gras nicht auf das Grundstück des jeweiligen Nachbarn wuchert, kann dir und deinem Löwenzahn niemand was anhaben, lieber Peter Lustig! ;-) Und ob "Unkraut" oder "Wildkraut", liegt nur im Auge des Betrachters - ebenso wie die "Schönheit" überhaupt.
Seinen Garten darf immer noch jeder so gestalten, wie er nun mal lustich ist - niemand kann dafür haftbar gemacht werden. Und solange du auch die üblichen gesetzlichen Vorschriften einhältst (was Grenzabstände etc. angeht), sollte alles in Ordnung sein.
Wichtige Grundsätze stehen übrigens im Bürgerlichen Gesetzbuch, §906 oder §1004.

Nein, es ist doch Dein Garten.
Buchfink am 3. Mai 2009 02:52 Die dürfen auch nicht klagen, weil ihre Gärten von Unkraut verseucht werden und sie deswegen Unkrautvernichtungsmittel kaufen "müssen"?
sollen sie dir erstmal nachweisen dass es von deinem grundstück kommt! außerdem sollten die sich an so etwas tollem wie dein garten ja zu sein scheint freuen und ihn nicht mit allen mitteln boykottieren
RamsesII am 3. Mai 2009 02:57 Nein, auf keinen Fall.
Löwenzahn ist schön
Buchfink am 3. Mai 2009 03:02 Sehe ich genauso, bringt mich aber nicht weiter.
Dennoch DH, wegen der Sympathien für dieses edle Gewächs.
Ich denke solange du auf deinem Grundstück bleibst kann dir das ordnungsamt gar nichts
Buchfink am 3. Mai 2009 02:54 Auch nicht, wenn die Nachbarn Unkrautvernichtungsmittel kaufen "müssen" und so Extrakosten aufzuwenden haben?
Ich hab oben schon was dazu geschrieben.... aber wie gesagt du bist auf deinem grundstück und löwenzahn wächst an jeder straßenecke also muss es nicht unbedingt von dir kommen

Wenn ich mich so umsehe, musst du wohl ganz in meiner Nähe wohnen. Überall Löwenzahn. Wo der nur herkommt?
Buchfink am 3. Mai 2009 10:42 Mit nachhause nehmen, waschen und einen Salat damit zubereiten.
Natürlich nur, wenn er nicht am Straßenrand oder an beliebten Hundetreffpunkten wächst.
Am besten, Du bereitest einen leckeren Wildkräutersalat zu (Löwenszahn, Pimpinelle, Kapuzinerkresse, Calendula, etc... mit leckerem Gemüse vermischt)und lädst die Nachbarn zum Grillen ein ;o) Dann kannst Du sie vielleicht davon überzeugen, dass Du gar nicht so "wild" bist, wie sie denken und Kräuter auch noch gesund und lecker sind. Solange die Pflanzen nicht über den Zaun "wuchern", ist doch alles bestens. Aber ich kenne das nur zu gut. Mir wurde sogar schon mal unterstellt, dass von meinem Balkon her der Löwenzahn in den Garten unter mir gekommen ist (Anm. es gibt ringsherum überall Weinberge mit Löwenzahn...). Arme Leute! Liebe Grüße, Anne
Buchfink am 4. Mai 2009 12:37 Es wuchert nichts rüber, weil die Vorgärten getrennt sind. Eigentlich regen die sich nur über den Samenflug auf.
Einwürfe, dass Löwenzahn (richtig angemacht) ideal ausgezeichnet schmeckt, werden gerne abgeschmettert.
Dennoch: Vielen Dank.
Ohje, dann wünsche ich viel Durchhaltevermögen daumendrück :o) Aber gegen Samenflug können die nix machen. Kannst ja schlecht den Wind abstellen. Außerdem kann DIr keiner nachweisen, dass es von Dir kommt. LG

Mein Tip: Halte dein Biotop am Leben! Solange die öffentliche Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird, (und das wird durch Löwenzahn wohl kaum der Fall sein), können die dir gar nix. Und wenn das Ordnungsamt doch mal anrückt, verweise auf das Naturschutzgesetz und darauf, dass in deinem Vorgarten geschützte Tiere leben.
Buchfink am 4. Mai 2009 12:35 Ehrlich gesagt hätte ich nicht mit soviel Zuspruch gerechnet.
Vielen Dank.

Wir haben zwar (noch) keinen Garten, aber geplant sind jetzt schon Insekten-Nistkästen. Ich liebe Käfer! Und Fluginsekten! (Ausser Bremsen und Stechmücken)
Ob allerdings eine Pusteblumen-Monokultur zur Artenvielfalt beiträgt, weiss ich nicht.
Vor kurzem kam ein Bericht im TV. Es ging um einen Querulanten, der in seinem Garten sonderbare Dinge beherbergte. Davon bist du weit entfernt. Nichtmal dort konnten die Nachbarn etwas ausrichten.
Buchfink am 4. Mai 2009 23:01 Sowas habe ich auch gesehen. Aber Matratzen, Lattenroste und Autoreifen sind wenig ansprechend für den Vorgarten.

Jedes Stückchen Natur ist wichtig. Hochachtung. Ich habe im Garten auch eine Wildwiese, für Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge, wo auch Nahrung für die Schmetterlingsraupen vorhanden sind. Du könntest dich erkundigen, ob es für deinen Ort Richtlinien für das Aussehen der Staßenansicht gibt. Aber die Antwort von @MagnoliaNe ist doch viel besser.
Buchfink am 4. Mai 2009 21:13 Dem NABU habe ich schon eine Mail geschickt, um mich zu informieren.
Auch wenn es nur 30m² sind, in dem bisschen Erde ist soviel Leben, das lasse ich mir nicht durch mein Umfeld kaputt machen.
Lupus1960 am 4. Mai 2009 22:22 Danke für Deine beiden Bewertungen.

Ich wünsche Dir ein dickes Fell, ein gutes Händchen mit Deinen Wildkräutern und der Insektenpopulation, und die Unterstützung eines Biologen...
Das Vorkommen der gefährdeten Zauneidechse dürfte übrigens schon genügen, um keine Gräser-Monokultur (Rasen) anlegen zu müssen.
Abgesehen davon dürften die Nachbarn sowieso machtlos sein, denn Löwenzahnsamen fliegt weite Strecken. LG!
Buchfink am 7. Mai 2009 14:58 Sogar die Pappel-Wolle, die zur Zeit ihre Kreise zieht, buchen die auf mein Konto, weil die Samen ähnlich aussehen. Gegen Stadtrandspießer ist man nicht gefeit.
Maienblume am 7. Mai 2009 15:00 Stadtrandspießer sind leider eine Spezies, die absolut nicht vom Aussterben bedroht ist...:-(
Weidenwolle fliegt übrigens gerade auch allerliebst!

also ich würd die leutchen ignorieren, was soll der quatsch von wegen unkraut!, es gibt kein unkraut! aus löwnzahnblüten kannst du einen honigähnlichen brotaufstrich machen, einen löwenzahnlikör, die blätter (nicht neben der straße) kannst du unter den salat mischen und zuguter letzt gibt es von einer berühmten firma, den löwenzahnsaft für leberschäden! also, wo ist das problem......! wie gesagt: ich würd die leutchen ignorieren!
Buchfink am 1. Juni 2009 23:52 Die Leute selbst zu ignorieren ist ja keine Problem, aber wenn sie mir drohen, dass sie auf eigene Faust Unkrautvernichtungsmittel in den Vorgarten kippen......
Mir geht es um den Erhalt des Biotops.
maira1954 am 1. Juni 2009 23:58 sollte das passieren, kannst du sie anzeigen, weil das wäre ein eingriff in die natur und für das ist der nabu zuständig!

Es gibt soooooooo viele Spießer! Schmeiß doch den Leuten, die das Geld für Unkrautvernichtungsmittel von dir wiederhaben wollen, Rezepte für Löwenzahnsalat u.ä. in den Briefkasten..........
Buchfink am 6. Mai 2009 16:45 Ob das nicht als weitere Provokation anzusehen ist?
Klingt nach viel bösem Blut.
Was für einen Antwort!
Aber lohnen sich denn auch die paar Quadratmeter Wiese?
Der Vorgarten hat gerade mal etwas über 30m² Fläche?
natürlich lohnt es sich.
Was sich nicht lohnen würde, wäre die Anschaffung eines Rasenmähers für dieses Fleckchen Wiese grins
Den haben wir für den "richtigen Garten" (knapp über 80m²).
80 qm oder 800 qm?
80 qm wären ja auch nicht gerade viel, das bisschen Rasen kannst Du ja fast mit der Schere abschneiden grins
Tatsächlich sind es nur 84m². Aber zum Grillen (in kleinen Gruppen) und Entspannen reicht es vollkommen.
^^ :o))
Tolle Antwort und Bilder. DH
Ganz genau. Super Antwort. DH
doppel daumen hoch