Frage von Xxswannix, 31

Klimawandel - vom Menschen verursacht?

Ich habe in meinem msa die Problemfrage 'klimawandel-vom Menschen verursacht?' und mich würde eure Meinung zu dem thema interessieren. Was denkt ihr? Ist der Klimawandel natürlich oder ist der Menschen daran schuld? Ich würde mich sehr über eure Beiträge freuen. Danke schon mal im voraus Swanni

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von realfacepalm, Community-Experte für Klima & Klimawandel, 22

Ja, die gegenwärtige globale Erwärmung und der daraus folgende zusätzliche und beschleunigte Klimawandel sind größtenteils vom Menschen verursacht.

Es gibt zum einen den natürlichen Klimawandel seit es so etwas wie Wetter auf unserem Planeten gibt. Dieser natürliche Klimawandel wird z.B. durch größere Schwankungen der Sonneneinstrahlung, Veränderungen der Umlaufbahn der Erde (Milankowich-Zyklen), langfristige vulkanische Aktivitäten oder die Verschiebung der Kontinente durch die Plattentektonik und einiges mehr verursacht. Dieser natürliche Wandel läuft normalerweise in Jahrmillionen, Jahrzehntausenden und Jahrtausenden ab.

Die gegenwärtige globale Erwärmung und der daraus folgende, zusätzliche und beschleunigte Klimawandel dagegen wird größtenteils vom Menschen durch sein Emissionen an Treibhausgasen und andere menschliche Einflüsse verursacht, und ist um ein vielfaches schneller als der natürliche und verläuft innerhalb Jahrzehnten und Jahrhunderten:

Es gibt jetzt noch größere Sicherheit (>95%), dass der Mensch die dominante Ursache der globalen Erwärmung ist. Natürliche interne Schwankungen und natürliche äußere Antriebe (z.B. die Sonne) haben zur Erwärmung seit 1950 praktisch nichts beigetragen – den Anteil dieser Faktoren kann IPCC auf ± 0,1 Grad eingrenzen.

http://www.scilogs.de/klimalounge/der-neue-ipcc-klimabericht/

Der IPCC Bericht wurde dabei noch auf Druck einiger Regierungen vorsichtiger formuliert - die Wissenschaft hätte eher zu 99%, also praktisch sicher, geneigt.

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Nach den natürlichen Klimaantrieben würde sich das Klima eher abkühlen, und in einigen zehntausend Jahren die nächste Kaltzeit beginnen. Der Mensch hat diese langsame Abkühlung durch seine Treibhausgasemissionen in einen rasanten Anstieg umgekehrt:

https://www.gutefrage.net/frage/ob-und-wenn-ja-wie-schnell-wuerde-sich-das-weltk...

Kommentar von Interkalator ,

Es gibt jetzt noch größere Sicherheit (>95%), dass der Mensch die dominante Ursache der globalen Erwärmung ist.

Wie soll das gehen, wenn CO2 einen Anteil am Treibhauseffekt von 9-26% hat? Während Methan und Wasserdampf bei rund 80% liegen? Dominante Ursachen sehen anders aus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas

Kommentar von realfacepalm ,

Das ist natürlich abhängig von der Bewölkung, der relativen Luftfeuchtigkeit und anderem.
Nebenbei fällt bei Dir rein zufällig unter den Tisch, dass auch Wasserdampf H2O einen von-bis Bereich von 36-70& und Methan CH4 einen Bereich von 4–9 %. Selbst die Extremwerte von H2O und CH4 addieren sich also nicht zu den 80% auf, die Du da als "rund", also für den normalen Leser als durchschnittlich behauptest. (in der dort verlinkten Quelle Kiehl/Trenberth sind die 9% übrigens nicht direkt zu finden. Ich recherchier mal nach) https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt#Treibhausgase

Weiterhin solltest Du zwischen den kondensierenden Treibhausgas Wasserdampf und den nicht-kondensierenden unterscheiden. http://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-nicht-wasserdampf-statt-co2...


Kommentar von Interkalator ,

Selbst die Extremwerte von H2O und CH4 addieren sich also nicht zu den 80% auf


"Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas.[25] Sein Beitrag zum natürlichen Treibhauseffekt wird auf etwa 60 % beziffert."

"Methan trägt aufgrund seiner hohen Wirkung (25-mal so wirksam wie CO2[14]) mit rund 20 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei."

https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas

Wenn du zwischen kondensierten und dekondensierten Gasen unterscheidest, dann solltest du auch auf CO2-Speicherung in den Meeren und Pflanzen bzw. deren Verstoffwechslung im CO2-Kreislauf berücksichtigen.

PS: Die Luftfeuchtigkeit ist nicht die Abhängigkeit der Stärke des Treibhauseffektes von Wasserdampf, sondern die Folge daraus.




Kommentar von realfacepalm ,

Zur Wasserdampf / Methan-Wirkung: Da wechselst Du die Bezugsgröße. H2O trägt bis zu 80% zum gesamten THE bei, die von Dir genannten 20% für Methan sind  innerhalb des anthrophogenen Anteils, der wiederum nur einen kleinen Teil des gesamten THE ausmacht. Daher ist Deine Rechnung falsch.

Die Zahlen sind vor allem durch die Unsicherheit bei der Einbeziehung von Wolken schwankend - darum wird auch oft nur der Wert für klaren Himmel, "clear sky" angegeben.

Zum PS: Die Konzentration von Wasserdampf hängt in keinster Weise vom Treibhauseffekt ab. Die Lufttemperatur bestimmt die Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf - je wärmer, desto mehr kann aufgenommen werden. Zur Verdeutlichung könnte man sich auf die gesamte Menge an Wasserdampf in Gramm beziehen, statt auf die relative Luftfeuchtigkeit.

Kommentar von Interkalator ,

Da wechselst Du die Bezugsgröße.

Das stimmt. Ich vergleiche mal die Bezugsgröße nur vom CO2:

Laut Wikipedia war 2006 eine Produktion von 32 Gt beim menschengemachten Anteil. Der Natürliche Anteil beträgt 550Gt pro Jahr.

Wenn man nun 9-26% benennt nur vom natürlichen Anteil, dann kann man die auch für das Gesamte stehen lassen, denn die 32Gt vom Menschen zählen hierzu vielleicht 1%. Es wird also lange nicht dominant, dazu müsste der Mensch schon mindestens 400Gt pro Jahr beitragen.

Kommentar von realfacepalm ,

Aha. Den eigenen Fehler nicht eingestehen und als Begründung ... ein schneller Themenwechsel.

Nochmal: Deine 80% sind falsch. Begründung oben.

Deine weiteren Einlassungen sind jetzt das nächste klassische Pseudo-Skeptiker-Argument, und dazu noch mit falschen Zahlen.

Eine ausführliche Widerlegung hier: https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-die-co2-emissionen-des-mensch...

Übrigens bereits in meiner ursprünglichen Antwort erklärt.

Kommentar von Interkalator ,

Nochmal: Deine 80% sind falsch. Begründung oben.

Selbst wenn die 80% nicht stimmen und der Wert niedriger ist, kann CO2 nicht dominant sein, weil sie nur 9-26% ausmachen. Bedeutet andere Treibhausgase machen 74-91% aus.

Deine weiteren Einlassungen sind jetzt das nächste klassische Pseudo-Skeptiker-Argument, und dazu noch mit falschen Zahlen.

Die Zahlen habe ich immernoch aus dem gleichen Link von Wikipedia:

"Die geogene, also natürliche CO2-Produktion beträgt ca. 550 Gt pro Jahr."

"Der weltweite anthropogene CO2-Ausstoß betrug im Jahr 2006 ca. 32 Gigatonnen (Gt)"

https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas

Kommentar von realfacepalm ,

Deine Aussage:

denn die 32Gt vom Menschen zählen hierzu vielleicht 1%. Es wird also lange nicht dominant, dazu müsste der Mensch schon mindestens 400Gt pro Jahr beitragen.

ist leider Quatsch, mit falschen (1%) bzw. frei erfundenen (400Gt) Zahlen und ohne den Versuch, die Zusammenhänge erkennen zu wollen. Im Prinzip verwechselst Du Umsatz und Gewinn.

Die genannten 32 Gt kamen zusätzlich zu den 550Gt im Kohlenstoffzyklus hinzu. Für 2006 waren das also ein Zuwachs von etwa 5,8%.

550Gt waren der Start, nach 2006 waren es 550Gt + 32 Gt = 582Gt abzgl. dem was die Meere aufnehmen (das wären rund die Hälfte von den 32Gt - daraus folgt auch die Meeresversauerung) und dem was der biologische C-Kreislauf zusätzlich aufnimmt, und anderen Senken.

Dadurch hat der Mensch z.B. die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von etwa 280ppm vor der Industrialisierung auf gegenwärtig über 400ppm gesteigert - also um über 40%

Zusätzliche Freisetzung von C aus einem langfristigen Speicher (hier durch Verbrennung fossiler Brennstoffe) in die Atmosphäre => mehr Treibhausgase in der Atmosphäre  => der Treibhauseffekt wird um einen bestimmten menschenverursachten Anteil größer => es wird wärmer.

Kommentar von Interkalator ,

ist leider Quatsch, mit falschen (1%)

Wenn (Mittelwert) 17,5% CO2 Anteil am Treibhauseffekt vorhanden ist und 582Gt der Gesamtwert von geogen und anthropogen, dann sind das laut Dreisatz 1,02%, die einen Anteil am Treibhauseffekt haben, die man dem Menschen zuordnen kann.

Dadurch hat der Mensch z.B. die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von etwa 280ppm vor der Industrialisierung auf gegenwärtig über 400ppm gesteigert - also um über 40%

Du verwechselst hier den Partialdruck mit dem Anteil am Treibhauseffekt. Dieser bleibt nach wie vor bei 9-26% (oder 17,5% Mittelwert). Selbst wenn der Partialdruck um 100% seit Industrialisierung gestiegen wäre, wäre das in Relation zu anderen Treibhausgasen immernoch ein geringer Anteil, weil wie ich schon zitierte beispielsweise Methan 25 mal so wirksam ist wie CO2.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Das geht, wenn man Zusammenhänge versteht, und nicht rein formal "korrekt" mit Zahlen jongliert.

Kommentar von Xxswannix ,

Vielen vielen Dank für deine Meinung und die Bilder. Damit kann ich sicher viel anfangen in meiner Facharbeit :)

Kommentar von realfacepalm ,

Xxswannix, Danke für den Stern! :-)

Und viel Erfolg bei der Facharbeit!

Antwort
von ThomasJNewton, 9

Wenn du nach Meinungen fragst, erhältst du Meinungen.

Eine Meinung und Kenntnis der Fakten und Zusammenhänge haben wenig miteinander zu tun.

Das wird schnell klar, wenn Menschen mit einer Meinung ihre Meinung begründen wollen.
Anderen jedenfalls, ihnen nicht.

Antwort
von Startrails, 7

Hallo,

div. Wandel des Klimas gab es schon seit jeher. Es ist also falsch wenn behauptet wird, dass der Klimawandel definitiv nur vom Menschen verursacht wird.

Was allerdings Fakt ist, ist die Tatsache, dass der Klimawandel durch den Menschen verstärkt und beschleunigt wird.

Antwort
von PavicsitsWilli, 12

Beweisbar ist allein oder am besten die Wetterveränderung durch die offenkundigen Kondensstreifen und Wolken des Flugverkehrs. Als - wenn auch nur teilweise - Bedeckung am Himmel behindern sie die Wärmeabstrahlung der Erde. Darüber hinaus verstärken sie durch Reflexion die direkte Sonnenstrahlung, was an ihrem diffusen, mäßigen und strahlenden Weiß erkennbar ist. Allein der zweitgenannte Effekt reicht schon ohne Erhöhung der Durchschnittstemperatur durch den erstgenannten Effekt aus, um die Wasserverdunstung als Kriterium der Schadensereignisse, die dem "Klimawandel" zugeordnet werden, verstärkt anzutreiben, weil das Maß an Verdunstung zur Temperaturerhöhung unverhältnismäßig ansteigt. Weil dieser Einfluss jederzeit kurzfristig beendet werden kann, ist es irreführend von "Klimawandel" zu sprechen, unter dem ein langzeitlicher Prozess verstanden wird.  

 

Antwort
von askme9999, 5

Ich bin der Meinung dass er eindeutig von Menschen verursacht wurde! Durch die ganzen Auto Abgase und die Abgase von Fabriken usw. wird der Treibhauseffekt nur angekurbelt und der Klimawandel wird verstärkt!
LG

Antwort
von Nonmon, 6

Nicht nur die Menschen. Auch die Kühe. Jede Kuh stößt all 40 Sekunden  300 bis 500 Liter Methangas aus.

Antwort
von Interkalator, 7

Den Klimawandel gibt es seit Milliarden von Jahren, an dem ist sicherlich nicht der Mensch Schuld.

Kommentar von realfacepalm ,

Du verwendest hier einen altbekannten Fehlschluss:

https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-das-klima-hat-sich-immer-scho...

der bei skepticalscience immerhin auf Platz 1 der meistgebrauchten "skeptischen" Argumente steht.

http://www.skepticalscience.com/argument.php

Kommentar von Interkalator ,

Ich erkläre dir mal nur vom logischen den Satz, der alles zu erklären scheint aus deiner Quelle:


"In der Tat hat sich das Klima schon oft gewandelt, es reagiertsensibel auf verschiedene Einflüsse. Allerdings können die derzeitigen Klimaänderungen durch die bekannten natürlichen Mechanismen nicht erklärt werden – es sind unbestreitbar menschliche Einflüsse, die momentan die Erde aufheizen."

Das Klima hat sich also oft gewandelt. Ich nehme an, das stimmt meiner These zu. Die derzeitigen Klimaänderungen können nicht erklärt werden. Ok. Aber es sind unbestreitbar menschliche Einflüsse, die die Erde aufheizen. Ahja, ich dachte die Klimaänderungen können nicht erklärt werden? Aber nun doch unbestreibar. Na was denn nun ^^ Kann man sich jetzt zurechtlegen, wie man es möchte.


Alleine gegen die These: "Es sind menschliche Einflüsse, die die Erde aufheizen" habe ich nichts einzuwenden. Stimme ich komplett zu. Genauso wie meine CO2-Ausatmung einen Bruchteil dazu beiträgt. Genauso wie ein Grashalm vor meiner Tür durch Glucoseveratmung einen Einfluss an der Aufheizung der Erde hat. Aber man kann es auch übertreiben.

Kommentar von realfacepalm ,

Nochmal das Zitat:

In der Tat hat sich das Klima schon oft gewandelt, es reagiert sensibel auf verschiedene Einflüsse. Allerdings können die derzeitigen Klimaänderungen durch die bekannten natürlichen Mechanismen nicht erklärt werden – es sind unbestreitbar menschliche Einflüsse, die momentan die Erde aufheizen.

Da steht genau NICHT folgendes: ".... Die derzeitigen Klimaänderungen können nicht erklärt werden."

Du hast einfach einen Dir nicht ins Konzept passende Teil, nämlich "durch die bekannten natürlichen Mechanismen" weggelassen, und behauptest dann, dieser manipulierte Ausschnitt sei die Aussage.

Kommentar von Interkalator ,

Das ist vom Sinn her das Gleiche. Wenn man etwas durch "natürliche bekannte Mechanismen" nicht erklären kann, dann kann man es auch nicht mit unbekannten unnatürlichen Mechanismen erklären.

Kommentar von realfacepalm ,

Sag mal....
Das ist jetzt das zweite Strohmannargument, in dem Du allerdings diesmal dem Zitat nichts wegnimmst, sondern etwas frei hinzudichtest. 

https://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-10-pappkamerad-strohmann

Die Wirkung von Treibhausgasen ist bekannt - und die Quelle der zusätzlich freigesetzten Treibhausgasen auch. Ist also nix mit "unbekannten unnatürlichen Mechanismen".

Kommentar von Interkalator ,

Das war ein Beispiel, was du nicht verstanden hast.

Du behauptest "Die Wirkung von Treibhausgasen ist bekannt". Deine Quelle behauptet "man kann den Klimawandel durch Treibhausgase nicht erklären" (in anderen Worten).

Nochmal aus dem Zitat:

"Allerdings können die derzeitigen Klimaänderungen durch die bekannten natürlichen Mechanismen nicht erklärt werden"

=

"Klimaveränderung" = Wandel des Klimas = Klimawandel

"bekannte natürliche Mechanismen" = Treibhausgase

Und das reime ich mir nicht zusammen, wie es mir passt. Denn eine "Klimaveränderung" ist nunmal ein Synonym für Klimawandel und zu "Mechanismen" des Klimawandels/ Klimaveränderung gehören Treibhausgase.

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