Frage von Dennis36, 49

Kleinunternehmner Warenverkauf?

Hallo Zusammen,

Kurz zu mir : Ich bin Hauptberuflich in einem normalen Vollzeit beschäftigungsverhältniss und habe nebenher ein Kleinunternehmen. Bisher habe ich fast nur mich Verkauft als freier Techniker ( Veranstaltungstechnik). Jetzt soll ich eine Recht große Festinstallation umsetzen (50-60k Materialwert).

Jetzt ist meine Frage , ich muss dem Kunden dann den vollen Bruttowaren Wert berechnen , da ich ja die 19% Mwst auch voll zahlen muss und sie nicht absetzen kann da ich ja keine Ausweise . Auf was muss ich achten ? Für Hilfe wäre ich sehr dankbar! Viele Grüße!

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 23

1. Wann findet dieser Umsatz statt? Wenn er noch in diesem Jahr stattfände, würdest Du ja noch wegen des Vorjahres Kleinunternehmer sein, weil Du Anfang des Jahres diesen Umsatz nicht erwarten konntest. Wäre es ein Auftrag für das nächste Jahr, so wüsstest Du es vor Beginn des Jahres und damit wäre die Voraussetzung für den Kleinunternehmer weg.

2. Es stellt sich die Frage, ob die Auftraggeber nicht sowieso annahmen, das Du Regelbesteuerer bist und eine Rechnung mit Steuerausweis erwarten.

3. Wie wird es an den Kunden berechnetß Weiterberechnung des Materialwertes und eine Abrechnung für die Arbeit, oder ein Gesamtpreis? Wenn die das Material gesondert zahlen (und die Preise kennen), werden die nicht akzeptieren, wenn Du denen 60.000,- für Material berechnest, was die für 50.000,- + Umsatzsteuer, also echte Kosten 50.000,- selbst kaufen können.

4. Daraus ergibt sich (wenn Du an dem Status Kleinunternehmer hängst, was bei Veranstaltungstechnik sowieso quatsch ist, denn Deine Kunden dürften nur Unternehmer sein udn somit Vorsteuerabzugsberechtigte), dass Du auch das Material von denen kaufen lassen kannst udn nur Deine Arbeit berechnest.

Kommentar von Dennis36 ,

Vielen Dank für die schnelle Hilfe!

Dieser Umsatz würde in den nächsten Wochen stattfinden.

Das Material wird gesondert gerechnet in einem seperatem Angebot da nicht sicher ist , ob ich den Einbau übernehme oder jemand anders .

Aber ich bin doch trotzdem noch deutlich günstiger , da ich ja das Material günstig Einkaufe , somit spart sich der Kunde doch viel mehr , als wenn er selbst das Material irgendwo anfragt zu Listenpreisen, oder ?

Kommentar von wfwbinder ,

Das mit den Preisen kann ich nicht kontrollieren.

Es ist eben nur so wie ich es schon schrieb, etwas das netto 50.000,- kostet, kaufst Du für 59.500,-, weil Du keinen Vorsteuerabzug hast. Wenn Du also ein Minimum von 3.000,- haben möchtest, musst Du es für 62.500,- weiter verkaufen.

Kommentar von wfwbinder ,

ERgänzende Idee.

Wie wäre es, wenn Du die Lieferung durch Deinen lieferanten direkt an den Endkunden laufen lassen würdest und Deinen Gewerberabatt, oder wie der Nachlass heißen mag, an Dich als Provision zahlen lassen würdest. Da könntest Du dir die Umsatzsteuer praktisch als Provision reinpfeiffen.

Antwort
von RogerDasAlien, 24

Bei dem Umsatz / Warenwert fällst Du nicht mehr unter die Kleinunternehmerregelung, da dies im ersten Jahr nur bis 17500€ und im zweiten bis max 50K€ gilt. Da bist also Vollunternehmer mit entsprechender auszuweisender MwSt, einer Umsatzsteuervoranmeldung etc.

Am besten mal wegen dieser Sachen einen Steuerberater zu Rate ziehen und evtl. mit dem Finanzamt sprechen. Der StBerater kann dir noch Tipps geben, was Du alles zusätzlich beachten musst (Rechnungsstellung, Nebengewerbe vs. Nichtselbständige Arbeit, Steuer etc.).

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn er im Vorjahr unter 17.500,- Umsatz hatte und bei Beginn des Jahres mit dem hohen Umsatz nicht rechnen konnte, ist er auch Kleinunternehmer in diesem Jahr, wenn er 500.000,- Umsatz hätte. Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob Kleinunternehmer für ihn überhaupt die optimale Regelung ist.

Kommentar von Mojoi ,

So ist der §19 bezüglich des laufenden Jahres zu interpretieren?

Ist ja interessant. Ich dachte (und bekam es so vermittelt), dass an jedwedem Zeitpunkt im laufendem Jahr, an dem eine Umsatzmarke von 50.000,- absehbar wird sofort und rückwirkend für das gesamte Jahr eine Abführungspflicht eintritt (was ich zumalgesagt auch als unbillig hart empfand, da ist die von Ihnen geschilderte Anwendung deutlich näher an der empfundenen Fairness).

Kommentar von Mojoi ,

Alles klar, hab mir mal den Anwendungserlass dazu angelesen - sollte man auch mal von Zeit zu Zeit tun. Dankeschön!

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