Frage von RautenMiro,

Kleinunternehmerregelung USt

Fall: Unternehmerin hat eingenommene Umsätze im Jahr 08 15.000 €, im Jahr 09 47.000 €.

So weit so gut § 19 UStG greift. Rg. geschrieben wg. einem unvorhergesehenen Großauftrag im Dez über 6.000 insges. 53.000 € in 2009 (Leistungen des Jahre 09).

Das Geld kommt in Mai 2010 an. Die Rg. ist noch ohne USt wg. § 19 geschrieben. Fällt die Befreiung weg? Ich denke ja, und des weiteren gibt es ja noch den § 29 UStG der so etwas regelt wenn USt-Satz sich ändert oder von str. auf stpfl. Die Person tätigt regelmäßig Umsätze, man kann also von einem langfri. Vertrag sprechen.

Hilfreichste Antwort von EnnoBecker,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Solche Fragen prüft man am besten streng dogmatisch durch:
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Die Prüfung erfolgt jedes Jahr zu Anfang, und die Fragen lauten:

  1. Unternehmer im Inland ansässig?
  2. Vorjahresumsatz weniger als 17.500?
  3. Umsatz dieses Jahres VORAUSSICHTLICH weniger als 50.000?
    .

Dreimal JA heißt: In diesem Jahr ist man KU. Einmal Nein heißt: Ab diesem Jahr greift Regelbesteuerung.


Prüfung Anfang 2009:

  1. ja
  2. ja, denn 15.000<17.500
  3. ja, da "voraussichtlich" gefragt wurde. Ist zufällig auch so eingetreten :-) (47.000)

Prüfung Anfang 2010:

  1. ja
  2. nein, da 47.000 > 17.500 -> Ende der Prüfung

Ergebnis: Im Jahr 2010 kein KU

Kommentar von RautenMiro,

Hallo Enno, danke hast mich bestätigt. Mir war die grundlegende Aussage kein Kleinunternehmer ab 2010 klar. D.h. aus der Rg. muß USt gezahlt werden. Noch ne Frage hat der Rg. Aussteller noch einen Anspruch auf "Erstattung" der USt gemäß § 29 UStG oder bleibt er jetzt auf den "Schaden" hängen... Danke schon mal dafür, das was mich grds wurmt ist der § 29 UStG, hat meine Kundin Glück und bekommt vom Auftraggeber noch die USt, oder hat sie Nasse gemacht. Es handelt sich ja wie oben schon beschrieben um eine regelmäßige Geschäftsbeziehung (Std Lohn Abrg. pro Monat gem. vertraglicher Vereinbarung des Std.satzes)

Kommentar von EnnoBecker,

§ 29 ist mMn nicht anwendbar, da kein "anderer Steuersatz" anzuwenden ist. Die KU-Regelung besagt ja nur, dass die eigentlich entstandene USt nur nicht erhoben wird - wir haben hier also ein lex specialis zu § 163 AO.
 
Was jetzt zu tun ist, hängt vom Vertrag ab (den ich ja nicht kenne). Ist der Leistungsempfänger selber vorsteuerabzugsberechtigt, kann die Rechnung deiner Mandantin leicht nach § 17 UStG korrigiert werden - dem LE entsteht kein Schaden und deiner Mandantin ist geholfen. In aller Regel sind Preisabsprachen zwischen Unternehmern ja Netto-Abreden.
 
Ist der LE Privatmensch, so lautet die Preisabsprache ja gesetzlich zwingend über den Endpreis. In diesem Falle muss deine Mandatin neu kalkulieren. (Allein dies ist schon ein Grund, warum ich gern zur Option rate.).
 
Also hier wirst du gucken müssen, was in dem Vertrag steht.

Kommentar von RautenMiro,

§ 29 UStG soll ja auch die Fälle abdecken, wo aus ust-frei pflichtig wird... ich weiß, wir haben keine ust-freie nach § 4 UStG..... Nur zur Info>> Der Leistungsempfänger ist nicht VoSt abzugsberechtigt... Deswegen möchte er ja auch am besten nur den kleinen Betrag ohne USt zahlen.... Na ja Fall für mich gelöst.. merci für den Gedankenaustausch

Kommentar von EnnoBecker,

Aber § 19 beinhaltet ja keine USt-Befreiung - und deshalb kann das nicht funktionieren.

Kommentar von RautenMiro,

Siehste Enno, kann nicht schlafen wg. der Frage...lach...neeee.... auch bei Deiner letzten Aussage bin ich bei Dir, ust-freie heißt dem Grunde nach § 4 UStG (oben schon geschrieben) liegt nicht vor.... und deswg bleibt es bei der USt im Jahre 10.... Nur noch zur Info: Der Auftraggeber war hier ein richtiger Schlingel.... wollte sparen auf Teufel komm raus.... ging aber nicht mehr, da meine Mand. die EÜ für 09 schon abgegeben hatte.....vielleicht kannst Du Dir denken was ich meine.... :-)

Kommentar von EnnoBecker,

Nein, keine Ahnung. Ich weiß nur, dass deine Mandantin nun wohl betriebwirtschaftlich entscheiden muss.

Kommentar von RautenMiro,

Na ja Leistg ist doch aus 2010. Die wollten weil noch Luft in 09 war, auf dem Papier zurücktragen.... weil meine Mand. im Jahr 10 die Ust ausweisen muß und der Empfänger der Leistg nicht VoSt.-abzugsberechtigt ist. Sie hatte aber schon 09 abgegeben, so dass man nicht sagen kann.. sie hätte in 09 das Geld bekommen.... dann wäre es ja noch USt-frei wg. VORRAUSSICHTLICH nicht mehr als 50.000

Ich habe ihr den Zahn gezogen... Es wird jetzt keine Rg. mehr für 09 ohne USt geschrieben.... Siehste ehrlich währt am längsten :-)

Kommentar von EnnoBecker,

Hm...§ 19 sagt ja, "wenn die Umsätze des (Vor-)Jahres....". Und die Umsätze haben ja 2009 stattgefunden.
 

Antwort von bestb2b,

Sobald das erste mal 15.000 € Umsatz überschritten werden, ist die Unternehmerin im folgenden Jahr Umsatzsteuerpflichtig !! In dem Fall also bereits für 2010, sie sollte also schnellstens mit dem Steuerberater Kontakt zum Finanzamt aufnehmen, und die Umsatzsteuererklärung für das 1.Quartal einreichen

Kommentar von EnnoBecker,

Zum Glück ist das anders.

Kommentar von bestb2b,

Ups - da hab ich wohl die Zahl falsch geschrieben, ich meinte natürlich die 17.500 €, der Rest sollte aber so stimmen

Kommentar von EnnoBecker,

Da biste auf den Sachvortrag reingefallen :-)

Kommentar von bestb2b,

Taj manchmal doch 10sek länger nachdenken

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