Frage von aNdY9o, 43

Kleinunternehmerregelung oder Freiberuflich, wie gehe ich bei einem selbstständigen Nebenjob vor?

Hi zusammen,

ich möchte steuerlich etc. alles richtig machen. Da ich nun plane neben dem Studium noch etwas Geld durch eine Dienstleistung zu verdienen. Also für andere Leute Schreiben etc. aufsetzen und Ihnen in diesem Bereich auch etwas Tipps zu geben.

Jetzt möchte ich aber nicht irgendwann Ärger wegen Schwarzarbeit oder so was bekommen. Wie muss ich denn jetzt vorgehen, ich lese so viel und blick einfach nicht durch.

Ich weiß als Kleinunternehmer bin ich bis 17.500 € an Umsatz von der Ust ausgenommen. Ich könnte aber auch freiberuflich tätig sein? Wie erkenne ich denn den Unterschied? Und freiberuflich müsste ich ja wiederum Ust zahlen?

Deshalb würde ich gerne ein Kleingewerbe anmelden. a)kann/darf ich das? b)wie? Soweit ich das durchdacht habe, muss ich einfach bei der Gemeinde ein Gewerbeschein ausfüllen. Die leitet das dann an das FA weiter und die kommen dann mit einem Schreiben auf mich zu? Und erst in diesem Schreiben hab ich dann die Kleinunternhemerreglung die ich beanspruchen kann, ist das soweit richtig? c)wie geht es dann b) weiter? :)

Würde mich sehr freuen wenn mir jemand helfen kann! :)

LG & Danke!

Antwort
von PatrickLassan, 43

Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer, und die Umsatzsteuer geht vom Begriff des Unternehmers aus. Das umfasst sowohl Freiberufler als auch Gewerbetreibende. 

Zutreffend ist, dass du nach der Gewerbeanmeldung einen Fragebogen vom Finanzamt bekommst, in dem du die entsprechenden Angaben zur Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung machen kannst.

Kommentar von aNdY9o ,

Vielen Dank.

Das hat mir jetzt schon weiter geholfen. Dann wäre das beste Vorgehen, ich melde das Gewerbe an und fülle dann den Fragebogen aus, wo ich dann Anspruch Kleinunternehmerregelung  mache?

Eine weitere Frage die sich mir stellt, da ich ja vielleicht 3.000 € im Jahr verdienen werde (wenns gut läuft) und eigentlich keine Ausgaben habe. Muss ich das irgendwie beim Finanzamt angeben Einnahme-Überschuss-Rechnung oder so?

Oder gibt's sonst etwas über das ich stolpern könnte, wenn ich es nicht beachte?

Grüße

Kommentar von PatrickLassan ,

Du bist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung und einer Gewinnermittlung verpflichtet

Antwort
von Hardware02, 28

Wenn dein Umsatz unter EUR 17.500 pro Jahr liegt, kannst du selbst unterscheiden, ob du für deine Tätigkeit Umsatzsteuer berechnest, oder nicht. 

Ich würde es nicht machen, denn das macht dir nur Arbeit. Du musst viermal im Jahr eine Umsatzsteuerrechnung machen und hast keine Vorteile. Natürlich, wenn du etwas für die Firma kaufst, musst du dafür keine Umsatzsteuer zahlen. Nur: Wie oft kaufst du etwas für die Firma?

Es gibt eine Reihe von Tätigkeiten, die man freiberuflich ausüben kann. Das ist zum Beispiel bei Übersetzungen der Fall. Ich bin mir nicht sicher, wie es ist, wenn man Briefe entwirft. Aber google mal nach einer Liste der freien Tätigkeiten. 

Wenn du ein Gewerbe anmelden musst, dann mach das einfach. Kein Drama.

Das mit der Kleinunternehmerregelung hat mit der Gewerbeanmeldung nichts zu tun. Du meldest dein Gewerbe ganz normal an. Wenn du Umsatzsteuer abführen willst, dann erstellst du Rechnungen mit Umsatzsteuer. Wenn nicht, und wenn du unter den EUR 17.500 liegst, dann schreibst du unter deine Rechnungen "die Rechnungsstellung erfolgt gemäß Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) ohne Umsatzsteuer" und fertig aus.

Das Finanzamt kommt nicht auf dich zu. Wozu auch? Du machst einfach eine normale Steuererklärung, zu der du als Unternehmer verpflichtet bist. Vermutlich wirst du feststellen, dass deine gesamten Einnahmen unter dem Existenzminimum (ca. EUR 8.500 pro Jahr) liegen. Falls nicht, musst du die Steuern selbständig ans Finanzamt zahlen. Falls du viel verdienst, gibt also nicht alles aus sondern behalte etwas zurück, für die Steuer.



Kommentar von aNdY9o ,

Auch dir vielen Dank, das hat mir jetzt nochmal ein Stück geholfen.
Werde definitiv keine Ust berechnen, muss kaum etwas kaufen und das mit Vst und Ust. Würde mir mehr Arbeit als Ertrag schaffen.

Hab schon geschaut, Briefe, Bewerbungen etc. und habe nichts zu freiberuflich gefunden.

Alles klar, dann melde ich das einfach an. Mache am Ende meine Steuererklärung und gut ist?

Über 8.500€ werde ich sowieso nicht kommen, wenn doch, dann werde ich langsam mal einen Steuerberater konsultieren, dann hat das ganze Zukunft :D. 

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Die Beurteilung, ob eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne der Gewerbeordnung vorliegt, kann ich nicht vornehmen.

Eins weiß ich aber sicher - eine gewerbliche Tätigkeit im Sinne der Gewerbeordnung muss nicht bedeuten, dass auch aus steuerlicher Sicht Einkünfte aus Gewerbebtrieb erzielt werden. GewO und EStG sind zwei unterschiedliche Rechtsgebiete.

Sollte eine Gewerbeanmeldung vorgenommen werden, bekommt das Finanzamt erfahrungsgemäß eine Quermitteilung vom Gewerbeamt. Daraufhin meldet sich das Finanzamt erfahrungsgemäß mit einem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Antwort
von Mojir, 36

Hallo,

für wen willst Du diese Dienstleistungen denn anbieten für privat oder für andere Unternehmen?

Denn wenn es Unternehmen sind, macht eine Kleinunternehmerregelung für dich keinen Sinn. Du bekommst die Mwst ja vom Unternehmen ausbezahlt und musst sie dann ans FA abgeben. Der Unternehmer (dein Kunde) holt sie sich aber vom Finanzamt wieder. Für ihn und für dich macht es also keinen Unterschied.

Kleinunternehmer zu sein lohnt sich daher nur, wenn Du an Endkunden (privat) verkaufst oder Dienstleistungen anbietest. Denn die Privatkunden haben keine Möglichkeit sich die Mehrwertsteuer zurückzuholen. Du bist für sie dann günstiger, da Du keine MwSt. auf deinen Preis aufschlagen musst.

Ob Deine Tätigkeit freiberuflicher Natur ist, kann Dir dein Finanzamt sagen. Würde ich prüfen lassen, da Du als Freiberufler ggf. besser gestellt bist. Keine IHK-beiträge zum Beispiel. Aber dafür musst Du auch einige Bedingungen erfüllen. Ruf dazu am besten dein örtliches Finanzamt an.

Wenn du noch Fragen hast, gerne einfach melden.

Kommentar von aNdY9o ,

Hi, 

ausschließlich an Private. Ist auch gar nicht anders möglich.

Wir kann ich so was prüfen lassen?  Inwiefern wäre ich da besser gestellt?

IHK und Gerwerbesteuer muss ich doch erst ab einem gewissen Umsatz bezahlen,oder?

Kommentar von Mojir ,

Ok, stimmt. In deinem Fall ist es für dich wohl am besten (gewerblicher) Kleinunternehmer zu werden. Du zahlst aufgrund deiner geringen Einnahmen keine IHK Beiträge und auch keine Gewerbesteuer, zudem bist Du umsatzsteuerbefreit.

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