Frage von Pamepame, 167

Kleinunternehmer & Werkstudent --> Steuererklärung?

Folgende Situation:

Ich bin seit August 2014 Gewerbetreibender und falle unter die Kleinunternehmer-Regelung. Nebenher bin ich noch seit 19.02.14 als Werkstudent tätig. Vom 01.01.14 - 19.02.14 war ich in einer Festanstellung tätig.

2014 kam folgendes bei der Steuererklärung raus:

Betriebseinnahmen: 7.094,50€ Betriebsausgaben: 1.004,92€ Steuerpflichtiger Gewinn: 6.089,58€

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit Bruttoarbeitslohn: 11.635€ (2345,50€ davon aus der Festanstellung, Rest Praktikant und dann Werkstudent) Lohnsteuer: 347,13€ Soli: 15,44€

Steuernachzahlung 2014: 479,10€

Nun bin ich gerade bei der Steuererklärung 2015:

Betriebseinnahmen: 17.382€ Betriebsausgaben: 4.481,11€ Steuerpflichtiger Gewinn: 12.900,89€

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit Bruttoarbeitslohn: 10.329€ Lohnsteuer: 0€ (Ich hatte unterjährig Lohnsteuer gezahlt, diese wurde mir aber vom Arbeitgeber im Dezember 2015 wieder gut geschrieben)

WISO schlägt mir nun eine Steuernachzahlung 2015 in Höhe von 2120,55€ vor. Ich verstehe nur nicht ganz warum so viel. Ich hätte mit ca. 1.100€ gerechnet und würde auch im Vergleich zum Vorjahr plausibel sein. Auch verstehe ich nicht warum mir die Lohnsteuer wieder gut geschrieben wurde, bin ich abzüglich der Pauschale und Aufwendungen unter den Freibetrag von 8.472€ gekommen?

Wenn ich im Steuerprogramm alle Angaben zu meiner Selbständigen Tätigkeit mache (Beitriebseinnahmen und Betriebsausgaben) ohne die Lohnsteuerbescheinigung schlägt mir WISO eine Nachzahlung von 154€ vor... sobald ich die Lohnsteuerbescheinigung vom Werkstudentenjob eingebe erscheint die bereits erwähnte Nachzahlung über 2120,55€.... kann das wirklich sein??

Bitte um Hilfe.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 124

Wegen des Arbeitnehmerfreibetrages von 1.000,- Euro und der Vorsorgepauschale warst Du mit den 10.329,- eindeutig unter der Grenze (die liegt bei ca. 11.400,- Brutto). Daher dort die Lohnsteuer zurück.

Aber Deinen Gewinn hast Du von ca. 6.000,- auf fast 13.000,- mehr als verdoppelt.

Das passt schon, habe es eben mal überschlägig nachgerechnet und kam auf ca. 2.150,-.

Bedenke, ca. 8.500,- sind frei, aber Du ligst bei ca. 20.500,- sind 12.000,- mehr, da sind die 2.100,- nur gut 16 % und 14 % ist schon der Eingangssteuersatz.

Kommentar von Pamepame ,

Danke für die hilfreiche Antwort. Ich dachte weil sich mein Gewinn verdoppelt hat, zahle ich auch ungefähr das doppelte an Steuern wie im Vorjahr und nicht das vierfache. Wohl falsch gedacht :D.

Ich frage mich nun ernsthaft ob sich die Selbständigkeit lohnt, denn ich werde die Kleinunternehmergrenze nicht überschreiten.

Nun ist es so, dass ich wieder die Möglichkeit habe das Gewerbe abzumelden und wieder in die Festanstellung zu gehen. Dort würde ich 10 Euro Netto erhalten (aktuell verdiene ich 16 Euro pro Stunde in der Selbständigkeit, hier muss ich allerdings Steuern und Krankenkasse selber tragen) und hätte alle Vorteile einer Festanstellung. Ich habe mir mal ausgerechnet was pro Stunde in der Selbständigkeit rauskommt wenn ich die 2120€ Steuern und die Krankenkassenbeiträge abziehe, da komme ich auf 12 Euro pro Stunden. Somit würde ich in der Festanstellung 10 Euro Netto erhalten inkl. bezahlten Urlaub, Krankenversicherung, Rentenversicherung etc. Im Gewerbe wäre es 12 Euro, wobei ich da eben nichts in die Rente einzahle und keinen bezahlten Urlaub erhalte.

Würden Sie anhand diesen Zahlen die Festanstellung auch bevorzugen? Ich müsste in diesem Fall mir nur überlegen wie ich das mit dem Werkstudentenjob mache, denn die Festanstellung würde über Lohnsteuerklasse 1 laufen und somit könnte ich den Werkstudentenjob nur über Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen oder ich arbeite dort auf Rechnung.

Wie würden Sie diesen Sachverhalt beurteilen?

Kommentar von Pamepame ,

Kleiner Fehler. Mit meinem neuen erhöhten Krankenkassenbeitrag komme ich nur auf ca. 10,5€ die Stunde mit meinem Gewerbe, somit lohnt sich die Festanstellung auf jeden Fall..

Kommentar von wfwbinder ,

Ich sehe das mal so, der Stundensatz für die selbständige Tätigkeit wurde falsch ausgehandelt.

Als Arbeitgeber/Auftraggeber rechne ich so:

Angestellter:

ich zahle 100,- brutto + 25 % Arbeitgeberbeiträge = 125,- ich zahle 12 mal 1.500,-, habe aber nur 10 mal die Leistung (6 Wochen Urlaub 2 Wochen krank) kosten also 150,-

Ich würde also Jemanden, der 14,- Euro die Stunde haben will (entspricht etwa Deinen 10 Euro netto), 21,- Euro zahlen für die Honorarabrechnung und liege noch immer sicherer, für den Fall, das er länger krank wird.

16,- Euro in der Selbständigkeit ist auf jeden Fall zu wenig.

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