3jähriger Junge steht trotz Einschlafritual wie Buch vorlesen, Geschichte erzählen, Händchen halten, immer wieder auf, schlägt nach der Mutter und macht Terror - was können wir da machen ?
Das hört sich jetzt vielleicht erst mal krass an. "Normal" ins Bett bringen und ihn dann einfach mal links liegen lassen. Gar nicht auf seinen Terror eingehen. Offensichtlich macht er sich da jeden Abend einen Spaß draus. Wenn er aber merkt, dass es völlig egal ist, das er Theater macht, wird es langweilig. Mal eine Woche versuchen.

Kinder tun alles, um ihre Reizbilanz stimmig zu machen.
Dem Jungen fehlt noch was. Herauszubekommen, was das ist, ist Aufgabe der Eltern, falls er es noch nicht konkret benennen kann. Dass er die Mutter schlägt, ist ein Zeichen dafür, dass er verzweifelt ist und möchte, dass sie sich ihm mehr zuwendet.
In dieser Situation würde ich mich (als Mutter) zum Kind ins Bett legen, es ganz eng an mich ziehen und dann ganz ruhig selbst einschlafen. Das Kind wird mitziehen und vermutlich schon nach erstaunlich kurzer Zeit einschlafen.
Leider hast Du nur wenige Details drumherum geschildert, simjo. Falls das Kind bisher bei Licht schlief, kann es sein, dass jetzt das Licht fehlt. Oder umgekehrt. Falls das Kind was im TV gesehen hat, was noch nicht für 3-jährige Nasen bestimmt war, kann es sein, dass es Angst hat. Es kann sich eine Magen-Darm-Grippe anbahnen (momentan wieder stark im Kommen) und das Kind möchte daher nicht allein sein. Es kann so vieles sein.
Aber meine Glaskugel ist total beschlagen ohne weitere Details.
Viel Erfolg.
PS: Und bitte nicht mit der Jedes-Kind-kann-schlafen-Tour das Kind ins Bett zwingen. Kinder schlafen wirklich von allein und stressfrei ein, wenn ihre Reizbilanz des Tages stimmig ist.
Die Phase haben sie wohl alle mal. Ich hab dann irgendwann gesagt: ich muß jetzt staubsaugen und du schläfst. Das hat auf Anhieb funktioniert, gegen den Sauger anzuplärren, war ihm dann wohl doch zu blöd. Er hat zwar dann ein paar Wochen nur noch mit Sauger schlafen wollen, aber das hat sich dann auch wieder normalisiert.
Ruf nach der Super-Nanni wird laut! Jedes Kind hat einmal solch eine Phase. Das beste Mittel ist aber, das Kind Tags über so zu beschäftigen, dass es abends automatisch einschläft.

so einer....ihm mal verglickern wer der chef ist...

Meine Tochter durfte immer so lange auf bleiben wie sie wollte. Das haben manche Eltern absolut nicht verstehen können, wie das funktioniert.
Eigentlich ganz einfach: Du darfst aufbleiben und in Deinem Zimmer spielen. Wenn Du müde bist, dann gehst Du ins Bett. Klare Regel: Wenn morgens meine Tochter in den Kindergarten musste, dann habe ich sie auch aus den tiefsten Träumen geholt und sie musste gehen.
Habe ihr dann erklärt, wenn sie abends früher ins Bett geht, dann ist sie morgens ausgeschlafen.
Nach kurzer Zeit ging sie abends von alleine ins Bett weil sie ja müde war. Durch das selbst entscheiden dürfen gab es keinen Machtkampf und alles lief bestens.
Ich hatte dadurch später eine Tochter, die mit 15 auch mal abends um 19 Uhr ins Bett ging und sagt: Mutti, wenn jemand für mich kommt, ich bin müde. Sag ich melde mich morgen.
Viel Freiheit mit Erklärung, was aber auch Pflichten sind, das war mein Grundprinzip und das hat funktioniert.
Meine Tochter ist inzwischen 33 Jahre alt und wir haben ein supergutes Verhältnis. Sie hat selbst jetzt 2 Kinder (8 u. 12) und da wurden von mir die Dinge zu einem großen Teil übernommen und auch da hat es funktioniert.
Bei meinem ältesten Sohn (fast 42) habe ich mal folgendes gemacht. Er wollte unbedingt so lange TV schauen wie wir. Habe ich gesagt: Klar, aber wenn Du müde wirst, dann musst Du auf bleiben bis wir ins Bett gehen. Das war ein Deal auf den er einging mit ca. 5 Jahren. Klar, wir schauten Sachen wie Politiksendungen die für ihn total uninteressant waren. Er wurde müde und schlief zwischen uns ein. Ich habe ihn geweckt und zum gucken gezwungen. Als er dann irgendwann um 3:30 Uhr ins Bett durfte, weil wir auch schlafen gingen, schlief er natürlich gleich ein.
Totmüde und er hat nach dem Angebot von mir am nächsten Tag gesagt: Nein, ich bin müde, ich gehe ins Bett. Da war es 20 Uhr. :-)) Er wollte nie mehr mit uns so lange TV schauen.
Vielleicht ein paar Anregungen wie man es auch machen kann, die allerdings auch Verzicht heißen, denn wir wollten eigentlich auch nicht den ganzen Abend Sendungen sehen, die nicht alle interessant waren.

Da hilft nur Konsequenz und eventuell ne heisse Tasse Milch mit Honig ;-) auch das mit dem Vorlesen halte ich für gut , liegt aber an dem Kind an sich , da hilft unter Umständen nur sich rantesten...
Mein Kleiner (3) macht zwischendurch auch Zicken und versucht, länger als Üblich auf zu bleiben. Bei uns gibt es "5 Minuten"! Dabei zeige ich ihm meine Hand mit allen 5 Fingern und sage ganz bestimmend "5 Minuten". (Diese 5 Minuten variieren natürlich.) Wenn es nach diesen 5 Minuten noch Terror gibt, stecke ich ihn in sein Bett und lasse ihn notfalls heulen. Manches Mal kostet das Nerven, aber ich denke, man muss konsequent bleiben. Nach so einer Aktion habe ich dann für ein paar Tage Ruhe und dann wiederholen wir das Spielchen eben. Klappt wunderbar.

Ich denke, ihr habt jeden Abend Angst vor dem kleinen "Terroristen" und der fühlt die Angst und kann sie eigentlich nicht wirklich deuten.
Vor lauter Unsicherheit lässt er mal eben seine Testosterone sprechen, Trotzphase lässt grüßen. Er testet definitv die Grenzen aus. Das geht auch wieder vorbei, aber bis dahin ... :-(
Aber zuerst müsst ihr als Eltern lernen selber ruhiger zu werden, sonst schaukelt sich das jeden Abend hoch. Und dann ist es vielleicht hilfreich seine Schlafkurve heraus zu finden. Manche Kinder schlafen erst um 20:00h ein, andere schon gleich nach dem Abendessen. Wenn man nun versucht mit aller Gewalt das Kind zu einer bestimmten Uhrzeit hinzulegen, und ist es nur eine halbe Stunde, eskaliert die Sache.
Bei meinem Sohn kam auch eine Zeitlang dieser Satz: "...aber warum muss ich denn jetzt...". Dann habe ich mich dazu gesetzt und habe, statt ihm vorzulesen, ihn erzählen lassen, das hat auch manchmal geholfen.