Frage von Heydtbox, 395

Kleingewerbe 17.500 umsatz überstiegen was nun?

hallo,

Seid drei jahren habe ich ein kleingewerbe und bin umsatzsteuer befreid.

In den ersten beiden jahren lag mein umsatz unter 17.500€ im diesen jahr aber drüber.(unter 50k)

Muss ich für das nächste jahr jetzt umsatzsteuer mit ausweisen oder nicht? Der zu erwartende umsatz für das nächste jahr liegt wieder zwischen 17.5k-50k.

Ich verstehe das mit der 50k€ grenze noch nicht und meine bisherigen auskünfte waren leider widersprechend.

Ic

Antwort
von kevin1905, 298

Seid drei jahren habe ich ein kleingewerbe und bin umsatzsteuer befreid.

Der Satz gab mir Augenkrebs!

  1. Seid = 2. Person Plurar, Indikativ, Präsens, Aktiv vom Verb "sein". "Seit" ist eine Präposition!
  2. Kleingewerbe gibt es nicht. Man hat entweder ein Gewerbe (§ 15 EStG) oder eben nicht. Umsatzsteuerrechtlich gibt es den Kleinunternehmer (§ 19 UStG), das kann aber auch jemand sein, der selbständig freiberuflich tätig ist und eben gerade kein Gewerbe hat
  3. Die Kleinunternehmerregelung befreit auch nicht von der Umsatzsteuer sondern regelt eine Nicht-Erhebung eben dieser auf umsatzsteuerpflichtige Umsätze. Umsatzsteuerbefreit ist was in § 4 UStG aufgeführt ist, unabhängig dessen Höhe.

In den ersten beiden jahren lag mein umsatz unter 17.500€ im diesen jahr aber drüber.(unter 50k)

Ok.

Muss ich für das nächste jahr jetzt umsatzsteuer mit ausweisen oder
nicht? Der zu erwartende umsatz für das nächste jahr liegt wieder
zwischen 17.5k-50k.

Ja, musst du.

Wer sind deine Kunden? Endverbraucher oder andere Kaufleute/Unternehmer. Wenn letzteres würde ich mich fragen, warum du nicht von vornherein zur Regelbesteuerung optiert hast.

Ich verstehe das mit der 50k€ grenze noch nicht und meine bisherigen auskünfte waren leider widersprechend.

Für die Steuerthematik empfehle ich einenen Steuerberater aus mehreren Gründen

  1. Finanzämter reagieren ziemlich allergich und uncool auf fehlerhafte UStVA'en. Betriebsprüfung passieren da schonmal inkl. eingefrorenem Konto.
  2. Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuer sind zeitaufwendig. Diese Zeit könntest du sinnvoller verwenden mit Geld verdienen aka Umsatz machen.
  3. Dir fehlt das Fachwissen, dir das anzulesen kostet dich wiederrum die einzige Ressource, die sich weder vermehren noch speichern lässt, nämlich Zeit.
Kommentar von wurzlsepp668 ,

Kevin ziehts voll durch ......

Kommentar von kevin1905 ,

Ich hatte noch kein Mittagessen, da ist meine Geduldsspanne generell kürzer! =)

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Essen wird grundsätzlich überbewertet .....

Antwort
von R3sozial, 294

Sag mal hast du keinen Steuerberater ?! Wenn Nein, dann gib Geld für einen aus. Irgendwann schneit das Finanzamt rein und verhängt dir Nachzahlungen. Ein guter Steuerberater findet immer eine Hintertür, sodass du gut wegkommst. Lohnt sich !

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ich weiß nicht, was für "Hintertüren" immer von "guten" Steuerberatern gefunden werden sollen. Meinen Sie, "gute" Steuerberater kennen "Zauberparagraphen"?

Die Frage war sehr klar gestellt. Ihre Antwort hilft dem Fragesteller bestimmt nicht weiter, da die Möglichkeit einen Steuerberater aufzusuchen wohl jedem Unternehmer und auch dem Fragesteller bekannt ist. Es ist davon auszugehen, dass ein bzw. jeder Steuerberater diese Frage beantworten kann - natürlich wird er das in den wenigsten Fällen kostenlos machen.

Was meinen Sie, aus welchem Grund so manche Kleinunternehmer ihre Fragen hier stellen und nicht gleich zu einem Steuerberater laufen?

Kommentar von R3sozial ,

Ich würde ein zweites Gewerbe anmelden und mit deinem, in dieses "investieren"

Kommentar von wurzlsepp668 ,

@r3sozial:

und was soll das zweite Gewerbe und die Investitionen bringen?

Umsatzsteuer ist eine Personensteuer ...

d.h. 1 Unternehmer, viele, viele Unternehmen ...

der Fragesteller kann wegen mir 100 Gewerbe gründen.

es gelten 17.500 € Umsatz im Jahr. für alle 100 Gewerbe zusammen

Kommentar von Bakaroo1976 ,

@R3sozial: Ich weiß nicht, aus welchem Grund Sie dem Fragesteller vorschlagen, ein zweites Gewerbe zu eröffnen. Der Kommentar von wurzlsepp668 dahingehend ist völlig zutreffend. Sie bitte ich sehr höflich, damit aufzuhören, solche unzutreffenden und absolut nicht hilfreichen Antworten zum Besten zu geben. Vielen Dank.

Antwort
von FordPrefect, 253

Wenn der Umsatz die Grenze von € 17500.-- brutto überstiegen hat, dann kann im Folgejahr §19 UStG nicht mehr angewendet werden. Du musst also ab 1.1.2016 die 19% MWST auf Deine Rechnung aufschlagen und entsprechend monatlich die USt-VA elektronisch abgeben (Elster).

Kommentar von wurzlsepp668 ,

kleine "Einschränkung": da für den Fragesteller die Neugründerregelung nicht mehr gelten dürfte, kann er auch vierteljährlich abgeben. ich gehe davon aus, dass er unter 7.500 € Zahllast pro Jahr liegt ..

Antwort
von wurzlsepp668, 309

ab 2016 Regelbesteuer mit Umsatzsteuervoranmeldungen

wichtig:

Umsatzsteuer ist eine BRINGschuld des Steuerpflichtigen, d.h. DU bist für die Abgabe verantwortlich und solltest diese auch entsprechend tätigen. evtl. ein kurzes Anschreiben an das Finanzamt, dass mit Wirkung 2016 die Kleinunternehmerregelung wegfällt, da es ansonsten sein kann, dass das Finanzamt die Voranmeldung nicht verarbeiten kann.

Antwort
von Griesuh, 215

Ab 2016 keine Befreiung von der Umsatzsteuer mehr. Somit entfällt die reglung nach § 19 UstG.

Ein Steuerberater kann hier weiter helfen.

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