Frage von Maximilian001, 74

Kleingedrucktes in Zeitung nicht vorhanden, trotzdem gültig?

Hallo liebe Community,

ich habe am Wochenende eine Werbung eines Elektrofachmarkts in der Zeitung gesehen, wo es hieß: 10% AUF ALLES* (*nur auf vorrätige Ware). Es standen keine Einschränkungen, welche Produkte davon betroffen sind. Ich bin eben dort hingefahren und habe mir ein neues Tablet gekauft, da sagte mir der Verkäufer, dass das Angebot nicht für Tablets gültig ist und verwies auf eine andere Werbeanzeige, wo dies dabei stande.

Jetzt meine Frage, habe ich trotzdem irgendwie eine Chance, die 10% zu bekommen, da in meiner Zeitung nichts zur Einschränkung dabeistand?

Über hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.

Antwort
von GerdausBerlin, 41

Dazu schreibt Wikipedia und sagen die meisten Rechtsgelehrten: Bei einer Werbeanzeige handelt es sich nicht um um ein verbindlichtes Verkaufs-Angebot, sondern lediglich um eine "invitatio ad offerendum", um eine https://de.wikipedia.org/wiki/Aufforderung\_zur\_Abgabe\_eines\_Angebots -->

"Anpreisungen finden sich zum Beispiel auch in Katalogen und Werbeprospekten, auf Plakaten etc. Auch das Aufstellen von Ware im Selbstbedienungs-Supermarkt ist kein Angebot im Rechtssinne. Hier gibt erst der Kaufinteressent durch das Verbringen der Ware an die Kasse eine Willenserklärung ab, die vom Kassierer angenommen oder abgelehnt wird."

Aber hier kann ein Verstoß gegen das UWG vorliegen. das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, s. etwa die §§ 3 und 5 und den Anhang: http://www.gesetze-im-internet.de/uwg\_2004/index.html

Der irreführend werbende Händler kann also mit Aussicht auf Erfolg abgemahnt werden durch Mitbewerber und durch legalisierte Vereine, etwa die Verbraucherverbände - nicht aber durch dich! Du kannst aber gerne bei denen anrufen und den Fall melden.

Meines Erachtens genügt ein Verweis auf Kleingedrucktes und andere Quellen nicht, um einen Irrtum durch Werbung zu vermeiden. Sowas genügt meist noch nicht einmal in Verträgen, die auf AGBs hinweisen, siehe BGB Abschnitt 2
Gestaltung rechtsgeschäftlicher Schuldverhältnisse durch Allgemeine Geschäftsbedingungen:

§ 305c Überraschende und mehrdeutige Klauseln
§ 306 Rechtsfolgen bei Nichteinbeziehung und Unwirksamkeit

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von RobertLiebling, 40

Die Zeitungsannonce ist kein rechtlich verbindliches Angebot, sondern lediglich eine Anpreisung ("invitatio ad offerendum"). Von daher hast Du keinen Rechtsanspruch auf die dort ausgewiesenen Preise/Konditionen.

Allerdings ist dieses Verhalten des Elektromarkts wettbewerbsrechtlich evtl. problematisch. Entsprechende Schritte kann aber nur ein Wettbewerber bzw. die Verbraucherzentrale einleiten.

Damit wird dann zwar vermutlich eine Wiederholung dieser Aktion untersagt, Deine 10% bekommst Du so aber trotzdem nicht.

Vielleicht kannst Du gegenüber dem Marktleiter (nicht einem x-beliebigen Verkäufer) durchblicken lassen, dass Dein nächster Weg zur Verbraucherzentrale führt, falls Du die 10% nicht bekommst...

Kommentar von Nonmodo ,

Die Zeitungsannonce ist kein rechtlich verbindliches Angebot

Ist es sehr wohl. Das lernst Du dann aber erst im zweiten Semester.

Kommentar von RobertLiebling ,

Zu spät. Mein Examen war 2001.

Kommentar von wictor ,

Die einzig richtige Antwort hier

Antwort
von Nonmodo, 40

Wenn die das so anbieten müssen die das auch mit Rabatt verkaufen, wenn in der Anzeige nichts anderes stand. Droh denen mit Anwalt und verlange Erstattung. Oder wenn die nicht reagieren geh vor Gericht. Da bekommst Du mit Sicherheit Recht.

Kommentar von RobertLiebling ,

Vor Gericht bekommt man nicht Recht, sondern ein Urteil. Und das dürfte hier nicht so eindeutig ausfallen, wie Du annimmst.

Kommentar von Nonmodo ,

Sicher bekommt man vor Gericht Recht. Mit dem Urteil. Du Klugscheisser.

Kommentar von Maximilian001 ,

Der Aufwand ist es mir dann für 70€ auch nicht wert, aber danke für die Antwort, ich hätte vielleicht etwas mehr streiten sollen. Problem war, ich hatte mein Zeitungsangebot nicht dabei und konnte ihn somit nichts anderes beweisen.

Kommentar von Jensen1970 ,

Es geht um das Prinzip 

Kommentar von melman86c ,

Es ist völlig egal was in der Anzeige stand. Bei einem verschobenem Komma, zb. Iphone 699> 69,9 da müssten die wohl auch herausgeben, nur weil es da stand? Blödsinn,

Kommentar von Nonmodo ,

Alles hier ist Blödsinn Keine hat so richtig recht. Die Firmen dürfen zwar solche Anzeigen als Werbung machen und müssen nicht immer dazu stehen, aber man gegen vorgehen durch Verbraucherschutz, Abmahnung, und Drohung und Beschwerden und Verhandlung.

Nun beruhigt Euch alle.

Antwort
von Reisekoffer3a, 41

....ich würde mit dem Verkäufer verhandeln (streiten) und ihm die Sachlage

eindeutig klarmachen...   also auf meine 10% bestehen.

Kommentar von RobertLiebling ,

Welche Sachlage willst Du ihm klarmachen? Dass Du keinen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf den Rabatt hast?

Kommentar von Reisekoffer3a ,

......probieren kann er es ja mal....

Kommentar von Jensen1970 ,

....ich würde mit dem Verkäufer verhandeln (streiten) und ihm die Sachlage

eindeutig klarmachen...   also auf meine 10% bestehen.

Beste Antwort 

Kommentar von Maximilian001 ,

Ja leider meine Zeitung nicht dabei gehabt, hatte ja nichts schlimmes geahnt.. 

Antwort
von Bambushamster, 42

Nein ist nicht gütlig, man muss unterscheiden zwischen verbindlichem angebot und unverbindlichen angeboten, in aller regel haltet es sich um unverbindliche angebote die nicht für jeden oder nur unter bestimmten Voraussetzungen gültig sind. Verbindliche Angebote sind angebote welche dir individuell angeboten werden bzw auf dich angepasst werden, es wird ausdrücklich vereinbart das hans maier das tablett für 119 euro statt 200 euro bekommt. damit hast du dann dein recht auf den angebotenen preis in aller regel sind aber diese prosbekte nicht verbindlich und daher hast du keinen rechtsanspruch

Antwort
von josef050153, 4

Eine Werbeanzeige ist kein verbindliches Angebot. Die einzige Chance für dich ist, so lange (auch in der Öffentlichkeit) Wirbel zu machen, bis der Laden einknickt, weil der Schaden für ihn größer ist als deine 10%.

In Österreich gibt es ja auch noch den Ombudsmann, was leider in Deutschland fehlt.

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