Frage von Zitrone2015, 95

Kleines Bläschen nach Zeckenbiss...?

Als ich letzten Dienstag (23.8) morgens aufgewacht bin, habe ich einen Insekten-, wahrscheinlich Zeckenbiss an meinem Unterarm, nahe dem Ellenbogen, feststellen können. Zurückgeblieben war nur noch der Kopf des Tieres, den ich dann, mit einer geeigneten Pinzette entfernt habe. Seit ca 2 Tagen ist auf dem Biss eine kleine Blase entstanden. (Siehe Bilder) Ich habe große Angst, mir eine Krankheit, wie Borreliose geholt zu haben, obwohl ich keine Anzeichen, wie Wanderröte oder erkältungs-/grippeähnliche Symptome besitze. Morgen gehe ich zum Arzt. (Schreibt bitte nicht 1000mal, dass ich das machen soll :P). Da ich mir jedoch gerade so große Sorgen mache, würde mich interessieren, ob jemand sowas auch schonmal hatte oder weiß, wieso das so aussieht. Danke, schon mal im Vorraus.:D

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von tachyonbaby, 36

Nun mal keine Panik!

Bei dieser kleinen Stelle, kann die Zecke (war es 100%ig eine?) nicht lange gesessen haben.

"Die Dauer des Saugaktes ist nach tierexperimentellen Untersuchungen von entscheidender Bedeutung (Piesmann 1987+91, Ginsberg 1993). Es konnte festgestellt werden, daß innerhalb der ersten zwölf Stunden fast keine Übertragung des Erregers stattfindet. Die Übertragungsrate nach mehr als 24 Stunden beträgt etwa 30%, nach 48-72 Stunden fast 100%. Dies bedeutet, daß nach einem Stich die Zecke möglichst schnell entfernt werden sollte.

Borrelien liegen im Mitteldarm der Zecke. Wenn die Zecke mit ihrer Blutmahlzeit begonnen hat, erhalten die Borrelien Nährstoffe und beginnen ihren Stoffwechsel zu steigern. Nach etwa 24 Stunden wandern sie dann aktiv aus dem Mitteldarm in die Speicheldrüsen der Zecke ein. Dann können sie mit dem Speichel in die Wunde abgegeben werden. Normalerweise findet also erst nach mehr als 24 Stunden die Übertragung statt. Dies ist natürlich ganz anders, wenn die Zecke beim Versuch der Entfernung gequetscht wird. In diesem Fall wird der Erreger oft ungewollt wie mit einer Injektionsspritze übertragen."

Für eine schnelle Bestimmung, um überhaupt die Gefahr einer Übertragung bestand, sollte man die Zecke aufbewahren und diese untersuchen lassen, da es beim Menschen sehr schwer sein kein, Borrelien überhaupt nachzuweisen. Eine Wanderröte tritt frühestens 7 Tage nach dem Zeckenstich auf und auch nur in der Hälfte aller Fälle.

Wenn eine Infektion stattgefunden hätte, dann hätte die Stichstelle einen geröteten "Hof".

Eine Borreliose ist auch nicht das Problem, denn die ist behandelbar. FSME ist da eine andere Sache. Übrigens können Borrelien auch von anderen saugenden, stechenden und beißenden Insekten wie Spinnen, Wanzen, Flöhen und Mücken übertragen werden.

Also noch einmal: Kein Panik! Rein statistisch werden Borrelien nur in einem von 400 Stichen übertragen.


Kommentar von Zitrone2015 ,

Leider komm ich erst jetzt dazu, deine Antwort zu kommentieren. Vielen Dank, für deine ausführliche Antwort, die mich wirklich sehr beruhigt und weitergebracht hat. Deine Antwort hat eindeutig den "Stern" verdient!:)

Kommentar von tachyonbaby ,

Meinen herzlichen Dank!

Schön, daß ich Dich beruhigen konnte.

Antwort
von ApfelTea, 46

Normale reaktion deines Körpers. Schau, ob es sich verändert im laufe der Zeit

Kommentar von Zitrone2015 ,

Ok, danke:) 

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