Frage von Erdentochter, 96

Kleiner Bruder ist Handy abhängig, unsere Eltern sind total verzweifel?

Hallo Community,

heute muss ich mich leider mit einem ernsten Thema an euch wenden. Mein jüngerer Halbbruder (12) ist nur noch an seinem Smartphone. Er hat das Samsung Galaxy S4 seit genau 1 Jahr und 22 Tagen, und seit dem ist er wie ausgewechselt. Am Anfang war alles noch in Ordnung, aber so gegen Februar ´16 hat mich mein Vater angerufen und gemeint, dass das Brüderchen kaum noch aus dem Zimmer geht.

Er ist nur noch auf YouTube und schaut sog. Let´sPlays (ich persönlich halte sowas - und YouTuber im allgemeinen - für totale Zeitverschwendung und finde es auch Sinnlos, aber ich bin ja auch schon 26...)

Nun ja, er hat selber PC Spiele wie StarWars Battle Front, StarWars was-weißt-ich, dennoch schaut er sich von sowas immer Videos an. (Den Sinn verstehe ich auch nicht ganz; hat ja schon alles durch gespielt.) Er hat sich auch sehr verändert. Er lügt inzwischen wie gedruckt, vernachlässigt die Schule (ein wunder das er noch auf dem Gymnasium ist) und trifft sich kaum mit Freunden. Wer im das Smartphone weg nehmen will ist "tot".

Da liegt das Problem: Er lässt es kaum aus den Augen, und wenn man es ihm wegnimmt ist er total beleidigt und schreit meine Eltern an. Oder er schließt sich den Rest des Tages im Zimmer ein. Langsam wird er echt ein Einsiedler...

Meine Eltern haben schon überlegt, mal einen Termin bei einem Kinder-und Jugendpsychiater zu machen. Kann man nicht eine YouTube sperre einrichten? Sein Anbieter ist NettoKOM.

Bedanke mich schon mal für Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Manja1707, 31

Also da müssen deine Eltern ganz eindeutig strengere Grenzen ziehen und dies auch konsequent einhalten. Was heißt, wer ihm das Handy wegnimmt, der ist tot? Das geht ja schon mal gar nicht. Ich würde ihm da ganz strenge Vorgaben geben. Handyerlaubnis nur für eine gewisse Zeit am Tag. Wenn er afangs spinnt deshalb, ist das Handy gleich mal für eine Zeit lang einkassiert. Und was heißt er sperrt sich im Zimmer ein und kommt nicht mehr raus? Dann wird eben die Tür ausgehängt, dann ist Schluss damit. Ganz klare Regeln die zu befolgen sind, sind vorzugeben. Kinder brauchen das auch und fühlen sich gar nicht wohl, wenn sie machen können, was sie wollen. 

Kommentar von Erdentochter ,

Der Zimmerschlüssel ist inzwischen auch schon konfisziert.

Kommentar von Manja1707 ,

Sehr gut, genau so müssen die Eltern handeln. 100% konsequent bleiben, dann wird er sehr schnell Einsicht zeigen.

Kommentar von Erdentochter ,

Danke, das hilft mir selber weiter. Ich werde selber bald Mutter und bin mir nicht so sicher, ob konsequent bleiben immer sinnvoll ist.

Kommentar von Manja1707 ,

Man muss nicht immer in jedem Fall hart bleiben. Aber man muss einem Kind Sicherheit geben, dies eben in dem man Grenzen setzt, Rahmenbedingungen erstellt. Wenn es mal zu solchen Problemen kommt, dann hilft nur noch Konsequenz.

Antwort
von Midnight1999, 14

Das mit dem Psychiater/Psychologen/... ist an sich gar keine schlechte Idee. So lange er es nicht wahrhaben will, wird es allerdings nichts bringen, eher sogar kontraproduktiv sein. Wenn ihr ihn dazu zwingt, schädigt ihr sein Vertrauen in euch & er wird sich erst recht nicht helfen lassen.

Antwort
von SturerEsel, 35

Spielzeiten vereinbaren bzw. vorschreiben. Bei einer Fritzbox (und bei anderen Geräten bestimmt auch) kann man das wunderbar einstellen: täglich von ... bis ... Internetzugang.

Ich wundere mich über die Eltern, die trotz aller Warnzeichen bis jetzt nichts unternommen haben.

Kommentar von Erdentochter ,

Wenn du mit FritzBox diese WLAN Dinger meinst, meine Eltern haben sowas von der Telekom. 

Kommentar von SturerEsel ,

Ja, meine ich. Da soll mal ein verständiger Mensch schauen, ob man das dort einstellen kann. Falls nicht, eine Fritzbox anschaffen. Alternativ: Stecker ziehen.

Kommentar von Erdentochter ,

FritzBox hatten sie schon; keine guten Erfahrungen 

Kommentar von SturerEsel ,

Dann eben einen Fachhändler aufsuchen und sich beraten lassen!

Kommentar von uncutparadise ,

Auch beim speedport geht das. Er tanzt euch schon zu lange auf der Nase rum. Da hätten früher Grenzen gesetzt werden müssen.

Antwort
von Lucielouuu, 31

Da hilft nur das Handy wegnehmen und konsequent bleiben. Und danach die Ziet strikt einschränken, obwohl er 12 Jahre alt, würde ich ihm das Handy nur dür 2 oder 3 Stunden am Tag das Handy geben, nachdem er alle seine Hausaufgaben, kontrolliert, gemacht hat.
Und wenn er auf stur stellt, anscheinend kann er ja nicht anders lernen.

Kommentar von Midnight1999 ,

Und damit das Vertrauen schädigen oder womöglich zerstören?

Kommentar von Lucielouuu ,

Auch da kommen Kinder drüber weg sobald sie älter werden. Außerdem kann er ja lernen, dass er nur für wenige Stunden am Handy sein darf, und wenn es gut klappt und er sich dran hält, kann man die Zeit auch mal wieder steigern oder es ihm für mehrere Tage geben, er mus nur lernen, dass er das nicht ausnutzen darf und sich ändern muss.

Antwort
von Knutschpalme, 23

Ich an Stelle deiner Eltern würde den Termin beim Psychologen abwarten, statt mit diesen Bildzeitung-"Diagnosen" um mich zu werfen. Dass er nicht mehr Ja und Amen zu allen sagt, ist in seinen Alter doch ganz normal. Mit 26 sollte man solche Sachen eigentlich wissen :^)

Kommentar von Erdentochter ,

Das ist mir/uns schon Bewusst, ich war auch mal 12. Trotzdem ist das keine ausrede für dieses Verhalten. 

Antwort
von felixuser, 12

Auch wenn es euch nicht unbedingt gefällt, ich vermute hinter der flucht in die Technik, einen Schrei nach Aufmerksamkeit. Macht bitte nicht den Fehler, ausschließlich bei deinem kleinem Bruder die Ursache zu suchen. 

Dein Bruder holt sich über die Technik die Aufmerksamkeit und Ablenkung, die er eigentlich von seinen direkten Umfeld erhalten sollte.  

Wenn ihr wirklich eine Therapie in betracht zieht, solltet ihr eine Familientherapie bevorzugen. Die Computerspiele spiegeln nur die Traumwelt wieder in der er sich versucht zu flüchten, versucht ihr ihn davon krampfhaft loszureißen, wird er sich gegen euch abriegeln, womit niemanden geholfen ist. 

Kommentar von Erdentochter ,

Vielen Dank

Antwort
von cssisawesome, 13

Versuch ihm, das Ladekabel und nicht das Smartphone wegzunehmen! Dann wird er sich die Zeit bestimmt besser einteilen!

Antwort
von Volkerfant, 11

Wenn man einem Kind ein Smartphone kauft, muss man dazu den Umgang genauestens regeln, sonst kann es sein, dass das Kind in der Abhängigkeit landet.

Dies ist anscheindend nicht passiert. Ich frage mich, warum? Eltern wissen doch um die Gefahren. An allen Ecken und in allen Medien wird darüber aufgeklärt.

Warum sind Eltern so gewissenlos und überlassen ihren Kindern Handys und kümmern sich nicht mehr darum?

Anstatt "NEIN" zum Handy zu sagen oder zu sagen "Ja, aber nur 1 Stunde am Tag und dann ist fertig" fragt man sich nun, wie das passieren kann, der schlimmer Junge, warum kann der nicht aufhören..... - rennt man jetzt lieber zum Psychologen.

Antwort
von TheHendrikTill, 43

Also das ist eigentlich nichts ungewöhnliches. Ein KIND nutzt eben die heutigen Mittel der Technik. Es liegt an den Eltern diese wenn nötig zu beschränken. Der Junge braucht daher keine Kinderpsychologen sondern einen Ausgleich.

Das dieser PC-Spiele mag und Lets Plays auf Youtube guckt ist völlig inordnung. Oft gibt es Sympatien zu diesen Streamern da geht es dann nur noch sekundär um das Spiel.

Kommentar von Erdentochter ,

Mag ja sein, und ja, alle die 2000 und später geboren worden sind, sind Generation Handy, aber trotzdem muss man nicht alles erlauben und schon gar nicht akzeptieren, wenn jmd. abhängig wird!

Kommentar von TheHendrikTill ,

Eben, es liegt an den Eltern hier einen Ausgleich für das Kind zu schaffen. Das Kind kann sich selbst nicht erziehen. Deshalb liegt es an deinen ELTERN hier eine Lösung zu finden. Das habe ich dir auch mit meiner Antwort durch die Blume mitgeteilt.

Das Kind braucht deshalb auch keinen Psychologen. Wenn die Eltern mit der Erziehung des Kindes überfordert sind, gibt es Hilfe des örtlichen Jugendamtes.

Kommentar von Erdentochter ,

Aber das Jugendamt wird auch nicht viel anderst handeln als ein Psychologe. 

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