Frage von mondeofahrer, 157

Kleiner Autounfall, ist diese Regelung in Ordnung?

Guten Abend,

vorhin ist mir beim Einkaufen auf dem Parkplatz ein Kurierfahrer der Kirche mit seinem Dienstwagen in das Heck meines Autos gefahren. Er hat mein Auto beim Rückwärts-Rangieren schlicht übersehen und das auch gleich zugegeben. Er sah seine Schuld ein.

Mein Auto ist Baujahr 1999, es wird bald verkauft bzw. verschrottet. Es hat schon viele Kratzer und ist rostig. Auf dem Parkplatz kamen vorhin zwei weitere Kratzer, eine längliche Delle und eine Plastic-Absplitterung an der linken Schlussleuchte hinzu. Außerdem ist das Plastic der Stoßstange noch mals eingerissen. Die Stoßstange hat schon einen Riss, den ich mit Panzerband klebte. Das ist bei dem Modell auch ein Leidensthema.

Der Mann war ganz aufgelöst und ich habe mir von ihm dann nach kurzem Verhandeln 50 Euro geben lassen für den Schaden. Ich wollte keine Polizei holen. Mein Auto ist alt, es macht mir daher nichts aus und ich gebe es nächste Woche zur Entsorgung in Zahlung beim Opel Händler. Ich möchte auch nicht mit der Versicherung regeln, wenn mein Auto wahrscheinlich schon verschrottet sein sollte. Er hat mir dann Geld angeboten, ich ließ mir 50 Euro geben und damit ist das okay für mich. Wir haben uns meinen Wagen angeschaut, uns geeinigt, Daten ausgetauscht und gut ist es.

Ich habe damit kein Problem und der Mann war mir äußerst dankbar für diese schnelle unkomplizierte Regelung.

Allerdings wollte ich Sie fragen, ob das richtig gewesen ist. Ich hatte kurz danach trotz allem ein ungutes Gefühl. Der Dienstwagen des Botens war nämlich am Plastic der Stoßstangen stark verkratzt und hatte eine Beule im Heckblech, die von diesem Zusammenstoß gekommen ist. Kann da eventuell etwas auf mich zukommen. Zudem das Auto der Kirche gehört und nicht dem Fahrer selbst. Oder ist das Sache des Fahrers.

Entschuldigen Sie meine Unwissenheit.

Ich hatte in 40 Jahren Autofahren nie einen Unfall, weder selbst verschuldet noch als Geschädigter.

Ich wäre Ihnen dankbar für einen guten Rat.

Danke und Gruß, Ihr Joachim

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Bitterkraut, 73

Das ist völlig ok so. Es bleibt dir überlassen, ob du so ein Angebot annimmst oder darauf bestehst, daß er es der Versicherung, bzw. seinem Arbeitgeber und dessen Versicherung meldet. Den Schaden am Fahrezug des Unfall-Verursachers mußt du ohnehin nicht bezahlen, da kommt nix auf dich zu.

Kommentar von Bitterkraut ,

Danke fürs Sternchen!

Kommentar von mondeofahrer ,

Ich habe es Ihnen gern gegeben. Ihre Ansicht hat mich sehr beruhigt. Danke und Gruß, Joachim

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 69

Hallo Joachim!

Hut ab -----------> Ich finde deine Reaktion gut.. wir haben das mal ähnlich gehandhabt, als jemand den auch schon recht betagten Wagen meiner Freundin rammte. Wir haben der Gegnerin gesagt, dass sie uns eben die Farbdosen bezahlen sollte.. die haben wir gemeinsam beim Händler gekauft für ca. 20 Euro & ich habe das dann abends vor der Garage primitiv beilackiert --------> das war eine Lösung, mit der beide Seiten gut schlafen konnten, allerdings waren beide Autos nur leicht verkratzt.

Man muss nicht immer einen großen "Herbert" machen, zumal dem Kurierfahrer das Ganze sicher mehr als peinlich gewesen sein dürfte. Hast du sauber gelöst --------> es sollte mehr Ehrlichkeit in dieser Form geben als Leute, die schon wg. winzigen Kratzern an alten Autos die Versicherung in Anspruch nehmen & tlw. auch noch mit befreundeten Autohändlern Monsterrechnungen produzieren bzw. Versicherungen oder Privatleute schröpfen. Klar will man verdienen, aber man sollte wissen welche Tricks unfair sind.

Expertenantwort
von machhehniker, Community-Experte für Auto, 41

Ich würde schon sagen dass Du dies richtig gemacht hast, da effektiv wahrscheinlich auch kein höherer Schaden entstanden ist war die Annahme dieser 50,-€ auch vollkommen in Ordnung (Respekt, so mancher Geldgeiler hätte da mehr rausgeschlagen).

Was nun mit dem anderen Fahrzeug bzw dessen Schaden passiert kann Dir eigentlich vollkommen egal sein, Du hast den ja nicht verursacht.

Der Schaden wurde von diesem Kurierfahrer verursacht, war der im Auftrag der Kirche unterwegs muss eigentlich die Kirche für den Schaden haften. Also dann müsste sich der Kurierfahrer die 50,-€ von der Kirche zurückholen, evtl würde dazu eine Bestätigung von Dir darüber gebraucht wenn der dies tatsächlich macht.

Antwort
von KingPi, 50

Bei Bagatellunfällen sieht es die Polizei sogar gerne, dass die Unfallbeteiligten sich so einigen. Jedoch würde ich dir fürs nächste Mal den Tipp geben, falls es irgendwann wieder mal zu einem Unfall kommt und ihr das so klären wollt, dir eine Art "Beleg" oder Quittung aushändigen zu lassen. Eine ganz schlichte, selbstgemachte reicht locker aus. Einfach Name, Kennzeichen, Unterschrift, Summe drauf, sozusagen als Vertrag über die Einigung. Dann kann dir hinterher keiner mehr was, da du beweisen kannst, dass ihr die Sache so geregelt habt.

Es gibt nämlich leider auch Leute, die zunächst sagen, "gib mir 100 Euro und die Sache ist gegessen", aber dann später doch zur Polizei oder Versicherung usw gehen und den Unfall melden, sodass sie nochmal Geld rausschlagen können. Mit einer Quittung als Beweis umgehst du diese Betrüger.

Antwort
von TorDerSchatten, 74

Für die Schäden am eigenen Auto des Kurierfahrers ist meist eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen (Dienstwagen), hier würde die Selbstbeteiligung natürlich weg sein.

Du bist aus der Sache raus, denn du hast den Schaden ja nicht verursacht, daher haftest du auch nicht.

Ich persönlich hätte ihm noch mehr als 50 Euro aus der Tasche gezogen, aber das ist einfach eine subjektive Sache.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ja, du hättest die Situation ausgenutzt. Bei einem Auto, das nur noch Minus-Wert hat. Super Einstellung. Weißt du, was Kurierfahrer so verdienen?

Kommentar von TorDerSchatten ,


ein Kurierfahrer der Kirche

Diese Institutionen verdienen Milliarden an Kirchensteuern und Spenden und schreiben sich die Worte "Mildtätigkeit und Barmherzigkeit" auf ihre Fahnen. Somit dürfte ein dort Angestellter nicht am Hungertuch nagen.

Bei einem höherwertigen Auto wäre es ein Versicherungsfall gewesen und ein viel höherer Haftungsschaden.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ist aber kein höherwertiges Auto und Kurierfahrer der Kirche verdienen auch nix. Ist vielleicht nur ein 450-Euro-Job.

Kommentar von Artus01 ,

Zumal die Kirche dem Kurierfahrer die 50 Piepen wahrscheinlich auch nicht ersetzt.

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