Frage von Comp4ny, 77

Kleinen Waffenschein - Strafdelikte in der Jugend, aber keine Vorstrafen - Erwerb dennoch möglich?

Ich habe gerade einen Beitrag gelesen dass immer mehr Menschen sich den kleinen Waffenschein beantragen, aus Angst des Terrors & Kriminalität.

Speziell interessierte mich aber der Punkt zu den Voraussetzungen um diesen zu bekommen. So wird gesagt "Keine Vorstrafen". Noch spezieller stellt sich mir die Frage ob damit gemeint ist eingetragene Vorstrafen im Führungszeugnis zu haben.


Beispiel: Person A hat in seiner Jugendzeit diverse Delikte begangen: Betrug, Räuberische Erpressung, Führen von Waffen ohne Erlaubnis (Schreckschusswaffen), Fahren ohne Führerschein

Als Strafe gab es lediglich Jugendarrest (2 Wochen), Bewährung, Arbeitsauflagen.

Das ganze ist schon ca. 12 - 14 Jahre her. Laut des damaligen Bewährungshelfers sind mit Ablauf der Bewährung auch keine Eintragungen im besagten Führungszeugnis. Würde man es also Anfordern währe dieses sauber bzw. "weis".

Die Person kam also immer mit einem Blauen Auge davon trotz der vielen Straftaten.


Nun die Frage: Wie würde es ausschauen wenn Person A nun diesen Beantragen möchte und Person A auch ein ganz anderer Mensch geworden ist als damals?

Hat da jemand vielleicht (Fachkundige) Ahnung bzw. sogar jemand selber solch eine Vergangenheit und ist heute in Besitz des kleinen Waffenscheines?

Antwort
von zippo1970, 77

Meiner Meinung nach, steht dem Erwerb des kleinen Waffenscheins nichts entgegen. 

Bei Jugenddelikten, und bei den angegebenen Strafen (Arrest, Bewährung, Arbeitsauflagen), gilt das als nicht vorbestraft. Im Führungszeugnis sollte es keinen Eintrag geben. Nach 15 Jahren wird nach Jugendrecht sowieso alles komplett gelöscht.

Wobei es mich irritiert, dass Menschen diesen Schein, aus Angst vor dem Terror beantragen. Mir einer Schreckschusspistole, gegen richtig bewaffnete, und zu allem entschlossene Täter, ist keine gute Idee.

Kommentar von Comp4ny ,

Alle oben genannten Strafen sind auch so passiert. Person A hatte einfach unfassbar viel Glück.

Ich selber wohne ja auch in einer Gegend in der man... Nachts ungern rumlaufen möchte. Hier passieren viele Strafdelikte und nicht ohne Grund haben unsere Supermärkte hier auch Wachmänner :)

Aber auch zum Transport von A nach B braucht es ja leider solch einen kleinen Waffenschein. Man fühlt sich einfach auch ein Stück weit sicherer. Klar sollte man nicht mit einer PTB-Waffe auf Straftäter mit echten los gehen. Sie dient einfach nur zum Selbstschutz.

Kommentar von DocIsBack ,

Für den Transport wird kein kleiner Waffenschein benötigt, solange der Transport in einem VERschlossenen Behältnis stattfindet.

Kommentar von ZuumZuum ,

Bekommt er trotzdem nicht mangels persönlicher Eignung. Zuverlässigkeit ist eben nicht nur das einzige Kriterium.

Antwort
von BVBDortmund, 21

Wenn keine Vorstrafe im Führungszeugnis eingetragen ist,  dann gilt man als unbescholten      

Den kleinen Waffenschein können volljährige Bürger bei
der Polizei beantragen. Die prüft, ob der Antragsteller geeignet ist (z.
B. laufende und abgeschlossene Strafverfahren).

Antwort
von Raider49, 39

Die Bezeichnung "Keine Vorstrafen"  ist im Waffenrecht irreführend.

Du darfst für den Erwerb einer Waffenrechtlichen Erlaubnis keine Strafe von mehr als 40 Tagesätzen haben.

Da du "nur" Jugenddelikte hattest könnten Deine Chancen ganz gut sein.

Könnten, weil sich das ganze mit den Erlaubnisvorbehalten bei Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelrecht anders verhält.

Hier ist auch die Verjährung ausgesetzt.

Probier es aus . Ich würde sagen deine Chancen stehen 50:50.

FG

Raider

Antwort
von ZuumZuum, 35

Jetzt mal ganz im Ernst, PTB - Waffen sind in einer echten Notwehr-Situation das denkbar ungeeigneteste Mittel um einen Angriff abzuwehren. Ihr müßt immer die Verhältnismäßigkeit beachten und genau wissen zu welchem Zeitpunk (gegenwärtiger Angriff) und in welchem Rechtzzustand (rechtwidriger Angriff) ihr euch befindet. Zudem müßt ihr eigentlich überhaupt erst einmal klar erkennen können das es sich um einen Angriff handelt und nicht etwa um eine putative Situation. Falls ihr euch dem Angriff durch Flucht entziehen könnt ist selbstverständlich das das mildeste Mittel und nicht dem Gegenüber die PTB-Waffe unter die Nase zu halten. Der Umgang muß geübt und trainiert werden.

Mein Ausbilder hat einen Begriff geprägt, den die Berufsgenossenschaften aufgenommen haben: " Falsches gesteigertes Sicherheitsgefühl"

Nicht ohne Grund ist deshalb im Wach - und Sicherheitsgewerbe das Mitführen von PTB - Waffen bei der Ausübung des Dienstes verboten. (DGUV23 §19 (4))

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 46

Wenn es um legalen Waffenbesitz ginge, dürften in den USA ja überhaupt keine Gewaltverbrechen passieren.

Aberganz im gegenteil, wird der überwiegende Teil der Menschen mit "legalen" Waffen getötet.

Ein Großteil davon spielende Kinder

Kommentar von Comp4ny ,

Wohl war wohl war. Vor allem bedenkt man auch dass Waffen im stinknormalen Supermarkt wie REWE quasi oder eher REAL einfach so gekauft werden können und offen ausstehen.

Kommentar von DocIsBack ,

Was für ein hanebüchener realitätsfremder Schwachsinn...

Kommentar von ZuumZuum ,

Das liegt einfach daran das Schußwaffen dort den Kindern schon sehr früh nahe gebracht werden wie hierzulande der Fußball oder andere Sportarten. Dadurch sinkt die Hemmschwelle die Geräte später auch einzusetzen weil die meisten keine Ahnung haben was man damit wirklich anrichten kann. Wenn ihr mal längere Zeit in den Staaten zugebracht habt und euch in den ländlichen Gegenden umgesehen habt werdet ihr erschrecken auf was für einem Wissensstand die Leute dort sind.

Gott sei Dank ist der Waffenerwerb hier in Deutschland an gewisse Voraussetzungen gebunden damit diese Teile legal eben nicht in den Besitz ungeeigneter Personen gelangen.

Antwort
von Gheeee4, 51

So genannte Jugendsünden verjähren mit der Zeit, sind jedoch für jeden Richter bis ans Lebensende einsichtbar. Jedoch bin ich mir nicht sicher nach welcher Zeit Raub verjährt und das dürft lange dauern, da dies schon ein Verbrechen ist. Genaueres findest du hier. http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Was-steht-im-Fuehrungszeugnis-article15200176.html

Kommentar von Comp4ny ,

Genauer gesagt "Versuchte schwere Räuberische Erpressung".
Kein durchgeführter Raub.

Kommentar von Lazcek ,

Mittels Zuhilfenahme oder mitgeführtem Messer, ect.. eine Jacke oder ein Handy "verlangt"..

So schwer sich dazu zu bekennen und das zu "verniedlichen"? - Was bist du (also Person "A", wenn man sich schon nicht zu outen traut) den für ein Held? - Reif für eine waffe bist du anscheinend noch nicht, aber es heist ja auch bei der Prüfung nicht nur "Zuverlässigkeit", sondern auch "persönliche Eignung":

Die persönliche Eignung umfasst gemäß § 6 WaffG die körperliche und psychische Konstitution des Antragstellers, bspw. darf keine Alkoholabhängigkeit oder Geschäftsunfähigkeit vorliegen. Die Behörde ist berechtigt auch in das Erziehungsregister Einsicht zu nehmen, das gerichtliche Anordnungen während der Jugendzeit betrifft (Straftaten als Jugendlicher oder Weisungen und Auflagen des Familiengerichts).

Das ist also ein Traum zu denken, man hätte eine "weisse Weste" und das wären "Jugendsünden"

Das ist wirklich toll - da versucht ein "ehemals" Krimineller eine Erlaubnis zum Führen einer Waffe zu bekommen, weil er sich nun selbst vor solchen kriminellen Astlöchern schützen will..

Sie kennen die Antwort?

Fragen Sie die Community