Frage von Cupcakes1, 137

Kleine Schwester dreht durch, brauche Hilfe?

Hallo Leute,

es dürfen sich besonders die Leute angesprochen fühlen, die sich mit kleinen Kindern und deren verhalten auskennen.

Das Problem ist folgendes:

Meine Mutter hat mich gerade weinend angerufen, und total aufgelöst erzählt, das meine Schwester (bald 4) total durchdreht. Sie reißt an ihren Haaren, haut sie, schreit durchgehend rum und lässt sich nichts sagen, reißt aus ihrem Zimmer aus wenn sie sie hin schickt. Sie lässt auch nicht alles durchgehen, heißt sie bleibt konsequent und lässt nicht ihren Willen durchgehen.

Das gleiche Problem hatte sie damals mit meine kleinen Bruder auch, mittlerweile, jetzt wo er 12 ist, ist es viel besser geworden.

Die Sache ist halt die, da meine Mutter unter Depressionen leidet, ist sie was das angeht sehr nah am Wasser gebaut, sie kann nicht verstehen wieso meine kleine Schwester so ausrastet, und ist dann total fertig, wenn meine Schwester ihre ausraster bekommt, vor allem da meine Mutter eine sehr liebevolle Person ist und nur das beste für ihre Kinder will.

Wenn ich auf sie aufpasse, hört sie auf mich, und ich bin nicht wirklich anders zu ihr als meine Mutter.

Ich hoffe mir kann jemand sagen, was sie am besten tun kann... Es macht mich fertig wenn meine Mutter weint und fertig ist...

Danke im vorraus für Antworten

Antwort
von AnReRa, 54

Wenn ich auf sie aufpasse, hört sie auf mich, und ich bin nicht wirklich anders zu ihr als meine Mutter.

Doch das bist Du. Ganz einfach deshalb, weil Du in Stresssituationen - nehme ich an - nicht SOFORT die Geduld verlierst, ruhig bleibst und der kleine Schwester zeigst, dass Sie ihren Willen eben nicht bekommt.
Ich kenne das ein Stück weit  aus dem eigenen Umfeld. Der kleinste Anlass reicht und aus dem eben noch schmusenden Kind wird eine Furie.
Bei Geschwistern kommt u.U. noch ein gewisse 'natürliche' Rivalität um die Gunst der Mutter hinzu.

Kinder haben da 'leider' eine sehr feine Antenne und gerade in dem Alter lernen sie, dass sie einen eigenen Willen haben. Wenn da nicht klar gesagt wird, wer das Sagen hat - über alle Widerstände des Kindes hinweg - wird das eine Zeitlang so bleiben, bis eben die Vernunft des Kindes einsetzt.
Und gerade da scheint Dein Mutter eben ein Problem zu haben.
(Das ist jetzt - um Gottes Willen - nicht abwertend gemeint)

Es steht aber leider zu befürchten, dass das Verhalten in der Pubertät (auch bei deinem Bruder ! ) wieder aufflackert, dann aber - aufgrund der physischen Entwicklung des Kindes - u.U. viel weitreichendere Folgen hat.

Ich würde empfehlen, damit zu einem Familientherapeuten zu gehen, aber das ganze mindestens mal beim Hausarzt / Kinderarzt anzusprechen.
Der hat i.d.R. zumindest Ansprechadresse zur Hand oder kann vielleicht sogar psychologische Hilfestellung leisten.
So etwas kann extrem belastend für alle Familienmitglieder sein. Das merkst Du gerade selbst.

Also: Wenn Du helfen willst, nimm Deine Mutter an die Hand und gehe mit ihr zu einer Beratungsstelle.

Es geht weniger um das was man sagt, sondern im wesentlichen um die Körpersprache.

Kommentar von Cupcakes1 ,

Danke für die liebe Antwort, sowas hilft mir weiter :) 

Antwort
von kiniro, 19

Ich behaupte mal ins Blaue hinein, dass die 4-jährige ihre Mutter spiegelverkehrt spiegelt - sprich, je "stiller" die Mutter ist, umso lauter / aufgedrehter wird das Mädchen.

Sie ins Zimmer zu schicken, verschlimmert die Situation nur, da das Mädchen nicht versteht, warum sie gehen soll.
Konsequent sein ist in dem Fall gleichzusetzen mit "über die Grenzen des Kindes hinweg zu trampeln" und "unfähig sein, seine eigene Grenzen zu wahren".

Die Mutter setzt hier mit aller Macht ihren (!) Willen durch, nur damit die Kleine ihren Willen nicht bekommt.
Tut mir leid - aber ich sehe hier keine liebevolle Mutter, sondern vielmehr eine Mutter, die denkt "wenn ich nachgebe, nimmt mich meine 4-jährige nicht mehr ernst".

Den ganzen Stress könnte sich deine Mutter sparen, wenn sie mindestens einen Schritt zurück gehen würde.
Dann die Frage stellt "passiert wirklich etwas unwiderruflich Schlimmes, wenn ich wenigstens ab und an mal nachgeben?"

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass das Machtgehabe von Erwachsenen gegenüber Kindern kontraproduktiv ist, sollte ein vertrauensvoller Umgang gewünscht sein.

Antwort
von elfchen87, 21

Hallo, Es tut mir sehr Leid zu hören, dass in deiner Familie scheinbar gerade alle am Ende ihrer Nerven sind. Deine Mutter, die durch ihre Erkrankung vermutlich sowieso kein besonders starkes Nervenkleid hat, deine Schwester, die allein aufgrund ihres Alters gerade viel Präsenz durch ihre Bezugspersonen braucht und vermutlich auch merkt, dass da irgendwas nicht ganz in Ordnung ist und du, die helfen möchte. Eines musst du wissen: wenn ein kleines Kind so "ausrastet" drückt es damit immer Überforderung und Stress aus. Sie tut das nicht um ihren Willen zu kriegen sondern weil sie noch keine anderen Verhaltensweisen erlernt hat mit ihren Gefühlen umzugehen und ihre Grenzen und Bedürfnisse auszudrücken. Wenn man als Erwachsener daraus einen Machtkampf macht, wird es nur schlimmer, weil das Kind sich missverstanden fühlt und gedemütigt. Deshalb braucht ein Kind gerade dann eine Person die ihm signalisiert: Ich liebe dich, auch wenn dein Verhalten mir weh tut. Kein Kind möchte seiner Bezugsperson schaden. Auf die Distanz lässt sich schwer sagen, was deine Schwester in diesen Zustand gebracht hat. Das kann vieles sein, aber egal was der Auslöser war, wichtig ist dem Kind zu vermitteln, dass man es ernst nimmt in seinen Gefühlen. Dann kann man sagen: ich weiß, du bist jetzt wütend. Es tut mir Leid, dass dich das jetzt so sauer macht, aber es geht jetzt leider wirklich nicht dass du... Komm ich nehme dich in den Arm und tröste dich und dann können wir uns gemeinsam ein wenig darüber ärgern. Meistens ist eine Situation dann schon entschärft und man war auch nicht inkonsequent. Nur weil ein Kind nicht kriegen kann was es will, heißt das nicht, dass man es dann nicht trösten darf. Und man sollte auch nur Nein sagen, wenn es wirklich nötig ist. Am besten vorher drüber nachdenken, aber wenn einem danach auffällt, dass es eigentlich unnötig war nein zu sagen schadet es auch nicht, dem Kind zu sagen "du hast recht, tut mir Leid, mir ist gerade aufgefallen, dass es doch geht." Würden wir ja bei jedem Erwachsenen auch so machen. Und Kinder verdienen den gleichen Respekt. Übrigens, etwas vereinfacht ausgedrückt: bei Stress wird im Körper Cortisol ausgeschüttet. Ein Hormon das sehr schädlich ist für die Gehirnentwicklung und das Immunsystem, unter anderem. Das wird abgebaut durch die Ausschüttung von Oxytocin, Welches durch Schlaf und durch Körperkontakt entsteht. Das heißt wenn ein Kind Stress hat, und das hat es beim Weinen oder Wüten immer, dann sollte es kuscheln, gestreichelt werden, fest gedrückt etc. Dadurch wird die Produktion von oxytocin angeregt und das Gehirn kann lernen, was es tun muss um sich selber zu helfen. So werden sich nach und nach selbstregulierungsfähigkeiten entwickeln. Das ist außerdem gut für die Mutter-Kind-Bindung, die das A und O eines glücklichen Familienlebens ist. Es gibt diesen sehr treffenden Spruch von Marie Ebner-Eschenbach: "Liebe mich am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, den dann brauche ich es am meisten." Darüber hinaus wäre allerdings gerade bei der Erkrankung deiner Mutter eine Familientherapie zu empfehlen, bei der so etwas auch aufgearbeitet werden kann. Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.

Antwort
von Volkerfant, 24

Ich nehme stark an, dass das Verhalten der Tochter eine Folge auf eine Frustration war: z.B. etwas wurde ihr verboten, sie musste mit dem Spielen aufhören, weil sie in den Ki9ndergarte/Einkaufen... mit musste, sie durfte nicht raussuchen, welches Kleidungsstück sie anziehen darf..... es gibt so viele Gründe.

Die Tochter ist im Trotzalter und möchte teilweise selbst bestimmen, was sie macht. Natürlich kann man das Kind nicht alles selbst bestimmen lassen, aber man kann manche Anfälle geschickt umgehen. Solche Anfälle sind oft mit Beleidigungen und agressivem Verhalten verbunden, welches man nie, nie persönlich nehmen darf. Die Kinder rasten vollkommen aus und stehen total neben sich, sie können nichts dafür, es passiert einfach, nicht bewusst, sondern entwicklungsbedingt.

Ein Beispiel: ein KInd spielt schön und muss sein Spiel unterbrechen, weil die Mutter einkaufen muss, und sie das KInd ja nicht alleine zu Hause lassen kann. Das Kind wird gestört, es möchte eigentlich sehr gerne weiterspielen, es bekommt einen Anfall, weil die Mutter nicht nach gibt. Man kann diesen Anfall verhindern, indem man das Kind vorwarnt, ihm sagt, dass man nachher zum Einkaufen geht, dass es nur eine ganz kurze Zeit spielen kann, dass es mit muss, aus diesen und diesen Gründen und dass es nachher wieder weiter spielen darf. Oder man wartet fünf Minuten, sagt das dem Kind und gibt ihm diese Zeit.

Werden Erwachsene gerne gestört, wenn sie in Ihrer Lieblingsbeschäftigung sind? Nein - natürlich nicht.

So kann man viele Anfälle verhindern, wenn man das Kind mit in die Überlegungen und in das Vorhaben mit einbezieht.

Antwort
von Sanja2, 19

du schreibst sie lässt nicht alles durchgehen, aber wahrscheinlich hat die Kleine mit dem Verhalten durchaus desöfteren Erfolg. Wäre auch nicht verwunderlich wenn die Mutter unter Depressionen leidet. Viele depressive Mütter geben auf so ein Verhalten nach, weil sie es nicht aushalten. Aber jedes mal wenn man nachgibt lernt das Kind "Oh, das Verhalten macht Sinn, da bekomme ich was ich will".

Antwort
von eggenberg1, 12

deine mutter leidet unter  depressionen und ist darum mit  noch einem weiterem kleinen kind  ,was gerade  seine zweite trotzphase duchmacht , total überfordert.  sie ist wohl auch selbe r nicht mehr "" jung "", ( nicht abfällig  gemeint )wenn du bereits  angerufen wirst und dein bruder schon über 12 jahre alt ist.

als außenstehender kann man da  kaum was zu sagen , weil man nicht  die situationen  selber erlebt ,mit der deine mutter nicht klar kommt. aber  wie ich das  raus höre  "erwartet" sie  von der  gut  3 jährigen  , dass das kind DANKBAR sein muß   für die  viele liebe ,die sie  dem kind gibt  als mutter.

das ist aber eine sehr unreife  einstellung , denn man bekommt nicht kinder ,damit  sie dann  für die liebe der eltern sich dankbar erweisen müssen . mit dieser einstellung ist  deine mutter selbstverständlich total am boden zerstört, wenn ihre kleine tochter  mal wieder nicht  dankbar ist , wenn sie  sich  doch so viel mühe mit ihr gibt .

das kind  findet an deine rmutter  überhaupt keinen halt  ,es missachtet  deine mutter jetzt schon .das  wird schwierig in der zukunft , denn jedes kind  LIEBT   die eltern / mutter   ,aber  jedes kind möchte auch zu seinen eltern aufsehen ,sie achten können ,an ihnen halt finden --alles das  scheint aber  bedingt duch die lailität deine rmutter  nich t gegeben zu sein.

 bei dir  findet die kleine genau das  ,was sie bei ihrer mutter so vermißt  und darum so aufsässig  wird  ,so  unkonrolliert  ,so aufmüpfig -- sie fordert bei ihrer mutter  DAS ein , was sie  von dir automatisch bekommt-- achtung -  stabiliät und trotzdem liebe.

viel .kannst du viel bei deiner mutter sein bzw. deine schwester  intensiv betreuen --wenn es dein altag  hergibt -ich weiß ja nicht ob du noch zur schule gehst ode r bereits berufstätig bist und allein wohnst.

zum wohle   des kindes sollte deine mutter sich um eine tagsbetreuung bemühen ,muß ja nicht jedentag sein,  aber  doch mehrmals die woche -zu ihrer eigenen entlastung  und  zum wohle des kindes .

Antwort
von Goodnight, 32

Kindlich nicht kindisch habe ich gesagt. Mag sein, dass du dir eine dir besser in den Kram passende Antwort erhofft hast. Fachkompetente Antworten die helfen nimmst du offenbar nicht gerne hin. Dann macht munter weiter so, zum Schaden des kleinen Kindes..

Kommentar von AnReRa ,

Nun mal nicht so böse. Der Fragende hat ein effektiv ein echtes Problem. Da helfen harte Anreden i.d.R. gar nicht.

Kommentar von Goodnight ,

Das hat mit böse ganz und gar nichts zu tun. Böse ist es ein Kind in dieser Hilflosigkeit allein und die Verantwortung der Mutter aussen vor zu lassen. Auch wenn man Depressionen hat, weiss man, dass man sich als Erwachsener an den Therapeuten wendet, wenn die Situationen entgleiten und das ja nun schon mindestens beim 2. Kind.

Antwort
von Goodnight, 40

Deine Mutter soll das bitte mit ihrem Psychiater besprechen. Sie ist mit Garantie nicht Konsequent und mit ihrer Depression für die Kleine auch nicht greifbar. Will heissen, deine Mutter ist nicht präsent.

 Es kann nicht angehen, dass deine Mutter dich anruft, sie ist die Mutter. Leider mit einem recht kindlichen Verhalten.

Kommentar von Cupcakes1 ,

klar ist sie die Mutter, sie hat mich angerufen weil sie fertig mit den Nerven war und jemanden zum reden brauchte, mit kindischem Verhalten hat das recht wenig zu tun, finde ich. 

Und konsequent ist sie trotzdem. Sie lässt sie nicht alles durchgehen, bleibt bei ihrem "Nein" und sonstiges. 

Also ich habe mir eine bessere Antwort als sowas erhofft. 

Kommentar von eggenberg1 ,

es geht aber nicht darum ,  welche antwort  du dir erhoffst -- dann bist du nicht anders  wie deine mutter, die erhofft sich auch , dass sie   für ihre liebe zur  kleinen tochter  dankbarkeit erfährt.  es geht darum , zu erkennen, wie  deine mutter  ihre situatin besser bewerkstelligen kann  und da hilft nur  das gespräch mit einem psychater ,bei dem sie  --wenn depressionen diagnostiziert wurden -- ja  eh  in behandlung ist . viel. kann sie medikamentös anders  eingestellt werden .viel . benörigt sie aber auch einfach  einen weiteren  KOMPETENTEN ansprechpartner --

du als tochter bist  mit  dieser situation viel zu stark belastet .MAL  der mutter zuhören ist vollkommen okay ,ihr im alltag helfen auch - aber  das löst nicht das problem  deine rmutter  --sie  brauch t tatkräftige kompetente  hilfe --  vor allem braucht  das  deine kleine schwester.

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