Frage von Takaki, 243

Klavier, E-Piano, Digitalpiano: Wo soll ich als Einsteiger nur anfangen?

Hallo,

ich habe seit ewiger Zeit vor, Klavier zu lernen, und will es jetzt anpacken.

Ich bin jetzt so weit, dass ich gerne mal in den nicht allzu vollen Geldbeutel greifen will, um mir ein Instrument zuzulegen.

Ich bin Student und wohne in einer WG, von daher fliegt das klassische akustische Piano schonmal raus, preismäßig wohl sowieso.

Ich habe mir nun einiges zu elektrischen, elektronischen und Digitalpianos angelesen und hätte jetzt gern mal einen Expertenrat. Mich stört, dass elektrisch gestützte Anfängergeräte immer solchen Schnickschnack wie verschiedene Töne, Synthesizer- und sonstwas für Aufnahmefunktionen haben und dafür die Anschlagmechanik und der wahre Klavierklang zu kurz kommen.

Mir kommt es nämlich darauf an, dass das Ganze einem akustischen Klavier in zweierlei Hinsicht möglichst nahekommt: Einerseits natürlich klanglich, obwohl ich hier bereit wäre, kleine Abstriche zu machen (was wohl eh nicht anders geht). Was mir viel wichtiger ist, ist jedoch, dass das Verhalten der Tasten einem Klavier gleichkommt. Damit meine ich nicht nur die Anzahl der Tasten, sondern auch die Wichtung und dergleichen, damit ich mir beim Üben daheim nicht die Fingertechnik versaue. In ein paar Jahren will ich auf jeden Fall problemlos auf einem richtigen Klavier klassische Stücke spielen können, die ich zu Hause geübt habe.

Ich käme also nie auf die Idee, mir ein Keyboard zu kaufen, aber auch bei vielen Digitalpianos hab ich nach dem Lesen von Testberichten habe ich immer das Gefühl, dass nicht gerade alles daran gesetzt wird, um rein von der Tastenmechanik her dem akustischen Klavier nahe zu kommen, und man stattdessen sonstwas für sinnlose Features reinpackt.

Ich weiß, dass man selber auf verschiedenen Instrumenten gespielt haben muss und so weiter, aber bei dem riesigen Angebot zahlloser Firmen weiß ich einfach nicht, in welcher Ecke ich anfangen soll. Allein bei der Marke kawai gibt es zig verschiedene Modelle in zig verschiedenen Serien. Ich werde auf jeden Fall demnächst mal in ein Fachgeschäft gehen, will mir aber dort auch nicht ahnungslos was andrehen lassen, sondern vielmehr gezielt mit reichlich Vorwissen bestimmte Instrumente ausprobieren (oder ausprobieren lassen, so viel kann ich ja noch nicht), um anhand dessen eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Finanzmäßig muss ich auf jeden Fall unter 1000 € bleiben, am liebsten wäre es mir natürlich, wenn ich etwas Richtung 700 / 800 € fände.

Kann mir also jemand zu einer Firma, einer bestimmten Klasse von Klavieren oder irgend einer sinnvollen Suchmethode raten?

Danke schonmal im Voraus und entschuldigt diesen Monstertext. Liebe Grüße.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sr710815, 160

ich würde auch zu Yamaha YDP 142 anraten.

http://www.thomann.de/de/yamaha_ydp_142_b_arius_set.htm

Naja, das stimmt nicht ganz. Es hat sich schon viel getan bei der Klangerzeugung sowie auch der Klaviatur. Viele Modelle haben jetzt 2 oder gar 3 Sensoren pro Taste, das Sampling findet nicht mehr pro Oktave mit Loops statt.

Es werden pro Taste mehrere Mikrofonaufnahmen durchgeführt, 3 x teils je nach Lautstärke.

Klaviaturen gibt es mittlerweile bei teureren Modellen aus Holz & nicht mehr aus Kunststoff. Dann gibt es Graduierungen wie beim Flügel.

E-Pianos findet man eher im Jazz, das sind ganz andere Klangerzeugungen. Hier werden statt Samples & Modeling dann echte Hämmer auf xylophonähnliche Platten geschlagen, die Tonabnahme erfolgt elektromagnetisch über Tonabnehmer so ähnlich wie bei E-Gitarren.

Das Mark 7 von Rhodes kostet als echtes E-Piano aber auch 5600 €. Natürlich haben Digitalpianos auch Klänge des E-Pianos & natürlich auch der über Mikro aufgenommenen Klaviere.

Sinnlose Features sehe ich nicht. Auch Casio Privia hat wie Korg ganz gute Modelle incl. Metronom, Aufnahmespeicher & teils auch mit Rhythmus.

Viele bieten ordentliche Tastaturen wie RH responsive Hammered, graded Hammererd oder NH natural hammered teils mit Gegengewichten & längeren Tasten.

Allein Yamaha oder Kawai haben natürlich unterschiedlichste Modelle vom Stagepiano ohne eingebaute Lautsprecher bis hin zum Transacoustic mit echtem Klavier sowie Digitalmodul

Viele Korpusmodelle ohne Gestell bis hin zum Klavierkasten

Antwort
von Kuudere98, 184

Hallo!

Meiner Meinung nach bietet dir Yamaha in dieser Preisklasse den besten Sound, da es im Vergleich zu anderen Marken einen oft sanfteren, satteren Ton hat. Das ist aber natürlich Geschmackssache. :) Über thomann.de ist der Klang vieler zu verkaufender Instrumente als Hörbeispiel verfügbar, vielleicht kannst du dir ja schon daraus einige Präferenzen bilden.

Was den Anschlag betrifft, kann ich dir Entwarnung geben. Ich habe die ersten vier Jahre lang auf einem Casio (an das Modell kann ich mich leider nicht erinnern, preislich lag es aber so bei ca. 500€) gelernt, bevor ich zu meinem akustischen Klavier gewechselt bin. Die Technik hat mir das überhaupt nicht versaut. Irgendwann fingen die Tasten allerdings an zu klackern und auch die Klangfarbe des guten Stücks war nicht länger zufriedenstellend. Ein E-Piano hält nicht Ewigkeiten, für einige Jahre sollte eines der von dir genannten Preisklasse seinen Dienst jedoch problemlos leisten. Im Vergleich zu akustischen Klavieren ist der Anschlag bei Digitalpianos in der Regel etwas leichter, wenn auch lange nicht so leicht wie bei Keyboards. Ich würde dir empfehlen, darauf zu achten, dass die Tasten etwas Widerstand geben und nach dem Anschlagen schnell und in flüssiger Bewegung wieder in die Ausgangsposition zurückfinden. Nebengeräusche kommen bei einem Neukauf sowieso nicht in Frage.

Wenn du im Fachgeschäft mehrere Geräte ausprobierst, wirst du dafür aber sicher selbst ein Gefühl entwickeln. Ansonsten würde ich dir vorschlagen, ggf. eine(n) klavierspielende(n) Freund(in) mitzuschleppen.

Viel Erfolg bei der Suche!

Antwort
von bon1999, 141

Vielleicht ein Yamaha P35.
Es ist nicht sehr teuer, hat einen schönen Klang(finde ich), dafür aber wenig Zeugs. Aber mit den Zeugs konmt man ziemlich gut klar, Man hat 10 Voices, Metronom, und man kann sogar den Tastenanschlag einstellen. Dafür aber nur ein Padal. Für ungefär 500 Euro ist es jedenfalls günstig. Ich kann damit ziemlich gut auf ein richtiges Klavier spielen.

Antwort
von sr710815, 124

nicht schlecht sind die Auswahlkriterien in der Tastenwelt Zeitschrift. So kann man div. Modelle ausprobieren

Antwort
von xXSchuelerXx, 136

Wie ernst nimmst du das Klavierspielen? Soll dein Digitalpiano nur für die Studentenzeit ihren Dienst erfüllen und später wird ein richtiges Klaviet angeschafft? Oder willst du, deinen erwünschten Spielstand gemäß, immer ein Digi zu Hause haben?

Kommentar von Takaki ,

Ich nehme es schon sehr ernst, ich spiele seit knapp 10 Jahren klassische Gitarre und möchte mein Können sozusagen dauerhaft auf das Klavier erweitern. Wenn irgendwann mal Geld & Platz da ist (und keine genervten Nachbarn), soll auch ein akustisches Klavier her. Das E-Piano oder Digitalpiano soll als hochwertige Übergangslösung dienen.

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