Frage von ZerefMagier, 111

Klage gegen Busunternehmen?

Hallo,

vor 2 Tagen fuhr mein Vater mit dem Bus zum Laden meiner Mutter, da sie das Auto genommen hat um zur Arbeitsstelle zu gelangen.

Während der Busfahrt ereignete sich ein Unfall, bei dem der Busfahrer aus Fahrlässigkeit ein stehendes Auto angefahren hat. Der Busfahrer hat eine Vollbremsung gemacht, was jedoch nicht geholfen hat, da er trotzdem das Auto getroffen hat und mein Vater ist während der Vollbremsung mit dem Gesicht gegen eine Glaseinrichtung geknallt, die sich frontal von seinem Sitzplatz befunden hat.

Tag für Tag schwillt sein Auge weiter an. Es sieht mittlerweile so aus, als hätte er Prügel bezogen.

Heute war er deshalb im Krankenhaus und es ist nichts gebrochen oder sonstiges, lediglich ein Bluterguss.

Meine Frage ist, ob die Möglichkeit besteht gegen das Busunternehmen Klage einzureichen bzw. Schmerzensgeld zu fordern.

MfG. Zeref

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, Community-Experte für Recht, 31

Meine Frage ist, ob die Möglichkeit besteht gegen das Busunternehmen Klage einzureichen bzw. Schmerzensgeld zu fordern.

Nein, weswegen denn? Hat der Busfahrer den Unfall absichtlich oder unter Drogeneinfluss herbeigeführt?

Nicht nachhaltige Beeinträchtigungen des Körpers sind laut Rechtsprechung und Literatur meistens dann nicht mit Schmerzensgeld umfasst, wenn „diese Schwelle im konkreten Fall von der erlittenen Beeinträchtigung vornehmlich wegen ihres geringen, nur vorübergehenden Einflusses auf das Allgemeinbefinden nicht überschritten [wird und dadurch …] es schon an einer Grundlage für die geldliche Bewertung eines Ausgleichsbedürfnisses fehlen [kann].“ so der BGH, in seinem Urteil VI ZR 120/91 vom 14. Januar 1992.

Meint: Ein Hämatom am Auge schmerzt einen Tag, sieht 2 Wochen durch Farbwechsel komisch aus und ist in etwa einem Monat ohne jegliche Beeinträchtigung verschwunden.

Welche Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion soll damit erfüllt werden? Das man auf sein blaues Auge angesprochen wird?

Das Gericht kann und dürfte nach § 287 ZPO die Zubilligung von Schmerzensgeld daher versagen.

Da sollte man das Geld für einen Anwalt und vorschüssige Prozesskosten sparen wollen.

Die Krankenhaus- und Heilbehandlungskosten ersetzt der Fahrzeugversicherer. Da informiert man seine Krankenkasse, dass es sich um einen Unfall handelte und lässt die machen.

Gute Besserung :-)

G imager761

Antwort
von Genesis82, 76

Warum gleich klagen? Informiert das Busunternehmen, dass dein Vater bei diesem Unfall an Bord war und sich verletzt hat. Dann wird der Vorfall der Versicherung gemeldet und die wird entsprechend der Schmerzensgeldtabelle bezahlen und auch die angefallenen Kosten regulieren. Denkt aber daran, dass ihr nachweisen könnt, dass dein Vater im Bus war, sofern die Daten der Fahrgäste nicht sofort festgehalten wurden.

Kommentar von ZerefMagier ,

Das sollte eher so gemeint sein wie, was genau von den beiden Sachen soll ich machen und wie läuft das in solchen Situationen ab. Sorry für die falsche Satzwahl. Danke für die Informationen :)

Antwort
von claushilbig, 40

Klage ist m. E. erst mal  nicht nötig - für solche Dinge sind die Busunternehmen versichert.

Also: Busunternehmen anschreiben, die Situation schildern (mit genauen Angaben zu Zeit, Linie, evtl. Busnummer und allen weiteren konkreten Fakten, die Ihr kennt), und Klärung bzw. Schadenersatz einfordern.

Ein kluges Unternehmen wird das seiner Versicherung melden, die wird dann Deinen Vater anschreiben, um das Weitere zu klären.

Erst, wenn da nichts passiert, oder das Unternehmen ablehnt, wäre m. E. eine Schmerzensgeld-Klage sinnvoll.

Antwort
von signk, 51

du machst es dir viel zu einfach..

Wer sagt dir denn, dass es Fahrlässigkeit seitens des Busfahrers war? DU und dein Vater, ihr könnt bspw. einen technischen Defekt ausschliessen, right?  Seid ihr Gutachter??

Wie bitte soll ein Fahrer, speziell in einer Gefahrensituation bremsen, damit unangeschnallte Personen ggf. nicht vom Sitz rutschen.., nach vorne geschleudert werden??  Erklär mir das mal bitte..   

Wenn es bei einem Unfall zu Verletzungen kommt, ist das tragisch.., manchmal aber nicht zu ändern.

Aufgrund des Unfalls war sicherlich die Polizei und ein Verkehrsmeister o.ä. des Verkehrsbetriebes vor Ort.., dort wird auch immer gefragt, ob es Verletzte gibt.., hat sich dein Vater gemeldet, hat er gesagt, dass er ins Krankenhaus fährt.., sich dann wieder beim Verkehrsunternehmen meldet??..

Falls Nein.., Warum nicht??


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