Frage von MxMary26, 30

Kirchlicher Bezug zur Gentechnik?

Eine Freundin aus meiner Klasse muss zum Thema Gentechnik ihre Meinung aus ethischer (kirchlicher) Sicht sagen. Sie hat von der Lehrerin ein Blatt bekommen wo darauf eine kleine Geschichte steht. Da geht es um eine Familie (Mutter, Vater, Tochter). Die Tochter ist an Fanconi-Anämie erkrankt. Bei dieser Krankheit bildet sich das Rückenmark zurück. Dann wurden 12 Eier der Mutter befruchtet, 10 davon entwickelten sich zu Embryonen. Die 10 wurden getestet und eins war genetisch am besten geeignet. Das wurde der Mutter wieder eingepflanzt. Alle anderen Embryonen wurden vernichtet. Ein Transplantat wurde der kranken Tochter eingepflanzt und das kranke Knochenmark begann sich wieder neu zu bilden. Also wurde da ja ein Mensch gezüchtet um einen anderen zu retten, aber viele Embryonen wurden ja einfach getötet.

Welche Grenzen wurden da überschritten? Was sind eure Meinungen zu dem Thema?

Antwort
von sarahj, 13

Was heißt Embryonen?
Das klingt so nach kleinen Babies...
... sind es aber nicht, wenn es um Stammzellen geht.

Ist eine gerade befruchtete Zelle schon ein leidendes Lebewesen?
Ist es nach einigen wenigen Zellteilungen das?
Wenn nicht, nach wievielen Teilungen ist es eines?

Das ist eine ethische Frage, die unterschiedlich beurteilt wird.

Die Kirche sagt: mit der Befruchtung, geht die "Seele" in das Lebewesen.

Aber rational betrachtet, ist es nicht mehr als die Zellen, die Du beim Nasepopeln mit abreibst, oder wenn Du dich mal hintem Ohr kratzst.
Das gilt aber nicht als unethisch/unmoralisch. Darüber macht sich keiner Gedanken - weil aus dem Popel kein Leben entsteht (außer den Bakterien, die sich vielleicht darvon ernähren).

Liegt es daran, daß man denkt: "jedes potentielle Lebewesen muss geschützt werden"?
Nun ja, die Kirche argumentiert so, und verbietet daher auch Geburtenkontrolle, ja eigentlich sogar Masturbation.

Man kann es aber auch so betrachten:
die Zellansammlung hat weder ein Nervensystem, noch Bewusstsein.
Wohingegen der gerettete Mensch leidensfähig, schmerzfähig, bewusst, usw. ist.
Es ist also durchaus legitim, ethisch korrekt, ja sogar moralisch als besser wertbar, wenn der Patient durch Stammzellen gerettet wird.

Es ist lediglich eine Frage des Wertes, den man einer Ansammlung von Zellen beimisst, im Vergleich zum Wert, den man einem fertigen Menschen beimisst.


Antwort
von Wepster, 13

Ganz schwer. Religion sollte erst mal nichts mit Gentechnik zu tun haben. Der Wert des Menschen und die Launen der Natur sind immer Streitthema die kaum eine Lösung zulassen.

Es gibt einerseits die Technik und die Krankheit die es ermöglicht und auch angewandt werden will, um Menschen zu heilen oder zu retten. Daraus entstehen immer Konsequenzen die man immer abwägen muss. Man kann das auch nicht auf eine Thema, wie obriges, begrenzen.

Auf anderer Seite ist die Technik auch der Grund dafür das wir umdenken müssen, umdenken im Sinne von Leben und Entwicklung des Menschen und der dieser Technik. Haben wir verlernt zu sterben und können nicht akzeptieren das Menschen durch Krankheiten nun mal sterben und ja auch sterben müssen, weil auch immer wieder neue Menschen geboren werden. Wir werden darüber anders denken wenn wir andere Planeten bevölkern können, gegenwärtig läuft mir ein Schauer über den Rücken wenn man bedenkt warum Menschen sterben in Kriegen in Anbetracht der Bevölkerung welche so offensichtlich aus niederen Gründen dezimiert wird.

Auf ganz anderer Seite steht der Missbrauch. Was kann man damit noch anstellen, irgend ein kranker Geist will vielleicht Ohren auf Rattenrücken verpflanzen die auch noch im dunkeln Leuchten....Ach ja gibts ja schon.

Soldaten züchten mit 4 Armen und ohne Geist und Schmerz?

Androiden aus Fleisch und Blut?

Biomechanik?

Gennahrung?

Ich bin der Meinung dass wir, die Menschheit, in der heutigen Zeit noch weit entfernt sind eine adäquate Anwendung zu finden die nicht gleich selbige Menschheit zerstört. Leider kann man das nicht aufhalten. Und auch nicht ändern. Man kann sich der experimentellen Wissenschaft hingeben oder sich davon fernhalten. Entweder alles für die Forschung oder eher es dem Lauf der Dinge überlassen was passiert, und das akzeptieren.

Antwort
von kliklu, 13

naja ethisch/kirchlich gesehen kann man das nicht machen, da jedes Lebewesen ein Recht auf ein Leben hat, egal wie alt wie groß, in welchem Zustand oder warum oder zu welchem Zweck es existiert

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