Frage von bbelieber, 40

Kirchliche Lehre/ gerechten Krieg?

Hallo Liebes Community. Ich habe mich hier neu angemeldet. Meine Frage wäre was die kirchliche Lehre vom gerechten Krieg beinhaltet. Bzw müssen wir es erläutern. Wir haben dies als Hausaufgabe aufbekommen und sollen einen freien, sachlichen Vortrag darüber halten. Doch irgendwie komme ich nicht weiter. Vielen Dank und Liebe Grüße

Antwort
von Dxmklvw, 6

Es gibt keinen gerechten Krieg. Stattdessen gibt es jedoch Kriegslüsternheit aus diversen Gründen, die von Zeit zu Zeit auch mit spitzfindigen religiösen Argumenten überttüncht wird, um auch eine besonders üble Sache als gerecht vorzutäuschen.

Kirchliche Lehre muß man an den Ursprüngen messen, aus denen sie ganz an Anfang hervorgegangen ist. Für die christliche Lehre wären das die Evangelien.

Alles weitere, was dann nur durch "das muß man anders auslegen" und durch sonstigen Dinge hinzugefügt oder umgeändert wurde, hat nichts mehr mit diesen Ursprüngen zu tun und ist nur noch der Macht-, Geld- und Geltungsgier geschuldet und/oder diversen abergläubischen Vermischungen mit dem Ergebnis, daß eine abergläubische Irrlehre entsteht, die am Ende ziemlich das Gegenteil von dem ist, was sie ursprünglich sein sollte.

Antwort
von Anthropos, 17

Ich will jetzt keine lange Antwort schreiben, nur ein paar Artikel aus dem Katechismus der Katholischen Kirche zitieren:

Willentlicher Haß verstößt gegen die Liebe. Haß gegen einen Mitmenschen ist eine Sünde, wenn man diesemabsichtlich Böses wünscht. Er ist eine schwere Sünde, wenn man dem Nächsten wohlüberlegt schweren Schadenwünscht. „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vatersim Himmel werdet" (Mt 5, 44-45). (KKK 2303)

Die Bedingungen, unter denen es einem Volk gestattet ist, sich in Notwehr militärisch zu verteidigen, sindgenau einzuhalten. Eine solche Entscheidung ist so schwerwiegend, daß sie nur unter den folgenden strengenBedingungen, die gleichzeitig gegeben sein müssen, sittlich vertretbar ist:

- Der Schaden, der der Nation oder der Völkergemeinschaft durch den Angreifer zugefügt wird, muß sicherfeststehen, schwerwiegend und von Dauer sein.

- Alle anderen Mittel, dem Schaden ein Ende zu machen, müssen sich als undurchführbar oder wirkungsloserwiesen haben.

- Es muß ernsthafte Aussicht auf Erfolg bestehen.

- Der Gebrauch von Waffen darf nicht Schäden und Wirren mit sich bringen, die schlimmer sind als das zubeseitigende Übel. Beim Urteil darüber, ob diese Bedingung erfüllt ist, ist sorgfältig auf die gewaltigeZerstörungskraft der modernen Waffen zu achten.

Dies sind die herkömmlichen Elemente, die in der sogenannten Lehre vom „gerechten Krieg" angeführt werden.

Die Beurteilung, ob alle diese Voraussetzungen für die sittliche Erlaubtheit eines Verteidigungskrieges vorliegen,kommt dem klugen Ermessen derer zu, die mit der Wahrung des Gemeinwohls betraut sind. (KKK 2310)

Die Kirche und die menschliche Vernunft erklären, daß das sittliche Gesetz während bewaffneter Konflikte inGeltung bleibt. Es „wird nicht deshalb, weil ein Krieg unglücklicherweise ausgebrochen ist, damit nun jedesKampfmittel zwischen den gegnerischen Parteien erlaubt" (GS 79,4). (KKK 2312)

„Jede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer Städte oder weiter Gebiete und ihrer Bevölkerungunterschiedslos abstellt, ist ein Verbrechen gegen Gott und gegen den Menschen, das fest und entschieden zuverwerfen ist" (GS 80,4). Eine Gefahr des modernen Krieges ist es, den Besitzern hochtechnisierter, insbesondereatomarer, biologischer oder chemischer Waffen Anlaß zu solchen Verbrechen zu geben. (KKK 2314)

Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Kommentar von bbelieber ,

Vielen Dank für deine Antwort! :) Dürfte ich dir eine Freundschaftsanfrage schicken? Hätte da noch ein paar Fragen :)

Kommentar von Anthropos ,

Klar...

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