Kirchgeld höher als Kirchensteuer - was ist denn das für ein Unsinn?

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4 Antworten

Das ist das Besondere Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen. Und ja, das ist korrekt so; es wurde nämlich seinerzeit explizit dafür eingeführt, um der ansonsten grassierenden Rosinenpickerei einen Riegel vorzuschieben. In den allermeisten Fälllen verblieb nämlich der Ehepartner ohne Einkünfte in der Glaubensgemeinschaft, und nutzte u.a. auch die Angebote zur Kinder- und Jugendlichenbetreuung mehr oder weniger intensiv, während der verdienende Elternteil austrat.

Ich habe seinerzeit selbst in der Synode darauf hingewiesen, dass hier zwar mit Recht eine Gerechtigkeitslücke geschlossen werden soll, dies aber einkommensteuerrechtlich an anderer Stelle zu Verwerfungen führen kann (und ganz offenbar auch tut). Die Krux mit dem Steuerrecht ist eben, dass Änderungen an einer Stelle de facto immer zu Ausnahme- und Umgehungstatbeständen an anderer Stelle führen werden.

Siehe dazu u.a.

http://www.kirche-und-geld.de/downloads/ELKB-Besonderes-Kirchgeld-2014.pdf

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Kommentar von w8rn8r
25.10.2016, 09:28

Mein Ehepartner ist nicht ohne Einkünfte.  Meine Einkünfte waren halt höher.  Und dass das Ergebnis höher ist als es die Kirchensteuer (für mich, der ich nicht in der Kirche bin) gewesen wäre, ist ... nun ja, sehr auffällig auf jeden Fall.  So kann das vom Gesetzgeber nicht gemeint gewesen sein.

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Gemäß deinen Angaben und einiger Antworten dazu, ist die Besteuerung deiner Abfindung mit "Kirchgeld" absolut korrekt. Siehe hierzu beispielsweise die Antworten von "FordPerfect" und  "Schnoofy". 

Du kannst dem zukünftig nur entgehen, indem du steuerlich eine "getrennte Veranlagung" beantragst - was aber wieder andere finanzielle Nachteile bringen dürfte.

Ganz persönlich empfinde ich, du solltest dich nicht so kleinlich anstellen, denn wenn auch in Kirchen Geld nach Volksmeinung nicht immer optimal eingesetzt wird, dient der Hauptteil doch im allgemeinen der Aufrechterhaltung des kirchlichen Gesamtangebots einschließlich Diakonie und anderer karitativer Zwecke, von denen auch du kostenlos profitieren kannst. 

Falls du anderer Meinung sein sollest, dann setze dich doch mit deiner Frau auseinander, eventuell ebenfalls aus der Kirche auszutreten. Die Kirchen und die Gläubigen werden schließlich in ihrem Ruf nicht besser, wenn Teile ihrer Mitglieder nur aufgrund einer für sie positiv ausgehenden "Kosten-Nutzen-Rechnung" noch dabei sind.

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Kommentar von w8rn8r
25.10.2016, 12:07

Stimme nicht zu und habe jetzt Einspruch eingelegt.  Die gesetzliche Grundlage für das besondere Kirchgeld ist, dass der Ehepartner, der der ev. Kirche angehört, keine eigenen Einkünfte hat.  Das trifft in unserem Falle nicht zu.

... Deine Argumentation ist teilweise schon recht lässig ... "sei nicht so kleinlich" :-)

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