mcgegner am 30.05.2008 um 14:53 Uhr
Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. Ich bin nicht gläubig und habe auch mit dem Gedanken gespielt auszutreten. Andererseits befürchte ich das bei einem weiteren Anstieg katholische oder evangelische Altenheime oder Kindergärten schließen müssen. Jugendgruppen und Gesprächskreise für ältere Menschen wären evtl. auch gefährdet. Was ist/wäre für euch ein Pro oder Contra?

Meines Wissen finazieren sich die kirchlichen Altenheime, Kindergärten etc. nicht aus der Kirchensteuer - sondern aus Beiträgen derer die diese Einrichtungen in Anspruch nehmen und aus Zuschüssen der Städte, Länder etc. Zudem gefällt mir die Personalpolitik der Kirchen in diesen Einrichtungen nicht. Wer nicht gläubig ist sollte meiner Ansicht nach austreten.

Du kannst ja aus der Kirche austreten und die dadurch eingesparte Kirchensteuer den Trägern der von dir benannten Einrichtungen spenden.

Ich glaube eine Glaubensrichtung, die auf gegenseitige Hilfe und Menschliebe aufbaut, verdient sich ihr Geld anderweitig als mit Steuern bzw. sollte es sich verdienen.
Daher bin ich für gemeinsames Austreten aus der Kirche.

Pro ist für mich viel Geld zu sparen und dass ich den ganzen religiösen Quatsch eh nicht ab kann! Contra gibt es für mich praktisch keins, da ich sowieso immer auf weltliche Einrichtungen zurückgreife! Unsere Kinder waren z.B. auch alle im städtischen Kindergarten.

Man sich aus der Solidargemeinschaft oder nicht.
Wenn sich viele entfernen, welche Gesellschaft entsteht dann?
Werden irgendwann viele dastehen und sagen: "Das habe ich nicht gewollt!"?

Es spricht eigentlich alles dafür, auszutreten.
Zum einen finanzieren sich konfessionelle Einrichtungen der angesprochenen Art nicht wesentlich aus Kirchensteuern und zum anderen halte ich weltliche Einrichtungen für besser. Die Gefahr der - zum Teil durchaus subtilen - Indoktrination durch Religion ist groß; ich würde meine Kinder dem nicht aussetzen wollen.
Ich bin auch nicht gottgläubig und zahle an die katholische Kirche. Das Christentum ist die Grundlge unserer Gesellschaft und die Kirchen pflegen diese Werte. Meine Kirchensteuer betrachte ich als Vergütung für diesen Service.

Ob du jetzt austritts oder in China fällt ein Sack Reis um...
Dein Beitrag als Einzelner ist unwichtig
mcgegner am 30. Mai 2008 15:08 Ich wollte auch nur mal ein paar Meinungen dazu hören. Das meine 2 Mark fünfzig kein Altenheim erhalten können, wußte ich auch. ;-)
mia68 am 30. Mai 2008 15:10 ...wir leben hier in eine Solidargemeinschaft; insofern ist IMMER jeder Beitrag eines Einzelnen wichtig! (und das gilt darüber hinaus -meiner Meinung nach- übrigens nicht nur aus politischer Sicht)
littletiger am 30. Mai 2008 15:18 Meines Erachtens hat sich unsere Gesellschaft leider mehr in die Richtung solidarische Zweckgemeinschaft entwickelt. D.h. solange einer was vom anderen will/braucht ist er solidarisch bis sein Zweck erfüllt ist, aber Gegensleistung kriegt man dann nur mehr selten...
goldannali am 30. Mai 2008 15:22 DH! Die Stimme jedes einzelnen ist wichtig!
Felix820 am 23. April 2009 21:42 ja stimmt schon
aber wenn wirklich nur ein einziger nicht zahlt dann isses nicht so schlimm
Hier ein paar Fakten zur Verwendung der Kirchensteuer für soziale Einrichtungen:
Von allen Aufwendungen für Caritas und Diakonischem Werk (2005 rund 45 Mrd. Euro) werden nur rund 800 Mio. Euro von der Kirche beigesteuert, das sind exakt 1,8 Prozent der Kosten von Caritas und Diakonie, aus der Kirchensteuer davon die Hälfte, also WENIGER ALS EIN PROZENT.
Ähnlich sieht es mit den Verhältnissen bei Kindergärten oder Krankenhäusern aus: auch wenn da eine Konfession über der Tür steht, bezahlt die Kirche nur ein paar Cent dafür.
Ein Kirchenaustritt schadet also beileibe NICHT der Finanzierung irgendwelcher sozialer Dienste.
Du sagst es.
"Die Kosten von kirchlichen Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen etc. werden fast ganz - zwischen 85 und 100 Prozent - aus öffentlichen Steuermitteln finanziert oder von Elternbeiträgen, Krankenkassen etc. gedeckt."
http://www.ibka.org/infos/ksteuer.html
DH!