Hey wie seht ihr das, um ein religiöser mensch zu sein ist doch eine kirche nicht erforderlich oder? Ich meine mann kann doch auch ganz normal religiös sein von mir aus auch beten und alles aber dafür muss man doch nicht zwangsläufig in die kirche, es gibt ja schließlich auch freikirliche gemeinden.

Also erst einmal geht es ja um die Frage, an was ich glaube? Viele sagen, sie glauben. Viele sagen, sie glauben an Gott. Ich frage dann immer, an welchen Gott glaubt ihr? Glaubt ihr an den Gott Jesu Christi, so wie es in der Bibel, besonders auch im Neuen Testament offenbart wurde? Dann ist die Antwort ganz einfach: christlicher Glaube ohne Kirche geht nicht!
Denn: als Jesus umher zog und die Botschaft vom Reich Gottes verkündigte, schlossen sich ihm Menschen an: seine Jüngerinnen und Jünger.
Diese Jüngerinnen und Jünger aber waren nicht nur allein und auf Jesus Christus bezogen, sondern sie bildeten eine Gemeinschaft und wie die Apostelgeschichte bezeugt: "Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. (...) Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte." (Apostelgeschichte 4, 32ff)
Die JüngerInnenschaft zeigt sich also auch in der Glaubensgemeinschaft. Einer Glaubensgemeinschaft, die sowohl für einander da ist, aber auch, die einer Sendung folgt, nämlich: das Wort Gottes in die Welt zu bringen.
Diese Gemeinschaft der an Jesus Christus glaubenden ist die Kirche (unabhängig erst einmal davon, um welche Konfession sich es sich handelt).
Diese Gemeinschaft ist also füreinander da, aber sie ist auch für andere da.
Christsein ist man nicht nur für sich selbst. Das Ziel des Christseins ist nicht, nur das eigene Heil, die eigene Erlösung zu erlangen.
Christsein bedeutet, sich für das Heil der Menschen und das Heil der Welt einzusetzen. Und das geht nun einmal nur in einer Gemeinschaft. Sie macht stark und sie bestärkt ihre Mitglieder gegenseitig.
Diese Sendung der Christen ist das Wesen des Christentums. Insofern kann es Christentum nicht ohne Gemeinschaft geben. Die Gemeinschaft der Christen aber nennt sich "Ekklesia" oder "Kirche".

Zum Glauben braucht es auch eine Gemeinschaft und das ist in diesem Fall die kirchliche Gemeinde. Glaube ohne Kirche ist sinnentleert. Nur die Gemeinschaft der Gläubigen ist das was Jesus Christus gewollt hat und was den Glauben stärkt.
heureka47 am 18. Februar 2009 23:01 Wieso soll "Glauben ohne Kirche sinnentleert" sein? Lieber Schinderhannes: Was ein Mensch glaubt, wird nicht von der Gemeinschaft um ihn herum letztlich bestimmt, sondern davon, wie dieser Mensch Gott wahrnimmt/sieht. Wir Menschen (und sonstige Lebewesen) sind m.E. nicht ohne tieferen Grund alle verschieden und jeder einzigartig. Folglich ist es auch nur natürlich, daß jeder Mensch seinen eigenen, persönlichen Glauben haben kann (und wahrscheinlich sollte). Ich verstehe den Gott der Bibel so, daß er den einzelnen "Herausgerufenen" tatsächlich - und bei seinem Namen! - ruft. Diese Art von persönlichem Kontakt kann ich besätigen und ich habe nicht das Verständnis, daß Glauben ohne Kirche sinnentleert ist, sondern daß jeder einzelne Mensch völlig frei und unabhängig von jeder solcher Vorgaben ist.
Daß Jesus Christus "nur" die Gemeinschaft der Gläubigen gewollt hat, ist eine geradezu abstruse Behauptung. Was Jesus in der Hauptsache gewollt hat, ist direkt und wörtlich und ohne langes Suchen oder Interpretieren zu ersehen: "Liebe Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft - und liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Und für die Zweifler noch die Bekräftigung: "Liebe deine Feinde".
gerwitt am 19. Februar 2009 07:51 @heureka47: Jesus hat sicherlich nicht "nur" Gemeinschaft von Gläubigen gewollt, aber er hat den Glauben in der Gemeinschaft gewollt, deshalb sammelte und versammelte er ja auch JüngerInnen um sich. Du führst die Aussagen Jesu im Singular aus. Doch Jesus sagte nicht: "Liebe deine Feinde!" sondern "Liebet eure Feinde und tut denen Gutes, die Euch hassen!" Doch die wichtigsten Aussagen Jesu sind im Plural ausgeführt. Ist die das schon mal aufgefallen? "Heilt die Kranken!" "Verkündet die Botschaft vom Reich!" "Gebt ihr ihnen zu essen!" "Ihr seid das Salz der Erde...!... Diese Reihe liese sich noch weiter fortführen. Zudem richtete sich die Botschaft Jesu zuerst an das Volk seiner Väter, an das Volk Israel. Es war keine individualisierte Botschaft, sondern sie richtete sich an ein ganzes Volk. Ja sogar die Passionsgeschichte erzählt von einem christologischen Verständnis, das Jesus als den König eines Volkes versteht - dem (erneuerten) Volk Israel. Dies sind alles zweifelsfreie Hinweise darauf, dass sich die Botschaft Jesu Christi an Menschen richtete, die sich zugehörig zu einer Gemeinschaft fühlten und nicht nur als individuelle Heilsbotschaft. Du individualisierst einen Glauben, der aber nicht als individualisierter Glaube von Christus her verkündet wurde.

Alles geht - auch ohne Kirche. Ich habs mir selber bewiesen. Mit 21 hab ich mich von der Kirche getrennt - weil mir das nichts gab. Und ich dachte, wenn es Gott gibt, dann werde ich ihn auch außerhalb der Kirche finden. Als ich mit 40 schon gar nicht mehr daran dachte und am Leben zu verzweifeln drohte, da hat er mich "gefunden"... Heute bin ich überzeugt: Gott schaut auf jeden Menschen sein ganzes Leben lang - und ist allzeit bereit für jeden einzelnen, so der einzelne denn irgendwann mal soweit ist, auf Gott zu schauen.
zwiebelchen22 am 18. Februar 2009 12:35 so ähnlich gings mir auch.....vor ca. 18 jahren......
heureka47 am 18. Februar 2009 22:48 Willkommen im Club! :~)

Sicher du kannst auch religiös sein ohne in die Kirche zu gehen. Religionverbundenheit ist was individuelles und kann jeder nach seiner eigenen art ausleben. Und scheinheilig in die Kirche zu gehen nur um allen zuzeigen dass mann dahingeht-davon halte ich ehe nix. Aber: Ich bin Agnostiker und gehe nie in die Kirche!
Starbuck am 18. Februar 2009 08:20 Ich finde es ein starkes Stück, dass du Kirchgänger pauschal als scheinheilig bezeichnest!
carola111 am 18. Februar 2009 09:11 Ich hatte die Antwort von digiritter so verstanden, dass es eine Heuchelei darstellt, wenn man nur zur Kirche geht, um gesehen zu werden. Dass andere von einem denken, mann ist der aber fromm.
Digiritter schrieb ja auch von Religion, die im Grunde genommen nichts mit dem Glauben zu tun hat.
In Jesus Christus kommt uns Gott entgegen, wie der Vater seinen verlorenen Sohn entdeckt und ihm entgegen eilt. Wir brauchen uns im Grunde genommen nur von Gott lieben zu lassen und unterstehen keinem Druck bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen, wie eine Religion es den Menschen vorschreibt, die Gott gefallen wollen. Dass man dann in dieser Liebe freiwillig ein gottgefälliges Leben führen möchte ist eine Folge.
Darum vergebe ich gern ein Pünktchen.
digiritter am 18. Februar 2009 14:49 Danke für die Schützenhilfe.Hier werden einem auch immer die Worte verdreht.

Ich bin aus der Kirche ausgetreten, nicht weil Gott für mich nicht existent wäre, sondern weil es außerhalb meiner Vorstellung lag, dass "er" so sein soll, wie mir die Kirche glauben machen wollte. Ich war und bin auf der Suche nach der Wahrheit, einer die ich auch erleben kann und nicht einfach nur glauben soll. Eine davon ist, dass wir im grunde alle miteinander verbunden sind, alles eins ist. Diese Wahrheit kann ich fühlen und erhalte täglich die "Beweise" dafür. Somit ist es für mich schon nicht mehr stimmig, mich in eine Gemainschaft zu begeben, die sich von anderen distanziert, abtrennt. Für mich ist Gott Alles Was Ist, Leben, Lebendigkeit, Liebe.
carola111 am 18. Februar 2009 12:41 Ich wünsche dir viel Segen in deinem Leben und eine Menge an Offenbarungen Gottes an dich. Viele Grüße aus Berlin Carola
Angel84 am 18. Februar 2009 14:53 Liebe Carola, ich danke dir. Da wir alle eins sind, ist der Segen auch der Deine...

Ist eine Freikirche keine Kirche?
Die Gemeinschaft und Lehre in einer Gemeinde sind wichtig für das geistliche Wachstum. Als "freischaffender" Gläubiger fehlt die Korrektur und man wird meist etwas merkwürdig.
heureka47 am 18. Februar 2009 23:06 Ich bin nicht Mitglied einer bestimmten Kirche und habe also in dieser Hinsicht keine definierte Gemeinde. Dennoch habe auch ich (m)eine Gemeinde: Das sind diejenigen Menschen, mit denen ich mich in religiösen/spirituellen Fragen austausche, mit denen ich gemeinsam in irgendwelchen gemeinnützigen Projekten arbeite - und ähnliches.
daddysdearest am 19. Februar 2009 10:08 Dann hast Du doch auch eine gewisse Verbindlichkeit.

Hey. Ich bin sehr gläubig, habe Gott ganz persönlich erfahren und bin dann aus der evangelischen Kirche ausgetreten.
Dann kam ich in eine Freikirche, an der ich mich verbindlich zur Mitgliedschaft bekannt habe. Denn Jesus ist die Gemeinde wichtig. Aber es sollte nicht aus religiösen Gründen sein.
Damit meine ich, dass du ein gutes Gewissen hast, wenn du Kirchenmitglied bist, aber das Angebot der Kirche gar nicht nutzt, sondern privat alles machst, wie z.B. beten.
In einer Freikirche muss du kein Mitglied werden und kannst trotzdem glauben. Erst, wenn du eine Entscheidung getroffen hast in deinem Glaubensleben, dann mache es doch an dem Ort fest, wo du die Erfahrung gemacht hast. Das ist gut. Solange das nicht der Fall ist, nennt man es heucheln. (Das hast du in deiner Frage schon richtig erkannt.)
Ich bin in der Kirche nie heimisch geworden. In den Gemeinden sind mir einfach zu viele Menschen begegnet, die im normalen Leben kein bes. Interesse an ihren Mitmenschen erkennen ließen, aber wenn es darum ging, vorm pastor gut dazustehen und sich in der Gemeinde groß zu tun, ganz vorne waren.
Ich versuche die Welt, in der ich mich bewege, besser zu machen. Da begegne ich auch oft Menschen, die man in einer Gemeinde nicht antrifft und wo kein Gemeinde-Streber zur Stelle ist (sieht ja dann keiner...).
Jesus hat sich auch zu denen begeben, die nicht zu seinem "Club" gehörten. Sich um die Vergessenen zu kümmern, das sehe ichals Aufgabe. Und damit zu leben, dass das kein Mensch mitbekommt und man kein Fleißsternchen dafür bekomm...
Wenn ich mal eine Gemeinde finde, die meine Negativerfahrungen widerlegt, freue ich mich.
Aber so lange das so ist, mache ich still vorm ich hin meine Sache.
Ich finde,dass die Seelsorge, die persönl. Ansprache usw. heute n den Kirchen viel zu kurz kommt. Das sind mehr o. weniger geschlossene Gesellschaften. - Aber: Kein Unternehmen kann ohne Neukundenakquise auskommen... Nur so ein Gedanke. :o)
daddysdearest am 18. Februar 2009 15:36 Solche Menschen, wie Du sie anfangs beschreibst, gibt es in jeder Gemeinde. Aber sie sind in der Minderheit. Ich finde nicht, dass das ein Grund ist, auf die Segnungen und Vorteile von Gemeinde zu verzichten. Gemeinden bestehen nun mal aus Menschen und können deswegen nicht perfekt sein. Um es mit meinem Pastor zu sagen: Die perfekte Gemeinde gibt es nicht - und wenn es sie gäbe, wäre sie in dem Moment nicht mehr perfekt, wo Du (oder ich oder wer auch immer) dort Mitglied wirst.

was du gerade beschreibst ist die grundeinstellung der evangelischen.... wir glauben an gott, zum teil auch an die bibel (an das neue testament, nicht die überlieferungen) und meinen, dass für den glauben weder eine kirche noch ein Pfarrer notwenig sind.... jeder gläubige kann den kontakt zu gott suchen... und brauch dabei keine kirche (als objekt) oder einen pfarrer....
was sind die überlieferungen?
Christus hat nie eine Kirche gebaut,viele assoziieren dies aber. Jedoch ist eine christliche Gemeinschaft die sich auf das Wort Gottes stützt unabdingbar.Der einzige Auftrag den Christen haben: "Das Reich Gottes zu verkündigen".Wer das Heil einmal bekommt entscheidet Jesus. Folgerung:Wer ist jetzt die wahre Kirche?? siehe das Gleichnis vom Sähmann und dem Weizen Denkanstoss, das Unkraut wo alle überwuchert stellen höchstrwahrscheinlich die beiden großen Kirchen dar(siehe auch Scofield bibel)
Jesus hat nach biblischem Befund Jüngerinnen und Jünger um sich gesammelt. Sie bildeten nach der Auferstehung Jesu die ersten Gemeinden und verstanden sich als die von Jesus Christus "Herausgerufenen" (=Ekklesia). Das ist die Kirche. Kirche ist per definitionem die "Gemeinschaft der an Christus Glaubenden". Christus hat zwar nie eine Kirche durch einen formalen Gründungsakt gegründet, aber er hat Menschen als Gemeinschaft um sich gesammelt und tut es auch heute immer noch. Diese Gemeinschaft ist Kirche.
Im Übrigen verstehe ich deine weiteren Ausführungen nicht, weil dein Satzbau ziemlich fehlerhaft ist und verständliche Satzzeichen fehlen.
Ah ja Satzzeichen,hmm,wie du schreibst "tut das Jesus immer noch".Ok, das augenfälligste Merkmal steht in Joh.13,34+35. Als Bsp. Mein Opa wurde 1943 von der Kanzel runter für den Krieg moralisch eingestellt und in den Krieg geschickt, um gegen ev. und kath.Glaubensbrüder in Frankreich und zu ballern ..da fehlt also in diesen Kirchen die Liebe,obwol sie 2000 jahre Zeit gehabt hätten sie zu lernen und anzuwenden wenns drauf ankam.
Lieber Gerwitt! Wie, wenn dich das Schicksal auf eine einsame Insel verschlüge, wo du der einzige (mit deinem Glauben) bist und keine "Kirche", keine Gemeinschaft mit Gleichgläubigen, hättest?
@heureka: Du weißt, dass diese Frage spekulativ ist. Die Botschaft Christi ist aber nicht spekulativ, sondern konkret in eine konkrete historische Situation hineingesagt. Aber selbst wenn ich auf eine einsame Insel verschlagen würde. Da ich bereits Christ bin, weiß ich mich - obwohl allein - all-eins mit der Gemeinschaft der Christen. Gemeinschaft ist auch erfahrbar, wenn man allein ist, zum Beispiel in der Gemeinschaft des Gebetes und in dem Bewusstsein zu einer Glaubensgemeinschaft zu gehören, auch wenn man allein ist.