Frage von Elfe1986, 45

Kindesunterhalt / Betreuungsunterhalt Hallo liebe Gemeinde. Ich habe zwei Fragen zum Thema Unterhaltszahlungen.?

Der Ist-Zustand: Das Kind soll mitte/ende November zur Welt kommen. Der Kindesvater und ich sind nicht mehr zusammen (Kind ist nach unserer Trennung entstanden). Nach der Geburt soll ein Vaterschaftstest gemacht werden, bei positiven Ergebnis müssen ein paar Dinge schriftlich gemacht werden. Es wird dann eine Vaterschaftsanerkennung geben, das Sorgerecht behalte ich allein.

Ich möchte bitte keine Wertung dieser Situation oder böse Kommentare, ich weiß das biologisch nur der eine Mann in Frage kommt. Also bitte von dem Fall ausgehen Mutter-Vater getrennt, Kind vorhanden.

Nun die Fragen dazu:

  1. Wonach berechnet sich der Unterhalt des Kindes?

Ich habe die düsseldorfer Tabelle und weiß das dies eine geltende Richtlinie dafür ist. Nur ist bei uns nicht ganz klar in welcher Spalte wir sind. Der Kindsvater hat ein Grundgehalt. Dieser wird aufgestockt durch Schichten und rollende Woche, Feiertagszuschläge, etc. Wird nun das Grundgehalt als Richtwert genommen oder der Durchschnitt dessen was pro Monat wirklich kommt? Und noch eine Frage dazu: Aufgrund einer längeren Erkrankung des Vaters (er ist mittlerweile schon ein paar Monate krank geschrieben) bekommt er kein Gehalt sondern Ausgleichszahlung von der Krankenkasse bzw. Pflegekasse. Dieses Einkommen ist um einiges geringer als der durchschnittliche Lohn den er sonst bekommt. Es wird auch noch sicher bis Frühjahr dauern eh die Wiedereingliederung auf Arbeit abgeschlossen ist und alles wieder "normal" läuft. Wird in dieser Zeit trotzdem nach dem eigentlichem offiziellen Einkommen (also Lohn wie oben gefragt) gegangen oder nach dem was momentan das wirkliche Einkommen ist?

Wir möchten das gerne ohne Gericht oder Jugendamt regeln und aber beide auf der sicheren Seite sein um nicht im nachhhinein miteinander oder von Behörden Probleme zu bekommen.

  1. Muss der Kindesvater an mich Betreuungsunterhalt zahlen?

Ich beziehe seit der Schwangerschaft ALG 2, was auch nach der Entbindung für die Elternzeit so sein wird. Nun wurde mir gesagt das ich prüfen lassen soll über das Jugendamt ob ich Betreuungsunterhalt von ihm bekommen kann. Ich will das aber eigentlich gar nicht. Das Kind war nicht geplant und er wollte es auch nicht behalten. Ich möchte das er sich um die Kleine kümmert und ihr Unterhalt zahlt, aber nicht das er noch für mich aufkommen muss. Bei seinem (normalen) Einkommen müsste er nach Prüfung wahrscheinlich. Muss ich das wirklich prüfen lassen? Oder können wir das einfach sein lassen? Kann es da Probleme mit dem Jobcenter geben oder ist das für die gar nicht wichtig?

Kann mir da jemand helfen? Ich hoffe die Fragen sind verständlich, ansonsten einfach nachfragen. Vielen Dank erstmal fürs durchlesen :-)

Antwort
von petrapetra64, 45

wenn du alg2 beziehst, dann hast du nicht die Wahl, auf Betreuungsunterhalt zu verzichten und auch nicht, den Kindesunterhalt alleine ohne Jugendamt einfach festzusetzen.

Du lebst ja dann auf Kosten der Staatskasse und diese will sich vergewissern, dass andere Ansprueche eben geprueft werden und ihr da nicht rummauschelt und er weniger zahlt, als er muss.

Je nach Einkommen ist er dir bis zum 3. Lebensjahr des Kindes zu Betreuungsunterhalt verpflichtet. Wenn du arbeiten gehst, dann kannst du drauf verzichten, wenn du Alg2 beziehst, kannst du das aber nicht.

Mit dem Kindesunterhalt, es wird das als Netto genommen, was er wirklich verdient, nicht nur das Grundgehalt, auch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld usw. werden mit eingerechnet. Da er derzeit aber weniger hat, muesste das beruecksichtigt werden, jedenfalls bis er wieder normal arbeitet. Das macht dann aber am besten das Jugendamt. Man kann einen Vater auch in der Duesseldorfer Tabelle eine Stufe hoeher einstufen, wenn er nur ein unterhaltsberechtigtes Kind hat (die Tabelle ist auf 2 Kinder ausgelegt). Und beim Betrag der Duesseldoerfer Tabelle wird das halbe Kindergeld noch abgezogen, das ergibt den Zahlbetrag.

In eurem Fall und bei Alg2 macht es aber viel Sinn, wenn ihr einfach nach der Geburt gemeinsam aufs Jugendamt geht mit Gehaltsnachweisen und dort den Unterhalt festschreiben laesst. Das kostet auch nichts, wenn der KV mitarbeitet. Daran wird die Arge dann nicht rummaekeln koennen. Eine eigene Vereinbarung wird sie nicht so einfach anerkennen.

 

Antwort
von passaufdichauf, 34

wie petrapetra64 schon schrieb, wenn du ALG2 beziehst, hast du nicht die Wahl, auf den Betreuungsunterhalt (er steht dir auch schon in der Schwangerschaft ab Beginn der Schutzfrist - 6 Wochen vor der Geburt zu) zu verzichten.

Das Amt wird ihn dir auf deinen Bedarfssatz anrechnen, genauso wie den Kindesunterhalt auf den Bedarfssatz des Kindes.

Antwort
von blumenkanne, 34

nach dem vaterschaftstest, den der vater dann bezahlen darf, wird in der regel die vaterschaft anerkannt. zu empfehlen ist die vaterschaftstesterei über das jugendamt laufen zu lassen.

nach der vaterschaftsanerkennung hat er das recht auf umgang, die pflicht unterhalt zu zahlen und kann das gemeinsame sorgerecht beantragen.
das kann er direkt bei der vaterschaftsanerkennung an dich fordern oder irgendwann im nachhinein. warum also nicht gleich klären?

unterhalt:

er hat erstmal vorrangig kindesunterhalt zu leisten. dabei hat er einen selbstbehalt von ca. 1080 euro. beim unterhalt geht es um das durchschnittskommen der letzten 12 monate. wenn er also derzeit krankengeld bezieht und wenig einkommen hat, dann wird er weder erstausstattung zurückzahlen können, noch kindesunterhalt zahlen oder halt nur vermindert. das prüft das jobcenter nach der geburt selbst.

selbiges prüft es auch für den betreuungsunterhalt. vorrangig ist natürlich der kv gefragt, wenn er genügend einkommen hat und nicht der staat. es sei denn du gehst arbeiten und hast genügend einkommen um dem staat nicht weiter auf der tasche zu liegen. dann kannst du gerne auf betreuungsunterhalt verzichten.

Antwort
von violatedsoul, 35

Sowas regelt man immer übers Jugendamt, nur dann ist es regelrecht.

Antwort
von FrauStressfrei, 38

Unterhalt für das Kind muss er zahlen, gemäß seines Einkommens. Wenn er dann Krankengeld bekommt, dann weniger. Geld für dich muss er nicht zahlen, dass währe nur, wenn ihr eine Lebensgemeinschaft habt

Kommentar von petrapetra64 ,

wie kommst du denn darauf, Betreuungsunterhalt ist fuer die Kindsmutter in den ersten 3 Lebensjahren des Kindes zu zahlen. Wenn man eine Lebensgemeinschaft hat, dann aber nicht, denn dann lebt man ja eh zusammen und wirtschaftet gemeinsam.

Kommentar von blumenkanne ,

betreuungsunterhalt kann für die kindesmutter gezahlt werden für bis zu drei jahre. es MUSS nicht gezahlt werde, weil kindesunterhalt vorgeht und wenn dann nix mehr da ist - bei 1200 euro selbstbehalt ggü. der km wohl auch oft nicht der fall, dann gibts keinen betreuungsunterhalt. geht die km wieder arbeiten nach einem jahr, dann gibts auch keinen betreuungsunterhalt mehr.

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