Frage von sasuhinachan, 97

Kindesmisshandlung Lüge Moralisch Vertretbar?

Hallo Ihr Lieben, momentan überlege ich ob die Lüge der Kindesmisshandlung (von Eltern)moralisch vertretbar ist. Ich habe das Gefühl dass nicht jeder  der vor gibt eine schlechte Kindheit gehabt zu haben wirklich eine schlechte Kindheit hatte bzw.die die sagen das sie als Kind misshandelt worden sind !
Also stellt euch vor jemand sagt er wurde als Kind misshandelt aber wurde es nicht. Findet ihr das dann moralisch vertretbar so dolle zu lügen. Es rückt ja auch die Eltern ins schlechte Licht auch wenn die Eltern tot wären. Mir hat mal jemand gesagt das sowas mehr Chancen im leben bietet da die Menschen dann Mitleid haben ( für mich klingt das nach völligem mist)aber ich könnte nicht so dolle Lügen ,da meine Eltern alles für mein Wohl getan haben.
Ich hoffe ihr versteht was ich meine!
Würdet ihr so lügen ? Ist es für euch Moralisch vertretbar?

Antwort
von isebise50, 31

Diese "Mitleidstour" zieht sich durch alle Bereiche der Gesellschaft:

Meine Krankheit, meine Entbindung, meine Kindheit... war viel schlimmer als deine.

Ich bin kein Rechtsgelehrter, mir aber ziemlich sicher, dass der Vorwurf der Kindesmisshandlung keinem Kavaliersdelikt zum Mitleidhaschen sondern einem strafbaren Tatbestand entspricht. Verleumdung, üble Nachrede...

Leider kommt es immer wieder vor, dass aus Rache oder anderen niederen Beweggründen falsche Anschuldigungen erhoben werden.

Sei es die verschmähte Frau, die laut Vergewaltigung schreit oder die Mutter, die im Sorgerechtsstreit zur eigenen Positionsstärkung die Vermutung eines sexuellen Missbrauchs durch den Vater in den Raum stellt oder ein Kind, dass verärgert über das Zimmeraufräumgebot das Jugendamt anruft und von Misshandlungen erzählt...

Wahren Opfern wird dadurch gewiss nicht geholfen.

Solche Lügen sind nicht nur moralisch nicht vertretbar, sondern regelrecht ein Armutszeugnis.

Alles Gute für dich!

Antwort
von Mondhexe, 35

Nein, ist es für mich nicht. Es rückt die Eltern ja nicht nur in ein schlechtes Licht, wenn sie tot sind, sondern auch - und erst Recht - wenn sie noch leben.

Mein Stiefsohn hat mal die Geschichte in die Welt gesetzt, dass er von seiner Oma (also meiner Schwiegermutter) sexuell missbraucht worden sei. Was für eine Aufregung und was für eine Familienkrise! Ihm war von (fast) überall her Aufmerksamkeit und Mitleid sicher. Im Endeffekt hat er dann zugegeben, dass er sich einfach über meiner Schwiegermutter geärgert und Angst hatte, weil sie ihn beim Rauchen erwischt hatte.

Auch anderer Missbrauch ist (zur Recht!!!) strafbar. Warum also sollte es moralisch vertretbar sein, andere Menschen zu Unrecht einer Straftat zu bezichtigen?!?!? Was will man damit erreichen?!?!? Mitleid?!?!?

Das funktioniert vielleicht ganz am Anfang. Wenn die ganze Sache dann auffliegt, was meinst Du, wer dann das Mitleid bekommt?

Außerdem entschuldigt selbst die gruseligste Kindheit wahrhaftig nicht alles, sie kann vielleicht erklärend wirken aber nicht entschuldigend. Irgendwann ist man erwachsen und für seine eigenen Taten verantwortlich.

Ich habe beruflich viel mit Kriminellen zu tun - natürlich hatten alle (lt. eigener Aussage) eine ganz furchtbare Kindheit...;-)

Anmerkung (bevor sich jemand aufregt) - mein ganzes Palaver dient keinesfalls als Billigung einer tatsächlich schlechten Kindheit. Diese Menschen müssen sich im Erwachsenenalter vielen Schwierigkeiten stellen, manche Therapie über sich ergehen lassen und irgendwie immer ein Stück stärker sein als Menschen, denen es als Kind gut ging.

Auch den tatsächlichen Opfern gegenüber ist eine erfundene schlechte Kindheit das aller-, allerletzte!!!

Kommentar von Lostane ,

doch eine schlimme Kindheit kann manchmal auch einen Mord rechtfertigen imo wenn man die Verursacher ermordet

Kommentar von Mondhexe ,

Tatsächlich? Dann wären wir ja bei Selbstjustiz und die ist strafbar... Ich spreche hier nicht von einer akuten Notwehrsituation, sondern von Rache! Frag mal die Richter, wie vertretbar die solche Situation beurteilen. Es mag ja "verständlich" sein, eine echte "Recht"-fertigung ist das nicht!

Antwort
von Dultus, 36

Hey ho,

moralisch wäre das für mich überhaupt nicht tragbar... Das ist eine schlimme Anschuldigung, die auch Folgen haben kann. Die Person, die erzählt, dass sie als Kind misshandelt wurde, kann jemanden dazu bringen, die Polizei zu rufen. (Die Eltern können ja noch leben)

Aber ich könnte mit so einer Schuld garnicht leben, da auch meine Eltern liebevoll sind. Das spricht sich dann auch oftmals herum!

MfG

Antwort
von kiniro, 14

Mir kam eben spontan "nichts ist verlogener als die Moral" in den Sinn.

Dieses Wort wende ich nur an, wenn ich auf eine Frage diesbezüglich antworte. Ansonsten ist es in meinem Wortschatz nicht vorhanden.

Vielleicht wurde die betreffende Person in ihren Augen ja tatsächlich misshandelt als Kind, auch wenn du oder andere es ganz anders sehen (würden).

Antwort
von Undsonstso, 23

Eigentlich erübrigt sich die Frage so gestellt.... Die wenigsten Menschen werden solche Form des Lügens ethisch vertreten können.

Diese Form von Lügen hat i-wie etwas psychisch  pathologisches ...

Antwort
von Seanna, 8

Blanker Hohn für jeden Menschen der tatsächlich misshandelt wurde oder wird.

Definitiv nicht zu entschuldigen.

Antwort
von TilidinCut30, 23

So was ist echt mies, wenn man einfach solche Dinge in die Welt setzt! Wer so was behauptet, dass man es dann leichter und so haben wird weil einige dann Mitleid haben, der ist echt von der Persönlichkeit gestört und sollte sich behandeln lassen.

Antwort
von Licker, 28

Pragmatisch wäre hier wohl das richtige wort.
Moralisch ist es ist in keinster Weise

Antwort
von heyheymymy, 31

Ich halte da nichts von und nehme solche Menschen gar nicht ernst, man merkt meistens schon ob es nur geschwafel ist oder nicht.

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