thebrain am 07.08.2007 um 10:17 Uhr
Ich war gerade mit meiner Kollegin am diskutieren über das Kinderlied. Wir sind beide der Meinung es heißt
"Guten Abend, Gute Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlüpf unter die Deck"
aber ich denke das keiner sein Kind mit Näglein besteckt bevor er es schlafen legt. Haben wir da nur was falsch verstanden oder kommt das Wort Näglein aus einem anderen Zusammenhang?

Näglein = Nelken Auch unsere Gewürznelken nennt man in einigen Gegenden Näglein.
Näg(e)lein = süddt. für Nelken; öster. Nelke = Nagel. Beim Duft von Rosen und Nelken soll man gesünder und besser schlafen.

In dem Lied „Guten Abend, gute Nacht“ erscheinen Fliederblüten unter der Bezeichnung „Näglein“; nach anderer Auffassung (Grimm DWB, Duden, Wictionary) sind Näglein eine (veraltete) Bezeichnung für Nelken.

Mit Rosen bedacht: ein Dach aus Rosen über der Wiege. Mit Näglein besteckt: gemeint sind Nelken - unsere heutigen "Gewürznelken" -, die getrocknete Blütenstände eines Myrtengewächses sind. Sie habe die Form von kleinen Nägeln. Diese wurden vor 200 Jahren und früher seitlich an die Wiege gesteckt, da die verdunstenden ätherischen Öle antiseptisch wirken, gut riechen und Insekten und Krankheiten abwehren sollten. Ärzte trugen im Mittelalter zur Abwehr von Pesterregern Ketten von "Nelken" um den Hals.
Dieser Liedtext ist also keineswegs bedrohlich, im Gegenteil...

Die Vorredner haben recht, ich empfehle hierzu "Axel Hacke, Der weiße Neger Wumbaba". (Buch oder Hörbuch-CD)
Da kommt genau eine Episode mit diesem Lied drin vor, und noch viele lustige "Verhörer"...
Wenn mans ins heutige Deutsch übersetzt dann würde dieser Teil des Liedes wohl so lauten: Guten Abend, gut Nacht, mit Rosen bedeckt, mit Nelken verziert ;)
Unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn veröffentlichten Clemens Brentano (1778 – 1842) und Achim von Arnim (1781 – 1831) von 1805 bis 1808 eine Sammlung von Volksliedtexten in drei Bänden. Es enthält Liebes-, Soldaten-, Wander- und Kinderlieder vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert.
Gern geschehen. Nichts zu danken!