Frage von passaufdichauf, 104

Kindergeld wird bei Hartz 4-Bescheid doppelt angerechnet?

Hallo Community,

mein Ex-Mann bezieht ja ALG2. Nachdem ich (letzte Frage) die Unklarheit mit dem Unterhalt für meinen Sohn, der mit ihm in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, klären konnte, kam gestern der Bewilligungsbescheid. Dort tauchen bei den Einnahmen meines Sohnes der Unterhalt auf (414 Euro), das Kindergeld (184 Euro - die haben wohl noch nicht mitbekommen, dass es erhöht wurde, aber das soll ja nicht sein Problem sein - abzüglich irgendeiner Pauschale von 20,84 Euro. Somit trägt mein Sohn seinen Bedarf selbst. Bei meinem Ex tauchen bei den Einnahmen diese 20,84 Euro wieder auf, sowie Kindergeld: 133 Euro. Es lebt nur ein Kind in diesem Haushalt. Wieso wird das Kindergeld zweimal angerechnet? Meiner Meinung nach ein falscher Bescheid (eventuell "Copy und Paste"-Fehler aus einem alten Bescheid, wo noch beide Kinder bei ihm lebten). Lohnt ein Widerspruch oder ist das so korrekt? Er bekommt jetzt 622 Euro ausgezahlt (für dich und die Miete) plus Unterhalt 414 Euro plus Kindergeld 188 Euro, also zusammen 1224 Euro. Davon Miete 608 Euro, macht 616 Euro für beide zum Leben. Meiner Meinung nach ist das zuwenig, wenn der Bedarf eines Erwachsenen 399 und der eines Kindes 14 Jahre 302 Euro, also zusammen schon mal 701 Euro ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Kindergeld, 92

Wenn dein Ex - Mann oder dein Kind kein zusätzliches Erwerbseinkommen hat,dass den Grundfreibetrag von 100 € übersteigen würde,dann ist der Bescheid nicht korrekt !

Also schriftlich Widerspruch einlegen.

Denn wenn die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) 608 € beträgt,dann stehen deinem Kind und dem Ex - jeweils ein Kopfanteil von 50 %,also 304 € zu.

Bei deinem Kind würden dann noch 302 € Regelsatz dazu kommen,der Bedarf läge dann also bei min. 606 € pro Monat.

Einkommen hat dein Kind 414 € Unterhalt und 184 € bzw.188 € Kindergeld,dann läge das Einkommen bei 598 € bzw.602 € pro Monat,demnach würde der Bedarf deines Kindes ja noch nicht gedeckt sein.

Es sei denn das die KDU - von 608 € nicht als angemessen gelten und dein Ex - jetzt nur noch die angemessenen KDU - bekommt und somit auch der Bedarf deines Kindes sinken würde.

Haben beide also kein weiteres Erwerbseinkommen was über die 100 € Grundfreibetrag gehen würde,die KDU - ist angemessen,dann ist der Bescheid falsch.

Denn zum Bedarf deines Kindes von derzeit dann min. 598 € käme der deines Ex - dazu und das würden dann derzeit min.399 € Regelsatz sein + 12 % Alleinerziehenden Mehrbedarf seines Regelsatzes für 1 Kind über 7 Jahre ( 47,88 € ) + seinen Kopfanteil der KDU - von 304 €.

Demnach sollte der Bedarf dann min. bei 1348,88 € liegen und nicht bei 1224 €,da würden dann mal locker min.124,88 € fehlen.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von TreudoofeTomate, 90

Die Anrechnung von nur 184 EUR ist für dieses Jahr so vorgesehen, also kein Fehler der Behörde. Nächstes Jahr wird der Betrag an das ab 01.01.2016 erhöhte Kindergeld angepasst.

Die angebliche Pauschale von 20,84 EUR sind das übersteigende Einkommen (Restkindergeld) deines Sohnes, welches dieser zur Bedarfsdeckung nicht braucht und daher seinem Vater angerechnet wird.

Die 133 EUR sind ganz sicher kein Kindergeld. Dafür ist es viel zu gering. Der Höhe nach könnte es eher der "alte Unterhaltsvorschuss" sein, den jemand vergessen hat rauszulöschen.

Ein Widerspruch lohnt sich immer.

Kommentar von passaufdichauf ,

Die 133 Euro sind allersdings als Kindergeld deklariert im Bescheid ;-)

Ich kann rechnet wie ich will, ich komme nicht auf 133 Euro...

Kommentar von atzef ,

Allein rechentechnisch passen die 133 und "Kindergeld" nicht sinnvoll zusammen... Versuch anzurufen oder schick deinen Mann vorbei, um diesen Punkt - sachlich! - aufzuklären.

Antwort
von atzef, 65

Ja, diese Bescheide zu lesen, ist fraglos manchmal etwas schwierig. Iich würde anrufen oder persönlich vorbeigehen oder mir jemanden schnappen, der Routine hat im Lesen von Bescheiden und mir noch einmal die Berechnung erklären lassen. Normalerweise machen die keine Berechnungsfehler... Aber gut, kann vorkommen.

Sollte ein Fehler vorliegen, wird der auch sofort korrigiert. Ein Widerspruch macht daher nur Sinn, wenn man sich gar nicht mit dem Sachbearbeiter verständigen kann.


Kommentar von passaufdichauf ,
Normalerweise machen die keine Berechnungsfehler... 

naja, das ist doch arg optimistisch, schaut man sich die Masse an eingereichten und erfolgreichen Klagen gegen fehlerhafte Bescheide an ;-)

 

Und ich hätte sicherlich keinen Problem damit, den Bescheid korrekt zu lesen, WENN denn irgendwo auf dem Bescheid eine Erklärung oder ein Nachweis für die einzelnen Zahlen zu finden wäre...


 

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