Frage von glugmann, 64

Kindergeld und unterhalt bei auszug?

Guten tag Ich wollte fragen ob mir jemand weiterhelfen kann ich beschreibe kurz meine situation: Ich bin seit anfang April 18 Jahre alt und mache seit einem jahr eine ausbildung mit einer nettovergütung von 500€. Nach einem heftigen Streit mit meiner mutter möchte sie mich nun aus der wohnung haben. Ich war bereits bei der auszugsberatung wo man mir eine liste mit dingen gab die ich für meinen auszug benötige. Mir wurde dort auch mitgeteilt das falls die unterhaltzahlungen meines vaters und das kindergeld ausreichen würden um mein leben in einer eigenen wohnung zu finanzieren kein weiter geld vom staat notwendig währe. Der unterhalt beläuft sich auf 420€ und das kindergeld liegt momentan bei 190€. Das müsste soweit für mich ausreichen nur weigert sich meine Mutter mir dieses geld auszuzahlen und will es stattdessen lieber zurück überweisen. Das jugendamt teilte mir heute telefomisch mit das sie für mich nicht mehr zuständig sind ich mich wegen dem kindergeld direkt an die kasse wenden solle und mich wegen dem unterhalt bei einem anderen herren melden sollte...dieser gab mir den tipp ich solle mich doch mit meiner mutter zusammen setzen und mit ihr absprechen das sie mir das freiwillig überweist. Als ich ihm klarmachte das das bis jetzt erfolglos war und ich ihm auch mitteilte das ich keinen kontakt zu meinem vater aufbauen kann kamen von ihm aussagen wie: "ja da kann ich ja auch nix machen". Das Ergebnis dieses telefonates war das er mich wieder an die auszugsberatung weiterleitete oder ich mich von einem Rechtsanwalt beraten lassen solle. Ich sehe keinen großen sinn mich dort nocheinmal vorzustellen zumal das für mich wieder fehlzeiten zufolge hat, ich erwarte weiterhin keine koorperation von meiner mutter und einen anwalt kann ich mir auch nicht leisten...wie kann es weitergehen?habe ich überhaupt anspruch auf den unterhalt+kindergeld? Ich entschuldige mich für den langen text und bedanke mich jetzt schoneinmal

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 19

Bis zu deinem 18. Geburtstag war deine Mutter berechtigt, den Unterhalt von deinem Vater für dich einzufordern und auch das Kindergeld für dich zu erhalten und einzusetzen, da sie ja noch die Sorgepflicht für dich hatte.

Seit deinem 18. Geburtstag trifft das nun nicht mehr zu. Seitdem bist du für alles selbst verantwortlich - auch für deinen Lebensunterhalt.

Dein Vater kann den Unterhalt für dich an deine Mutter also einstellen.....

Nun zu deinem künftigen Anspruch...

Eltern sind auch für Volljährige noch unterhaltspflichtig, wenn diese noch zur Schule gehen oder aber sich in ihrer ersten Ausbildung befinden und wenig oder nichts verdienen. - Dann aber müssen die inzwischen volljährigen Kinder sich allein darum kümmern, ihren Unterhalt von den Eltern einzufordern.

Ab dem 18. Geburtstag sind  - wenn überhaupt - beide Elternteile "barunterhaltspflichtig" für ein Kind (anteilig je nach Einkommenshöhe), nun also evt. auch deine Mutter. 

Solange sie dich noch bei sich wohnen lassen würde, könnte sie dir ihren Unterhaltsanteil statt als Bargeld in Form von Verpflegung und Unterkunft gewähren. Auch das Kindergeld könnte sie weiterhin erhalten und für dich verwenden. Und wenn das nicht reichen würde, von dir noch etwas dazu verlangen ("Kostgeld"), was du ihr dann von deinem Verdienst oder dem väterlichen Unterhaltsanteil zahlen könntest....

Da sie dich nun aber aus der Wohnung haben möchte, muss sie dir ihren berechneten Unterhaltsanteil als Bargeld gewähren - und dir auch das Kindergeld weiterleiten.

Nun zur Höhe deines Anspruchs....

Kannst du nicht mehr bei den Eltern/ einem Elternteil wohnen, stehen dir als Azubi insgesamt 735 Euro zu, um davon alle deine Kosten zu bestreiten (Verpflegung, Miete, Strom, Telefon, Kleidung, Freizeit...).

Darin sind das Kindergeld und dein eigener Verdienst (bis auf einen Freibetrag für deine Fahrtkosten etc., pauschal 90 Euro) eingerechnet:

735 Euro - 190 Euro Kindergeld - 410 (500 - 90) Euro Einkommen = 135 Euro

Es ergibt sich also noch eine Differenz von 135 Euro, die dir als Unterhalt von den Eltern zustehen würde - von jedem ein Anteil daran.

Deine Ansprüche musst du selbst einfordern....

Du müsstest also beiden Eltern nachweisen, dass du noch einen Anspruch hast (Ausbildungsvertrag, dein Vergütungsnachweis..), ihre Einkommensnachweise einfordern... und anhand dieser die Aufsplittung des Unterhalts von insgesamt 135 Euro auf beide ermitteln (anteilig im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander).

"Kindergeldberechtigt" wäre der Elternteil, der den höheren Unterhalt an dich zahlt - da dies aber weniger als das Kindergeld selbst ist, könntest du bei der Kindergeldkasse einen "Abzweigungsantrag" stellen - dann würde das Kindergeld an dich direkt überwiesen werden können.

Das Jugendamt darf tatsächlich nichts mehr für Volljährige von deren Eltern einfordern - aber es könnte dich (bis zu deinem 21. Geburtstag) noch beraten, wie du vorgehen könntest....

Mit dem Nachweis über geringes oder kein Einkommen könntest du dich gegen eine kleine Gebühr (rund 15 Euro) beim Amtsgericht beraten lassen (oder einen Beratungsschein dafür erhalten).

Bevor du mit Kanonen auf Spatzen schießt, könntest du versuchen, mit deiner Mutter eine eigene Regelung zu finden - und deinen Vater in einem Brief deine Situation schildern..., wenn er bisher Unterhalt an deine Mutter gezahlt hat, wird er dich vermutlich auch weiterhin freiwillig mit einem geringeren Betrag unterstützen....

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Geld & Kindergeld, 15

Erst mal zum Unterhalt im allgemeinen !

Ab deinem 18 Lebensjahr steht deiner Mutter der Unterhalt deines Vaters für dich nicht mehr zu,denn ab da werden beide Elternteile barunterhaltspflichtig.

Du musst dich also nur mit deinem Vater in Verbindung setzten und dir den Unterhalt auf dein Konto überweisen lassen.

Ist denn dein Unterhaltsanspruch nach deinem 18 Geburtstag schon neu berechnet worden ?

Wenn dich deine Mutter aus der Wohnung haben möchte,dann muss sie dir nach dem Auszug auf Barunterhalt leisten,dass zumindest in der Theorie und falls sie leistungsfähig ist.

Denn deinen Eltern würde dann ein Selbstbehalt von 1300 € Netto bleiben.

Ich würde also mal nicht damit rechnen das es weiterhin bei den 420 € Unterhalt bleibt.

Denn nach deinem Auszug stehen dir als Azubi / Student in eigener Wohnung / WG  nach der Düsseldorfer Tabelle ein Unterhalt von 735 € pro Monat zu.

Von deiner Netto Vergütung von 500 € kannst du in der Regel theoretisch 90 € für Aufwendungen absetzen,die dir durch die Ausbildung entstehen bzw.entstehen könnten.

Es bliebe dann ein anrechenbares Netto von 410 € übrig,dir würden dann also noch ca. 325 € bis zu deinem dann Bedarf von 735 € fehlen.

Also würde dein Vater dann schon mal 95 € zu viel Unterhalt zahlen und das nachdem du ausgezogen wärst,solange du bei deiner Mutter wohnst stünde dir gar nicht so viel Unterhalt zu,es sei denn dein Vater hat ein sehr gutes Einkommen.

Nach deinem Auszug würde dann das Kindergeld deinem Vater zustehen,wenn er dir Unterhalt von min. deinem Kindergeld zahlen würde,wenn die Mutter dann nicht mehr zahlen würde.

Angenommen deine Mutter wäre nicht leistungsfähig,dann könnte dein Vater nach deinem Auszug das Kindergeld für dich beantragen und auch beziehen,entweder er gibt es dir dann weiter und verrechnet es mit dem zu zahlenden Unterhalt an dich oder er behält das Kindergeld und zahlt den Unterhalt nach seinem Einkommen unter Berücksichtigung deines anrechenbaren Einkommens weiter.

Würdest du jetzt keinen Unterhalt gezahlt bekommen,dann stünde dir zumindest dein Kindergeld von 190 € zu,dass könntest du dann per Antrag auf Abzweigung bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit direkt an dich überweisen lassen.

Dann hättest du also 410 € anrechenbares Nettoeinkommen + 190 € Kindergeld = 600 € gesamt,also würden dir noch 135 € zustehen und diese müssten dann deine Eltern zahlen,je nachdem wie hoch das jeweilige relevante Nettoeinkommen des Elternteils wäre,dass müsste dann prozentual berechnet werden.

Wenn sie beide nicht leistungsfähig wären,dann käme eine Zahlung durch das BAB - von der Agentur für Arbeit in Betracht,aber das fällt bei dir ja weg,zumindest dein Vater ist leistungsfähig.

Antwort
von rappeldikatz, 30

http://www.erstewohnung-ratgeber.de/einnahmen-kosten/unterhalt-ein-heikles-thema...
Schau mal da, vielleicht hilft dir das weiter!!
Viel Erfolg

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