Frage von unifresh, 75

Kindergeld, kann ein Kind selbst Kindergeld beantragen?

Das volljährige Kind befindet sich aktuell noch in einer Ausbildung für deren Ausbildungszeit auch das Kindergeld weiterhin gewährt wurde. Inzwischen ist das Kind aus dem Haushalt ausgezogen und bewohnt eine eigene Wohnung. Das Kindergeld wurde an das Kind über den Leistungsbezieher weitergeleitet. Inzwischen hat sich das Kind völlig mit den Eltern überworfen und keinen Kontakt mehr, die Ausbildung wurde abgebrochen. Insofern besteht kein Anspruch mehr auf Kindergeld, es sei denn, dass Kind meldet sich bei der Agentur für Arbeit als ausbildungssuchend und ist verpflichtet Bewerbungen zu schreiben und sich einen Ausbildungsplatz zu suchen. Da wir nicht wissen, ob das Kind seinen Verpflichtungen nachkommt, möchten wir das Kindergeld nicht mehr weiterleiten und als Leistungsberechtigte ausscheiden. Dies möchten wir, um zu vermeiden, dass das Kindergeld von uns weitergeleitet wurde und wir es anschließend an die Kindergeldkasse zurückzahlen müssen, weil wegen nicht erfüllter Verpflichtungen des Kindes (Ausbildungsplatzsuche) , kein Kindergeldanspruch mehr bestand. Frage: Kann das Kind einen eigenen Antrag auf Kindergeld stellen?

Antwort
von DFgen, 41

Das Kind kann zwar keinen eigenen Antrag auf das Kindergeld stellen, da Kinder selbst keinen Anspruch darauf haben..., es könnte aber einen "Abzweigungsantrag" an die Familienkasse stellen: 

Dann würde das Kindergeld von den Eltern "abgezweigt" und direkt an das Kind ausgezahlt. 

Das ist z.B. "üblich", wenn das Kind nicht mehr bei den Eltern wohnt und/oder die Eltern nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet sind, aber noch ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Antwort
von CATFonts, 34

Nein, natürlich nicht, denn das Kindergeld ist keine Unterstützung für das Kind, sondern für die Eltern, die dadurch, dass ein Kind zuhause wohnt ja eine zusätzliche finanzielle Belastung haben. In dem Moment, wo das Kind auszieht, auch wenn dies nur vorübergehend ist , z.B. wegen Wehr- oder Zivildienst, gibt es kein Kindergeld. "Das Kindergeld wurde an das Kind über den Leistungsbezieher weitergeleitet." Wenn das heraus kommt, kann euch passieren, dass ihr das Rückzahlen müsst. Das Kindergeld ist ja eine Eltern-Beihilfe! Und wenn der Junior jetzt alle Brücken hinter sich abgebrochen ist, ist er eben für sich selbst verantwortlich, Wenn er sich eben nicht zum Ausbildung kümmert, ist ALG2 angesagt, und da muss er dann eben auch jeden Arbeiterjob annehmen, da besteht dann nicht mal das Recht, eine Ausbildung anzutreten, notfalls ist dann auch ne Stelle als Leiharbeiter zumutbar.

Kommentar von unifresh ,

Danke, aber so sehen wir das auch. Auch wenn es harter Tobak ist und man ja auch immer noch eine moralische Verpflichtung hat, weil es halt das Kind ist. Aber wenn sie so erwachsen und unbelehrbar sein wollen, dann müssen sie halt die harten Seiten des Lebens direkt kennen lernen.

Kommentar von CATFonts ,

Wenn ein Kind nicht mehr im Haushalt der Eltern wohnt, besteht kein Anspruch auf Kindergeld meht. Dieses Kindergheld soll ja gerade die größeren Aufwendungen der Eltern tragen, lebt ein Kind in Ausbildung noch bei den Eltern.

Ist das Kind jedoch ausgezogen, aber in Ausbildung, hat es eventuell Anspruch auf Leistungen nach dem Berufs-Ausbildungs-Förderungs-Gesetz (BAFöG) und möglicherweise auf Wohngeld.

Kommentar von unifresh ,

Also, natürlich besteht der Anspruch auf Kindergeld auch, wenn das Kind nicht mehr im elterlichen Haushalt wohnt. Aber halt nur so lange wie es sich in der Schul- oder Berufsausbildung befindet. Denn so lange bin ich einem Kind Unterhalt schuldig, da die Eltern ihrem Kind eine Schul- und Berufsausbildung schulden. Allerdings hat auch das Kind die Verpflichtung, diese Schul- und Berufsausbildung zielorientiert zu absolvieren um den Anspruch auch zu begründen. Bei der Unterhaltsberechnung wird auch immer das KG berücksichtigt. Es geht auch gar nicht darum, ob KG-Anspruch überhaupt besteht. Es ging darum, ob das Kind eine Möglichkeit hat, das KG selbst zu beantragen und der Leistungsempfänger, also die Eltern, da raus sind. Dies scheint nicht zu funktionieren, also hat das Kind halt Pech gehabt und muss das tun, was jeder tun muss, wenn er Geld haben will. Arbeiten!

Antwort
von petrapetra64, 14

Wenn das Kind alleine wohnt und keinen Unterhalt von euch erhält, dann kann es selbst Kindergeld beantragen. 

Ich verstehe deinen Gedankengang und würde das selbst genauso machen. Melde das Kindergeld einfach ab, um Nachzahlungen zu vermeiden. Dein Kind kann das Geld bis 4 Jahre rückwirkend beantragen, es geht also nichts verloren, wenn es ihm zusteht (intensive Ausbildungssuche). Wer auf eigenen Füßen stehen will, der muss auch beweisen, dass er es kann und Verantwortung für sein Handeln lernen.

Antwort
von psych0tropic, 42

Ab 18J. muss jedes Kind einen Antrag auf Kindergeld (falls es überhaupt noch Anspruch darauf hat).

Kommentar von CATFonts ,

Auf Kindergeld hat nicht das Kind Anspruch, sondern Eltern, bei denen ein Kind 8und wenn über 18) in Ausbildung wohnt. Sobald das Kind nicht mehr im Hause ist, erlischt dieser Anspruch, Unterstützen die Eltern dann das Kind trotzdem, ist das deren Problem. Das Kind hätte dann gegebenenfalls Anspruch auf BAFöG.

Kommentar von psych0tropic ,

Blödsinn, ich bin 20 und kriege noch Kindergeld.

Antwort
von hvitserk, 29

Ja das geht :)

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