Frage von ShilaMauz, 187

Kindergarten, Berliner Modell?

Liebe Mamas, Papas, Omas... Jeder der Ahnung von der Eingewöhnung mit dem Berliner Modell hat,
Mein zweijähriger Sohn geht seid Montag in den Kindergarten. Immer eine Stunde, mit mir zusammen. Dies wird nun auch die ganze Woche ohne trennungsversuch so laufen. Nicht weil er mich vermissen würde, denn er ist da sehr unkompliziert, sondern weil Mein Sohn etwas schwierig ist, er ist ein Einzelkind und hat trotz Krabbelgruppe das teilen und vorallem das nicht wegnehmen von Spielzeug noch nicht richtig drauf. Außerdem neigt er zu wütanfällen und gelegentlich haut er...

Ich habe dieses Verhalten von Anfang an nicht toleriert und sämtliche Methoden ausprobiert.
Mein Sohn ist sehr ausdauernd und hat einen kleinen dickkopf. Bislang war alles ohne Erfolg.

Nun ja, aufjedenfall muss ich nun die Stunde im Kindergarten quasi alle zwei Minuten zu meinem Sohn gehen und ihm erklären dass er keinem Kind das Spielzeug wegnehmen kann, dies nicht darf, jenes nicht darf. Gibt halt viele Regeln im Kindergarten. Die Erzieherin die ihn eingewöhnt sagt ganz klar, dass muss ich machen nicht sie.

Habt ihr Erfahrungen mit sowas gemacht? Ist es normal dass ich das mache und nicht sie? Irgendwann soll er ja alleine da bleiben. Wenn er dann nicht auf sie hört und sie respektiert dann haben wir ja vermutlich ein Problem.

Freue mich über sämtliche Erfahrungen und Tipps.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von maikaefer77, 15

Alle Antworten und Kommentare, die bloß die Mutter fertig machen, sind absolut nicht hilfreich. Ich hab selten so streitsüchtige Kommentare gelesen. Die Mutter wollte einen konkreten Rat und stattdessen wurden ihr ziemlich unfreundliche Moralpredigten gehalten.

Was maßt ihr euch eigentlich an, über eine Mutter herzuziehen, die ihr nicht mal kennt und von der ihr euch also gar kein genaues Bild machen könnt?

Es ist sehr traurig und unter aller Sau was hier teilweise geschrieben wurde.

Sorry, musste mal meinen Senf dazu geben.

Zu deiner Frage: Es ist definitiv Aufgabe der Erzieherin, mit deinem Kind zu interagieren, da er ja mit ihr eine Beziehung aufbauen soll um bald gern im Kindergarten zu bleiben. Ich würde ein klärendes Gespräch versuchen. Wenn sie bei ihrer Meinung bleibt, hat sie vielleicht einfach keine Lust sich ordentlich um die Kinder zu kümmern oder eine seltsame eigene Auffassung von ihrem Job. Dann wäre ein anderer Kindergarten vielleicht sinnvoller. Es bringt nichts wenn dein Kind sich nicht einlebt nur weil jemand seinen Job nicht richtig macht.
Alles Gute!

Antwort
von KattaLoewe, 89

Also, sein Verhalten ist normal für das Alter, alle Kinder sind so in verschiedenen Abstufungen.
Wie die Eingewöhnung läuft ist normal so nach Berliner Modell.

Was du mit der Erzieherin klären, solltest:

1. Wie baut sie eine Beziehung zu dem Kind auf, wenn sie nicht mit ihm interagiert?
2. Wieso sollst du in den Situationen eingreifen? Es wäre ihre Sache, das langsam mit zu übernehmen, dass für das Kind klar wird, dass sie auch eine Bezugsperson werden wird.

Habe es bisher in allen Kitas so erlebt, dass die Mamas immer gebeten wurden sich eher zurück zu halten, eben damit die Erzieherinnen eine Beziehung zu den Mund aufbauen können, anders geht das ja kaum.

LG

Antwort
von NicoleU, 43

Viele Antworten, aber keine auf die eigentliche Frage.

Also ich finde es nicht normal, dass du das machen musst. Sie ist die Erzieherin im Kindergarten, kennt die Regeln und muss sie ihm vermitteln. Und er muss auch nicht schnellstmöglich alle Regeln kennen, sondern einen guten Kontakt zu den Erzieherinnen aufbauen und sich dort wohlfühlen. Die Regeln wird er in den nächsten Wochen langsam lernen. Du bist eigentlich da, damit er sich dort sicher fühlt und aus dieser Sicherheit heraus dort all das neue kennenlernt und sich in die Gruppe einfügen kann.

Eigentlich sollte es so laufen, das du nur so weit mit ihm dort interagierst, wie er es nötig hat. Ansonsten sitzt du für ihn jederzeit erreichbar im Gruppenraum.

Ich finde die Erzieherinnen machen es sich etwas einfach. Ihre Regeln - die müssen sie auch selber vermitteln. Allerdings solltest du zu Hause auch etwas mehr regeln einführen. Spielzeug das geworfen wird, landet oben auf dem Schrank. Sichtbar für ihn, aber das gibt es erst ein paar Stunden später wieder, wenn er irgendetwas toll gemacht hat. Und wenn er nur auf deine Bitte die Tür zu gemacht hat. Konsequent sein, auch wenn es Umstände für dich bedeutet. Haut er Kinder auf dem Spielplatz, sagen dass ihr nach Hause geht wenn er es nochmal macht. Und dann wirklich gehen. Das wirst du höchstens noch einmal durchziehen, ab dann reicht allein die Drohung. Natürlich ist er gerade in der trotzphase und es ist normal dass er versucht seinen Willen durchzusetzen, aber gerade in dieser Zeit musst du dran bleiben.

Antwort
von Jule59, 33

Das, was du beschreibst, hat mit der Eingewöhnung nach dem Berliner Modell wenig zu tun. Die Aufgabe der Eingewöhnung ist es, eine behutsame Ablösung des Kindes von der Mutter zu erreichen und gleichzeitig anzubahnen, dass das Kind die Erzieherin(nen) als Bezugsperson akzeptiert.

Insofern ist es okay, dass du in der ersten Woche mit deinem Kind in ohne Trennungsversuch in der Einrichtung bist. 

ABER: Es gehört ebenfalls zu diesem Modell, dass sich die Mutter dabei so weit wie möglich zurückhält. Idealerweise ist sie nur anwesend, spielt weder mit dem eigenen noch mit anderen Kindern, sondern ist ruhig im Raum und betrachtet das Spielgeschehen, OHNE dabei ständig auf das eigene Kind zu schauen. 

Die Mutter ist nur gefragt, wenn das Kind VON SICH AUS ihre Nähe sucht. Dann wendet sie sich ihm freundlich zu und hilft ihm, wieder zurück ins Spielgeschehen zu finden. Gleichzeitig soll sich die Erzieherin bemühen, zunehmend mehr Kontakt mit dem Kind aufzubauen und nach und nach alle Aufgaben im Zusammenhang mit dem Kind OHNE HILFE DER MUTTER zu übernehmen.

Was bei euch veranstaltet wird, ist - sorry - Mist. Es ist nicht dein Job, in der Einrichtung dein Kind zu erziehen. Es soll eingewöhnt werden. Und das ist primär der Job der Erzieherin. So, wie das läuft, wird das nichts werden. Wenn dein Kind kein großes Trennungsproblem hat, wäre mein Rat, die Eingewöhnung zu verkürzen (was normal und üblich ist, wenn das Kind das Weggehen der Mutter toleriert und sich von der Erzieherin trösten lässt) und deinen Sohn möglichst bald allein in der Einrichtung zu lassen.

Die Verhaltensweisen, die dein Kind dort zeigt, sind für sein Alter völlig normal. Eine gute Einrichtung weiß damit umzugehen. Vielleicht findest du ja auch eine bessere?

Unabhängig davon solltest du dir Rat für die Erziehung deines Sohnes zuhause holen, wenn du dich an manchen Punkten überfordert fühlst. Das wird dich auf Dauer sehr entlasten.

Antwort
von kiniro, 85

Mit 2 Jahren spielen Kinder auch noch nicht richtig miteinander.

Da sind sie in der Autonomiephase und lernen sich als eigenständige Persönlichkeiten kennen.

Ich halte auch nichts davon, Kinder teilen beizubringen.
Das lernen sie durch Vorleben.

Es ist auch normal, dass ein zweijähriges Kind haut - unabhängig davon, ob du es tolerierst oder nicht.
Schließlich ist dieses Kleinkind verbal noch lange nicht so weit, um sagen zu können "ich will das nicht".

Ich denke, da hast du noch einiges zu lernen, was den achtsamen Umgang mit deinem Kind anbelangt.

An deiner Stelle würde ich mal darüber nachdenken, ob dein Sohn mit seinen 2 Jahren nicht doch überfordert ist mit den ganzen Regeln.
Dazu noch du als seine Hauptbezugsperson, die auch gegen ihn ist, weil sie ihn gefühlt ständig ermahnt.
Wann und wo kann er wirklich so sein wie er ist?
Ohne, dass er schon jetzt in einen (für ihn unpassenden) Rahmen gezwängt wird.

Schau doch mal in die Bücher von Renz-Polster rein.

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

Viele Eltern haben Null Ahnung über die geistige und körperliche Entwicklung eines Kindes. Sie sehen einfach nur kleine Erwachsene, die sich vom ersten Tag ab der Geburt sich an alle Regeln und gesetzen halten sollen.

Tun sie es nicht, wird das Kind entweder dazu gezwungen oder als unnormal dargestellt :/

Kommentar von ShilaMauz ,

Wenn ich ihn so sein lasse wie er ist, dann schmeißt er seine Sachen durch die Bude wenn ihm was nicht passt, schmeißt sich auf den Boden und schreit wenn er etwas bekommt und haut nach mir oder wem auch immer, wenn es nicht nach seinem Geschmack läuft. Das hat nichts mit gesellschaftlichen Mustern zu tun. Sowas macht man nicht und muss das auch früh lernen.

Zu den Regeln im Kindergarten, finde ich auch ziemlich viel aber es ist nun mal so. Ich bin 21 Jahre jung, das ist mein erstes Kind. Ich habe nicht viel Ahnung und genau aus diesem Grund frage ich ja hier.

Kommentar von jens79 ,

Das nennt sich Trotzphase und gehört zur normalen Charakterentwicklung! Natürlich kann und soll man da entgegenwirken, aber diese Zeit sollte auch nicht überbewertet oder gar pathologisiert werden!

Kommentar von kiniro ,

Es nennt sich Autonomiephase - trotzig sind höchstens die Eltern, die ein Problem damit haben.

Kommentar von kiniro ,

Ihm Sachen in die Hand geben, die er gefahrlos werfen kann.

Seinen Frust begleiten oder auch mal aushalten (ja ist schwer, weiß ich).

Du kannst ruhig sagen, dass dir es weh tut, wenn er haut.
Gib ihm etwas, auf bzw. in das er boxen kann.
Mache Raufspiele mit ihm.
Oder (falls er das mag) macht Kitzelspiele.

Vor allem streiche den Satz "das macht man nicht" bitte komplett aus deinem Gehirn.
Den habe ich in meine Hassspruchschublade gesteckt.

Man ist so undifferenziert - so unpersönlich und für ein Kleinkind nicht greifbar.
Wenn die Person genannt wird, die es gerne anders hätte, wird es verständlicher.

Weißt du, es hat weder etwas mit deinem Alter noch mit der Anzahl der Kinder zu tun.
Da kenne ich Mütter mit mehr Kindern, die denken sie würden aufgrund dessen alles richtig machen.
Kann keine Mutter und auch kein Vater. Dafür sind wir Menschen.

Kommentar von ShilaMauz ,

Ich mache mir halt sorgen dass ich etwas falsch mache und ihn und sein Potential in die falschen Bahnen lenke. Vorallem weil mir von allen Seiten gesagt wird sein Verhalten wäre sehr "extrem" und "so nicht normal"

Kommentar von kiniro ,

Nur weil es dir von allen Seiten eingetrichert wird, heißt das noch lange nicht, dass diese Leute zwingend Recht haben.

Kommentar von ShilaMauz ,

Danke kiniro! Ich werde deine Ratschläge aufjedenfall beherzigen!

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