Frage von SnowDown,

Kinderdepression

Erst einmal Hallo. Ich bin 14 Jahre alt(weiblich) und meine Psychologin meint ich habe Kinderdepressionen. Ich soll ab morgen eine Tablette einnehmen. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob irgendeine Tablette, die ich mindestens 6 Monate lang einnehmen muss, damit sie wirken, gegen Depressionen weiterhelfen kann. Depressionen haben doch eher mit der Psyche eines Menschen zu tun(?). Kann eine Tablette, die ich auf dauer einnehmen muss, weiterhelfen? Ich will nicht davon abhängig werden oder die Tabletten einnehmen müssen, nur um wieder "glücklicher" zu sein. Könnt ihr mich über diese depressions Tabletten aufklären (sind die wirklich brauchbar usw.)?

Danke im Voraus für die Antworten, oder ihr wenigstens den Text gelesen und versucht habt mir weiter zu helfen.^^

Hilfreichste Antwort von Moonie1970,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Du schreibst leider nicht, was sie dir genau verschrieben hat. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es ein klassisches Antidepressivum ist.

Die machen auf jeden Fall definitiv NICHT süchtig, wirklich nicht. Aber normalerweise brauchen sie auch keine 6 Monate, bis sie wirken. Allerdings kann es ein paar Wochen dauern, bis sie wirken, weil sich erst genug Wirkstoff im Blut anreichern muss (die Ärzte nennen das "Spiegel bilden").

Und ja, sie können dir durchaus helfen. Stell dir vor, du fährst auf einem ausgefahrenen Feldweg mit ganz tiefen Furche. Du kommst überhaupt nicht raus aus diesen Fahrrinnen und weil du immer weiter darin fährst, werden sie immer tiefer. Die Tablette ist der Füllstoff für diese Fahrrinnen. Du kannst dann auch woanders fahren und mit etwas Glück bilden sich diese Rinnen nicht wieder. So funktioniert in etwa ein Antidepressivum. Sprich aber nochmal mit ihr darüber, das kann man im direkten Gespräch oft leichter klären.

Diese Tabletten machen auch nicht an sich "glücklicher", dann wären es tatsächlich Drogen. Deine Probleme sind immer noch da, nur erscheinen sie dir anders, nämlich dass du sie in Angriff nehmen kannst, dass du es regeln kannst.

Kommentar von Sanja2,

wow, klasse Erklärung, die merke ich mir, denn so können es auch Kinder gut verstehen. Danke!!!

Kommentar von SnowDown,

Danke für diese Erklärung. Ich denke noch besser erklären könnte man es nicht und ich werde nochmal mit meiner Psychologin darüber reden.

Kommentar von YlangYlang,

Ich habe da schon von Betroffenen anderes gehört. Sie hatten durchaus Probleme die Tabletten wieder abzusetzen. Ich frage mich vor allem, warum so einem jungen Menschen ein Psychopharmakum verschrieben wird. Das ist eine Unsitte, die immer mehr um sich greift. Natürlich kann es Situationen geben, in denen das erst mal eine Notlösung ist, z. B. bevor derjenige sich etwas antut. Doch muss immer noch nach den Ursachen gesucht und diese gelöst werden. In unserer Gesellschaft wird sich kaum noch Zeit genommen Probleme zu lösen, stattdessen werden Menschen und sogar Kinder und Jugendliche einfach nur ruhiggestellt.

Kommentar von Linzerin83,

Ich muss YlangYlang recht geben. Auch ich kenne Betroffene, die sich schwer getan haben, mit den Tabletten aufzuhören.

Vor allem, sind die nach meinen Erfahrungen, keine langfristige Lösung. Die meisten kriegen die Depressionen immer und immer wieder. Viele gleich nach dem Absetzen der Tabletten.

Ich würde daher davon abraten. Lieber die Ursache der Depressionen durch Therapien finden. zB Gesprächstherapien, Mediaton, Kinesiologie, usw... (für was auch immer man sich dann entscheidet - gibt viele Möglichkeiten).

Tabletten würd ich nur in Extremfällen empfehlen, und da auch nur als Übergangslösung. ZB wenn der Betroffene selbstmordgefährdet ist.

Kommentar von Moonie1970,

Du fragst dich, warum Psychopharmaka verschrieben werden? Die verschreibende Ärztin weiß mit Sicherheit mehr als wir über die Erkrankung, die Person, die Situation, die Möglichkeiten und die notwendigen Schritte. Das widerspricht doch nicht einer Verhaltens- oder sonstigen Gesprächstherapie, ganz im Gegenteil. Es macht sie oftmals überhaupt erst effektiv. Wie kommst du auf diese irrige Annahme, dass Antidepressiva einen Menschen "ruhig stellen"? Spielst du hier mal wieder auf Ritalin an? Man kann doch nicht alles in einen Topf werfen, nur weil es Tablettenform hat!

Kommentar von SnowDown,

Die Tabletten heißen " Mirtazapin HEXAL 15mg Filmtabletten".

Antwort von ereste,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

es gibt da ganz verschiedene Arten von Tabletten.

  • Fast alle wirken erst, wenn man sie längere Zeit nimmt (das ist ganz anders als bei Schmerztabletten z.B.).

  • Nur von einigen kann man abhängig werden. Ich glaube nicht, dass du so eine bekommen hast.

  • Du hast völlig Recht mit den seelischen Ursachen. Das Schlimme ist, dass man manchmal nicht wieder "heraus" kommt, wenn man alles so laufen läßt. Die 6 Monate können aus zwei Gründen gut sein: sie brechen die Entwicklung erstmal ab, sodass es sich nicht verfestigt oder schlimmer wird - und fast alle Menschen haben Depressionen mal als eine Phase im Leben, dann sind die Tabletten wie eine Brücke, die über den Fluss hilft. Und später ist alles wieder gut. In diesem Sinne: alles Liebe !

Antwort von Jogi7,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Es kann im Leben viele Probleme geben, und manchmal mögen sie überwältigend erscheinen. Aber man sollte wissen, dass Lösungen mit Psychopharmaka der falsche Weg sind. Psychiatrische Drogen können Probleme und Symptome chemisch verschleiern, aber sie können und werden sie niemals lösen. Wenn die Wirkung abklingt, ist das Problem immer noch da. Als Lösung oder Heilmittel funktionieren sie nicht. Mittlerweile gibt es zahlreiche funktionierende Alternativen. Vielleicht könntest Du aber noch etwas über die "Kinder depression" sagen. Z.B. wie hat denn Deine Psychologin das festgestellt ??

Antwort von strawberry899,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Eine Psychologin darf/kann dir keine Tabletten verschreiben. Dies kann nur ein Psychiater oder dein Arzt. Welche Tabletten wurden dir denn verschrieben? Ich würde auf jeden Fall erstmal mit Tabletten versuchen. Wenn du dir unsicher bist, oder bei sonst welchen Auffälligkeiten, sprich nochmal mit deinem Arzt darüber. Alles Gute!

Antwort von Loki666,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

auch tabletten wirken auf die psyche, da sie z.b. die produktion von hormonen ankurbeln, die glücklich machen. aber deine bedenken sind berechtigt - es ist möglich abhängig zu werden. wenn du deiner psychologin nicht traust, kannst du entweder zu einer anderen psychologin gehen und eine 2. meinung einholen - oder du gehst zu einem psychotherapeuten. die geben dir keine pillen, sondern therapieren dich auf andere arten

Kommentar von Moonie1970,

Dann nenn mir mal einen Fall, wo ein Antidepressivum süchtig gemacht hat.

Kommentar von Genusssucht,

An Dich und Sanja2: Ich kenne sehr wohl einen Fall aus dem Bekanntenkreis, wo ein Antidepressivum süchtig gemacht hat. Die Person wurde richtig nervös und teils aggressiv, wenn sie ihre Tabletten vergaß (was so gut wie nie vorkam, was der besagten person ja zu unangenehm gewesen wäre). Ich weiß zwar nicht, welches er einnahm/einnimmt, aber so sah es nach außen hin mit der Sucht aus, und er beschwerte sich selbst, dass er nicht anders könne.

Kommentar von Sanja2,

Lieber Loki666, wie schon Moonie1970 schreibt kenne auch ich keinen Fall in dem ein Antidepressivum süchtig macht. Außerdem darf kein Psychologe Medikamente verschreiben, das darf nur ein Psychiater.

Kommentar von Linzerin83,

Rein theoretisch kann man nach ALLEM süchtig werden.

Antwort von Seirioku,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

erstens was für ein Mittel sollst du nehmen. zweitens mit Psyschopharmaka sollte man sehr vorsichtig umgehen und last notleast, hol dir von einer zweiten Selle nocheinal extra Rat ein

Kommentar von SnowDown,

Also die Tabletten heißen " Mirtazapin HEXAL 15mg Filmtabletten".

Antwort von Linzerin83,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Du warst wohl bei einem Psychiater, nicht bei einem Psychologen. Ein Psychologe darf kein Medikament verschreiben.

Ich persönlich würde NIE ein Medikament gegen Depressionen nehmen. Weil jede Depression eine psychologische Ursache hat, der man auf den Grund gehen muss.

Das ein Arzt (ein Psychiater ist ein Arzt) eher dazu neigt, Medis zu verschreiben, ist klar. Das ist sein Job und er verdient sein Geld damit.

Ich würd mal lieber einen richtigen Psychologen besuchen.

Antwort von wueselduesel,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die Tabletten sind top und helfen (im Gegensatz zu den unsäglichen "Labertherapien") sehr gut. Kann ich nur empfehlen, hat mich auch gerettet.

Kommentar von Sanja2,

Stimmt, aber auf die "Labertherapie" sollte man deswegen nicht verzichten, denn die hilft, das man irgendwann wieder auf die Tabletten verzichten kann und hilft zu lernen, das man sie nicht irgendwann wieder braucht.

Kommentar von wueselduesel,

Es gibt Menschen, die schaffen es auch ohne (und das deutlich schneller). Oder aber die Labertherapie bringt rein gar nichts, das ist u.a. dann der Fall, wenn die Ursache der Depression nicht beseitigt werden kann.

Antwort von kleinTina,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Vertrau Deiner Psychologin. Die wird sicher wissen, was sie tut. Ein Suchtpotenzial haben die eigentlich auh nicht. Solche Tabletten wirken, da sie in den Hormonhaushalt des Körpers eingreifen. Genaueres dazu findest Du hier: http://www.depressionen-depression.net/med/

Antwort von Socat5,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich glaube kaum, dass dir die Psychologin die Tabletten leichtfertig verschrieben hat. Das werden auch keine Hammerdinger sein. Und sie machen dich auch nicht wieder glücklich, sondern helfen dir, in schlechten Phasen nicht in ein ganz so tiefes Loch zu fallen.

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