Meine Kinder beide 8, wollen nicht an die Beerdigung des verstorbenen Schulkollegen. Die Schule hat auch nichts organisiert, es sei freiwillig ob man gehen möchte. Das Thema war in den letzten Tagen sehr aktuell, sie fragten und redeten viel darüber, waren und sind immer noch sehr traurig darüber. Auch mich stimmt es noch immer sehr traurig. Weiss aber mit mir damit umzugehen. Meinen Vorschlag und Rat haben die Kinder angenommen und haben eine Zeichnung gemalt und jedes durfte ganz persönlich eine Kerze anzünden. Meine Frage nun: Konnten sie so, also zu Hause, wirklich gut Abschied nehmen oder sollte ich die beiden zur Beerdigung "zwingen" indem ich versuche gefühlsvoll auf sie einrede?? Vielen Dank

Vielleicht solltest du nicht einreden, sondern mal frage wovor sie Angst haben. was sie mit einer Beerdigung verbinden, wie sie sich es vorstellen. Ich nehme an, dass es ihre erste Beerdigung wäre, es kann sein, dass sie gleuben, das tote Kind sehen zu müssen oder ähnliches. frage sie, wie sie sich die Beerdigung vorstellen und ob ihnen was unklar ist oder angst macht. Wenn sie nicht wollen, können sie auch gern zu Hause Abschied nehmen.

Zwingen würde ich deine Kinder nicht. Wenn sie nicht teilhaben wollen, wird es wohl momentan das Beste für sie sein. Biete ihnen an, später mit ihnen zum Grab des Mitschülers zu fahren, um sich ganz in Ruh und ganz alleine von ihm zu verabschieden und ihm nochmal alles sagen zu können, was man loswerden wollte.
marlylie am 20. August 2009 09:55 wenn sie den wunsch äußern - ansonsten immer gesprächsbereit sein - aber die kinder von sich aus zum reden kommen lassen... lg
cyclomethicone am 20. August 2009 09:56 Deshalb sprach ich ja von "anbieten". Es wäre falsch einen Trauernden, vorallem ein trauerndes Kind, noch großartig zu Dingen zu zwingen.
marlylie am 20. August 2009 09:58 stimmt - wollte dich nicht verletzen oder angreifen oder so ... tschuldigung... lg
cyclomethicone am 20. August 2009 09:59 Ach was! Ich bin doch nicht verletzt oder angegriffen! Ich wollte es nur noch ein Mal betonen, um meine Absicht hinter der Aussage klar zu stellen, sofern sie nicht rüberkam! Missverständnisse pasieren doch immer wieder, das wäre doch kein Grund böse zu sein für mich! :D
marlylie am 20. August 2009 10:07 das freut und beruhigt mich :-), bin da nur manchmal etwas vorsichtiger, weil ja schnell unmut entstehen kann, da ja alles online auch mal falsch rüber kommen kann... lg

jeder hat seine eigene art trauer zu zeigen , dies muß weder in der kirche, noch am grab sein, wichtig ist doch was die Kinder wollen, nicht was irgendjemand von Ihnen erwartet
SirRusty am 20. August 2009 09:55 Du nimmst mir die Worte aus dem Mund

Auf keinen Fall zwingen! Sie müssen damit klar kommen und viel nützliche Hilfe wird es nicht geben. Jeder, ob jung oder alt hat seine eigene Methode damit fertig zu werden. Du kannst allenfalls versuchen sie zu unterstützen, indem du ihre evtl. Fragen beantwortest.

Ich würde es in jedem Fall den Kindern selbst überlassen, ob sie zur Beerdigung gehen wollen oder nicht. Evtl. sind sie noch gar nicht so weit u. brauchen etwas länger Zeit. Sollte dies der Fall sein u. die Kinder sprechen Dich später nochmal darauf an, dann könnt ihr immer noch zum Friedhof gehen u. das Grab besuchen. Vielleicht ist der Trubel um die Beerdigung Deinen Kids zu viel u. das wäre für sie dann eine bessere Lösung?

Ich würde sie nicht zwingen, die sollen das selber entscheiden. Aber mal offen mit denen Reden, warum so eine Trauerfeier stattfindet und was auf der Beerdigung passiert. Ich selber habe das ja auch mal erlebt, daß eine Mitschülerin von mir gestorben ist. Aber da war ich älter (war in der 11. oder 12. Klasse). Am Anfang wollte ich auch nicht zu der Beerdigung, weil mir so etwas nicht behagt. Ich habe mich dann überreden lassen und bin im nachhinein aber sehr froh, daß ich da war. Auch du solltest den Kindern zwar die Freiheit geben, selbst zu entscheiden. Aber du solltest mit denen darüber reden, ob die nicht vielleicht hinterher froh sein werden, wenn sie sich mit verabschieden gekonnt haben werden.
Ja,Ich habe den Kindern den ungefähren ablauf einer Beerdigung besprochen.

wenn sie nicht dahin gehen möchten, akzeptiere es und lasse sie das so machen wie sie möchten... sei halt immer gesprächsbereit, wenn sie fragen haben zu der geschichte....
jeder verarbeitet so eine traurige sache anders und ich finde, man muss dafür nicht unbedingt auf einen sarg gucken und menschenmassen um sich herum ertragen... lg

Sie auf gar keinen Fall zwingen. Wenn ihnen das mit der Beerdigung noch nicht so ganz geheuer ist, könnte man ihnen nur schaden, wenn man sie zwingt. Kinder haben da ansich ein gutes Gespür, ob sie mit sowas zurecht kommen oder nicht. Solange sie sich damit beschäftigen und darüber reden, verarbeiten sie es auf ihre Weise.
In dem Alter ist eine Beerdignung glaub ich ziemlich heftig für Kinder, sie sollten nur hingehen wenn sie wirklich wollen, ich denke sie können das auch verarbeiten ohne bei der Beerdigung gewesen zu sein. Viel Glück
Beerdigungen und der Tot in dem Alter ist nicht so einfach, jeder geht anders damit um.Meine Tochter, damals auch 8 Jahre, wollte auch nicht mit zu Beerdigung Ihres Opas, ich habe sie dann auch nicht mitgenommen. Wir sind danach, als sie es für richtig hielt, zum Grab gefahren und sie hat sich dann dort von ihm verabschiedet.

Deine Kinder fühlen was gut für sie ist. Das mit dem Bild und der Kerze war eine sehr gute Idee von dir. Sie haben sich verabschiedet und werden ihren Freund sicher in ihrem Herzen bewahren. Die Beeredigung sollte die möglichkeit geben sich der verabschiedung bewusst zu sein. Und das haben sie mit dem Ritual Zeichnung und Kerze zur genüge getan. Hast alles richtig gemacht

Mit acht Jahren ist es eine ziemliche Zumutung, obwohl bestimmt jedes Kind anders verarbeitet. Laß sie zu Hause, es wird von niemandem verurteilt. Da spreche ich wirklich aus Erfahrung.

Ich würde schon versuchen wollen, die Gründe der Kinder in Erfahrung zu bringen. Mit welchen Ängsten ist (nicht nur) die Beerdigung für sie behaftet?
Selbstverständlich sind diese Gründe zu akzeptieren. Vielleicht können sie diese aber auch zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht wirklich formulieren. Der Verlust durch Tod -und gerade der plötzliche, unvorhergesehene in frühen Jahren - ist solch eine einschneidende, alles erschütternde Erfahrung, die man ersteinmal für sich sortieren und verarbeiten muß.
Dann ist einfach die Willensäußerung der Kinder zu akzeptieren.
Vielleicht kannst Du später mit ihnen das Grab besuchen und sie können aktiv etwas tun, indem sie es mit kleinen Geschenken schmücken und etwas hinterlassen und vor Ort nocheinmal ihren persönlichen Abschied nehmen.
ja, das haben wir schon geplant. Wir möchten zum späteren zeitpunkt zum Grab und die Kinder möchten selbst gemalte Steinchen darauf legen...
Nein, zwinge sie nicht. Sie haben so auch schön Abschied genommen. Mit der Zeichnung, mit der Kerze. Das ist in Ordnung.
Würde sie auf keinen Fall zwingen wenn sie nicht wollen.

Zwang bringt meist das Gegenteil von dem was man eigentlich erreichen möchte. An ein Grab kann man doch auch zu einem späteren Zeitpunkt gehen.

Seh ich genauso ... Wenn du sie zwingst wird es schlimmer, jeder sollte so abschied nehmen wie er es am besten kann.
ich würde sagen sie brauchen nicht zur beerdigung..wenn sie zu hause auch schon abschied genommen haben. und'zwingen' würde ich sie auch nicht

lass sie blos zu Hause,ich bin gezwungen worden,als Kind und kollabiere bis heute bei "aufgeputzten"Leichen,obwohl ich sie hundertfach gesehen habe in meinem Beruf!!!Sollen sie selbt entscheiden,bringt ihnen auch nicht viel hinzugehen,wenn sie nicht so richtig davon überzeugt sind,msie können nicht abschätzen,was sie erwartet.
Ich würde die Kinder auf keinen Fall zwingen an der Beerdigung teilzunehmen.Kinder verarbeiten Trauer anders als Erwachsene.Wenn du die Kinder dahinschleifst, können sie einem Trauma erlegen und haben ihr Leben lang ein Thema damit.

ich würde die Kinder nicht überreden wenn es ein guter kumpel von ihnen war würden sie sich auch mit ihren erst 8 jahren von ihm verabschieden wollen. Ich würde es den kleinen überlassen es ist sehr schwer sich in die Kinder rein zuversetzen

sag ihnen doch,dass der mitschüler sich wirklich freuen würde und auch sie es bestimmt toll findne würde,wenn menschen an ihrer beerdigung teilnehmen!! vielleicht kannst du sie auch fragen,wa sihre ängste dabei sind! auf keinen fall zwingen!
gottesanbeterin am 20. August 2009 10:35 Überreden ist auch Zwang! Sanfter halt, doch Zwang!

Du darfst sie nicht unter Druck setzen. Abschied können die Kinder überall nehmen(am Wasser, im Gebet,die Trauer auf eine Wolke legen usw)! Frage Deine Kinder, wie sie Abschied nehmen möchten, sie wissen was gut für sie ist!!! Rituale gibt es sehr viele, gebe: Trauer bei Kindern bei google ein.
vielen herzlichen Dank!
für die kinder ist es auch so schon schwer zu verstehen das jemand,den sie gut kennen,gestorben ist.da kann ich auch verstehen wenn sie nicht zur beerdiegung wollen.sie wollen nicht zur beerdigung,das muß man verstehen.wenn sie sich durch gespräche und bilder malen ausstauschen reicht es schon.wenn sie fragen stellen dann auch erliche antworten geben...-)
Schon krass an "zwingen" in diesem Zusammenhang zu denken, ohje! Schau mal, die Kinder sind gerade mal 8 Jahre, wenn ich das richtig verstanden habe, dass ist noch so jung, dass die das alles vielleicht noch gar nicht so begreifen können!
Beerdigungen sind nun mal nichts schönes und selbst wir erwachsenen haben oftmals Probleme an so etwas teilzunehmen! Wie gesagt es ist nun mal kein Schulausflug oder so, wovor sich deine Kinder einfach nur drücken wollen!
Ich war als Kind auch nie auf Beerdigungen und auch noch heute in unserer Familie akzeptieren wir es einfach, wenn die Kinder "NEIN" sagen! Die müssen da auch keine große Begründungen vortragen!
Ich würde an deiner Stelle ggf. später am Nachmittag oder am nächsten Tag oder so mal mit den Kindern - wenn sie möchten - an das Grab gehen. Dort können sie ja Blumen oder so hinlegen und sich später ganz alleine und in Ruhe verabschieden!
Aber um himmels willen nicht "zwingen"!!
gottesanbeterin am 20. August 2009 10:36 Danke für diese Antwort!
nicht zwingen, aber sage ihnen, dass es besser ist, wenn sie dahin gehen (meine erfahrung)
gottesanbeterin am 20. August 2009 10:33 ???? Warum sollte das besser sein? Und wenn man das sagt und sie gehen nicht, glauben sie dann, nicht das beste genmacht zu haben! Warum sollte man unschuldigen Kindern unnötig Schuldgefühle anhängen?

ich würde lieber die kinder hinschicken weil es eine ganz andere form des abschieds ist und in der zukunft würden sie es bereuen. auserdem sollten kinder lernen das beerdigung was ganz normals ist.
würde ihnen erzählen, dass sich die Verstorbene bestimmt sehr freuen würde, wenn sie sie bei ihren letzten Gang begleiten
gottesanbeterin am 20. August 2009 10:33 Das ist eine waschechte Lüge und hilft niemandem?

Unser Bestattungsunternehmen ist bezüglich dieser Frage immer durch KinderpsychologInnen beratung. Auch wenn jeder Fall individuell ist, gibt es doch ein paar Faustregeln:
* Kindern immer die Möglichkeit geben, teilzunehmen (an der Feier und sogar einer Verabschiedung am offenen Sarg), aber nichts aufzwingen
* Alle Fragen ganz offen und kindgerecht beantworten (und es kommen oft sehr heftige Fragen!), aber die Kinder nicht ungefragt mit zuviel und komplizierter Information zuschütten
* Kindern Raum für eigene Entscheidungen lassen, evtl. Mitgestaltung bei Feier, Aufbahrung, Verabschiedung anbieten (Zeichnungen...) aber nichts aufzwingen.
* Je nach Alter leben Kinder in einer magischen Welt, in der alles beeinflußt werden kann. Unvermeidbare Unglücksfälle passen nicht in diese Welt. Passiert etwas Schreckliches, machen Kinder oft genug sich selbst verantwortlich, auch wenn das für Erwachsene überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Der gutgemeinte Ausschluß von einer Verabschiedung oder das Verschweigen eines Todesfalles kann dieses Gefühl verstärken, weil der Ausschluß als Bestrafung empfunden werden kann.
* Umgekehrt soll man die Kinder auch nicht zur Teilnahme zwingen. In einem offenen Klima (wenn sie alles Fragen dürfen und man ehrlich mit Ihnen umgeht) finden Kinder meist einen guten Weg im Umgang mit Ihren Gefühlen.
* Zur Verfügung stehen ohne aufdringlich zu sein hilft.
* Kinder haben meist weniger Probleme im Umgang mit dem Tod als Erwachsene. Kinderliteratur zum Thema Tod und Sterben kann für beide Seiten hilfreich und Ausgangspunkt guter Trauerarbeit sein.
Dass Du Dir Gedanken machst ist schon viel wert. Alles Gute!
Hallo honda, Kinder wissen sehr wohl schon was sie wollen und es ist absolut falsch sie zum Gang zur Trauerfeier zu zwingen! Also,dann lieber sie zuhause etwas basteln/schreiben lassen, dass sie dann in ihr Zimmer aufstellen können um zutrauern. Die Schulleitung hat richtig gehandelt-keine allgemeine Trauer! Ein andere Idee wär es,wenn Du jemand bittes etwas zur Trauerfeier,von den Kindern mit zunehmen (fürs Grab),wenn die Kleinen es dann wollen. Jedes Kind reagiert anders auf eine Trauer. Ich Wünsche viel Kraft für Alle...
Sehr gute Antwort! D.H.