Frage von balticguy, 85

Kinder kontrollieren ja oder nein?

Diese Frage ist hier zwar bereits gestellt worden, aber mich interessiert, was Ihr über GPS Tracker denkt, um die eigenen Kinder zu Lokalisieren. Die Ereignisse von München zeigen, wie schnell man in Sorge um seine Kinder geraten kann und wenn man dann nicht sofort ein Lebenszeichen von seinen Schützlingen bekommt, wäre es ziemlich sinnvoll sein Kind zu Orten, wie es mit so einer Kinderuhr möglich ist.

http://www.handy-sofort-orten.de/smartwatches/gps-uhr-fuer-kinder/

Allerdings Frage ich mich, ob solche Ereignisse diesen Eingriff in die Privatsphäre der Kinder rechtfertigen, oder ob solch eine Uhr genau die richtige Lösung ist. Ich meine ja nur mal, mit dem Alarmknopf in der Kinderuhr könnte präventiv eventuell schlimmeres verhindert werden.

Ich freue mich über Eure Antworten über dieses heikle Thema.

Antwort
von petrapetra64, 7

Ich persönlich halte nicht so viel davon, seinen Kindern hinterher zu spionieren als Eltern. Es gibt so viele Eltern, die immer gerne alles unter Kontrolle haben wollen und ihre Kinder sollen im goldenen Käfig aufwachsen. Nach der Spy-app kommt dann die 24 Stunden online Videoüberwachung. 

Zu einer normalen Entwicklung gehört auch etwas Freiheit, ich hatte als Kind die Möglichkeit, mit Freunden auf der Strasse zu spielen ohne dass meine Mutter zu viel Einfluss darauf nehmen konnte. Keine Handys, meine Mutter musste arbeiten gehen. Für mich war das sehr wichtig für meine Entwicklung. Meine Mutter hat auch dazu geneigt, alles unter Kontrolle haben wollen, hätte mich auch gerne rund um die Uhr bewacht, wenn sie es gekonnt hätte.

Aus Angst und Liebe, klar, und es gibt Gefahren in dieser Welt, auch klar. Aber wenn wir uns und unsere Kinder vor allem schützen wollen, und vor allem Angst haben wollen, was wäre das denn noch für ein Leben?

Auch in den eigenen 4 Wänden kann man nicht wirklich sicher sein, wo sollte man sich dann verstecken vor der Gefahr? Gesunder Schutz ja und das sollte man auch seinen Kindern beibringen. Aber vor allem schützen kann man seine Kinder nicht. 

Wenn Kinder rausfinden, dass sie überwacht werden, werden sie Strategien entwickeln, diese zu umgehen in höherem Alter zumindest. Da bleibt die Uhr beim Freund, während das Kind sich nachts draussen rumtreibt. Not macht erfinderisch und im Ernstfall wird es dann erst richtig gefährlich. 

Im Ernstfall kann man das Handy von der Polizei orten lassen ohne Spionagesoftware drauf. 

In so einem Fall wie in München, was soll eine solche Ortung denn bringen? Stell dir mal vor, die Software meldet, dass dein Kind in der Nähe ist, würde dich das beruhigen? Könntest du deinem Kind dann damit helfen?

Eine Bekannte war einige Meter weit weg, aber in Sicherheit auf Arbeit, stand in Facebook. Man kann in so einem Fall doch nur hoffen, dass sich das Kind schnell meldet und Bescheid gibt, dass alles klar ist und eben selbst versuchen, Kontakt aufzunehmen. 

Ich kenne diese Situation als Mutter auch aus Erfahrung, in der Schule meines Sohnes fand vor Jahren ein Amoklauf statt mit einem Toten. 

Meine Mutter hat es damals im Radio gehört und ich durch googeln herausgefunden, dass es seine Schule war. Und er war 2 Stunden nicht zu erreichen, das war eine verdammt lange Zeit. Er selbst hatte davon aber gar nichts mitgekriegt, sie sollten nur alle raus, wussten aber nicht, was los war. 

Was hätte mir die Ortung da gebracht? Nur, dass er dort ist, das wusste ich ja eh schon.

Antwort
von Panazee, 37

Was hätte es gebracht, wenn ich gewusst hätte das mein Kind da in der Nähe ist? Ich hätte auch nichts tun können. Wenn ich mir Sorgen mache, dann rufe ich mein Kind an und frage wo es ist. Alle unsere Kinder haben Handys und wissen, dass wir sehr empfindlich reagieren, wenn wir sie anrufen und sie nicht antworten.

Ein Kind wird so etwas nicht als elterliche Sorge empfinden, sondern als Überwachung und mangelndes Vertrauen.

Kommentar von larry2010 ,

vorallem ist die frage, ob es rechtlich erlaubt ist.

alten lleuten darf man so ein armband nur mit richterlicher erlaubnis umlegen. das wird bei kindern nicht anders.

Antwort
von tryanswer, 39

Eine Ortung macht m.E. keinen Sinn. Dadurch läßt sich eine etwaige Gefahr auch nicht abwehren bzw. ändert sich nichts an der Lage, nur weil die Eltern wissen wo sich das Kind befindet. Hinzu kommt das solche Systeme auf Funknetzabdeckung oder Sichtverbindung zu einem Satelliten angewiesen sind und daher in bestimmten Situationen keine oder nur unbrauchbare Positionsbestimmungen liefern.

Antwort
von tachyonbaby, 15

Ums vorweg zu nehmen: Meine beiden Mädels sind heute erwachsene junge Damen. Aber trotzdem haben wir immer noch ein Sicherheitsprotokoll, wenn die Studentinnen kreuz und quer durch Deutschland per Anhalter oder Mitfahrgelegenheit unterwegs sind. Sie rufen mich über ihr Handy an und teilen mir Fahrzeugtyp, Farbe und Kennzeichen mit und zwar so, daß der Fahrer das auch in aller Deutlichkeit mitbekommt und alle Stunde rufen sie mich an, bis sie das Fahrzeug wieder verlassen.

Das beschriebene GPS-Notfall-System hätte mir als Mutter schon gefallen und es hätte auch meinen Mädels eine gewisse Sicherheit gegeben, wenn sie so einen "Notfall-Knopf" bei sich gehabt hätten. Allerdings hätte ich die Anschaffung so einer Uhr mit meinen Mädels besprochen und ihnen genau die Funktion erklärt, auch die Möglichkeiten der Überwachung und Kontrolle. Wobei meine beiden gewußt hätten, daß ich ihnen niemals hinterherspionieren würde, denn wir Drei hatten ein uneingeschränktes Vertrauensverhältnis. Ich wußte immer wo und mit wem meine Töchter unterwegs sind und sie wußten, wo ich mich aufhalte.

Meine Überlegung geht nur dahin, daß so eine GPS-Uhr aber auch eine trügerische Sicherheit verleiht und Kinder und Eltern unvorsichtig machen kann. Jüngere Kinder meinen ohnehin oft, daß die Eltern allmächtig sind.

Auch halte ich den Vorfall in München für kein geeignetes Beispiel, denn in so einem Fall kann man nur auf die Findigkeit, Vernunft und die Intelligenz seiner Kinder bauen, da hätte das Wissen, wo die sich aufhalten, nichts geändert.

Meine Meinung ist, daß es keine Sicherheit im Leben gibt und man sich nur immer wieder auf Eventualitäten geistig vorbereiten kann, damit man nicht kalt erwischt wird, denn Panik macht alles nur noch schlimmer.

Als meine beiden noch klein waren und wir in der Großstadt den Opa besuchten, hatten meine beiden "Landeier" genaue Instruktionen für den Fall der Fälle, so daß die beiden immer wußten, was sie tun sollen, wenn wir uns z.B. im großen Kaufhaus, im Gedränge der Fußgängerzone oder der U-Bahn verlieren sollten. Nur konnte ich mich auf meine beiden verlassen, daß die sich wortgetreu an unsere Absprachen hielten. Auch hatten die beiden immer einen wasserfesten Zettel mit Namen, Anschrift und Telefonnr. bei sich. (Damals kamen die Handys gerade erst auf.)

Ich habe bei meinen Mädels eigentlich eher darauf gesetzt, ihren Blick für Gefahren zu schärfen, ihre Intuition zu schulen, daß sie auf ihre innere Stimme hören und hinter das Lächeln und Schöngetue eines Menschen schauen. Meine beiden wären niemals mit einem Fremden oder flüchtigen Bekannten mitgegangen, auch nicht, wenn der gesagt hätte, daß ich ihn geschickt hätte, denn für so einen Fall hatten wir ein Codewort abgesprochen. Außerdem habe ich meine beiden Zwuckel  mit 5 Jahren schon in den Kampfsport-Unterricht gehen lassen.

Insofern würde ich als Mutter immer mehr auf meine Kinder bauen, als auf die Technik, denn auch ein Gewaltverbrecher weiß um die Technik. Was nützt eine tolle GPS-Uhr, wenn die abgerissen und liegengelassen wird?

Antwort
von LordSimcoe, 44

Es ist ja so, eigentlich muss man einem Kind unter 18 Jahren nicht sagen, dass man eine Software auf seinem Handy installiert hat. Aber besser wäre doch, dass Kind und Eltern zusammen diese Sache entscheiden und das Kind in so einem Fall die SpySoftware einschaltet.

Generelles Ausspähen ist vor allem bei dummen Eltern nicht zu empfehlen, die einfach mal zum Spaß schauen: " Wo ist denn mein Kind gerade" und dann irgendwas sehen, was sie nicht verstehen und dann jeden Mist hinterfragen und dem Kind damit unrecht tun. Nur weil das Kind nicht immer planmäßig dort ist, wo es sein soll, heißt ja nicht das es etwas schlimmes im Schilde führt.

Man kann natürlich auch einen richtigen GPS Tracker benutzen und keine App für's Smartphone. Aber das Gerät muss man auch immer irgendwo hinstecken.

Antwort
von larry2010, 40

ganz ehrlich, finde ich so etwas gut, wenn man eine oma hat, die demenz ist und aus dem altersheim abhaut, wenn das ding einen alarm gibt, das sie dort rausgeht. eine bekannte hatte den fall erst neulich und da war die frau kurz vor  dem moor aufgegriffen worde.

ich selbst und meine schwetser sind schon in der grundschule gebummelt und haben mit freeunden gespielt, das unsere eltern sich sorgten, aber da kein rotekreuz fuhr, wussten sie, es wird nichts passiert sein.

anschliessend wussten wir, das wir so etwas absprechen und und unsere eltern mit wem wir zusammen waren, so das sie das nächste mal die eltern anrufen können, um zu wissen, ob wir zusammen unterwegs sind.

stell diri vor das kind verliert diese uhr genau dort, wo etwas passiert udn man sieht, das sich das signal nicht verändert, das erzeugt mehr angst udn panik, als wenn man nichts weiss

Antwort
von Aliija1996, 34

Jooaaa also wenn man so überlegt was in letzter Zeit so passierte.... Für kleinere Kinder ja! Für Teenagers.... Bin ich eher noch unentschlossen...

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