Gelegentlich passe ich auf die Töchter (7 und 8) meiner Freundin auf. Sie wollen immer "Bücher lesen" - ich habe viele Sachbücher über Tiere und Pflanzen mit vielen Bildern. Also las ich ihnen häufig vor bzw. erklärte kindgerecht, was dort zu sehen ist.
Mittlerweile kann die große Tochter lesen und sie verkrümelt sich häufig mit einem Buch, meist über Vögel, auf mein Bett und liest dort manchmal zwei Stunden, ohne dass man einen Mucks hört. Sie versteht, was sie liest und ich finde ihr interesse toll, und schenkte ihr daher zu Ostern und zum Geburtstag ein Buch über Papageien und eines über Gräser.
Jetzt erzählte mir die Tochter aber, dass meine Freundin beide Bücher weggenommen habe, sie würden sie überfordern. Das sagte das Mädel auch so "Mama hat mir die Bücher weggenommen, weil sie mich überfordern". Ich wollte, dass sie mir das Wort "überfordern" erklärt - konnte sie nicht. Ich rief meine Freundin an und sie sagte nach einigem Rumdrucksen, dass die Große durch die Bücher hibbelig werde.
???
Ich hab das blöde Gefühl, dass sie nicht möchte, dass die Große zu schlau wird. Eine andere Freundin meinte mal, dass das Mädel vielleicht hochbegabt sei und das schockierte meine Freundin damals, sie wolle ein normales Kind. Ich hab echt das Gefühl, dass die Große nicht zu viel lernen soll.
Kann ein Kind durch solche Sachbücher (Papageien und Gräser) hibbelig werden?

ich würde sagen nein. eher im gegenteil. lesen hat mich früher (und tut es immer noch) sehr beruhigt. und was soll denn schlimm daran sein, wenn sie schlau ist? kinder frühstmöglich mit büchern zu konfrontieren ist super. was besseres kann kindern nicht passieren

Nie im Leben. Wenn es eine Überforderung gäbe, würde das Buch ganz schnell in der Ecke landen. Kein Kind tut sich das freiwillig an.
Du hast recht mit deiner Annahme, dass da etwas anderes dahinter stecken muss.

Eher die Mutter,da sie die Fragen des Kindes nicht beantworten kann.

Nein, das ist Quatsch. Kinder packen Bücher, die sie überfordern, schlicht und ergreifend gelangweilt in die Ecke. Tun sie das nicht, sind sie damit auch nicht überfordert.
Es ist die Sache deiner Freundin, wieviel sie ihren Kindern zugesteht. Das ist mal ganz klar und das musst du auch aktzeptieren. Nichts desto trotz solltet ihr beide (du und deine Freundin) mal in Ruhe über ihre Ängste sprechen. Vielleicht sollte deine Freundin auch mal den Klassenlehrer mit einbeziehen. Dann beruhigt sie sich sicher wieder.
Und das Gequatsche mit hochbegabt muss man nicht so ernst nehmen. Die wenigsten intelligenten Kinder sind auch hochbegabt. Hochbegabte werden entweder tatsächlich recht früh als solche erkannt, dann wüsste deine Freundin das schon sicher. Oder sie werden nicht erkannt und langweilen sich in den allermeisten Fällen so gewaltig, dass sie jegliche Mitarbeit verweigern und als dumm und/oder faul gelten. Und beides scheint bei dem Mädel nicht der Fall zu sein.
Die Kleine wird schlicht und ergreifend intelligent und wissbegierig sein. Und das sollte man auch fördern. Sie macht sich schon bemerkbar, wenn es zuviel wird. :-)
Vielen Dank für deine Antwort.
Wahrscheinlich stecken tatsächlich Ängste hinter dem Verhalten meiner Freundin und ich sollte mal einen guten Moment abpassen, um das Thema vorsichtig anzusprechen.
Ich glaube auch nicht, dass die Tochter hochbegabt ist. Wie du denke ich, dass sie intelligent und wissbegierig ist, aber sie kommt gut mit Gleichaltrigen klar und ihre Schulleistungen sind gut, aber nicht überragend. Auch haben ihre Lehrer, soweit mir bekannt, nie vermutet, dass sie hochbegabt sein könnte. Sie konnte vieles früher als ihre Schwester, aber das kann daran liegen, dass ihre Schwester ein ganz anderer Typ ist. Ihre Schwester braucht mehr Zuspruch und kann sich schlecht mit sich selbst beschäftigen. Wenn man die beiden im Vergleich sieht, glaubt man nicht, dass nur gut ein Jahr zwischen ihnen liegt. Vielleicht schürt das zusätzlich die Ängste meiner Freundin.

eine schande ist, dass deine freundin ihrer tochter das vorenthalten möchte. denn durch anregung entwickelt sich ein kind, es entsteht interesse das für das ganze leben hilfreich ist.
Das genau ist meine Befürchtung.
Ich hab als Kind viel gelesen und mich früh für Meeressäuger und Technik interessiert, meine Eltern hat es gefreut. Von dem Wissen profitiere ich teilweise heute noch.

eigentlich werden sie dann eher ruhig aber auf keinen Fall hibbelig. Als ausgleich kann vielleicht etwas Bewegung und Sport nicht fehlen. Geh ab und zu auch mal mit ihnen auf den Spielplatz.
sonnenlady am 24. Juli 2009 14:38 Ich denke auch, dass die Hibbeligkeit in diesem Fall von fehlendem körperlichen Ausgleich kommt.
Ich weiß nicht. Die Große hat zweimal die Woche Handballtraining und tanzt einmal pro Woche, dazu hat sie Schulsport und trifft sich mit Freundinnen, oft auch draußen.
Die Mutter bemängelt ja nicht Bücher an sich, nur halt Sachbücher.

nein.. ich denke kaum das man davon hibbelig wird :D eher entspannt und im besten fall schlau

Oh oh, das sieht mir ganz nach Eifersüchtelei der Mutter gegenüber den Kindern aus - gefährlich!
Selbstverständlich gibt es für die Bildung eines Kindes nichts besseres als das Buch. So bald die Kinder ein so großes Interesse gegenüber dem Lesen haben, umso besser.
Außerdem: Ein Kind hockt sich nicht freiwillig hin und liest mit großer Freude und Interesse, wenn es überfordert wird, so ein Unsinn, da hört doch das Kind ganz von alleine auf.
Es gibt nunmal leider Eltern die Angst haben, sie können ihren Kindern bald nicht smehr beibringen, weil diese zu schlau geworden sind. Dabei unterbindet die gute Frau den Wissensdurst und den Lerndrang ihres Kindes.
Du hast 2 Möglichkeiten: 1. Entweder du denkst an das Wohl der Kinder und sagst dieser Mutter was Sache ist und das sie ihren Kindern aktiv schadet, oder 2. Du pflegst die Freundschaft zu deiner Freundin und lässt alles gut sein
Es ist immer schwer, jemandem etwas in Sachen Kindererziehung zu sagen, wenn man selber noch keine Kinder hat. Ich bin auch etwas jünger als mine Freundin, aber ich werde das Thema in jedem Fall nochmal ansprechen, nur eben unter vier Augen, nicht am Telefon.
Immerhin teilt ihr meine Einschätzung, dass ein Kind durch derartige Sachbücher nicht hibbelig wird. Das hätte mich auch sehr verwundert.
Ich glaube auch, dass sich die Große gerade in einer wichtigen Phase befindet und das noch immer Grundsteine fürs ganze Leben gelegt werden. Wenn man ihre Wissbegier jetzt unterdrückt, kann sich das auf ihr späteres Lernverhalten auswirken.
Ich finde es so klasse, dass das Mädel so gern und gut liest und so viel wissen will, da kann man ihr doch nicht den Zugang zum Wissen nehmen und ihr stattdessen Geschichten für in die Hand drücken, die sie, wenn sie die Wahl hat, links liegenlässt. "Der kleine Drache Kokosnuss und der Schatz im Dschungel" zum Beispiel, empfohlen für Kinder von 6-7. Das sollte ich ihr zu Weihnachten schenken. Das Buch ist süß, aber eher was für Kinder, die noch nicht richtig lesen können.
Meine Freundin wollte, dass ich es ihr schenke, das Kind wollte ein Buch über Tomaten.
DanielsGirl am 24. Juli 2009 15:17 Also selbst keine Kinder zu haben bedeutet nicht überhaupt keine Ahnung zu haben. Im Gegensatz dazu sind Eltern auch nicht allwissend. Aber ich weiß natürlich was du meinst wenn du sagst, dass man es mit größtem Fingerspitzengefühl anstellen muss, wenn man in die Erziehung einer Mutter reinreden möchte, und zwar ganz besonders dann, wenn man selbst Kinderlos ist. Ist halt gerade deshalb ein gefährliches Thema, weil man sich als Frau natürlich nicht einfach sagen lassen kann, der kindlichen Entwicklung im Weg zu stehen, wenn man doch eigentlich nur das Beste für das Kind will. Doch manchmal gerät dieser Wunsch, das Beste für das Kind zu wollen, ganz in Vergessenheit bei all diesen Emotionen die manchmal unter Frauen ausgeschüttet werden. Mach ihr klar, dass sie immer die Mutter bleiben wird, komme was wolle und dass sie ihre Kinder, wenn sie mal nicht mehr mitreden kann, zumindest darin unterstützen kann, indem sie sie fördert und ihnen das ermöglicht, was ihr selbst nicht vergönnt war, aber natürlich persönlich, nicht am Tel ;)

Absoluter Blödsinn! Solange man Kinder nicht zum lesen zwingt geht keine Gefahr davon aus.. Auf den meisten Büchern ist ein Vermerk ab welchem Alter die >Bücher geeignet sind..
Das ist das Thema. Sie hat nichts generell gegen Bücher, sondern möchte, dass ihre Tochter "altersgerechte" Bücher liest, also Bücher, die für Kinder bis maximal acht Jahren empfohlen werden. Das sind Bücher in Großdruck über Feen oder Bärchen, also "erstes Lesen", die zwar nette Geschichten schildern, aber wieso sollte ich ihr diese schenken, wenn sie andere Bücher viel lieber liest?
Ich achte natürlich darauf, dass in den Büchern, die sie zu sehen kriegen, nichts zu sehen ist oder drinsteht, was ihnen Angst machen könnte. Deshalb wählte ich auch ein Buch über Papageien: Das sind keine Raubvögel und sie sind schön bunt. Und da im Garten viele Gräser wuchern, fand ich auch das Gräserbuch sehr passend und die Tochter mochte es sehr, da sie es (die alte Ausgabe) aus meinem Bücherregal bereits kannte.
Sport machen beide Kinder regelmäßig, zwei oder dreimal die Woche und auch in der Schule. Und wenn sie hier sind und das Wetter es zulässt, unternehmen wir fast immer etwas.

Also wenn ein Kind sich aus eigenem Interesse solche Bücher holt und liest, dann denke ich ist das ok. Allerdings sollte bei allem Bildungsdrang des Kindes der Bewegungsdrang nicht zu kurz kommen. Vielleicht meint dass die Mutter mit "hibbelig". Das Mädchen ist vielleicht einfach zu viel in "Ruhe", tobt und bewegt sich zu wenig. Vielleicht sollte man einen Kompromiß schließen, erst raus und spielen und gegen abend dann z.B. intensiv lesen. Dann hat sie sich bewegt und kann abends zur ruhe kommen.

Wohl kaum...Kinder zeigen doch Interesse für Sachen, die SIE WIRKLICH interessieren, wenn das Kind also 2 Stunden in einem Buch über Vögle blättert, wird es sie kaum überfordern....schon eher die Mutter :o)))

mensch, es gibt doch nichts schöneres, als wissbegierige kinder, die bücher lieben. meine tochter wird jetzt 4 und verschwindet auch locker mal ne stunde mit einem schönen tierbildband, oder bücher übers weltall, davon ist ist total begeistert und wir lesen ihr auch viel vor. worauf man nur bei kindern achten sollte, dass keine gewalt oder irgendwelche abartigkeiten darin vorkommen, ansonsten sind alle bücher erlaubt, egal wie alt die kinder sind, denn was die kleinen nicht interessiert, schauen sie sich sowieso nicht an. überfordert sind sie dadurch auf keinen fall, finde die mutter echt komisch.
Ich glaube eher die Mutter ist überfordert. Natürlich kommen Kinder dann auch mit Fragen und viele Erwachsene können überhaupt nicht zugeben, dass sie auch etwas nicht wissen, was allerdings keine Schande ist und Kinder sehr wohl verstehen.