Frage von Ratlos11,

Kind ist krank - darf einfach so Zeit vom Partner übertragen werden?

Hallochen, ich bin von der "bösen" Arbeitgeberseite und bin jetzt neugierig: Wir haben eine verheiratete Mitarbeiterin mit 2 Kindern und eines der beiden Kinder (immer das selbe Kind) ist ständig krank. Jetzt fehlte sie schon aufgrund dessen 20 Tage. Wenn jetzt ihr zweiter Nachwuchs auch noch krank werden würde, dann würde sie ja in unserer Firma 40 (Arbeits-)Tage fehlen.

Muss ich denn als Arbeitgeber akzeptieren, dass sie sich die Tage vom Mann übertragen lässt?

Der Hintergrundgedanke ist der: sie würde wegen des kranken Kinder ja 8 Wochen fehlen im schlimmsten Fall UND sie hat ja dann noch 6 Wochen Urlaubsanspruch und lasst sie selbst mal krank sein.... Ihre Kolleginnen müssen dann praktisch ein Vierteljahr für sie "mitkämpfen". Ich bin selber auch Mama und weiß dass es schnell geht mit den kranken Kindern, aber ich sehe das jetzt mal in diesem extremen Fall von der anderen Seite. Es könnte ja auch mal der Mann zu Hause bleiben.

Hilfreichste Antwort von Grohan,
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Freistellung von der Arbeit

Bei Kindern unter zwölf Jahren haben berufstätige Eltern oder Alleinerziehende Anspruch darauf, für die Pflege eines kranken Kindes von der Arbeit bezahlt oder unbezahlt freigestellt zu werden.

Die Anzahl der möglichen Freistellungstage bezieht sich jeweils auf ein Kalenderjahr und gilt nur für Kinder unter zwölf Jahren.

* Wenn Mutter und Vater berufstätig sind, haben beide Elternteile Anspruch darauf, pro Kalenderjahr jeweils zehn Arbeitstage für die Pflege ihres kranken Kindes unter zwölf Jahren freigestellt zu werden.
* Berufstätige alleinerziehende Mütter oder Väter haben pro Kalenderjahr Anspruch darauf, insgesamt 20 Arbeitstage für die Pflege ihres kranken Kindes unter zwölf Jahren von der Arbeit freigestellt zu werden.
* Bei mehreren Kindern unter zwölf Jahren erhöhen sich die möglichen Freistellungstage pro Elternteil auf maximal 25 Arbeitstage im Kalenderjahr.
* Für Alleinerziehende erhöht sich bei mehreren Kindern unter zwölf Jahren der Anspruch auf Freistellung auf maximal 50 Arbeitstage pro Kalenderjahr.

Siehe auch den folgenden Link. Dort stehen auch Hinweise zu Gesetzen.

http://www.kindergesundheit-info.de/fuer-eltern/wenndaskindkrankist/gutzuwissen/...

Kommentar von Ratlos11,

vielen Dank - nach Deiner Antwort fühle ich mich sicherer. Ich gönne der Familie ja, dass sie im Krankheitsfall nicht doof dasteht, aber die Kollegen leiden halt darunter auch - soll doch die Firma des Mannes auch mit unterstützen.

Antwort von newcomer,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

wenn Elternteil wegen kranken Kind zu hause bleibt zahlt den Lohn die Krankenkasse

Antwort von dingdong21,

Die Tage des Ehepartners können NICHT übertragen werden ^^ Auch die Firma des Mannes hat die ihm zustehenden Pflegetage zu akzeptieren ;o)

Antwort von guinan,

"Sofern der Anspruch nicht vertraglich ausgeschlossen wurde, hat der Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber einen Anspruch auf bezahlte Freistellung, wobei die Begrenzung auf die ersten zwölf Lebensjahre des Kindes nicht relevant ist. Ein Anspruch auf bezahlte Freistellung zur Pflege von Kindern oder anderer naher Angehörigen nach § 616 BGB wird bejaht, sofern nur eine anderweitige Versorgung nicht angebracht oder nicht realisierbar ist. Allerdings ist die Entgeltfortzahlung dann im Sinne des § 616 BGB zeitlich beschränkt. D. h. der Vergütungsanspruch besteht nur bei einer Verhinderung für einen unerheblichen Zeitraum. Die Länge dieses Zeitraumes ist unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls nach den Verhältnissen im Bereich des Arbeitnehmers zu bestimmen. Dabei kommt es auf die Dauer, Art und Schwere des Verhinderungsgrundes an (z. B. auch auf die Möglichkeit der anderweitigen Pflege nach einer Übergangszeit) sowie auf die Persönlichkeit des zu Betreuenden. Bei Erkrankung von Kindern unter 12 Jahren kann angelehnt an § 45 SGB V ein Zeitraum von bis zu 5 Arbeitstagen in aller Regel als verhältnismäßig nicht erheblich im Sinne des § 616 BGB angesehen werden. Insbesondere bei der Erkrankung älterer Kinder verkürzt sich die Bezugsdauer der bezahlten Freistellung auf Grund der mit dem Alter abnehmenden Betreuungsbedürftigkeit.

Beachte: Dauert die Verhinderung nicht nur einen unerheblichen Zeitraum an, so entfällt der Vergütungsanspruch insgesamt, d. h. der Arbeitnehmer erhält auch für den als unerheblich anzusehenden Teil der Verhinderungszeit keinen Lohn.

Können beide Elternteile die Pflege übernehmen, haben sie das Wahlrecht nach ihren Bedürfnissen. Auf die Belange des oder der Arbeitgeber müssen sie keine Rücksicht nehmen. Der Arbeitgeber hat in jedem Fall die Möglichkeit, die Vorlage einer ärztlichen Bestätigung zu verlangen, welche die Notwendigkeit der Betreuung oder Pflege des erkrankten Kindes bestätigt. "

http://www.aachen.ihk.de/de/rechtsteuern/download/kh180.htm

Mit anderen Worten: Die Dauer ist begrenzt und es ist zu prüfen, ob nicht auch andere Personen das Kind pflegen könnten. Du kannst einen Nachweis verlangen.

Was du mit "die Tage vom Mann übertragen lassen" meinst, verstehe ich nicht ganz. Meinst du, dass seine Arbeitsstunden auf ihre Lohnsteuerkarte gehen? Neee- das geht ja wohl gar nicht. Das wäre ja Steuerbetrug.

Antwort von Schmupel,

http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=40872.html

also max. 25 Tage pro Elternteil bei mehren Kindern.

Antwort von holgerholger,

Denke nicht, daß die Tage übertragen werden können. Arbeitet der MAnn denn auch bei Dir? Sonst gehts sowieso nicht.

Antwort von Trilobit,

Es könnte ja auch mal der Mann zu Hause bleiben.

Arbeitet der denn ebenfalls bei euch?

Antwort von koenigscobra,

...betrifft der fall deutschland oder österreich?

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