Hallo, ich hoffe es kann mir jemand ein Tipp geben, mit unseren 3,5-jährigen Sohn gibt es große Probleme, besonders beim anziehen am Morgen. Er träumt vor sich hin lässt sich ständig ablenken und vergisst das er sich eigentlich anziehen sollte. Trotz mehrerer Aufforderung geht es nur sehr langsam voran. Hab ihm schon ein Wecker gekauft, damit er Zeit besser einschätzen kann, wenn er es schafft bekommt er ein Stern. Auch im Kindergarten ist es ein Problem, was mir die Erzieherin in einem Gespräch mittgeteilt hat, weil er in allem immer nachhängt und dadurch total viel verpasst. Diese ständigen Ausseinandersetztungen am Morgen lassen den Tag nicht harmonisch beginnen. Wie kann man das ändern?
Zieh Dich mit ihm zusammen an.Sozusagen wer der schnellere ist hat gewonnen.Und lass Du dir Zeit beim anziehen.
Ich finde es ja toll, dass er sich ueberhaupt schon alleine anzieht!
Meine Kleine ist genauso alt und benötigt aber immernoch Hilfe, obwohl ich wage zu behaupten, dass sie so alles in allem recht fit ist. Alleine An- und Ausziehen darf sie sich nur, wenn wir viel Zeit haben, gerade um den Stress zu umgehen.
Dass Kinder sich leicht ablenken lassen, trödeln etc. ist ganz normal und vergeht mit der Zeit von alleine. Bei manchen ist das mehr, bei anderen weniger. Und wenns eilig ist, nehme ich meine Kleine eben bei der Hand (auch bildlich gesprochen), dann geht es schneller, niemand fühlt sich ausgebremst oder gehetzt.
Wolpertinger am 4. April 2008 10:55 DH

Ganz einfach. Kinder in diesem Alter sind oft noch nicht so konzentriert und lassen sich schnell ablenken. Im übrigen sind Kinder mit 3,5 Jahren auch noch nicht in der Lage, die Zeit mit einem Wecker einzuschätzen. Sie teilen die Zeit eher in - "solange, wie man zum Zähneputzen braucht" usw. ein. Über einen längeren Zeitraum werden sie auch diese Zeitvorgaben wieder vergessen, weil sie durch "wichtigeres" abgelenkt werden.
Entweder du bleibst dabei und motivierst ihn durch ein Spiel, dass er sich zügig anzieht (bei uns helfen immer selbst gereimte Lieder mit völlig querer Melodie oder eine Wette, dass er die Hose nicht anbekommt) - oder du musst mehr Zeit zum Anziehen einplanen und ihn eher wecken und dann einfach immer wieder freundlich erinnern.
Wolpertinger am 4. April 2008 10:54 DH

Meine Tochter hatte in dem Alter auch so ein bisschen ein Problem damit. Habe mit ihr dann vereinbart in den Kalender einen lachenden Smiley für das schnellere Anziehen und einen maulenden für das zu langsame Anziehen vereinbart. Bei 20 lachenden Smileys gabs dann eine kleine Überraschung (Überraschungsei), das war ein guter Ansporn und hat funktioniert. Ansonsten gibt es aber auch Kinder, die einfach ein wenig länger brauchen für alles. Es gibt sich nie ganz, wird aber besser.
Wieselchen1 am 4. April 2008 11:09 Eben. Geduld - gibt es das bei der heutigen Erziehung noch? Ich vermisse sie oft, wenn ich manche Eltern beobachte.

wir haben auch immer ein Wettrennen gemacht, das fand meine Tochter super. Gut hilft auch eine Liste als Ansporn, wo sich das Kind die erreichten Punkte selber draufmalen kann, und dann bei bestimmten Punktzahlen eine Belohnung bekommt. Wenn er im Kindergarten zu langsam ist, müssen ihn die Erzieherinnen einfach mal drin lassen, dann wird er sich schon von alleine beeilen, wenn alle anderen schon draußen spielen
Wieselchen1 am 4. April 2008 11:06 Super, Valve. So sehe ich das auch. Das Leben bringt den Kindern mehr und stressfreier bei, als wir bei ihnen mit Zank und Streit durchsetzen.

Ich würde ihm beim Anziehen behilflich sein. Wenn er sich dann beschwert, dass er es schon alleine kann, kannst du ja so tun, als ob du ihm nicht glaubst. Dann wird er dir schon beweisen wollen, wie groß er schon ist! Träumen und trödeln in diesem Alter ist übrigens nicht ungewöhnlich!
Wieselchen1 am 4. April 2008 11:07 Genau so ist es, Shira. Da sind noch so viele erlebte und erträumte Dinge zu verarbeiten... Und da drüben auf dem Regal steht ja das blaue Auto, da habe ich aber schon lange nicht mehr mit gespielt - ähem.... was sollte ich noch mal machen....?
Shira am 4. April 2008 11:11 Du sagst es! :-)

Ach lass den Jungen doch träumen und in Gedanken schweifen. Das Leben wird ihn schon sehr bald was anderes lehren. Schenk ihm diese Zeit und lass dich nicht stressen.
Vielleicht solte man ihn währenddessen mündlich motivieren? Möglich wäre ebenfalls, dass das Kind unter einem ADS-Syndrom leidet. Dann wäre schon u.U. eine ärztliche Behandlung angebrcht. Wenn Motivation und Ansprache nichts bringen, dann würde ich ihn schon einem Kinderpsychiater vorführen. Keine Angst, es ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Manchmal muss das Kind nur bestimmte Proteine verabreicht bekommen, damit es sich innerhalb von paar Wochen merklich bessert!
Man kann es auch zu gut meinen... Kinder haben nunmal Phasen in denen sie trämerisch und abwesend sein können die einen mehr die andern weniger! Ich bezweifel das es gut für das Kind ist, besser für die Mutter vielleicht!
Marah am 4. April 2008 10:54 Ich habe auch sofort an ADS gedacht...
Es wurde bereits beschrieben, dass das Kind sich vergisst, dass ist an sich schon ein Symptom, das man überprüfen sollte. Es tut nicht weh, aber wenn man geschimpft kriegt oder von anderen Kindern deswegen gehänselt wird, dann kann dadurch die ganze Sozialisierung schief gehen.
Wieselchen1 am 4. April 2008 11:05 Er trödelt, Indy. Er träumt und trödelt. So habe ich meine halbe Kindheit verbracht. Aber ich bin doch auch sozialisiert worden...
Wenn man dem Thema eine zu große Bedeutung beimisst, dann wird das Kind meinen, dass es etwas schlimmes gemacht hat oder dass es nicht normal ist. Und das wird das Kind mit Sicherheit traumatisieren. Wenn der Kinderarzt bei der U nichts festgestellt hat, wird es besser sein, hier nicht zu dramatisieren.
Du weißt ja, wie das so mit den Ferndiagnosen so ist... Ähnlich wie stochern im Dunkeln.
Marah am 4. April 2008 11:28 @ Indy: Ich glaube, die Leute sind noch nicht genügend über ADS aufgeklärt. Diese Krankheit ist nichts schlimmes- sie wird nur durch die Gesellschaft und ihre Anforderung zu einem Problem. Bei mir ist das alles gründlich schief gelaufen und ich hätte mir gewünscht das irgendjemand meinen Eltern einen Hinweis in diese Richtung gegeben hätte. Heute kann ich nicht mehr ohne Tabletten, da sich mehrere kleine Posttraumata entwickelt haben. Dann doch lieber einmal zuviel zum Kinderpsychologen...
@ marah: Das war der Grund, weshab ich eben diese Meinung vertrete. Wenn ADS oder ADHS im Kindsalter richtig erkannt und behandelt wird (im Günstigsten Falle durch Proteinbeigabe), verschwinden die Probleme nach paar Wochen von alleine. Das Kind wird weniger geschimpft, nicht verspottet, nicht gehänselt und irgendwann sind seine früheren Probleme vergessen. Passiert das nicht. wird das Kind von der Schule und der Gesellschaft, in der es nicht klar kommt enttäuscht, zieht sich zrück und es wird ihm bestenfalls alles egal. Dann fangen die Probleme erst richig an!
Marah am 4. April 2008 12:39 Ich bin dafür galube ich ein Paradebeispiel :-) Deswegen freue ich mich über deine Antwort und Du bist ja medizin-wissenstechnisch auch ganz fit. Würde mich mal interessieren wie es weitergeht mit dem Jungen.

Es geht hier doch um ein Kind von 3,5 Jahren! Da ist es doch vollkommen normal, dass das Kind sich Zeit läßt. Wenns schnell gehen soll, muß man dabeibleiben und helfen, wenns sein muß. Bei uns im KiGa ist es üblich, dass ältere Kinder den Kleinen bis 4,5 Jahren auf jeden Fall beim Anziehen helfen und so klappt das ganz gut. Und in diesem Zusammenhang schon an ADS zu denken (siehe Marah) finde ich doch etwas extrem.
Marah am 4. April 2008 11:22 Meine ersten Anzeichen gab es schon mit 2,5 Jahren. Ich finde sowas sollte man überwachen- ich habe nicht nach Ritalin geschrien...Ein Kinderpsychologe kann einem fachgerecht erklären was "normal" ist und wie man mit dem Kind zusammen Probleme meistert. Wo ist da etwas verwerfliches oder nachteiliges für das Kind???
Beddie am 4. April 2008 11:25 Entschuldige, aber das Hauptanzeichen war doch sicher nicht, dass du beim Anziehen gebummelt hast, oder?
Marah am 4. April 2008 11:36 Lies doch die Frage nochmal genau durch- selbst der Erzieherin ist schon was aufgefallen. Meine Anzeichen waren vielseitig aber das mit dem Bummeln beim Anziehen war extrem. Wir reden hier nicht von ein paar Minuten, die eine Mutter ihrem Kind nicht gönnt. Janaschwer macht sich Sorgen und gibt sich Mühe ihrem Kind zu helfen-wo bitte ist das Problem, dass ganze mal abchecken zulassen? Kennst Du dich überhaupt mit ADS aus? Es gibt die "verträumte" Variante, die genau solche Symptome aufzeigt. Warum sollte man sich nicht von einem Experten mal beraten lassen? Es will doch keiner dem Kind schaden!

Also das erste was mir dazu einfällt ist ob dein Kind genug schläft? Das mit dem Belohnungsprinzip finde ich gut. Anreiz, also nach 20 Sternen kannst Du dir etwas wünschen. Also nix kommerzielles sondern irgend eine Aktivität. Setze die Punktzahl aber nicht zu hoch, damit er diese wirklich erreichen kann und ein positives Erlebnis hat. Wenn er so unkonzentriert ist, helfe ihm doch noch beim Anziehen, finde das schon ganz schön viel wenn er sie vor dem Kindergarten alleine anzieht. Vielleicht kann dein Kinderarzt ihn noch Ergotherapie verschreiben. Macht dein Sohn schon irgend eine Sportart? Vielleicht kann man ihn da auch fördern?

Ich war als Kind haargenauso! Leider hat niemand das weiterverfolgt und in der Schule ging es dann richtig los: Ich bin morgens nicht zurecht gekommen, mit dem Anziehen- hab überall getrödelt und die Hausaufgaben haben bei mir stundenlang gedauert. Egal was es war- ich habe doppelt solange gebraucht wie die anderen Kinder und habe mich immer total weggeträumt. Das ging soweit, dass ich aus dem Schwimmunterricht eine halbe Stunde früher entlassen wurde um mit den Anderen (rechtzeitig angezogen) das Gebäude verlassen zu können. Meine Eltern waren total unglücklich, haben fürchterlichen Druck von den Lehrern bekommen und ich kam mir vor wie ausserirdisch. Schon als Kind, konnte ich mir nicht erklären warum ich so anders war. Meine Schulzeit war super anstrengend, obwohl ich durchaus intelligent und begabt war. Mit 26 Jahren bin ich dann endlich zum Psychologen gegangen und daraufhin zur ADS-Ambulanz. Resultat: Ich habe ein fürchterlich stark ausgeprägtes ADS und habe mich 26 Jahre lang damit rumgeschlagen ohne von Irgendjemand Hilfe zubekommen. Beobachte Deinen Sohn intensiv und lass das unbedingt von einem Kinderpsychologen überwachen! Die Anforderungen an ihn werden wachsen und er wird evtl. HIlfe brauchen. Alles Gute!
jawoll. der wettstreit macht aus meinem bummelfritzen auch nen ganz schnellen! klappt auch beim toilettengang ("ich will nicht"-"warte, ich bin schneller..."- "neiiin! ich!!!"