Frage von DerLouser123, 131

Kind auf Beerdigung mitnehmen?

Hallo. am 10.06 wird meine Oma beerdigt. meine Mutter meint mein Bruder würde es wenn er mit geht nicht Verkraften, ich finde aber er sollte mit gehen. kann man einen 8 Jährigen eine Beerdigung zumuten oder sollte er wirklich besser daheim bleiben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Minischweinchen, 50

Hallo,

es tut mir sehr leid, das Deine Oma gestorben ist. Du brauchst jetzt viel Kraft und die wünsch ich Dir auf jeden Fall. Versuch die positiven und schönen Erinnerungen in den Vordergrund zu rücken, auch wenn das natürlich nicht wirklich einfach ist.

Was Deinen Bruder betrifft, rede doch mal in Ruhe mit ihm. Mit 8 Jahren ist das ja auch möglich. Erklär ihm auf jeden Fall, was bei der Beerdigung genau  passiert, auch, das alle traurig sind und auch geweint wird, Oma in dem Sarg unter die Erde gebracht wird.

So , ohne "Vorwarnung", was dort geschieht, solltest Du ihn auf keinen Fall einfach auf die Beerdigung mitnehmen.

Auch würde ich ihm sagen, das er selber entscheiden darf, ob er mit geht zur Beerdigung oder nicht. Das Oma ihm sicherlich nicht böse ist, wenn er dort nicht dabei ist, denn er kann sich auch so, gedanklich, von Oma verabschieden und irgendwann auch mal das Grab besuchen.

Ihn einfach mitnehmen würde ich nicht, denn vielleicht ist die Stimmung auf so einem Friedhof zu viel für seine Kinderseele.

Sollte er wirklich mitgehen wollen, dann sprich auf jeden Fall nach der Beerdigung mit ihm, wie es ihm geht, ob es schlimm war für ihn usw.. Er soll danach wirklich sagen können, wie er sich fühlt und nicht alleine mit sich und seinen Gedanken sein.

Wenn es nämlich schlimm für ihn war, dann sollte er keinesfalls diese Eindrücke und den damit verbundenen Kummer alleine mit sich ausmachen müssen, denn das würde ihm bloß schaden.

Ist Dein Bruder aber vom Charakter her eher sensibel o.ä., dann nimm ihn auf keinen Fall mit, denn dann würde ihn das , was auf dem Friedhof passiert, zu sehr beeinflussen und belasten.

Liebe Grüsse

Kommentar von Minischweinchen ,

Lieben Dank für Deine Sternchen und das Ihr nach der Beerdigung ein wenig Zeit für Euch habt, alles "sacken" zu lassen.

Liebe Grüsse!

Antwort
von Rockige, 69

In dem Alter kann man es, meiner Meinung nach, schon halbwegs selbst entscheiden.

Wenn der Junge von sich aus sagt "Ich will dabei sein und mich wie alle anderen auch verabschieden" dann ist das so. Klar, die Mutter will ihn schützen vor der Trauersituation, aber gleichezeitig wird der Junge durch das Fernbleiben sozusagen in seiner Trauer isoliert. Trauer zuzulassen ist gut. Zugleich ists gut wenn sich verschiedene Leute zusammensetzen können hinterher und gemeinsam in guten Erinnerungen an diese Person schwelgen können. 

Als Eltern (ältere Geschwister auch) kann man darauf achten ein Kind im Auge zu behalten und wenn man merkt das es grade zuviel wird (oder das Kind sagt das es grad zu viel wird) nimmt man das Kind aus der Situation heraus, geht ein Stück zusammen weg (Distanz schaffen), lenkt durch eine kleine Aktivität ab. Ob nun "Komm, wir gucken uns hier um" oder "Komm wir holen uns nebenan ein Eis" oder ein Spielzeug das mitgenommen wird von daheim.

Ich habe die Beerdigung einer Großtante in dem Alter auch nicht so ganz verstanden/ nicht erfassen können. Dennoch war ich dabei. Ich kann mich aber noch (positiv) an das anschließende Beieinander erinnern (als dann die Trauergäste gemeinsam Kaffee tranken und sich die ältere Generation plötzlich in einem Gespräch wiederfand obwohl man - laut meiner Mutter damals - jahrzehntelang nichts zu sagen hatte). Ich war dabei, erfuhr Trauer und auch geteilte Erinnerungen an die Verstorbene. Es war okay für mich.

Antwort
von Lycaa, 40

Hallo,

in unserer Familie ist es so, dass Kinder so ab Grundschulalter selbst einscheiden dürfen, ob sie mitwollen oder nicht.

Auf die Kinder, die nicht mitwollen, passt dann jemand auf, der selbst nicht auf die Beerdigung mitgehen möchte. Derjenige kommt dann mit diesen Kindern auf die anschließende Trauerfeier nach.

Kinder die mitwollen, sollte man darauf vorbereiten, was ungefähr auf sie zukommt. Also wie so eine Beerdigung abläuft und dass auch viele der Erwachsenen sehr traurig sein werden und auch weinen.

Wenn er mit will, dann wäre es sinnvoll, einen ihm vertrauten Erwachsenen, der eurer Oma nicht ganz so nah stand, zur Seite stellt, der ihn notfalls trösten kann, wenn ihr durch eure eigene Trauer nicht dazu in der Lage seid und der sich mit ihm entfernen kann, wenn es Deinem Bruder doch zuviel wird.

Antwort
von edgar4802, 33

Wenn er es selbst nicht möchte , sollte man ihn nicht mitnehmen . Aber ich finde ein 6 Jähriger kann das schon verkraften , , wenn er ein inniges Verhältnis zur Oma hatte - möchte er vielleicht auch gerne dabei sein !

Antwort
von Lapushish, 53

Ich denke schon. Ich durfte in dem Alter nicht mit zu Beerdigungen, wäre aber gern mitgekommen. Auch Kinder wollen Abschied nehmen und es kann Ihnen helfen, es werden schöne Geschichten erzählt, es wird geweint und bestimmt geschmunzelt bei alten Geschichten. Wenn er eine enge Bindung zu ihr hatte, fände ich es sogar sehr wichtig für ihn, mitzugehen.

Kommentar von Minischweinchen ,

Also das schöne Geschichten erzählt werden und auch geschmunzelt wird, das kenne ich jetzt nicht von der Beerdigung auf dem Friedhof her.

Vielleicht , wenn man das vorher so mit dem Pfarrer bespricht, aber bei einer normalen Beerdigung ist das nicht der Fall.

Du wärst schon gerne mit gegangen zu der Beerdigung, aber Du kannst nicht von Dir auf die Allgemeinheit schließen. Jedes Kind verkraftet so etwas anders.

Kommentar von Lapushish ,

Ich habe auch nicht behauptet dass er es toll verkraften wird und er n super Kind ist. Immer die, die wenn es um die eigene Meinung geht, trotzdem etwas auszusetzen haben :) es ist meine Meinung & danach wurde gefragt. Aber danke 😂

Kommentar von Lapushish ,

Es ist eine Beerdigung mit Trauernden Menschen. Man soll die Leiche weder küssen noch wird man mit Leichen teilen beworfen. So dramatisch ist das alles nicht und ich kenne kein Kind, dass danach gaga war.

Antwort
von Volkerfant, 37

Das ist schwierig zu beantworten. Ich würde auch nicht unbedingt jedem Kind eine Beerdigung zumuten. Es kommt immer darauf an, wie sehr das Kind in Beziehung zu dem Toten steht und wie stabil oder labil oder emotional das Kind ist.

Antwort
von Angelstar19, 41

Wenn er sich nicht gut fühlt oder nicht in der lage ist zu gehen dann solltet man ihm in ruhe lassen und zwingen dahin zu gehen!!! Er kann selbst entscheiden ob er gehen will oder nicht !

Antwort
von Aracore, 62

Ich war mit fünf auf der Beerdigung meines Opas und kann mich nicht mehr so wirklich daran erinnern. Schlimm war es zu dieser Zeit für mich nicht, obwohl ich ein sehr enges Verhältnis zu ihm hatte. Ich denke, dass er es verkraften kann, solange er nach der Nachricht des Todes nicht schon zusammen gebrochen ist. Ich persönlich denke, dass er es später vielleicht bereuen könnte nicht da gewesen zu sein, wenn das Verhältnis gut genug war. Zudem sollten Kinder stets an den Tod herangeführt werden, denn der Tod ist (noch)  nicht unumgänglich.

Kommentar von Minischweinchen ,

Der Bruder ist aber bereits 8 Jahre und realisiert viel mehr, als ein Kind mit 5 Jahren, was auf einer Beerdigung passiert.

Und alleine durch die Nachricht, das Oma gestorben ist, wird er ja schon an den Tod herbeigeführt. Dies sollte aber nicht zu krass passieren, in dem er einfach - so ohne Vorwarnung - mit auf den Friedhof genommen wird.

Antwort
von Hoeboehinkel, 52

Dein Bruder hat sicherlich auch eine Bindung zu seiner Oma aufgebaut - es wäre für ihn sogar eher psychisch schädlich, sich nicht bei einer Beerdigung  von seiner Großmutter verabschieden zu können.

Beerdigungen sind zum Großteil eine Möglichkeit, den zurückbleibenden Angehörigen eine Plattform zu geben, sich von dem Verstorbenen in würdevoller Art zu verabschieden.

Ich fände es ganz wichtig, dass dein Bruder an der Beerdigung teilnimmt.

Kommentar von Minischweinchen ,

Das kann man nicht verallgemeinern, jedes Kind ist anders und verkraftet so etwas nicht so einfach.

Kommentar von Hoeboehinkel ,

das finde ich sowas von weltfremd - Kinder mit 8 Jahren bekommen sehr viel mit und werden nicht dadurch geschockt, dass sie auf eine Beerdigung mitgenommen werden. Eher schon durch das Verhalten,  "wohlmeinender" Erwachsener, die verhindern möchten, dass ein Kind Bestandteile des Lebens kennen lernt und daran reift.

Der Tod ist nun mal Bestandteil des Lebens 

Eine Beerdigung ist eine würdevolle Feier, die sicherlich keinen Schaden hinterlässt.

Kommentar von Lapushish ,

Minischweinchen schreibt unter jede Antwort das selbe. Hat wohl mit 8 zu viel erlaubt bekommen. Es geht hier um unsere Meinung & was wir tun würden. Mein Gott, wer nimmt sich die Zeit, alle antworten zu lesen und zu kommentieren? Ich war auf vielen Beerdigungen, auf vielen waren Kinder, das ist völlig normal!

Antwort
von Tuschka, 39

Ich würde ihn mitnehmen . Wenn er eine Bindung zu euer Oma hatte dann wäre es unfair ihn nicht von ihr verabschieden zu lassen .

Kommentar von Minischweinchen ,

Was heißt unfair. Das Kind ist 8 Jahre alt und einfach mitnehmen ist meiner Meinung nach nicht richtig, denn eine Beerdigung ist schon für einen Erwachsenen sehr belastend und sehr traurig und für ein Kind noch viel mehr.

Kommentar von Tuschka ,

Wie wäre es wenn man ihn einfach fragt ?

Antwort
von trampolinfan, 51

Naja..
Ich (gerade 14) war auf meiner ersten Beerdigung mit 10 von meinem jungen Onkel. Hat dein Bruder es den gut verkraftet als man es ihm gesagt hat? Bei mir war es so:
Als mir das gesagt worden ist das sie gestorben ist habe ich nix gefühlt es floss nicht 1 Träne aber als es dann zur Beerdigung kahm..meine Familie so weinend zu sehen,diese Musik und wenn man Dann halt WIRKLICH realisiert er kommt nicht zurück war krass. Ich habe so dolle geweint das ich in einen neben Raum gesetzt wurde mit meinem cosang (damals 12). Dort haben wir dann die ganze Beerdigung gesitzt und zsm geweint ein echt eingebrannt Moment.

Antwort
von kleinesbiest85, 23

Wenn er eine Bindung und gute Beziehung zu eurer Oma hatte, empfinde ich es als notwendig ihn den Weg des Abschieds mitgehen zu lassen.
Als ich noch ein Kind war, und mein Opa gestorben ist, bin ich von der Schule Heim gekommen, keiner war da geschweige denn zu erreichen. Im Nachhinein hab ich erfahren, daß sie auf der Beerdigung waren und mich einfach komplett ausgeschlossen haben. Ich war damals stink sauer auf meine Eltern.

Antwort
von irgendeineF, 18

Was heißt hier "zumuten"? Er ist 8 und kann durchaus selbst entscheiden, ob er mitgehen will oder nicht. Ich würde ihn einfach fragen. Und wenn er ja sagt, dann geht er mit. Fertig.
Mit 8 Jahren können Kinder fast alles, was mit dem Tod zu tun hat, verstehen.
Sollte ihm deine Mutter tatsächlich verbieten, mit auf die Beerdigung hu gehen, obwohl er es möchte, dann muss sie auch erwarten, dass er lange auf sie wütend ist.

Antwort
von lilalo45, 8

Vor einiger Zeit ist mein Opa gestorben und meine kleine Schwester war auch mit auf der Beerdigung. In der Kapelle hatte sie ziemlich geweint, aber danach beim Essen im Restaurant, war sie wieder fröhlich und hat mit den anderen Kindern gespielt. Das, denke ich, hat ihr gut gefallen.

Allerdings hatte sie auch keine Wahl, sie musste mitkommen, wo wäre sie denn sonst hingegangen? Aber ich denke auch, dass es am Kind liegt. Die Idee mit dem "Selbstentscheiden" finde ich sehr gut. 

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